Ex oda Oaschloch

Warnung: jetzt wird es derb!

Wir fahren gerade mit dem Auto durch Graz, untertags. Die Straßen sind voll, die Sonne blendet und die anderen Verkehrsteilnehmer hassen mich. Cao drückt mir die Thermo-Glasflasche mit dem letzten Rest Wasser in die freie Hand, während ich die Augen auf der Straße und die andere Hand am Lenkrad habe.

Sie sagt mit monotoner Stimme, fast schon beiläufig: „Ex oda Oaschloch“ und ich breche im wilden Lachkrampf aus.

Rückblende: In dem Kreis der alternativen Jungendlichen und eigentlich jungen Erwachsenen der Nachbarortschaft, da wo Cao und ich uns kennengelernt haben, stoßen wir alle auf das Wohl eines Geburtstagskindes an. Er, oder vielleicht auch sie, hebt das Glas noch höher und schreit mit Begeisterung die drei erwähnten Worte, woraufhin für die nächsten Momente Stille am Skateplatz herrscht, da alle ihre geöffneten Bierflaschen oder andere vollen Getränke austrinken, denn keiner will sich zum Arschloch machen lassen. Rückblende Ende.

Tja, im Auto war der Kontext zum Zitat ausgesprochen belustigend für mich. In der buddh. Praxis ist der Vorsatz sich von grober Rede fern zu halten, äußerst schwer für mich umzusetzen. Ich bin am Land, in eine Arbeiterfamilie geboren worden und mit einem älteren Bruder aufgewachsen. Derbe Ausdrücke sind Teil meines Dialekts, der eigentlich den Hauptteil meines – möglicherweise zweifelhaften – kulturellen Erbes darstellt.

Die positive Formulierung des Vorsatzes, nämlich auf freundliche und liebevolle Art zu sprechen ist mir sehr wohl ein Anliegen, aber auch das kann ich gut mit vulgärer Sprache verknüpfen, wie paradox. Aber – ich rede mir ein – es gelinge mir im allgemeinen, die Schimpfworte ohne konkrete oder mittelbare Beleidigung zu verwenden.

Naja, darüber sollte ich wahrscheinlich nochmal meditieren. Das Hörnchen schnappt es hoffentlich auch noch nicht auf.

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8 Kommentare zu “Ex oda Oaschloch”

  1. wenn die Absicht hinter den Worten die war, jemanden zum Lachen zu bringen und dadurch eine angespannt und somit potentiell gefährliche Situation im Strassenverkehr zu entkrampfen, und dabei gleichzeitig auf eine – etwas entfernte – gemeinsame Vergangenheit mit einem Insiderschmäh anzuspielen
    oder: der Zweck heiligt die Mittel.
    und außerdem: wenn in der Flasche Bier gewesen wäre sähe die Sache anders aus, so jedoch kann eine intoxikationssteigernde Sprechintention ausgeschlossen werden.

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  2. Himme Oasch und Zwian, du wiast doch ned damit sogn woin dass dei woaugrennta Bruada vafickt noamoi a dreckats Mundwerk hot.
    Ich liebe dich mein kleines Sensibelchen.
    P.s.: Hiermit entschuldige ich mich hochachtungsvoll für meinen Überspitzt erscheinenden Umgangston, wollte damit nur die Richtigkeit seiner Aussagen unterstreichen.

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  3. Ich denke solange man sich unter Menschen befindet, die es nicht als Beleidigend auffassen ist es kein Problem, weil es ja (das ist meine Ansicht) dann keine Karmische Wirkung hat. Im Biergarten sieht es wahrscheinlich anders aus, sofern sich da Personen aufhalten, die sich eventuell dadurch gestört fühlen.

    Lg und schön mal wieder was von dir gelesen zu haben !

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  4. Naja, nicht wirklich streng, es ist einem ja selbst überlassen, ob man dem folgt oder nicht. Es kann sein, dass man andere dadurch verletzt, vorallem wenn sie diesen Umgangston nicht gewohnt sind.
    MfG toe

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