Mantrarezitation und ihre Bedeutung

Wer schon einmal eine Yogastunde besucht hat, ist ziemlich sicher mit dem Rezitieren von Mantras oder dem Kirtan singen in Berührung gekommen.
Das Wort Mantra setzt sich aus den zwei Sanskrit-Wörtern MANas (geistige Wiederholung) und TRAyate (Befreiung) zusammen. Mantra heißt also Befreiung erlangen durch geistige Wiederholung. Ein Mantra ist ein Wort oder eine Silbe, welche große Kraft in sich trägt und durch das Rezitieren kann sich diese Kraft manifestieren. Das ganze Universum ist in einem Zustand der Vibration. Durch das geistige oder gesprochene Wiederholen eines Mantras kann man sich mit diesen Schwingungen mit der tieferen Wirklichlichkeit des Universums verbinden.

Das wohl bekannteste Mantra ist das OM.

om
Om ist der kosmische Klang, der Ursprung allen Seins, der Urklang, aus dem das ganze Universum entstand. Es setzt sich aus A, U und M zusammen. A steht hier für das Bewsusstsein, für unendliche Weite, das über das U zum M, also zu absoluter Beschränkung führt. Es ist ein Prozess von größter Dichte zu unendlicher Weite. Man könnte das auch mit den drei Gunas vergleichen: das M ist das Träge (tamas), die Materie, unbewusst und beschränkt, welche sich allmählich ausbreiten möchte. Das U steht für Leben, Bewegung (rajas) und mündet schließlich in höchste Bewusstheit, Reinheit und Klarheit (sattva), dem A.

Die meisten Mantras werden in Sanskrit rezitiert. Zum einen deshalb, weil Sanskrit eine klangenergetisch sehr klare und strukturierte Sprache ist und ihre fünfzig Buchstaben energetisch mit den sechs Hauptchakras verbunden sind. Zum anderen, weil die Klangvibration jedes Sanskrit-Mantras mit der Eigenschwingung dessen, was sie bezeichnen, die direkteste Beziehung hat.

Oft geht die Rezitation der Mantras mit der Verwendung von Gebetsketten, sogenannten Malas, einher. Diese, aus 108 Perlen bestehende Kette wird verwendet, um bei jeder Rezitation eine Perle weiter zu schieben. So kommt zur geistigen Konzentration und Klangenergie des Mantras die physische Bewegung dazu. Das Mantra wird 108 Mal rezitiert.

Und zum Abschluss noch ein für mich sehr bewegendes Mantra:

Asato Ma Sat Gamaya
Tamaso Ma Jyotir Gamaya
Mrityor Ma Amritam Gamaya

Führe uns vom Unwirklichen zum Wirklichen,
von der Dunkelheit zum Licht
und von der Sterblichkeit zu Unsterblichkeit.

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