Ender’s Game und mehr

Ich bin ja StarWars Fan. StarTrek ist nett, aber StarWars mit der Rebellion, die gegen das große einheitlich graue Imperium kämpft, weist nun mal die archetypischen Heldenfiguren auf, die mich viel mehr ansprechen.

Aber mit Ender’s Gameschuf der mormonische Autor Orson Scott Card(ich erwähne seine Religion wegen seiner Homophobie) ein alternatives Science Fiction Universum, dass mich wirklich in seinen Bann gezogen hat. Und zwar in buchform und in englischer Originalsprache.

Es gibt schon sehr viele Bücher zu diesem Universum und alles begann … naja, das erst Buch war Ender’s Game. Mittlerweile gibt es aber auch Bücher zur Vorgeschichte, die chronologisch vor dem ersten Buch stattfindet. Außerdem gibt es auch mit Ender’s Shadow auch eine parallele Erzählung aus der Sicht eines anderen Charakters. Also auch mehrere Bücher zum selben Universum. Das ergibt wohl einen guten Fan-Algorithmus.

Vom Inhalt her, kenne ich bis jetzt nur den Film, das erste Buch und lese aktuell das erste Buch der parallelen Geschichte, die inhaltlich alle mehr oder weniger Deckungsgleich sind – oder sein sollten, das Kreuz mit den Buchverfilmungen.  Ohne zuviel zu spoilern geht es darum, dass in der Vorgeschichte die Menschheit auf der Erde zweimal von insektenähnlichen Außerirdischen angegriffen wurde und die Invasion nur durch den kreativen jungen Geist eines Piloten gerettet werden konnte. Daher stürzt sich daraufhin die geeinte Menschheit in die Suche und Ausbildung von jungen Genies um den zukünftigen Kommandeur der – seit langen unterwegs seienden – Angriffsflotte zu finden/auszuwählen. 

Ob Kindern diese Kriegsspiele und der Druck des Wettkampfes gut tut, müsstest du selbst lesen oder anschauen, aber die Dialoge und emotionale Beschreibung wurde von Eliteschülern bereits bestätigt, obwohl Standardlehrer sich das nicht vorstellen konnten.

Vor kurzem habe ich über youtube-Reviews erfahren, dass der Autor, der regelmäßig Kommentare für eine mormonische Wochenzeitschrift schreibt, übelst gegen die Errungenschaften und weiteren Bestrebungen der LGBT-Community hetzt. Puh, das war mal eine herbe Enttäuschung für mich. Auch wenn es mich nicht persöhnlich betrifft, sympatisiere ich oft mit Minderheiten, vorallem wenn es meiner Sichtweise nach keinen Grund für Diskriminierung gibt. Also Terroristen fallen da zB. nicht rein! Auch wenn man vielleicht mal offen mit denen reden sollt, bevor man ordentlich aufrüstet und wild herumballert. Aber das ist eine andere Geschichte.

Mich hat es jedenfalls emotional schwer getroffen, dass jemand, der so gut über die Themen Massenmord, Ausgrenzung und moralisches Gewissen im Kopf eines Kindes schreibt, so engstirnig gegen das individuelle Glück von Menschen sein kann. 

Meiner Wahrnehmung nach, wollen … nicht-heterosexuelle Menschen auch nur glücklich sein! Sie sind weder krank, noch gestört und schon gar nicht ansteckend. Im Gegenteil denke ich, dass eine starke LGBT-Community, Leuten die dem zugeneigt sind (betroffen wäre sicherlich ein falsches Wort) eher die Kraft geben, zu sich selbst zu stehen. Und das wäre wohl das wichtigste für (junge) Menschen, die merken, dass sie irgendwie anders ticken als die breite Masse. Das kann nämlich Angst machen und Menschen sogar in den Tod treiben. Und ich meine, es gibt Wichtigeres im Leben als vorgespieltes Familienglück damit die Nachbarn gut schlafen können. Oder ewig einsame Menschen, die sich vielleich schon lange nach einer bestimmten Schulter sehnen, aber sich diese nicht trauen anzusprechen.

Welches Problem muss man haben, um anderen Menschen, die eben auch nur glücklich sein wollen, dieses abzusprechen? Die einzige nachvollziehbare Antwort, die mir einfällt, wäre die Angst sich selbst einzugestehen, dass man der Minderheit entspricht. Und diese Angst gibt es nur, weil sie von jenen erzeugt wurde.

Wie siehst du das, wenn jemand etwas künstlerisch Tolles schafft, aber auf einem anderen Gebiet total daneben liegt? Ich bitte um respektvollem Umgang in den Kommentaren, aber ich wurde dahingehend eh noch nie enttäuscht.

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8 Kommentare zu „Ender’s Game und mehr“

  1. Ich möchte an dieser Stelle das ungekürzte Hörspiel zu Ender’s Game empfehlen. Grandios umgesetzt, läßt es einen den mittelprächtigen Film gaaanz schnell vergessen. Die Audiofassung geht gekonnt auf die im Film gestrichenen emotionalen Handlungsstränge ein. Auch Ausbildung und Festigung der Gruppendynamik werden greifbar und plausibel. Ein echter Hörtipp!

    Was den Autor betrifft. Niemand ist perfekt. Diese bunte Welt treibt die verrücktesten Triebe. Es gibt auch nationalsozialistisch denkende Homosexuelle. Ironischer Weise klagt Orson Scott Card im Buch den Umstand an, wozu wir durch Erziehung und Doktrin fähig werden. Wer ist frei von Fehlern? Wenigstens hat er einen Denkanstoß geschaffen.

    dass uns Erziehung und Gesellschaft ma

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  2. Als ich es erfuhr, hatte ich bereits 2 weitere Bücher zuhause und ich werde sie sicherlich auch lesen. Aber weitere Bücher werde ich dann nur mehr gebraucht besorgen, damit ich ihn nicht mehr finanziell fördere.

    Und die Bücher finde ich soviel besser als den Film, der mich schon beeindruckt hatte.

    Falls es dich reizt könnten wir eine dt. Enderversums Page – wo wir uns vom Autor distanzieren – als Onlineprojekt starten.
    MfG toe

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  3. Ich lese das Buch auch gerade im englischen Original, nachdem ich zuerst den Film gesehen habe und mich das Ende ziemlich geschockt hat.

    Über seine private Einstellung wusste ich bisher nichts.

    Generell muss man natürlich sagen dass man nie weiss welcher Mensch mit welchem Gedankengut sich hinter einem Roman etc verbirgt aber jemandem der im Buch doch ein ernstes Thema als Hintergrund anspricht, ist so eine rückständige Einstellung natürlich enttäuschend.

    Ich werde das Buch zwar fertig lesen, diese Info stört mich dennoch und einen zweiten Teil lese ich vielleicht dann nicht.

    Alles Liebe,
    Jules

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  4. Wenn ich nur künstlerische oder kulturelle Werke von Autoren, Produzenten etc., aufnehmen würde, mit denen ich in Fragen über die Welt oder in/mit/zu den vorübergehenden Antworten (u.a. kritisch-rational und Endlichkeit des Lebens) übereinstimme: Würde ich niemanden lesen. Nicht einmal mich selbst. Da der Mensch innerlich und die soziale Welt (und u.a. aus mancher dialektischen Sicht: Das Universum) vielfältig und widersprüchlich sind.

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  5. Ich kenn nur den Film und der war geil. Ich finde es wichtig Werk und Künstler zu trennen, ganz allgemein. Sind Jungs Werke zur Psychologie weniger gut weil er ein Antisemit war? Ist Katz und Maus eine weniger eindringliche Beschreibung der Korruption des deutschen Bürgertums zur NS Zeit jetzt da wir um Grass Verbindungen im letzten Kriegsjahr wissen? Ich stimme Dir aber voll zu, dass es verstörend ist, dass Menschen etwas schönes erschaffen, so viel Wahrheit in die Welt bringen um dann auf den letzten Metern völlig durchzudrehen.

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  6. Wenn, dann versuche ich gedanklich das Werk vom Autoren zu trennen, so dass ich nicht durch eine Brille lese.
    Witzigerweise hatte ich Ender’s Game schon ein paar Mal in der Hand, angesprochen hats mich dann doch nicht (obwohl ich SciFi und Endzeitszenarien wirklich sehr mag).

    Gefällt 2 Personen

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