Heartculture – lebe die Herzkultur

Vor kurzem hat wanderer einen Festivalquide geschrieben, wo er auch das Heartculture Festival erwähnt hat. Dieses Festival fand am Wochenende statt und ich möchte meine Eindrücke hier schildern, weil es auch mein Herz erwärmt hat.

Das Festival gibt es meines Wissens nach schon mehrere Jahre und findet in Großsteinbach in der Steiermark statt. Hier gibt es das ‚Freizeitzentrum‘, quasi eine große Insel umringt von einem noch größeren Badesee. In der Mitte der Insel befindet sich ein Platz, welcher einem griechischen Amphietheater mit begrünten Stufen rundherum gleicht. Dieser Platz ist das musikalische Zentrum, denn hier spielen die Bands, während man tanzen oder es sich auf bewiesten Treppe gemütlich machen kann.

Blick zur Bühne vom Amphietheater

Rund um das Zentrum gibt es viele Stände, hauptsächlich mit bunter, esoterischer Kleidung für jung und alt, Schmuck, Stoffen, Filz, Holzanhänger, Ocarinas, rawfood cacao, einem Healing Zelt, Massage, Kinderschminken, etc. Außerdem findet man eine Menge sehr guter, meist veganer Essensstände, welche afrikanische Eintöpfe, indische Currys, Suppen, Wraps aber auch Eis, Smoothies und Kaffee, Chai Tee und Süßes anbieten. Direkt am Seeufer gibt es das ‚Strandgut‘, ein fixes Lokal, dass es auch außerhalb der Festivalzeit gibt und die Badegäste mit Getränken und Snacks versorgt.

Kleidungsstände
Essensstände

Neben dem Musikprogramm, dass von mittags bis spät in die Nacht mit vielfältigen tanzbaren Rhythmen die Festivalbesucher zum Bewegen und zu guter Laune anregt, stehen viele Workshops im Vordergrund. Angefangen von (Akro)Yoga, Singen, Trommeln über Massage und schamanische Heilrituale. Oftmals entstehen diese jedoch sehr spontan wenn ein Festivalbesucher das Bedürfnis hat, sich einzubringen und seine Fähigkeiten mit anderen zu teilen und weiterzugeben. Das genaue Musik- und Workshopprogramm findet ihr bei Interesse hier.

Was mir persönlich jedoch an diesem Festival so gut gefällt, ist, wie es der Name schon sagt, die ‚Herzkultur‘ dahinter. Das fängt gleich beim Eintritt mit dem sogenannten Wertschöpferbeitrag an. JedeR wird dazu aufgerufen, soviel Eintritt zu zahlen, was es ihm oder ihr wert ist. Natürlich, es gibt vorgeschlagene Richtwerte, aber niemand muss sich für den gezahlten Betrag rechtfertigen. Was das Geld angeht besteht sowieso kein Geheimnis sondern es wird mit totaler Transparenz kommuniziert. So wurde beispielsweise am zweiten Tag zu Mittag freudig verkündet, dass schon am ersten Tag so viel Geld zusammengekommen ist, sodass die Kosten fürs Festival gedeckt sind.

Das war allerding nicht die einzige Verkündung. Immer wieder gab es Aufrufe mit der Bitte um Mithilfe, entweder beim Bühnenumbau, beim Herrichten von Tischen und Bänken oder beim Verkaufen von Getränken und Eis. So kann jedeR ein aktiver Teil des Ganzen sein und man bleibt nicht ’nur Besucher‘, sofern man das möchte. Auch wurde öfters erwähnt, dass man Müll und dergleichen bitte einsammeln soll, falls etwas am Boden liegt – dazu kam ich aber nicht weil tatsächlich alles im Mistkübel landete. Sogar die Klos waren blitzeblank, für ein herkömmliches Festival wäre so etwas undenkbar!

Was mir noch besonders gut gefällt, ist die hohe Anzahl an Familien bzw. Kindern. Kaum jemand rennt dort ohne Tragetuch oder Buggy mit schlafendem Kleinkind/Baby herum oder schaut nach seinem Sprössling, der in der wuselnden Kinderschar untergegangen ist. Außerdem gibt es zusätzlich zu den zwei Spielplätzen tolles Kinderprogramm wie Riesenseifenblasen, Clownsshow, Theater, Naturmandala, gemeinsames Spielen, Schminken, Bastelecke und vieles mehr in der eigenen Kidsarea.
Das Festival scheint mir also sehr familienfreundlich, zumal man auch kaum Menschen sieht, die sich – ganz festivallike – total betrinken. Es gibt zwar vereinzelt Leute, die Bier oder Ähnliches trinken, das ungute Besäufnis blieb jedoch aus. Zumindest so lange, bis wir um ca. 20 Uhr das Festival verlassen haben, danach wird die Party für die Erwachsenen sicher noch ihren Höhepunkt erreicht haben.

Die meisten Kids laufen nackt herum und spielen. Einige haben sogar Steine gesammelt, sie bemalt und dann verkauft. Aber auch bei den Erwachsenen wird mit dem Thema Nacktheit locker umgegangen, nach Lust und Laune kann man nackig in den Badesee hüpfen und sich erfrischen, ohne dass man neugierige oder abwertende Blicke fürchten muss.

Kinderbadesee

Rund um das Gelände, also eigentlich rund um den Badesee darf man Caravans parken und sein Zelt aufstellen. Einen richtigen Zeltplatz gibt es also nicht. Man baut dort das Zelt auf, wo man sich wohlfühlt und wo man sichtlich niemanden stört. Schließlich lebt das Festival vom Miteinander, gegenseitigem Respekt und gelebter Herzkultur. Es herrscht ganz großes Vertrauen untereinander, was sich auch darin wiederspiegelt, dass man nicht von sogenannten Securities bis unter den kleinen Zehennagel gefilzt wird, es gibt – zumindest kein erkennbares und aufdringliches – Sicherheitspersonal.

Kommt es allerdings doch vor, dass man etwas „falsch“ macht, beispielsweise das Auto an einem nicht dafür vorgesehenen Platz abstellt, so erhält man lediglich eine Info.

„Strafzettel“

Die meisten FestivalbesucherInnen sind sehr kommunikativ und offen, ein Lächeln wird stets erwidert. Ich habe das Gefühl, dass man sich auf diesem Festival auf jeden Fall sehr wohlfühlen kann, inmitten von so vielen fröhlichen Menschen, lachenden Kindern, guter Musik und tiefgreifenden Workshops, überhaupt wenn man sein eigenes Herz öffnet! Es herrscht dort so viel positive Energie und eine Atmosphäre, die durch Gemeinsamkeit geprägt ist!

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