aus meinem leben: mieses Karma?

Gestern sollte ein schöner Tag werden. Ich bin am Vortag extra 2,5 Stunden zu meiner Familie gefahren um am besagten gestrigen Tag mit meiner Schwester nach Wien zu fahren. Dort wollten wir gemütlich Frühstücken gehen sowie ein paar Dinge für die bevorstehende Hochzeit erledigen.

Ich schreckte um halb 8 in der Früh auf, die Nacht war seltsam schnell vergangen und ein paar Fetzen bizarrer Träume klebten an meiner Erinnerung. Ich stand auf, mit einem ungewohnten Schwindel – ich konnte kaum geradeaus gehen – und fühlte mich abwesend und verwirrt. Dazu kam eine nicht schwache Blasenentzündung, die sich sofort beim ersten Klogang bemerkbar machte.
Also wurden unsere Pläne abgesagt und der Vormittag zu Hause bzw. auf der Toilette verbracht. Es kamen ein paar Gedanken à la ‚wieso gerade heute‘ auf.
Zu Mittag ging es mir wieder halbwegs gut, zumindest so, dass ich nach Hause fahren konnte. 2,5 Stunden Autofahrt lagen vor mir und ich wollte nur noch nach Hause in mein Bett.

Müde setzte ich mich ins Auto und begann meine Reise. Ich hoffte zwar, schnell nach Hause zu kommen, aber gleichzeitig war mir bewusst „so lange dauert es nun mal,  momentan tue ich nichts außer fahren und wenn ich mal Pipi muss, dann bleibe ich einfach bei der Raststation stehen“. Irgendwie konnte ich diesen Gedanken sehr gut annehmen, den Gedanken der Gegenwart, ohne mir zu sehr vorzustellen oder zu erträumen, wie mein Tag in 2,5 Stunden aussehen würde.

Und dann passierte es: das Auto wackelte und schepperte immer stärker. Zuerst dachte ich, es sei auf die unebene Straße oder das Alter des Autos zurückzuführen. Bis es immer lauter wurde und ich im Rückspiegel etwas wegfliegen sah. Ich stoppte sofort auf dem Pannenstreifen und musste mit Entsetzen feststellen, dass es das rechte Hinterrad ziemlich zerfetzt hatte!
Im ersten Moment überkamen mich Aufregung und Machtlosigkeit, zumal ich das erforderliche Ersatzrad nicht im Kofferraum vorfinden konnte! Ich war ganz alleine auf dem Pannenstreifen der Autobahn, körperlich in keinem guten Zustand, über hundert Kilometer weg von zu Hause und hatte auch keine Möglichkeit, von dort weg zu kommen.

Gerade als ich am Verzweifeln war, fielen mir die Worte des Novizenmönches bei unserem letzten buddhistischen Treffen ein:  „Wenn etwas Schlimmes oder Unangenehmes passiert, denkt man oft ‚warum gerade ich‘ oder ‚wieso muss immer mir etwas Schlechtes passieren‘. Aber das liegt einfach in der Natur der Dinge und genau das gilt es, anzunehmen. So ist das Leben nunmal“.
Und genau das versuchte ich zu verinnerlichen. Ich sagte mir: „so ist die Situation jetzt und ich kann an der Autopanne nichts ändern, egal ob ich wütend, traurig, glücklich oder was auch immer bin. Ich muss jetzt einfach tun, was zu tun ist“. Also rief ich [toe] an, der mir laut Internetanweisung erklärte, wie ich den Ersatzreifen unter dem Auto hervorholen kann und machte mich an die Arbeit. Mit unwahrscheinlicher Energie und positiver Einstellung wechselte ich einfach das Hinterrad, fuhr zur nächsten Tankstelle um den Reifendruck zu kontrollieren und machte mich, zwar müde und erschöpft aber nicht schlecht gelaunt, auf den Heimweg, der ohne weitere Probleme verlief.

Was ich daraus gelernt habe: Es macht keinen Sinn, sich über Dinge, die passieren, zu ärgen, aufzuregen oder tagelang nachzudenken. Man sollte das Leben einfach annehmen, so wie es ist. Natürlich ist das nicht immer leicht, gerade wenn einschneidende, negative Ereignisse passieren. Aber schon ein wenig mehr Akzeptanz dem Lauf der Dinge gegenüber oder ein positiver Gedanke können so viel verändern!!

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