Einsicht am WC

Keine Ahnung, ob das schon mal jemand so in Worte gefasst hat:

Auch Buddha wischte sich nach dem Scheißen den Arsch ab.

Eigentlich ist damit alles gesagt, aber nachdem Cao von dieser Einsicht nicht so berauscht wirkt, wie ich mich gerade fühle, denke ich, dass ein paar Worte mehr nicht schaden können.

Ich lese gerade eine deutsche Übersetzung des biographischen Romans Buddha von Deepak Chopra. Nun vielleicht ist bei der Übersetzung etwas schief gegangen, aber im wesentlichen gefällt mir das Buch nicht. Aber natürlich werden auch einige wichtige Aspekte wiederholt.

Ich möchte das Erwachen – oder in unserem Kulturkreis spricht man meist von Erleuchtung – nicht geringschätzen, sondern vielmehr die vorhandene Gemeinsamkeit betonen. Obwohl Siddharta Gautama zu seiner Zeit bestimmt andere sanitäre Gepflogenheiten hatte als wir hier heute, so hatte sein Körper nach seiner lebensverändernden Erfahrung noch immer diesselben körperlichen Prozesse durchzuführen, welche teilweise ein gewisses Maß an Hygiene bedarf.

Das große Erwachen verstehe ich als einen inneren Wandel. Und die Einsicht, dass ein innerer Wandel keine äußere Änderung bedingt, fühlt sich irgendwie  … erleichternd an … irgendwie so verbunden. 

Da fehlt mir jetzt das richtige Wort, also Ende.

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10 Kommentare zu “Einsicht am WC”

  1. Die Geschichte fasst es sehr gut zusammen. Eine kleine Anmerkung dazu. Nicht wir entscheiden, die Dinge leichter zu nehmen.
    Das wär dann mehr so die Richtung „Positives Denken“.
    Die Leichtigkeit und Freude kommt aus dem Erkennen der Wahrheit. Ganz von selbst.

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  2. Leider weiß ich nicht mehr, woher ich die Geschichte kenne, aber sie sagt – meiner Meinung nach – alles über Erleuchtung/Erwachen aus.

    Zitat:
    Ein Mann, der stets nach Weisheit und Erleuchtung suchte, erfuhr von einem Kloster hoch in den Bergen. In diesem Kloster, so hieß es, sei noch jedem, der dort hingelangt war, Erleuchtung zuteilgeworden. So packte der Suchende seine Habseligkeiten und machte sich auf den Weg.
    Tage und Wochen war er gewandert und geklettert, hatte Wind und Wetter getrotzt und nie war ihm auch nur eine einzige Menschenseele begegnet. Nach zwei langen Monaten allein auf dem steilen verwinkelten Pfad, kam ihm ein Pilger entgegen. Der Suchende wollte erst seinen Augen nicht trauen, doch da kam ihm tatsächlich ein Mann entgegen, der einen schweren Sack auf seinen Schultern trug.
    Der Suchende hielt den Mann an und begann, ihm Fragen zu stellen: »Sagt Fremder, kommt ihr aus dem Kloster in den Bergen?«
    Der Pilger mit dem Sack auf der Schulter verzog keine Miene und nickte nur.
    »Stimmt es, dass man in dem Kloster die Erleuchtung findet?«
    Abermals nickte der Mann und abermals blieb sein Gesicht entspannt, aber regungslos.
    »Habt ihr Erleuchtung gefunden, mein Herr?«, wollte der Suchende ungeduldig wissen.
    Und wieder nickte der Fremde nur.
    »Gestattet mir eine letzte Frage, Erleuchteter. Wie ist es, erleuchtet zu werden?«
    Da nahm der Pilger den Sack von seiner Schulter, stellte in vor sich auf den Boden, streckte und reckte sich und atmete erleichtert durch.
    Der Suchende grübelte kurz und dann sagte er glücklich, »ich verstehe! Und was kommt danach?«
    Da nahm der Pilger den Sack wieder auf die Schultern, richtete das Gewicht aus und ging seines Weges – mit einem Lächeln auf den Lippen.
    Zitat Ende.

    In diesem Leben gibt es keine Befreiung von den Dingen, die zu tun sind. Doch es gibt Befreiung von der Qual, die wir dabei empfinden mögen. Wir selbst können entscheiden, was wir tun und mit welcher Einstellung wir es tun. Wir können das Leben wie eine Bürde tragen und verzweifeln, oder wir können die Last auf unseren Schultern zurechtrücken und mit einem Lächeln in den nächsten Tag gehen.

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  3. Das hast Du aber schön gesagt. 🙂
    Es gibt da ja auch diesen Spruch:
    Vor der Erleuchtung – Holz hacken und Wasser tragen.
    Nach der Erleuchtung – Holz hacken und Wasser tragen.
    Ich seh schön viele interessante Gespräche für das Gemeinschaftsleben voraus.
    Was für mich in den letzten Monaten wichtig war, zu erkennen, dass das nicht nur für Auserwählte und besondere Menschen vorgesehen ist, sondern jedem offen steht. Auch Dir und mir. Hurra.

    Gefällt 1 Person

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