Kein Jungvater mehr

Jetzt ist es schon ca. ein Jahr her, dass ich im Beitrag Jungvater über meine Erfahrungen mit der Geburt des und dem Hörnchen selbst geschrieben habe. Mittlerweile ist das Hörnchen kein Baby mehr, es steht und geht sogar recht aufrecht und teilt uns zumeist recht deutlich mit, was es von uns will, oder was es im allgemeinen will. Es versteht uns sehr gut, wenn wir über Schuhe sprechen, werden diese ins Wohnzimmer getragen. Wenn wir von draußen oder raus gehen sprechen, setzt es sich vor die Eingangstüre und wartet angezogen zu werden. Wenn es was zu essen gibt, geht es zum Hochstuhl um dort das essen verteilen zu dürfen. Und bevor es ins Bett geht, bekommt der Papa einen dicken Schmatz.

Ja, so schön bleibt es in Erinnerung. Die seltenen Situationen wenn Hörnchens Nerven blank liegen, sind schnell vergessen sobald es wieder kichern kann. 

So schnell entwickelt sich das Mini-Menschlein und so deutlich bemerke ich, dass ich mich nicht mit entwickeln kann. In meiner Arbeit verändert sich gerade Einiges und obwohl ich noch immer nur auf 30h die Woche angemeldet bin – unglücklicherweise arbeite ich meist ein paar mehr – verpasse ich sehr viel. 

In der Art wie wir unser Hörnchen durchs Leben begleiten wollen – Attachment Parenting – übt man relativ wenig Druck auf die Kleinen aus. Man unterstützt sie in ihrer Neugier und bewahrt sie vor lebensgefährlichen Situationen. Auch schmerzhafte Erfahrungen sind da oft gute Erfahrungen. 

Aber, weil ich oft nicht zuhause bin, bekomme ich nicht gleich mit, wenn das Hörnchen schon etwas sehr gut kann und dann hindere ich in Situationen, weil ich denke zu helfen, obwohl es mittlerweile gerade die Übung ist etwas schon selber zu machen. 

Cao und ich reden über unseren Tag, wenn ich wieder zuhause bin. Aber jedes Detail wird da natürlich nicht zerkaut, würde ich mir auch gar nicht merken. Aber in letzter Zeit fällt es mir wieder verstärkt auf, dass ich die feinen Details von Hörnchens Entwicklung unter der Woche nicht mitbekomme. Und das gefällt mir nicht.

Ich meine, es muss jetzt nicht á la Captain Fantastic ablaufen, dass wir im Wald nichts Anderes machen als zusammen ums Überleben kämpfen und beim Lagerfeuer unsere Augen mit Büchern ruinieren. Aber in unserer Gesellschaft sollte es wesentlich mehr Möglichkeiten für Beziehung und Entfaltung geben, statt Geldnot und Arbeitsplatzmangel.

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2 Kommentare zu „Kein Jungvater mehr“

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