Blogparade: Eine Liebeserklärung an mich selbst

Inside-trip hat mit http://wp.me/p7nIpb-Yu wieder einen sehr schönen Beitrafg formuliert und ruft damit zu einer Blogparade auf. Cao und ich und einige andere wurden persönlich eingeladen folgende Fragen zu beantworten. 
In Tell me haben wir schon gesehen, wie unterschiedlich die Perspektiven von manchen Bloggern sind und dennoch nachvollziehbar zu denselben Konsequenzen oder Schlussfolgerungen führen. Sehr lesenswert zu vergleichen.

Und es geht los.

Was liebst du an dir?

Puh, was für eine Frage! Früher war immer klar, dass ich meine Augen als das beste an mir sah, weil die Iris – ohne Übertreibung – wunderschön ist. Aber sonst? 

Ein spiritueller Freund, Sungrab, lehrte uns, jemanden zu lieben bedeutet sich zu wünschen, dass dieser uneingeschränkt glücklich sei. Das kann man auch leicht für sich selbst empfinden aber nicht für Teile. Aber mit dieser Frage ist etwas anderes gemeint, nämlich was man besonders gern an sich hat. Pff, keine Ahnung, alles halt, nichts, die Augen.

Wie kultivierst du Selbstliebe im Alltag?

Was verstehe ich überhaupt unter Selbstliebe? Das muss mal geklärt werden. Der Subtitel unserer Seite heißt, ‚Von der Selbstfindung bis zur Egoauflösung‘. Sich selbst zu finden bedeutet meist sich selbst mal anzunehmen wie man ist. Also Illusionen über sich selbst fallen zu lassen und das was man hat einfach mal gelten zu lassen. Ist das nicht schon Selbstliebe? 

Im traditionellem Buddhismus übt man Selbstliebe – genau wie die altruistische Liebe – durch Metta-Meditation. Aber ich finde der erste echte Schritt passiert nicht erst in der formalen Übung, sondern wenn man erkennt, dass man so wie man gerade ist durch viele Einflüsse so geworden ist, durch alles was man so im Leben mit- und durchgemacht hat. Und so ist es jetzt und so geht es weiter und man sitzt durchaus am Entscheidungshebel.

Selbstliebe verstehe ich demnach die Selbstverantwortung anzunehmen und sich dadurch im allgemeinen mit sich im Reinen zu sein. Natürlich passiert immer wieder mal etwas das sowas wie schlechtes Gewissen auslöst. Selbstliebe zu kultivieren bedeutet für mich sich mit dem schlechtem Gewissen zu beschäftigen und zu reflektieren. Und wenn die Situation dann beleuchtet und ggf. Maßnahmen getätigt oder entschieden wurden, dann fühlt man sich wieder mit sich im Reinen. 

Also kurz gesagt kultiviere ich Selbstliebe durch innere Arbeit an mir selbst oder quasi kontinierliche spirituelle Entwicklung.

Wie stellst du es dir zukünftig vor?

Na das ist ein laufender Prozess bis ans Ziel. Ist man im buddh. Sinne erwacht, dann hat man sich soweit entwickelt, dass man nicht mehr an sich arbeiten braucht. Keine Situation wirft dich dann aus der Bahn da man sich intuitiv angemessen verhält, perfekter Einklang mit Allem.

Was machst du an Tagen, an denen so ziemlich alles einfach nur schwer fällt?

Das gehört halt einfach dazu. Annehmen, dass es jetzt mal so ist. Sich freuen versuchen, dass auch das vorbeigehen wird. Und vielleicht auch versuchen die Mitmenschen zu warnen. Das wird überraschend gut angenommen.

Was hast du dir heute Gutes gegönnt?

Einfach mal die Katze streicheln bis sie schläft.

Was war heute dein Kompliment an dich?

Hmm, ich empfinde das eher als Freude an einer gut durchstandenen Situation, also ohne verbaler Expression. 

Heute habe ich mich gefreut, dass ich konstruktive Kritik an einem Kollegen scheinbar angemessen vermitteln konnte. 

Zur Erklärung, eine meiner Aufgaben in der Firma ist es technische Angelegenheiten und Fehler mit weniger erfahrenen Kollegen aufzuarbeiten. Das passiert annähernd ausschließlich über Chat oder Telefonate, hauptsächlich in englischer Sprache und im konkreten Fall mit einem – auf mich arrogant wirkenden – tschechischen Kollegen. Und via Chat bekommt man relativ wenig emotionales Feedback mit. Aber es hat sich gelesen, als hätte er es konstruktiv verstanden und da habe ich mich gefreut.

Was konntest du bereits an dir annehmen?

Boah, wo soll ich anfangen? Die harten Nüsse waren:

  • in meiner Jugend, dass ich trotz meiner Nase gemocht werden kann;
  • dass ich Gefühle eher verbal äußere, anstatt sie zu zeigen;
  • dass ich mich nicht verhalte, wie ich es gelernt habe, dass sich ‚Männer‘ verhalten;
  • dass ich nicht an einen Gott im Sinne eines allmächtigen Schöpfergottes glaube;
  • dass ich das Leben an sich als wertvoller erachte als mein eigenes Leben;
  • dass andere Menschen ihre eigenen Erfahrungen haben und daher ihre eigene gültige Meinung haben;
  • uvm.

Deine Liebeserklärung an dich?

Du bist auf dem rechten Weg für dich.

Was auch immer du gerne teilen möchtest!

Auch du kannst deinem rechten Weg für dich folgen.

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3 Kommentare zu “Blogparade: Eine Liebeserklärung an mich selbst”

  1. Ich danke dir fürs mitmachen und für die aufschlussreichen und ehrlichen Antworten toe! Welche Freude 😀 Deine Definition von Selbstliebe… bin ich voll bei dir. Dieses „genug-sein“, einfach (in Frieden) zu sein ist wunderbar.

    Es ist so schön zu lesen und die Aufmerksamkeit mal auf diese Fragen zu richten statt sich selbst dauernd fertig zu machen und kein gutes Haar an sich zu lassen…

    WhoAmI… würde mich freuen wenn du auch mitmachst… jede(r) ist sehr herzlich eingeladen ❤ LG, Feraye

    Gefällt 2 Personen

  2. Ein sehr schöner und aufschlussreicher Beitrag, und wieder mal Sachen, die man sich auch selbst fragen kann.
    Was Du an Dir noch lieben können solltest/dürftest, wenn ich das mal aus meiner Sicht nachtragen darf: deinen Humor, deine Geduld, deine Konsequenz mit der du alles hinterfragst … und ich mag deine Nase auch ❤

    Gefällt 3 Personen

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