wir warten nicht aufs Ende

Leider lese ich manchmal Beiträge im WordPress-Reader, die es schaffen im ersten Moment meinen Blutdruck negativ zu beeinflussen:

Es gibt eine Grundentscheidung, die der Mensch in seinem Leben treffen muss: Für das Sein oder für das Nichtsein. Damit meine ich die Entscheidung, ob er das Sein, das Leben, die Welt letztlich als gut – wenn auch in dieser Welt offensichtlich mangelhaft und entstellt – sehen will, oder ob er das Nichtsein, den Tod, das Nirwana vorzieht. Die erste Ansicht ist die des Christen; die zweite die des Buddhisten oder auch des nihilistischen Atheisten.

aus diesem Beitrag:https://nolitetimereweb.wordpress.com/2016/10/06/die-allumfassende-kirche-teil-6-sein-oder-nichtsein-katholizismus-buddhismus-und-malthusianismus/

Mein Ego mag es offensichtlich nicht, wenn mich jemand in falschen Verallgemeinerungen einschließt. Nach einer kurzen Besinnung entschloss ich mich kein korrigierendes Kommentar zu schreiben, aber ich freute mich, dass sich bereits ein anderer Atheist nicht zurückhielt.

Hier also mein Senf: Ich bezeichne meine aktuelle Einstellung als atheistisch buddhistisch. Also ich glaube nicht, dass es einen Schöpfergott gibt, der die bewusste Entscheidung traf, „So, jetzt schöpf ich mir die Menschheit her“. Was ich allerdings bemerkt habe ist, dass Erfahrungen aus meinem Leben sich mit Erkenntnissen aus buddhistischen Schriften decken und weitere Erkenntnisse plausibel erklärt werden, sodass es mir bewusst wurde, dass ich Buddhist bin.

Als solcher finde ich die Behauptung extrem schlecht rescherschiert. Denn würden Buddhisten den Tod vorziehen, würden sie sich wohl selbst ausrotten. Das ist nicht der Fall, also könnte man im Zweifel etwas genauer nachlesen.

Ich – ich will ja nicht für andere Behauptungen aufstellen – habe bemerkt, dass es im Leben unangenehme Situationen gibt. Und umso mehr Energie man in diese Situationen steckt, desto gschissener werden sie, bitte verzeiht die Ausdrucksweise meines Herzens. Als Buddhist habe ich gelernt, dass ich mit etwas Übung selber die Entscheidung treffen kann, ob ich meine Energie in angenehme oder unangenehme Ereignisse investiere.

Das kann man jetzt philosophisch untermauern, aber das finde ich jetzt zu trocken. Jedenfalls fühlt sich das nicht nach Todessehnsucht an. Im Gegenteil, obwohl es teilweise heftige Turbulenzen gibt, finde ich das Leben mit dieser Perspektive leichter, schöner und genussvoller. 

Und von den Katholiken hatte ich im wesentlichen nur gelernt, Angst vor dem Tod zu haben, weil ich möglicherweise meine vermeindlichen Sünden nicht bis dahin ausgleichen kann. Das ist hoffentlich nicht der Kern des Katholizismus, aber so hat es sich angefühlt.

Wie siehst du das?

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23 Kommentare zu “wir warten nicht aufs Ende”

  1. @toe: Ein paar Antworten zur Diskussion noch: Sie schreiben: „Das ist nicht als Ihre persönliche Meinung, sondern als unumstößlicher Fakt formuliert.“ Na ja, ich denke, es ist in einer Diskussion klar, dass jeder seine Meinung ausdrückt, nicht wahr? Auch wenn man nicht jedes Mal „Meine Meinung ist, dass…“ davor setzt 🙂 Okay, ich weiß auch, ich habe manchmal eine gewisse Neigung zur Hitzigkeit in Diskussionen, aber das war auch nie als Respektlosigkeit irgendjemandem gegenüber gemeint, und ich denke, man kann auch durchaus respektvoll diskutieren, wenn man Meinungen anderer für absolut falsch hält. (Man hat ja die anderen Leute zu respektieren, man muss nicht alle ihre Meinungen toll finden. So meine Ansicht.) Deswegen würde es mir auch nichts ausmachen, wenn Sie den Buddhismus für „unhinterfragbar richtig“ erklären würden – aber diese Aussage dazu in meinem letzten Kommentar bezog sich auch auf Herrn Hittel, nicht auf Sie. Zur christlichen Meditation: Da gibt es natürlich verschiedene Arten. Das Christentum kennt die Meditation über Stellen aus dem Leben Jesu oder über einzelne Bibelworte, zum Beispiel. Der Rosenkranz ist eine meditative Gebetsform, die aus der Wiederholung von Gebeten besteht, deren Worte auch größtenteils aus der Bibel stammen. Da geht es immer darum, sich für Gott zu öffnen und darauf hinzuhören, was er einem sagen will. Soweit zur Meditation. Die höhere Stufe der Kontemplation, die die Mystiker als Vereinigung mit Gott beschreiben, sehen wir als reines Geschenk Gottes, nicht als etwas Erarbeitbares. Auch der Himmel besteht in christlicher Sicht daraus – man spricht hier auch von der visio beatifica, der seligen Schau, also Gott wirklich zu sehen, zu erkennen, bei ihm zu sein. Über christliche Meditation und Kontemplation haben z. B. Franz von Sales, Teresa von Avila, Johannes vom Kreuz, Bernhard von Clairvaux etc. geschrieben. Eins vielleicht noch: Meditation und Kontemplation, also das Innere, machen im Christentum auch das Äußere (Sakramente, Rituale etc.) nicht überflüssig, sondern es gehört alles zusammen. Zur Frage, wer Jesus ablehnt: Herr Hittel lehnt die christliche Vorstellung der geschenkten Erlösung ab und genau diese Vorstellung ist es, die Jesus laut den Evangelien vertritt – so meinte ich das. Man kann Jesus (wenn man den historischen Jesus meint, so hatte ich das ursprünglich verstanden, aber offenbar war das irgendwie anders gemeint) nicht zu einem Buddhisten umdeuten. Zu den Dogmen: Nun, sicher, aber es gibt auch Wahrheiten, die für wahr gehalten werden, nicht?

    @ Benjamin Hittel:
    Nun, das mit den „Eckdaten des Christusmythos“ ist eine weit verbreitete Geschichtslegende, die aber nicht zutrifft. Und im Gegensatz zu mythologischen Figuren ist das Leben Jesu historisch belegt (auch durch jüdische und römische Historiker). Es ist eine geschichtliche Tatsache, dass er unter dem römischen Statthalter Pontius Pilatus gekreuzigt wurde. Ihre mythologische Deutung kann ich von daher nicht teilen. Sie schreiben außerdem: „die Ich-Auflösung ist notwendige Bedingung für das direkte Erleben des Göttlichen.“ Da finde ich, muss man sehr genau unterscheiden, was gemeint ist – Überwindung von Egoismus und Ichbezogenheit heißt ja nicht gleich Überwindung von Identität und Individualität. Nehmen wir mal eine Familie. Da sind alle Mitglieder eigenständig und unterschiedlich, aber aufeinander bezogen, und gerade weil sie eigenständig und unterschiedlich sind, wirkt jeder das Seine für das Ganze und wirkliche Liebe ist möglich; die bleibende Unterschiedenheit ermöglicht erst die Beziehung zum anderen. Oder nehmen wir im biologischen Bereich eine Zelle: Da braucht es auch unterschiedene, unterschiedliche Bestandteile; das ist keine formlose Masse, wo alles in Eins verschmilzt. Ich weiß auch nicht genau, ob Letzteres genau die buddhistische Vorstellung trifft, wie gesagt, ich kenne mich da nicht so toll aus, mir scheint es nur, dass der Buddhismus sehr stark in diese Richtung geht und da nicht wirklich unterschieden wird. „Wir alle sind Töchter und Söhne Gottes.“ – Den Satz würde ich natürlich auch unterschreiben! Aber gut, ich denke, wir werden uns wohl auch nicht mehr einig werden und es ist ja trotzdem schön, wenn man sich mal austauschen kann.

    So, das war jetzt vielleicht noch mal ein sehr langer Kommentar, es tut mir leid, ich tue mich manchmal schwer, mich kurz zu fassen, ich denke auch, es ist besser, diese Diskussion zu beenden, also Ihnen noch einen schönen Abend und danke für den Austausch 🙂 Das war dann auch wirklich mein letzter Kommentar.

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  2. Diese Diskussion lädt mich emotional sehr auf. Nur ein Punkt: die Ich-Auflösung ist notwendige Bedingung für das direkte Erleben des Göttlichen. Wie kann ich um Zustand der Trennung mich selbst in Beziehung zu und als Verkörperung von allem Göttlichen je erkennen. Wir alle sind Töchter und Söhne Gottes. Wir alle sind Träume des einen Seins, alle von derselben Quelle, derselben Essenz. Das ist die objektive Realität, die Leere, das göttliche Dunkel das sich selbst bewusst wurde und sprach FIAT LUX. Das von mir. Möge jeder weiter schreiten auf seinem Weg. In 5 Stunden geht’s zum Flughafen. Ich bin dann mal raus aus der Diskussion.

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  3. Definitiv rhetorisches Mittel. Aber die Jesus = Christus = Sonne = Herz Symbolik ist weit verbreitet. Daher auch Herz Jesu Bewegung. Wenn du Dir Jesus Ikonographie ansiehst zeigt eine Hand immer auf das brennende Herz, das geöffnete Herz. Dieses „Ich bin DAS ICH BIN“ ist universell. Nicht umsonst sind die Eckdaten des Christusmythos schon vorher in Indien, ägypten, Mesopotamien und in allen Mittelmeerkulturen vorhanden. Die Herleitung ist als Allegorie auf die Sonne zu verstehen. Darum ging es mir. Um universelle innere Symbolik die sich dem suchenden in jeder spirituellen Tradition erschließt.

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  4. Ich freue mich immer so, wenn ich Kommentare von dir bekomm. Nur ohne Facebook darf ich mir das Video nicht anschauen. (Immer diese entgegen-den-Strom-Schwimmer.
    Und würdest du behaupten, du lehnst Jesus ab? Ich habe deine Ausführungen bezüglich Mr. J eher als rhetorisches Mittel verstanden.
    Ich habe in einem Folgekommentar an nolitetimereweb über dich geschrieben, falls du noch an der Diskussion beteiligt bist. Ich halte deine Ausführungen über christliche Mystik für sehr interessant, aber zur Zeit möchte ich mir keine Zeit dafür nehmen. Und fühle mich im (Triratna-)Buddhismus sehr wohl. Vielleicht kannst du mir aber ein gutes Buch empfehlen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zw. christl. Mystik und Buddh.?
    MfG toe

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  5. Hm, also mir persönlich gefällt die Entwicklung dieser Kommentarflusses nicht mehr.
    Ich fühlte mich keineswegs persönlich angegriffen, falls das denn einen Unterschied machem würde, sondern ich habe mich über allgemeines Halbwissen über den Buddhismus aufregen lassen. Was jetzt aber keine Beleidigung gegen Sie sein soll, sondern lediglich meine Wahrnehmung während dem lesen Ihres Beitrages beschreiben. Ob es Realität gibt, wir erleben eine, also für uns scheint es sie zu geben, also sollten wir auch damit zurecht kommen.
    Mein oder unser Problem an Ihren Aussagen mag an den von Ihnen gewählten Formulierungen liegen. „Aber sie (die wichtigen Einsichten des Buddhismus) fügen sich nicht zu einem logischen Gesamtbild zusammen.“ Das ist nicht als Ihre persönliche Meinung, sondern als unumstößlicher Fakt formuliert. Und ich werde müde zu erklären, dass es für mich sehr wohl logisch und gefühlt zu mir passend ist.

    Entgegen Ihrer Unterstellung, habe ich „es gebe kein richtig und falsch“ als unhinterfragbar richtig erklärt, sondern die Perspektive aus meiner buddhistischen Sicht erklärt. Das muss nicht so sein. Aber für mich macht es Sinn und hat sich meiner Erfahrung nach bestätigt. Aber das war bisher nur meine Realität und ich wage es nicht über die Realitäten anderer zu urteilen.
    Aufgrund Ihrer Ausführung würde mich relativ stark interessieren, was Meditation für Sie bedeutet.
    Das mit den christlichen Mystikern ist alles Neuland für mich und so harmonisch wie meine Onlinebeziehung zu Benjamin ist, könnte ich mir vorstellen zu bestimmten Zeiten meines Lebens hätte mich der Kontakt wohl im Christentum verweilen lassen.
    Seiner Definition nach gibt es im Buddhismus keine Dogmen, wegen der fehlenden Unumstößlichkeit nämlich.
    Und wer lehnt hier Jesus ab? Habe ich etwas überlesen?

    Nur so nebenbei bemerkt, es geht hier um das Thema, dass Buddhismus meiner Erfahrung nach keineswegs einem pessimistisch ist. Nur so zur Erinnerung, falls noch lange andere Details diskutiert werden sollen.
    Ein spiritueller Freund (Zeuge Jehova) meinte zu mir, die Bibel beschreibt die Beziehung zwischen dem Gläubigen und Gott und zwischen den Gläubigen. Das halte ich für eine schöne und zutreffende Beschreibung. Weil Liebe und Massenmord, wie im alten Testament oft beschrieben wird, kommt mir etwas zwiegespalten vor. Aber auch das hat nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun.

    Ich wünsche mir, dass nur mehr abschließende Stellungnahmen mit viel viel Respekt für die unterschiedlicheneinungen folgen. Sozusagen, darf jeder in seinem Bereich Recht haben. Wie anarchistisch von mir.
    MfG toe

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  6. Sie haben mich da ein bisschen missverstanden. „Ob Realität das ist, was Sie mit Ihren Sinnen und Ihrer eigenen Interpretation daraus machen, wäre im Buddhismus hinterfragt worden. Denn all zu oft verschleiern Gemütslagen oder Unwissenheit unseren Blick für die objektive Realität.“ – In gewisser Weise richtig. Aber das sagt das Christentum auch. Und auch die Gemütslage „alles ist eins, es kommt nur darauf an, was ich draus mache“ kann den Blick auf die objektive Realität verschleiern. Die Frage, wie gut man die Realität erkennen kann, ist zu unterscheiden von der Frage, ob es eine Realität gibt. „Oft braucht es Zeiten der Stille und Einsamkeit um Kraft für Begegnung und Aktion zu sammeln.“ Da stimme ich genauso zu. Aber es gibt doch gewisse Unterschiede dabei, was man in Stille und Einsamkeit macht – Beten oder darüber meditieren, dass ja eh alles eins sei. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich sage nicht, dass im Buddhismus alles falsch wäre. Im Gegenteil, es gibt auch da wichtige Einsichten. Aber sie fügen sich nicht zu einem logischen Gesamtbild zusammen. @ Benjamin Hittel: Sie schreiben „Auch ist es immer lustig, das die Vertreter von Positionen aus christlichen Traditionen sich als erste angegriffen und provoziert fühlen und mit richtig und falsch kommen. Wie steht es dann mit dem festen Glauben, wenn ein Windhauch ihn erschüttern kann. Der Buddhismus ist dem Christentum in einer Hinsicht WEIT überlegen. Er stellt eine Verbindung zum Göttlichen/Ganzen was auch immer über einen INNEREN Prozess her. Es gibt eine Verbindung von Innen und Außen. Eine Praxis und Rituale die das unterstützen. Jeder christliche Mystiker artikuliert das genauso. Nur das Dogma vergisst das. Die Bibel ist ein esoterisches Buch und Jesus Christus ein Symbol für innere Erkenntnis über das Herz. Nicht der Erlöser, erlöse Dich selbst.“ Nun, es begann ja damit, dass der Betreiber dieses Blogs sich angegriffen fühlte und meine Darstellung als falsch empfand =) Das finde ich nicht schlimm, und wieso sollte man nicht mal über unterschiedliche Ansichten diskutieren, aber es ist wirklich ein innerer Widerspruch, wenn jemand behauptet, es gebe kein richtig und falsch, diese Aussage aber gleichzeitig für unhinterfragbar richtig erklärt. Den inneren Prozess gibt es im Christentum übrigens genauso – das nennt sich aber Gebet und ist nicht ein Aufgehen in irgendeiner Einheit, sondern Kontakt, und ja, eine Art von Vereinigung (aber ohne Verschmelzung und Verlust der Identität) mit Gott. Gerade die Verbindung von innen und außen ist im Katholizismus ganz wichtig – und für alle christlichen Mystiker war das Dogma auch ein unerlässlicher Ausgangspunkt. Ich finde es immer seltsam, wenn Leute vergessen, dass sie ebenso an Dogmen (Wahrheiten, Lehren) glauben wie andere, und wenn ihr Dogma nur darin besteht, dass es keine Dogmen gäbe. Auch der Buddhismus hat seine Lehren – „Alles ist eins“ zum Beispiel. Darüber kann man sich ja austauschen, aber ich halte es für eine Art Unehrlichkeit, zu behaupten, man habe selbst keine Dogmen. Haben Sie die Bibel wirklich gelesen? Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, wie man dann auf eine solche Aussage kommen kann. Wenn Sie Jesus ablehnen, gut, aber das ist nun wirklich eine nicht haltbare Umdeutung. Gerade das Sich-Selber-Erlösen durch Erkenntnis widerspricht dem Geist der Bibel; es geht darin um die Liebe Gottes zu den Menschen und die Liebe zu Gott.

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  7. Fantastische Diskussion zu einem sehr guten Artikel. Again, Chapeau Mr. toe. Es ist echt witzig, wie schnell jegliches Ergebnis innerer Arbeit missverstanden wird, wenn es sprachlich ausgedrückt und verkopft wird. Alles ist Eins ist problematisch… na sicher, wenn man an Gott glaubt schon, denn wenn die Prämisse nicht akzeptiert wird, ist Gott nicht Gott. Nur ein Beispiel. Auch ist es immer lustig, das die Vertreter von Positionen aus christlichen Traditionen sich als erste angegriffen und provoziert fühlen und mit richtig und falsch kommen. Wie steht es dann mit dem festen Glauben, wenn ein Windhauch ihn erschüttern kann. Der Buddhismus ist dem Christentum in einer Hinsicht WEIT überlegen. Er stellt eine Verbindung zum Göttlichen/Ganzen was auch immer über einen INNEREN Prozess her. Es gibt eine Verbindung von Innen und Außen. Eine Praxis und Rituale die das unterstützen. Jeder christliche Mystiker artikuliert das genauso. Nur das Dogma vergisst das. Die Bibel ist ein esoterisches Buch und Jesus Christus ein Symbol für innere Erkenntnis über das Herz. Nicht der Erlöser, erlöse Dich selbst. Das wird völlig vergessen im Marketing der Kirchen. Frei zitiert sagt Jesus irgendwo „Ihr werdet alles können was ich kann und noch viel mehr.“. Und wir sollen seinem Licht „nachfolgen“ um ins Licht zu gelangen nicht auf die Erlösung warten. Am Ende Buddha, Jesus, Mohammed scheißegal. Erkenne Dich selbst, der Rest ergibt sich. So jetzt geht es mir besser.

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  8. Es ist nicht meine Absicht Ihr Weltbild zu ändern, sondern nur das Missverständnis zum Buddhismus aufzudecken. Ob Realität das ist, was Sie mit Ihren Sinnen und Ihrer eigenen Interpretation daraus machen, wäre im Buddhismus hinterfragt worden. Denn all zu oft verschleiern Gemütslagen oder Unwissenheit unseren Blick für die objektive Realität.
    Dass ein Buddhist die „Realität“ leugnet, stimme ich nicht zu. Sehr wohl gibt es Fluchtmechanismen, dass viele Buddhisten ein zeitweise isoliertes Leben – abseits vom Alltag – bevorzugen. Das muss aber das Individuum in dessen Entwicklung entscheiden. Und Mönchstum gibt es vermutlich in jeder Religion, zumindest im Christentum und Buddhismus.
    Oft braucht es Zeiten der Stille und Einsamkeit um Kraft für Begegnung und Aktion zu sammeln. In unserem Kulturkreis hatten wir früher den Winter dafür. Heute können die paar Wochen Urlaub im Jahr oft mehr Stress auslösen als beseitigen.

    Naja, und ist es denn notwendig alle kleinen Details der „Realität“ zu erforschen, wenn sie sich doch so schnell verändert? Ein weiser protestantischer Mentor meines Lebens brachte mir mir folgendes Zitat näher, mit dem ich das Kommentar schließen möchte:

    „Unrat vorbeischwimmen lassen“.

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  9. Danke für die genaueren Erläuterungen. Ich muss leider sagen, dass das aus meiner Sicht den Buddhismus nicht wirklich besser macht. Ihrer Aussage „Das Leben an sich ist wertfrei, erst in unserem Geist entsteht die Wertung gut oder schlecht, angenehm oder unangenehm“ kann ich eben gerade nicht zustimmen; ich glaube, dass es Dinge gibt, die wirklich schlecht sind (z. B. Einsamkeit, Lepra, Hungersnot) und Dinge, die wirklich gut sind (z. B. Leben mit geliebten Menschen, Stille, Musik, Schönheit). Gerade mit diesem „Alles ist eins“, „Alle Unterschiede sollen aufgelöst werden“ habe ich große Probleme. Sicher stimmt es, dass Menschen manchmal überdramatisieren und dass man selten etwas erleben wird, das man nur gut oder nur schlecht findet, aber das heißt nicht, dass es irgendein undefinierbares Mittelding, sondern dass es beides ist, und dass das Gute darin gestärkt und das Böse entfernt werden sollte. Der buddhistische Gleichmut kommt mir manchmal zu sehr wie eine Kapitulation vor der Schlechtigkeit der Welt vor. Zum Thema „wer schmückt seine Zimmer, Schulen und Kirchen mit einem Sterbendem“ usw.: Christen leugnen das Leid ja nicht. Es stimmt, das Thema wird heute oft nicht mehr so betont, obwohl es das sollte, aber für uns kommt aus Liebe getragenem Leid eine extrem große Bedeutung zu. (Lesen Sie nur mal Fulton Sheens „Life of Christ“!) Nur geht es eben gerade nicht darum, dass man erkennt, dass alles irgendwie nur Schein und Betrachtungssache und nicht wirkliches Leid sei. Kreuzigung ist wirklich, objektiv schlimm. Genau darum ist es ja eine besondere Tat der Liebe, sie auf sich zu nehmen. Und am Ende triumphiert nicht das Leid, sondern das Leben. Verstehen Sie, was ich meine: Es hilft doch nichts, zu behaupten, Leid sei nicht wirklich Leid. Ich hoffe, ich habe Ihre Sichtweise jetzt nicht missverstanden; aber es kommt mir wie eine Art Leugnung der Realität vor, weil man Zufriedenheit erreichen will. Na ja, wir werden uns da wahrscheinlich nicht mehr einig, aber jedenfalls trotzdem danke für den interessanten Austausch 🙂

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  10. Hallo,
    danke für Ihre Klarstellung. Trotzdem, obwohl sich „Leben ist Leiden“ in vielen buddh. Büchern finden lässt, gibt es dazu einen bestimmten Kontext. Ich bin zwar kein buddh. Religionslehrer, aber ich habe mich mit der buddh. Lehre intensiv und traditionsübergreifend beschäftigt.
    Das Leben an sich ist wertfrei, erst in unserem Geist entsteht die Wertung gut oder schlecht, angenehm oder unangenehm. In Österreich gibt es die landläufige Einsicht: „ollas Oasch“ was bedeutet, dass es einem vorkomme als sei alles Scheiße. Ich bin in einem zum Großteil katholisch geprägten Umfeld aufgewachsen, aber die Mentalität, aus der dieser Ausruf ensteht wird wohl auch in den protestantisch geprägten Regionen Österreichs mehr oder weniger ident sein, also durch und durch christlich geprägt.
    Worauf ich hinaus will, der menschliche Geist neigt dazu über zu dramatisieren. Wenn ein paar Dinge schlecht laufen, kommt einem das Leben wie die Hölle vor, und umgekehrt wie im Himmel, aber nur solange bis ein paar dunkle Wolken vorbeirauschen usw. Nur soviel zu Sprache und ihre mangelhafte Beschreibung des eigentlich Gemeinten.
    Ein buddh. Praktizierender wird sich daran üben, die Gewohnheiten seines Geistes zu erkennen und trainieren um ungünstige Gewohnheiten zu ändern und günstige zu festigen. Dabei ist es entscheidend zu sehen, dass auch angenehme Ereignisse das Risiko in sich tragen unangenehm zu werden, sobald das angenehme Element endet oder verschwindet.
    Ja, da sind wir beim Leidhaftem. Wenn man das Leben, also alles was einem so im Leben entgegen kommt in angenehm oder unangenehm einteilt, dann folgt daraus, dass das ganze Leben leidhaft ist.
    Das ist aber nicht DIE buddhistische Einsicht, sondern ein Zwischenschritt von vielen, wo man aber viele Menschen genau da abholen kann, wo sie gerade sind. Und die Erkenntnis, die sich daraus entwickelt, fühlt sich in keinster Weise negativ an, wenn man erkennt, dass das leidhafte ja nur so empfunden wird und genau so gur neutral oder angenehm sein könnte, je nach geistiger Gewohnheit eben. Aber das wird Sie vermutlich mehr verwirren als helfen, also breche ich mal ab.
    Man kann laut buddhistischer Lehre ein leidloses Leben erfahren, das nennt sich Buddhaschaft und ist seiner Formulierung nach das Ziel des Buddhismus, sobald man es erreicht hat, ist man formal gesehen kein Buddhist mehr (aber das ist jetzt Wortklauberei und Definitionssache und manche Schulen meinen, das könne man in einem Leben nicht erreichen, andere meinen, dass das am einfachsten im Sterbeprozess erreichbar ist, wenn man lange geübt hat, bla bla).
    Das sind alles eben viele kulturell geprägte Beschreibungen und Methoden die alle auf das selbe Ziel hin wollen.
    Unterm Strich ist ein praktizierender Buddhist, was nebenbei bemerkt auch die einzigen Buddhisten sind, keineswegs pessimistisch, weil Buddhismus eben auch KEIN Nihilismus ist, aber auch kein Eteranalismus, sondern genau zwischen diesen Polen. Das wirkt vielleicht so, wenn wir christlich geprägten Menschen oberflächlich von „leidhaftem Leben“ hören. Aber wer schmückt seine Zimmer, Schulen und Kirchen mit einem Sterbendem?
    Erst wenn man sein eigenes Leid erkannt hat, kann man seine eigene Freude uneingeschränkt genießen.
    Ich wünschte, ich hätte die Idee in meinem Kopf in weniger dafür für Sie klarere Worte formulieren können. Aber ich denke, es ist zumindest klar geworden, dass die Perspektive entscheidend ist und die Buddhisten haben grundsätzlich eine lebensbejahende Perspektive. Obwohl und gerade weil, sie sich mit Leiden und Sterben befassen. Auch wenn die – vermutlich christlichen – Religionslehrer, das so nicht betonen/wissen/rüber bringen wollen.
    Alles Gute, mfG toe

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  11. Ich sollte hier vielleicht etwas klarstellen: Ich hatte das so verstanden, wie Muriel das oben beschreibt, d. h. dass das Leben im Buddhismus als grundsätzlich leidbehaftet gesehen wird, und das Ziel die Erkenntnis ist, dass alles nun mal schlecht ist (wie Sie selbst oben ja eigentlich auch schreiben – oder habe ich da etwas falsch verstanden?) und dass die Erfüllung im Loslassen besteht, d. h. es ist eine Art negative Erfüllung, keine positive Erfüllung in der Hinsicht, dass das eigene Leben vom Leiden gereinigt wird und zur Erfüllung gelangt, sondern dass man Identität, Wünsche etc. eigentlich komplett ablegt, während im Katholizismus eben die eigene Identität und auch die Wünsche nicht automatisch schlecht sind, sondern alles in der zukünftigen Welt zur Erfüllung gelangt. „Todessehnsucht“ habe ich nirgends geschrieben, und „Tod“ meinte ich hier eher als Chiffre für „das Nichts“. Im Buddhismus ist ja eher die Erkenntnis nötig: Das, was ich als wichtig erlebe, ist alles in Wirklichkeit nichts. Das kann jemanden sehr wohl zu einem gewissen Seelenfrieden führen, aber ich halte es trotzdem für die falsche Herangehensweise. Weil ich denke, dass eben vieles nicht „nichts“ ist, sondern im Gegenteil, nur begrenzt. Es gibt vielleicht einige Konvergenzpunkte zwischen Buddhismus und Christentum, z. B. ist man sich einig, dass man in dieser Welt kein leidloses Leben erreichen kann. Aber es gibt auch große Unterschiede und da sehe ich die christliche Sicht als sinnvoller und logischer. Ich bin keine Buddhismus-Expertin, ich habe das geschrieben, was ich aus Schule etc. wusste, und wenn es andere Strömungen im Buddhismus gibt, dann schön und gut. Aber im Grundsatz verstehe ich Ihre Kritik nicht ganz. [Übrigens: Die hauptsächliche Kritik in meinem Artikel traf eher die Befürworter von Sterbehilfe und solchen Dingen, also es ging nicht ausschließlich um Buddhismus, sondern um verschiedene Strömungen. Der Buddhismus – in der Form, wie er mir bekannt ist – wurde am Anfang als ein Beispiel für eine Weltanschauung herangezogen, die eine sehr pessimistische Sicht auf das Leben hat.]

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  12. halllo, freut mich eine driekte antwort von dir bekomen zu haben. ja wie ich eingangs erwähnte ich habe das vorangegangene deines themas nicht gelesen, so bitte verzeih mir. leider sind diese texte noch nicht im netzt da sie auch noch nur in pali oder sanskrit sind und noch nicht übersetzt wurden und leider beherrsche ich diese beiden sprachen nicht.
    Was ich meinte bzgl. des frühen buddhismus, war, dass heutige menschen oft selber genau ´diesen weg gehen wollen, doch ist dieser dahingehend nicht wirklich praktikabel da eben sich diese zeit so trastisch verändert hat. wie ich ja schon einmal schlußfolgerte, ein mensch der nur nach seiner eigenen „erleuchtung strebt, nach seiner eigenen befiedung strebt ganz im sinne des frühen buddhismus kann heute durchaus auch als ein ausgesprochener egoist bezeichnet werden, denn er trägt so gesehen keinerlei verantwortung gegenüber der gesellschft in der er lebt. schließlich und endlich ist die Zeit, sofern wir dieses verb nehmen wollen, genauso wie das leben selber einem permanenten wandel unterzogen und wer an etwas festhält das der vergangenheit angehört der hat schon verloren.
    leider muß ich jetzt schluß machen habe zu tun aber es geht weiter!!!

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  13. Hey,
    pah, danke für dein Kommentar. Du schreibst über Wichtiges und Aktuelles, aber meiner Meinung nach nicht ganz zu meinem Thema.
    Ja es ist vorallem in unserem Kulturkreis ein riesen Thema Gleichmut nicht mit Gleichgültigkeit zu verwechseln. Ich stimme dir zu, dass Hauslosigkeit in heutiger Zeit nicht mehr die Bedeutung von damals hat, auch wenn die Wirkung hier und heute wohl stärker aber gesellschaftlich weniger toleriert wird. Außerdem ist der Winter bei uns nicht mit der Regenzeit gleichzusetzen und der Aufenthalt in Klöster kosten vermutlich nicht weniger als Hotels.
    Du merkst, viele Details aber nicht das Thema. Dein wesentlicher Punkt, Buddhisten müssen nicht alles hinnehmen und dürfen sich sehr wohl gegen Gefahren verteidigen. In unserer Zeit in diesem Pluralismus sollte Religion nur mehr etwas persönliches sein, getrennt von Herrschaft. Die Schriften von Jesus interessieren mich, findet man die im Internet, zufällig?
    MfG toe

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  14. Hallo toe! Ich gebe Dir in vielen Punkten absolut recht. Keine Frage. Doch meine Studien zum frühen Buddhismus erhärten auch meine Ansicht, und bitte verzeih, ich habe das Vorherige nicht gelesen, dass die viel propagierte Gleichmut im Buddhismus auch eine durchaus gefähliche Seite hat.
    Ich glaube, dass es heute weniger der Tod ist was den Menschen angst einjagt als vielmehr die sich entwickelnden und nicht vorhersehbaren Situationen gesellschaftspolitisch. Als Buddha Shakyamuni lebte waren völlig andere Zeiten und seine Lehre hatte zu dieser Zeit ihre absolute Richtigkeit, auch was die Haltung der Mönche ude der damit verbunden hauslosigkeit und dem Konzept der „vier edlen Wahrheiten betrifft. Grundsätzlich ist bis heute nichts gegen dieses Konzept einzuwenden, doch was mir unbehagen bereitet ist die Tatsache alles letztlich mit dem Gleichmut hinzunehmen auch wenn dies meinen tod durch ein fremdes Schwert bedeuten würde. Denn dann stellt sich mir die zwingende Frage, obwohl ich den Buddha in meinem Herzen sehe und mich in einem Buddhaland befinde und alle Lebewesen um mich als potentielle Buddhas betrachte, arum lasse ich es dann zu dass dieses land zu einem Land des horrors wird. ich glaube, dass Gelichmut eine sehr wichtige Eigenschaft ist welche wir entwickeln sollen und doch sollten wir auf der anderen Seite geschlossen gegen das Böse in unserer Welt auftreten.
    Was die Kirche verzapft ist oft ein Greul der nur dazu diente die Menschen klein zuhalten wie Sklaven und hat meines erachtens so gut wie gar nichts mit dem Urchristentum zutun Dies ist eher mit dem frühen Buddhismus als auch mit dem anfänglichen Mahayana zu vergleichen. Es gibt in der Stadt Lee in Nordindien ein Kloster welches Schriften beherbergt die von einem Buddha Issa berichten, Mein Prof. an der Uni hat sie selber schon eingesehen und die Wahrheit dessen bestätigt. Issa wiederum ist der altkoranische oder aber auch aramäische Name für Jesu. Dies ist eine höchst spannende Geschichte. Wie dem auch sei, die Kirche oder auch Klerus und das ist egl wo auf der Welt und von welcher Religion haben immer mit den weltlichen Fürsten gebackelt, da die diese ja widerum eine Legitimation für ihrr Herrschaft brauchten und diese fanden sie in der jeweiligen hauptreligion des jeweiligen Landes auch im Buddhismus. Und da wurde dann immer wieder mit der Angst gearbeitet, leider!!! doch es stimmt, die Irrationaliät gerade von Monotheistischen Glaubensformen ist törricht bis zum geht nicht mehr. Und ja, Buddha hat alle Götter abgelehnt.
    Im Lehrgespräch über die Kenner der drei Veden (pal. Tevijja-Sutta) folgert er folgender maßen: drei Junge Brahmanen geradten in Diskussion welcher Lehrer den bessere Weg lehrt, da sie aber auf keinen grünen Zweig kommen gehen sie zu Gotama den Erhabenen da er sich in deren Nähe befindet.
    Zunächst befragt Gotama die drei ob jemals einer ihrer Lehrer den gott Brahma gesehn hätte oder einer deren lehrer bis 7 generationen und weiter zuvor und sie verneinen dies. Dann frägt er was sie davon halten , wenn ein Mann eine ihm nicht bekannte frau begehrt von der er nicht einmal weiss welche haarfarbe sie hat, ob blond, braun schwarz, oder welche augenfarbe sie hat ob blau grün oder braun, oder welche hautfarbe sie hat ob weiss, gelbbraun oder braun oder nicht einmal daüber bescheid weiss welchem Stand sie angehört. Dann fragt er sie ob sie nicht der ansicht wären das dies törricht wäre und die drei jungen Brahmanen bejahen dies.
    Natürlich ist dieses Sutra viel ausführlicher, und, es ist in unserer Zeit ein absolutes Muss zum lesen wenn wir diesem Wahnsinn (wieder aufkeimender Götterglaube) der sich überall wieder breit macht paroli bieten wollen.

    LG, Erik

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  15. Hey,
    danke für deine Worte. Ich denke auch, dass sich vieles von dem was Jesus sagte oder meinte mit den buddh. Lehren in Einklang bringen lassen oder sind sogar ident. Vorallem wenn wir uns nochmal ins Bewusstsein rufen, dass unsere Sprachen nie ganz genau das Geistliche/Spirituelle treffen können.
    Daher gibt es aber eine Menge Interpretationsspielraum.
    Ich versuche meist Verallgemeinerungen zu vermeiden, indem ich nicht von einem allgemein gültgen Standpunkt aus schreibe, sondern mich immer auf meine Erfahrungen reduziere, oder auf explizite Gerüchte.
    Bei vielen Beiträgen von katholischen Autoren habe ich das Gegenteil wahr genommen. Leider, denn dadurch wird respektvoller Meinungsaustausch schwer.
    Ich bin jedenfalls unter den Buddhisten mit meiner Meinung, dass Jesus ein Buddha war, nicht allein. Von erleuchteten Päpsten habe ich allerdings noch nicht viel erfahren, eher das Gegenteil.
    MfG toe

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  16. Hallo toe,

    das ist tatsächlich nicht der Kern des Katholizismus (wenn es auch vielleicht für einige Katholiken so sein mag). Und der Mann aus Nazareth war – so sehe nicht nur ich das – wohl ein sehr lebensbejahender und lebensfroher Mensch.

    Die derzeit beste umfassende „Theorie von Allem“ bietet für mich die Integrale Theorie Ken Wilbers (in meinem Blog Seelengrund habe ich darüber ab und zu geschrieben – https://seelengrund.wordpress.com/?s=Wilber ). Aus dieser Position hat Wilber sinngemäß auch mal gesagt, man solle nicht danach suchen, welche Theorie oder welcher Glaube Recht habe, sondern in welchem Kontext die Gesamtheit dieser Ideen richtig sein könnte. Dieser Aussage schließe ich mich an.

    Auf einer solchen Ebene gehen „Gottglaube“ und „Buddhistischer Atheismus“ ganz gut zusammen. Natürlich ist man aus dem „klassischen“ Gottesbegriff dabei raus. Aber das waren die Mystiker ja ohnehin schon (fast) immer. Die Verbindung zwischen Buddhismus und Christentum fällt vielen Menschen auf, die sich von der „Buchstabenreligion“ gelöst und in die „Erfahrungsreligion“ hinein begeben haben. Die Unterschiede ergeben sich wohl meist mehr aus kulturell geprägten Begrifflichkeiten und Bildern, deren Relativität oft übersehen wird und so durch Verabsolutierung in dogmatische Angriffslustigkeit mancher religiöser Menschen mündet. Die „Todessehnsucht“ ist weder für den Buddhismus noch für das Christentum grundlegend, sondern bestenfalls für manche Menschen, die Buddhisten oder Christen (oder anderes) sind.

    Lieben Gruß!

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  17. Wegen der christlichen Konzepte, mit denen die meisten in unserem Kulturkreis aufgewachsen sind, neigen wir dazu die Konzepte aus anderen Religionen – wenn nur halbherzig betrachtet – mehr oder weniger falsch zu verstehen. Und dann ist jedes Urteil darüber falsch. Sowas ärgert mich dann irgendwie. https://youtu.be/btOMSMp-lrA
    MfG toe

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  18. Hey, nun, das könnte für einzelne Schulen des Buddhismus zutreffen, aber die Analogie des Auflösens der Existenz bedeutet eigentlich aus dem Daseinskreislauf – in dem wir aufgrund von Anhaftung, Gier und Verblendung gefangen sind – auszubrechen. Das muss nicht auf dieses eine Leben beschränkt sein, das kann auch auf mehrere Leben oder in jedem Moment angewendet werden. Und diese drei Level sind gleichrangig.
    Meine Erkenntnis aus dieser Lehre ist, dass man sich weder mit dem Materiellen mit dem man sich umgibt, noch mit der Stimme in seinem Kopf (Ego) zu sehr identifizieren braucht/soll. Dadurch bekommt man einen Freiraum in seiner Perspektive.
    Das Ziel der buddh. Lehre ist seinen Geist zu befreien und ihn nicht in leidvollen Gewohnheiten zu belassen.
    Das wird in der Beschreibung „Auflösung der Existenz im Nirvana“ nicht wirklich deutlich, vorallem wenn man sich Nirvana als einen Ort wie den Himmel oder das Paradies vorstellt, statt einem inneren Gemütszustand.
    MfG toe

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  19. Ich mag da zu … irgendwas sein (Wollte erst „großzügig“ schreiben, aber dann kamen mir Zweifel.), aber ich hab ihn gar nicht ganz so verstanden. Ich denke, man kann diese eine bestimmte These sogar einigermaßen okay lesen, wenn man ihn so versteht, dass aus buddhistischer Sicht das Ziel das Befreiung von Leid durch die Auflösung der eigenen Existenz im Nirwana ist. Und das wäre doch nicht völlig falsch, oder? (Ich kenn mich halt auch nicht so aus mit Buddhismus.)

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