Die Rolle der Frau

Vor kurzem erst hat toe einen Beitrag über Matriachat geschrieben und einen kleinen Einblick in unser Familienleben gegeben. Ich möchte dazu noch ein ähnliches Thema aufgreifen und meine Meinung dazu schreiben. Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung und daher auch meine subjektive Sichtweise!

Immer wieder hört und liest man vom Feminismus, von der modernen Rolle und der Gleichberechtigung der Frau. Da hat sich in den letzten Jahren scheinbar viel getan und wird sich auch weiterhin einiges verändern. Das ist auch schön und gut, denn meiner Ansicht nach sollten nicht nur Frauen gegenüber Männern, sondern generell alle Menschen gleichberechtigt sein!! Aus meiner veganen Sicht würde ich sogar noch die Tiere und natürlich die Umwelt einbeziehen, aber das würde hier zu weit führen.

Letztens haben toe und ich ganz speziell über meine Rolle in unserer Beziehung im Bezug auf das klassische Rollenbild gesprochen. Ich bin ja derzeit in Karenz, um mich zu 100% um unser Hörnchen kümmern zu können. Ich – bzw. wir – haben uns für die in Österreich längste Variante entschieden: ich bleibe 2,5 Jahre zu Hause beim Kind und toe danach noch ein halbes Jahr. In diesen zweieinhalb Jahren werde ich ’nur‘ Mutter und Hausfrau sein. Also ganz klassisch, könnte man sagen.

Jetzt ist es ja immer wieder in aller Ohren, dass Frauen sich doch bitte emanzipieren sollen, dass sie sich, ebenso wie die Männer, in ihrem Berufsfeld nach ‚oben‘ arbeiten und aber nebenbei noch Hausfrau und Mutter sein sollen. Aber auf keinen Fall dürfen sich Frauen vom Mann abhängig machen, indem sie zu Hause bei der Familie bleiben und der Mann hauptsächlich das Geld nach Hause bringt. Das oder so ähnlich ist meine subjektive Wahrnehmung von der Emanzipation. Und natürlich wird das so gepusht und uns Frauen als ideales Rollenbild dargestellt, dass man sich als ’nur Hausfrau und Mutter‘ schon fast rechtfertigen muss. Ganz ehrlich, ich bin gerne und absichtlich daheim beim Kind!

Meiner Ansicht nach gibt es auch einen Unterschied zwischen Männern und Frauen: Männer können keine Kinder gebären und danach ernähren (gut, heutzutage schon dank Flascherlmilch, aber so war es von der Natur nicht vorgesehen). Dass es keine Diskriminierung deswegen im Beruf und im Einkommen geben sollte, ist ein diskutables Thema. Aber dennoch gibt es zumindest vom biologischen her Dinge und Fähigkeiten, die eben nicht gleich sind. Für mich war es auch von Anfang an klar, wenn ich als Frau ein Kind gebären darf, dann wird es meine 100%ige Aufmerksamkeit bekommen. Ich werde mich in jedem Fall für das Kind entscheiden und es nicht ’nebenbei‘ bekommen, weil ich ja eigentlich Karriere machen möchte. Bitte versteht mich nicht falsch, das ist nur mein Weg und ich akzeptiere es natürlich, wenn andere Frauen andere Prioritäten haben. Ich finde, es liegt in der Natur des weiblichen Körpers Kinder zu gebären, daher sollten wir Frauen stolz darauf sein, so etwas großartiges vollbringen zu dürfen! Männer können dies rein körperlich nicht, aber sie haben die Möglichkeit, die Frauen zu unterstützen, sei es durch finanzielle Absicherung, emotionale Stütze (vor allem im Wochenbett), kurze Auszeiten für die Mutter zu schaffen oder dergleichen.

Man muss auch sagen, wir haben auch die Möglichkeit zu dieser klassischen Rollenverteilung. Wir verdienen so viel, dass wir sehr gut damit leben können, auch wenn ich nur Karenzgeld bekommen. Naja, bessergesagt führen wir einen Lebensstil, der dies ermöglicht, denn toe arbeitet nicht mal mehr Vollzeit und hat kein Wahnsinnseinkommen, aber für uns reicht es optimal aus. Sogar so gut, dass wir überlegen, dass ich nach der Karenz weiterhin zu Hause bleibe. Denn die Zeit mit dem Kind, vor allem die ersten Lebensjahre, kann mir kein Geld der Welt ersetzen! Natürlich kann das leider nicht jede Familie von sich behaupten und viele sind quasi gezwungen, sehr früh wieder arbeiten zu gehen, damit Geld ins Haus kommt.

Worauf ich aber hinaus will ist die Tatsache, dass ich kein Problem damit habe, momentan von meinem Mann finanziell abhängig zu sein. Klar, sollten wir uns trennen muss ich mein Kind wohl oder übel in Fremdbetreuung geben und in meinen Job als Gesundheits – und Krankenschwester zurückkehren, zumindest Teilzeit. Ich denke aber nicht, dass ich deshalb als Frau ’schlechter‘ bin, als andere, die nebenbei Karriere machen. Es hat doch jeder in der Familie seine Aufgabe und solange alle damit zufrieden sind, ist es doch ok. Egal, was die Werbung, die Medien, irgendwelche Statistiken oder Quoten uns einreden wollen. Mal ganz davon abgesehen, dass eine 24/7 Kinderbetreuung plus Haushalt usw. vielleicht gar nicht so easy cheesy nebenbei rennen weil man als Frau ja eh den ganzen Tag ,nichts zu tun hat’….

Für mich wäre ein richtiger Schritt in Richtung Emanzipation eine Aufwertung der Hausfrau, anstatt zu versuchen, die Frauen nach der Geburt so schnell wie möglich wieder ins Arbeitsleben zu integrieren!
Wie steht ihr dazu?

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13 Kommentare zu „Die Rolle der Frau“

  1. Ich habe das „Frauen müssen Kinder kriegen“ nie verstanden. Ich habe mich da durch absolut priveligiert gefühlt und meinen Mann bedauert, dass er das nicht konnte. Keine Auszeit mit Baby. Der Arme. Ja, manchmaldenke ich wir sollten uns von der Emanzipation emanzipieren. Aber meistens sind es andere Frauen, die auf einen herab sehen weil man nicht das Klischee von der Karierefrau mit Doppelbelastung mitspielen will.

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  2. Ich finde dass, das was man wirklich nicht beachten sollte als Frau, die Regeln sind, die ihr von den anderen vorgetragen werden. Früher gab es Regeln, die Frauen verboten haben zu arbeiten, heute gibt es Regeln, die den Frauen die Arbeit aufzwingen. Diese Regeln werden der Frau von ihrer Umgebung immer vorgetragen, um sie zu erziehen oder etwas für sie entscheiden. Aber, wenn wir nachdenken, aus welchen Gründen die Menschen es tun, werden wir immer feststellen, dass jeder immer ein Eigeninteresse daran hat, zu beeinflussen, was eine konkrete Frau tun wird. Weil das, was eine Frau tut, immer das Image des Mannes oder der Familie oder der Firma oder ihrer Freundinnen beeinflusst. Und das ist das schlimmste, wenn fremdes Eigeninteresse oder irgendwelche theoretischen Überlegungen die Grundlage der Entscheidung bildet. Nach meiner Meinung soll die Entscheidung zu arbeiten oder nicht, einfach von der finanziellen Situation abhängen, und davon, zu was sich die Frau selbst berufen füllt, wo sie sich selbst lieber aufhält, auf der Arbeit oder Zuhause. Eine Frau spürt immer selbst, was in welcher Situation besser für sie und ihre Familie ist, mit welcher Entscheidung sie und ihre Familie am glücklichsten sein wird, und das ist das einzige, worauf man vertrauen sollte. Wenn frau doch irgenwelche ethische Regeln als Orientierung braucht, gibt es die 10 untugendhaften Handlungen im Buddhismus. Solange man sie nicht ausführt, ist alles OK, finde ich.

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  3. Entschuldige, klassisches Missverständnis – ich hätte dazu schreiben sollen dass ich das in den Kommentaren gelesen habe und nicht in deinem Beitrag 🙂 Du hast recht, Hausfrau und Mutter zu sein ist ein Vollzeitjob der leider (noch) nicht gewürdigt wird… LG

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  4. Da hast du was falsch verstanden! Ich habe nie etwas von „der Emanzipation den Rücken kehren“ oder“übertriebener Gleichberechtigung“ geschrieben. Ich bin lediglich der Meinung, dass man es auch übertreiben kann.. Früher mussten die Frauen Hausfrauen sein und ich habe das Gefühl, heutzutage ‚müssen‘ sie mehr machen als nur das, sonst heißt es eben gleich, dass sie nicht emanzipiert sind!
    Gleichberechtigt heißt für mich, dass jede und jeder die gleichen Möglichkeiten haben solllte. Wenn aber Männer keine Kinder gebären bzw. nähren können, die Frau zu Hause bleibt und als Hausfrau einen ebenso anstrengenden und intensiven „Arbeitstag“ hinter sich hat wie der Mann, sollte das meiner Meinung nach gewürdigt werden!!
    Greets Cao

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  5. Finde ich klasse, solange ihr damit glücklich und auf gleicher Wellenlinie und euch einig seid ist das doch wunderbar!

    Nur wundere ich mich sehr über Aussagen wie… der Emanzipation den Rücken kehren… oder …übertrieben mit der Gleichberechtigung…

    Wir sollten an dieser Stelle nicht vergessen dass wir genau wegen dieser „übertriebenen“ Gleichberechtung, Emanzipierung, Feminismus (von damals) heute auch selbst aussuchen dürfen und können ob wir trotz Kind unsere Karriere (weiter)machen oder eben zuhause beim Kind bleiben! Denn früher in der klassischen Rollenverteilung und vor diesem „lästigen Feminismus geplämper“ wäre es undenkbar und unmöglich gewesen etwas anderes für sich auszuwählen als „lediglich“ Hausfrau und Mutter zu sein.

    Für manche ist die klassische Rollenverteilung schön, für andere Kind und Karriere, für wieder andere nichts von alledem… Absolut niemand sollte sich rechtfertigen müssen warum er wie was wann macht – erst dann können wir vielleicht daran denken die Gleichberechtigung zu den Akten zu legen.

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  6. Hi cao, ich finde Du hast da eine gute Sichtweise. Es gibt ja viele Aspekte des Mutter und Zuhauseseins die vielen Frauen sehr gefallen. Leider ist der Druck „du musst wieder arbeiten“ sehr groß und viele Frauen schämen sich für ihre mütterlichen und klassisch-weiblichen Bedürfnisse. Das gilt zumindest für Gutverdiener. In vielen Familien ist eine stay-home mom schon finanziell nicht möglich.

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  7. Und zu mir:
    Ich bin Mutter und Hausfrau & Gleichberechtigt!
    Ich BIN Feministin und mit einem Feministen verheiratet.
    Wir haben mehrere Einkommen, aber es wird alles zusammengewürfelt und nach den Fixkosten bekommt jeder ein Stück vom Kuchen 🙂 (Ich liebe geschmackvolle Metaphern 😉 )

    Der wesentliche Faktor für mich ist dass ich aus dem zu Hause sein keinen Nachteil haben möchte. Ich – für mich – kann guten Gewissens zu Hause bleiben, wenn ich die (leider nach wie vor vorherschenden) langfristigen Folgen abfedern kann (Armut im Alter wegen fehlender oder niedriger Abgaben an die PVA). Deshalb gehört zu unseren Fixkosten auch die Freiwillige Höherversichung für mich bei der PVA. Nur weils und jetzt nicht fehlt, heißt das nicht dass es immer so sein wird. Und nachdem unsere Politiker erfahrungsgemäß gern beim Menschen einsparen, kann man sich darauf aufgefangen zu werden, auch nicht mehr verlassen.

    Zur Not – bin ich auch einen Lebensstil gewöhnt der finanziell weniger intensiv ist – dh, sollte meine Bezieung mal (wie auch immer geartet) Enden (was ich NICHT hoffe!) bin ich mir sicher dass ich das meistern kann. Derzeit sieht es jedenfalls nicht danach aus <3. Bevor der Fall nicht eintritt, werde ich mich auch nicht damit befassen. Und zwar nicht aus Naivität (ich bin die Tochter einer Alleinerzieherin von 5 Kindern, Scheidungskind,.. – ich halte, trotz funktionierender Beziehung, den Glauben an eine ebensolche nach wie vor für naiv 😀 ist etwas zwiespältig .. ich weiß) sondern, weil ich mein Leben in vollen Zügen genießen will und mich nicht ständig vor allerlei Möglichen Entwicklungen fürchten mag (die dann auch vielleicht gar nie eintreten).

    Mein Mann arbeitet als Angestellter, ich bin zu Hause bei den Kindern – den Haushalt schmeißen wir gemeinsam. Tatsächlich halbe/halbe. Er wusste zwar schon vorher dass ich "nicht bloß daheim bin", sondern mir durch die Kinder tatsächlich einiges abverlangt wird aber seit er in Karenz war hat er es auch am eigenen Leib erfahren und das wirkt auch 4 Jahre später noch sehr, sehr Nachhaltig bei ihm.

    Ich werde weder als Mutter noch als Hausfrau dem Feminismus bzw. der Gleichberechtigung den Rücken kehren. Der Weg ist nämlich noch weit. Meine Mutter ist ihn ein Stück weit für mich gegangen, ich gehe ihn ein Stück weiter für meine Kinder und ich hoffe spätestens die werden ihre Kinder in eine Welt der gelebten Gleichberechtigung enlassen können. Es ist schon längst an der Zeit!

    alles Liebe
    immortal

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  8. Mit ein Grund warum ich für ein Bedingungsloses Grundeinkommen plädiere. 😉

    Die Bisherigen Studien zu dem Thema haben nur 2 „Gruppen“ aufgezeigt die durch ein Grundeinkommen den Beruf schleifen lassen. Und zwar

    *Mütter von jungen Kindern, bleiben so lange bei ihnen zu Hause, wie sie das eben für richtig halten und
    *Jugendliche gehen nach den Basisabschlüssen weiter zur Schule weil das BGE den Druck nimmt die Schule verlassen zu müssen zu dem Zwecke für die Familie ein zusätzliches Einkommen zu generieren.

    Beides Entwicklungen von denen eine Gesellschaft langfristig profitiert – wie ich meine.

    alles Liebe
    immortal

    Gefällt 3 Personen

  9. Ich bin da voll und ganz bei dir. Ich finde, man kann es auch übertreiben mit der Gleichberechtigung. Es ist toll, Mutter zu sein, obwohl uns die Medien gerade etwas ganz Anderes einreden wollen. Von einem Menschen (sprich einem Mann) abhängig zu sein ist die höchste Stufe des Vertrauens, die eine Frau einem Mann geben kann.
    Aber anscheinend haben wir es verlernt, einander zu vertrauen. Das Einzige, was uns interessiert, wie hoch angesehen unsere Arbeit ist und wie super unabhängig wir von allem und allen sind.
    Alles Gute!

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  10. Ich habe der Emanzipation schon lange den Rücken gekehrt. Ich genieße die Rolle als Frau und mein Mann seine Rolle des Versorgers. Wir sind uns einig. Ich denke wenn man sich wohl fühlt in der Beziehung können die Rollen, so wie man es möchte verteilt und abgesprochen werden. Alles Gute für Euch! Grüne Grüße MION 🌸

    Gefällt 3 Personen

  11. Dem kann ich nur 100% zustimmen. Jeder/Jede soll die Rolle ausfüllen, die für ihn/sie die beste scheint/ist. „Die Gesellschaft“ (wer auch immer das genau ist) drückt Frauen – aber auch Männer – in Rollen, die sie zumeist gar nicht von sich aus wollen. Das beste Druckmittel dazu ist der „Konsumzwang“, der ja nur dann einer ist, wenn man sich ihm unterwirft.
    Du schreibst ganz richtig: “ … führen wir einen Lebensstil, der dies ermöglicht …“. Damit habt ihr euch ein riesiges Stück Freiheit zurückgeholt.
    Weiter habe ich dem nichts hinzuzufügen – steht alles in deinem Artikel 😉
    Gratuliere zu eurem Mut. Gratuliere zu eurer Familie. Gratuliere zu eurer Freiheit.

    Gefällt 4 Personen

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