Gib mir ein Bussi, dann geb‘ ich dir das, sonst nicht.

Wir sind an einem Strandrestaurant bei einer ehemaligen Schottergrube, die jetzt als Badesee genutzt wird. Alles sehr modern und Lifestyle-lastig. Hier trifft sich alles was Rang und Namen in der Südsteiermark hat, zumindest deuten der Flair und die Jaguars und Porsches vor dem Eingang darauf hin.

Ein braun gebrannter Beachboy sitzt mit seiner strohblonden Tochter im angelandeten Baywatch Motorboot und ermahnt sie: „Gib mir ein Bussi, sonst bekommst‘ den Becher nicht!“ Als das kleine Mäderl nach dem begehrten Becher greift, zieht ihn der Vater weg und klärt die kleine über die Konsequenz auf: „Na dann nicht.“ Das Erpresserspiel wiederholt sich, bis der Sunny-Boy die Geduld verliert, dem hilflosen Mädchen einen Kuss aufdrückt und ihr den Becher in die Hand drückt.

Herzlichen Glückwunsch du Arsch. Du lehrst deiner Tochter, dass man – um etwas zu bekommen – einer Authoritätsperson seinen Körper überlassen muss. Wirklich gut durchdacht. 

7 Kommentare zu „Gib mir ein Bussi, dann geb‘ ich dir das, sonst nicht.“

  1. Wie ätzend… aber entweder weiss oder kann er es nicht besser, leider. Ich musste als Kind auch immer genutscht werden und konnte das sowas von nicht leiden! Dann habe ich meine Backe demonstrativ abgewischt und der Person dabei ins Gesicht geschaut um meinen Ekel klar zu machen (und hab dein eins auf den Hintern bekommen von Oma – das macht man nicht! – andere Story) 😉 Aber super schön dass es dir und immer mehr Menschen auffällt und es so viele gibt die dies verändern wollen… LG, Feraye

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  2. Puh furchtbar. Ähnlich wie küssen gegen den Willen und alles was sonst noch so weit verbreitet ist. Emotionale Erpressung z.b – auch ganz mies. Oh man -.- wann findet endlich ein Umdenken in der Masse statt ?

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  3. Hallo Toe,
    klar, ich bin ganz deiner Meinung. Mein Ansatz war auch auf die Verwandtschaft bezogen und nicht auf Fremde. Einem Fremden ungewollte Ratschläge zu erteilen, ist sicher nicht zielführend oder förderlich. Aber das Leid des Kindes tut mir im Herzen weh, deswegen finde ich es schön, dass ihr es auch anders (besser) macht und immer mehr junge Eltern ihr Verhalten überdenken und ändern – für die Kinder, für uns, für ALLE Lebewesen ❤

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  4. Finde ich auch, aber in der Situation kann ich mir nicht vorstellen, dass ich dem Vater das auf irgendeine Art vermitteln hätte können, die er hätte annehmen können. Mir tut die kleine echt Leid, aber ich bin der Meinung, dass man sich in anderer Verhalten erst einmischen darf, wenn es lebensbedrohlich wird. Von Zwangsbeglückung hat keiner etwas, aber langfristig wird sich das sicher nicht förderlich für das Kind entwickeln.
    MfG toe

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  5. Schrecklich, das ist Missbrauch. Leider passiert das viel zu oft. Erwachsene stellen ihre eigenen Bedürfnisse über die des Kindes und nötigen es über sich selbst drüber zu gehen. Wenn das unter Verwandten / Bekannten passiert, darf man so ein Verhalten auf alle Fälle stoppen, aufklären und das Kind in seinem Bedürfniss bestätigen. So sehe ich das zumindest. Herzensgrüße v. Nicole

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