Und wenn der Tod nicht das Ende wär?

Was wäre, wenn es wirklich wissenschaftlich bewiesen werden könnte, dass es irgendwie nach dem Tod weiterginge? Der Film „Discovery“ zeichnet eine Welt in der genau das möglich ist und sich daraufhin Millionen Menschen das Leben nehmen. Ich vermute in der Erwartung, dass das ‚Leben nach dem Tod‘ besser oder leichter sei, als das laufende Leben.

Eigentlich habe ich schon einige Absätze geschrieben gehabt, in denen ich zu meiner christlich unreligiösen Vergangenheit aushole und einen Bogen zu meiner jetzigen buddh. geprägten Meinung spanne. Aber das habe ich schon oft gemacht und das interessiert keinen mehr oder ist eh schon bekannt.

Also schieße ich einfach mal drauf los. Ich halte es für verschwenderisch, sein Leben zu beenden, nur weil man die Aussicht darauf hat, dass danach etwas Anderes kommt. Ein jedes Leben ist kostbar, so kostbar wie jedes andere Leben auch. Auch wenn man Probleme hat oder sich hilflos fühlt, kann man noch immer die Zügel in die Hand nehmen und das machen, was einem glücklich macht oder den vorhandenen Umständen das Bestmögliche abgewinnen. Und wenn man dann eines natürlich Todes stirbt, dann erfährt man ohnehin, was danach kommt. Das kann einem ja keiner wegnehmen. Warum sollte man also die Chance verwerfen und eine Abkürzung nehmen, sodass man alles Schöne und Aufregende und alles Andere im Leben verpasst? 

Für Katholiken ist klar, dass sie in die Hölle kommen, wenn sie durch einen Selbstmord sterben. Angst als Druckmittel ist in theistischen Religionen beliebt. In der buddh. Lehre hingegen gilt ein menschliches Leben als besondere Chance, da man als Mensch am leichtesten aus dem ewigen Daseinskreislauf erwachen kann, was man dann Nibana bzw. Nirvana nennt. Durch einen Selbstmord verpatzt man sich die Chance sein Karma aufzulösen und wird quasi mit dem aktuellen Karma wieder geboren. Somit bringt ein Selbstmord eigentlich nichts, da es in der nächsten Existenz wieder genauso weitergeht, wie es zuvor aufgehört hat. Vielleicht noch ein bisserl schlechter, weil man durch das egoistische Ableben wahrscheinlich noch Leiden für andere Menschen auslöst und dadurch wieder mehr Karma anhäuft. 

Also, wie dunkel auch immer die Welt erscheinen mag, nimm es leicht, genieße es oder versuche das Beste daraus zu machen. Was danach kommt kann warten und läuft dir sicher nicht davon.

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8 Kommentare zu „Und wenn der Tod nicht das Ende wär?“

  1. Ich sehe das ähnlich wie du, ich denke nicht das es sowas wie eine Checkliste gibt, mit Erfahrungen die man machen muss. Unser Schicksal Erfolgt durch die Entscheidungen die wir in unserem Leben treffen und kann somit immer geändert werden. Ich weiß auch nicht ob ich an ein Leben nach dem Tod glauben kann, klar wäre es schön zu wissen da kommt noch was aber selbst wenn es das täte und ich mich aber an mein vorheriges Leben nicht erinnern kann, was bringt es mir dann? So wie es mich jetzt gibt, mit meinen Gedanken und Gefühlen wird es mich nicht mehr geben. Ein Baba sagte mir mal, dass das Leben, das wir jetzt führen, unser Karma unseres vorherigen Lebens sei, quasi haben wir das bekommen was wir verdienen. Das sollte scheinbar die Armut von anderen erklären, jeder bekommt das was er verdient. Er meinte auch, sobald wir nun versuchen anderen aus ihrem Karma heraus zu helfen, würden wir ein Stück deren Karmas auf uns selbst übertragen. Was wohl so viel heißen soll wie, helfe anderen lieber nicht sonst versaust du dir dein Karma. In der Zeit in der ich in Indien gelebt habe, habe ich viele verschiedene Theorien über das Leben und das Leben danach gehört oder über die angebliche Bestimmung, ich selbst kann mich aber bis jetzt mit keiner so wirklich anfreunden. Ich glaube an das hier und jetzt und an das Prinzip, so wie du in den Wald hinein rufst so kommt es auch zurück und do good, be good ganz egal was passiert und was danach kommt wird sich noch rausstellen.
    Liebe grüße
    Saskia

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  2. Faszinierende Prämisse in dem Film. Meiner Meinung nach ist Reinkarnation wohl ein vierdimensionales Konzept. Besser wäre die Annahme von Gleichzeitigkeit, d. h. das Universum enthält bereits jede erdenkliche Möglichkeit. Ich stelle mir meinen Tod oft so vor. Ich sterbe, wache morgens im Bett auf, denke mir, was ein komischer Traum und gehe Kaffee trinken. Das wärs doch :-).

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  3. Ich denke, dass sich die Vorstellung, es gäbe eine Bestimmung oder ein Schicksal im Leben, etwas ist, das im Widerspruch zur Eigenverantwortung steht bzw. es eine gewisse Determiniertheit impliziert. Welche Macht würde denn sowas einhalten und die unzähligen aktuellen Leben in Einklang bringen, sodass jeder seines Bestimmung für dieses Leben nachgehen kann?
    ich war auch zeitweise dieser Meinung und habe lange darüber nachgedacht, wie die Entscheidung der Bestimmung der nächsten Existenz ablaufen könnte oder wer sie trifft. Aber mittlerweile halte ich es für technisch nicht machbar, sondern eher der Idee der Seele schmeichelnd, also Ego förderlich. Man lässt sich Missstände vielleicht leichter gefallen oder schreitet leichter zu einer Tat, wenn man überzeugt ist, genau das sei die Bestimmung. Dennoch kann man sich – in einem gewissen Maße – selbst entscheiden und ggf. steht man danach da und ist enttäuscht, dass das große Geschehnis doch nichts verändert hat und man am nächsten Tag noch immer mit beiden Beinen auf der Erde steht.
    Nein, für mich passt es nicht. Erwachen halte ich für möglich, für jedes Lebewesen. Aber nur in diesem Moment, das kann nicht vorbestimmt werden. Ja, man reift heran, aber es ist nicht eine Seele -welche sich vermeintlich an die früheren Leben „erinnern“ kann – sondern der Lebensfunke – der den Materialien unseres Körpers ein Eigenleben beschert – welcher alle Konditionen des trainierten Gehirns übersteigt und sich als Perspektive des Erwachens darstellt.
    So fühlt es sich für mich stimmig an, das Leben ergibt sich aus den Naturgesetzen des Universums mit den vorhandenen Bedingungen und die Lebensenergie manifestiert sich darin. Was wir daraus machen, ist unsere Sache aber es gibt kein großes Buch, dass mir meine Bestimmung vorschreibt oder eine Checkliste mit Erfahrungen, die abgehackt werden soll.
    Wie siehst du das?
    MfG toe

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  4. Ich bin da durch verschiedene Vorstellungen durch, bis ich das Halbwissen über Karma gelüftet und eine schlüssige und eigenverantwortliche Perspektive vorfand. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man in der Schulzeit profitieren könnte, wenn man schon vor der Pupertät, die Feinheiten solcher – ich nenne es jetzt einfach mal – Weltbilder kennen würde. Das könnte in schweren Zeiten sinnvolle Alternativen zum vererbten Weltbild leichter zugänglich gemacht.
    MfG toe

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  5. Genau das glaube ich auch. Und tatsächlich, ich gab das schon als Kind geglaubt, wo ich noch nichts vom Buddhismus wusste. Die Idee kam mir irgendwann und fühlte sich logisch an. Wobei sich glauben hier anfühlt wie wissen, man kann es nur nicht beweisen. 🙂

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  6. Von dieser Theorie habe ich auch gehört, es gibt viele die daran glauben, dass man jedes Leben lebt um etwas bestimmtes zu lernen und das man immer wieder geboren wird mit je einer anderen Aufgabe. Sollte man alle Wiedergeburten durchlebt haben, also alles gelernt und erfolgreich gemeistert hat, dann ist man enlightened und wird nicht mehr Wiedergeboren ♡

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