Private Retreat

Eine meiner Ideen, die diskutiert werden sollten, um die Welt etwas einfacher und nachhaltiger zu machen und vorhandene Technologien zu verwenden, ist mein Konzept von Private-Retreats.

Im gelebten Buddhismus außerhalb von traditionellen Klöstern gibt es eine gewisse Kultur auf zeitlich festgelegte Retreats zu fahren. Diese  – nicht unbedingt günstigen Dharma-Workshops – können unterschiedliche Ziele verfolgen, wie zum Beispiel:

  • inhaltliche Einführung in den Dharma
  • Kombination mit körperlicher Ertüchtigung, wie Yoga, TaiChi, …
  • Vertiefung bestimmter Meditationspraktiken
  • Vertiefung des Sangha-Zusammengehörigkeitsgefühl
  • Studium bestimmter Lehrreden
  • Traditionelle Praxis: Sassinkai,

Das kann alles sehr sinnvoll und hilfreich sein, aber auch teuer, unflexibel und umständlich, vorallem wenn die Distanz zum Retreat groß(anderes Land) oder riesig(anderer Kontinent) ist. In Zeiten von Couchsurfing und Woofing, denke ich mir, dass man diejenigen Praktizierenden, die nicht oder nur selten auf Retreats fahren, aber sich dennoch einen Tapetenwechsel für die Erreichung eines dieser Ziele wünschen, es leicht ermöglichen könnte, dies im privaten Umfeld erleben zu lassen.

Wer zum Beispiel bei sich Zuhause einen Platz hat, wo ein bis zwei Personen schlafen können und sich vielleicht auch folgende Möglichkeiten finden:

  • eigene buddh. Praxis zum persönlichen Austausch
  • ein paar Bücher über den Dharma
  • Meditationsgruppe oder Sangha in der Nähe
  • Internetzugang, zum Onlinestudium
  • Achtsame Arbeitsmöglichkeiten: Holzarbeiten wie Sägen, Hacken oder Schlichten, Schneeschieben, Sensen, … alles was man ohne viel zu Grübeln lernen kann

der könnte so ein Private-Retreat anbieten. Ich kenne die rechtlichen Hintergründe nicht, aber ich denke, dass ein Preis maximal die anfallenden Unkosten (Essen, Trinken, Wäschewaschen, Internet, Transport, …) decken sollte, bzw. als Dana zur Verbreitung des Dharmas überhaupt kostenlos funktionieren könnte. Das müsste man sich natürlich vorher ausmachen. Für den Anbieter hat die Geschichte die Vorteile, dass man

  • etwas Abwechslung in den Alltag bekommt,
  • neue buddh. Praktizierende kennenlernt oder gar neue Freunde findet,
  • traditionsübergreifende Erfahrungen macht,
  • einfache Arbeiten erledigt bekommt oder unterstützt wird,
  • Städtern die ländliche Kultur zeigen kann oder umgekehrt,
  • vl. auch Besucher aus dem Ausland bekommt und in einer anderen Sprache kommunizieren kann,
  • Ängste vor Fremden überwindet,

Ich stelle mir auch vor, wie in meinem Fall, dass ich – da wir ja berufstätig sind – den Gast auch alleine lassen würde, also mir nicht extra Urlaub nehme um Gastwirt zu spielen. (Außer Geschirr und Seife gibt es bei uns eh Nichts zu stehlen. Oh, Bücher und Gewand, verdammt. Wir brauchen einen Tresor!) Der Gast sollte die Freiheiten haben, um seine eigene Praxis unter Berücksichtigung des Umfelds auszuführen, bzw. zu erweitern. Ich lebe ja zB. mit einer ausgebildeten Yogalehrerin zusammen, da kann sich die Praxis ja auch verändern oder gemeinsam reflektiert werden.

„Durchs Redn kumman d’Leit zaumm“. (Durch das Reden kommen die Leute zusammen) Unter diesem Motto erwarte ich mir, dass alle Beteiligten profitieren werden, nicht finanziell aber emotional und spirituell.

Ob man dafür eine eigene Online-Plattform braucht, oder bestehendes wie Couchsurfing oder das freiwillige Register der ÖBR: buddhistisch.at verwendet, wäre mir ziemlich egal. Möglich ist es jedenfalls bereits.

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6 Kommentare zu “Private Retreat”

  1. Ja, genauso kommt mir das auch vor. Ich bin aber überzeugt, dass man in vielen Phasen der eigenen Entwicklung sehr gut von oder mit Menschen lernen kann, auch wenn sie kein Guru, Ajahn, Prister oder sonst wie zertifiziert sind.
    Eher das als-Fremder-in-die-Familie-aufgenommen-werden kann schon eine unglaublich starke Erfahrung sein.
    MfG toe

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  2. Tolle Idee!
    Es muss ja nicht immer das Luxus-Resort mit angeschlossenem Spa-Bereich sein. Leider scheint es durch den aktuellen Trend zu mehr Achtsamkeit so zu sein, dass Retreats zu etwas luxuriösem, elitären und vor allem kostspieligen werden. Derweil ist das doch genau nicht der Sinn, eigentlich…

    Gefällt 1 Person

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