die Sache mit der Milch

Ich möchte mal kurz meinen Senf zu dem Thema #milchistgift loslassen.

Milch ist grundsätzlich etwas Gutes, ja sogar etwas Lebensrettendes. Wie wenig Neugeborene würden ohne der nährreichen Milch ihrer Mütter überleben? Nicht auszudenken! Milch ist ein Wundermittel, das einzige mir bekannte welches tatsächlich Wunder vollbringt.

Allerdings hat sich in unserer Kultur das Weltbild in eine Richtung entwickelt, in der Frauen und ihre Stärken so oft und konsequent wie möglich versucht werden zu diskreditieren. Auf jungen Müttern liegt ein gesellschaftlicher Druck, ihre Kinder nicht zu stillen oder sie möglichst schnell abzustillen. Stattdessen soll, ’selbstverständlich‘ Ersatzmilch gegeben werden.

What?

Glaubst du nicht? An all die Mütter, welche durch diesen Beitrag erreicht werden. Bitte denkt mal zurück und lasst mich wissen, ob ihr niemals diesen Druck verspürt habt?

Unser Kind ist jetzt 2 Jahre alt, verwendet keinen Schnuller, trinkt am liebsten Muttermilch oder Leitungswasser. Und ich spüre diesen Druck. Und schön, dass es ein paar Stimmen gibt, die uns darin bestärken, unserem Kind die Entscheidung zu belassen, ob und was es trinken mag.

Und eigentlich sollte es auch selbstverständlich für jedes Kalb und jede Ziege sein, ebenso frei zu entscheiden ob es an der mütterlichen Brust – Euter genannt – Milch holt. Ich halte es für nicht in Ordnung, dass Menschen diese Tiere an ihrem natürlich Verhalten hindern. Ich halte es für nicht in Ordnung, dass die geraubte Milch von Tieren behandelt, verpackt und verkauft wird und mit einem geringeren Steuersatz besteuert wird als pflanzliche Milchalternativen.

Mir ist klar, dass es Sinn macht Grundnahrungsmittel geringer zu besteuern als andere. Aber ich sehe keinen Sinn, warum ich als vegan lebender Mensch in Österreich den doppelten Steuerbetrag für eine ethischere und umweltverträglichere Produktalternative zahlen muss, als die ignoranten Menschen, welche unter Wert verkaufte Tiermilch konsumieren.

Und es macht wirklich keinen Sinn, dass ich meine Reismilch nicht mehr „Milch“ nennen darf. Milch ist meiner Meinung nach eine weißliche Flüssigkeit. Pflanzenmilch ist das auch. Kokosmilch ist das auch, aber das darf weiter so benannt werden? Und die gibt es so auch nicht in der freien Natur. Eine Kokosnuss besteht aus Schale, Fruchtfleisch und Wasser, püriert man das Fruchtfleisch und mischt es mit Wasser bekommt man Kokosmilch. Für Reismilch muss man das Zeug auch noch aufkochen und abseihen.

Wem ist es wohl ein Dorn im Auge, dass man auf das Alternativprodukt den zu ersetzenden Namen schreibt? Dem Konsumenten ist es wohl herzlich egal. Niemand der Kuhmilch kaufen möchte wird unabsichtlich auf eine viel teurere Reismilch zugreifen.

Und dass die pflanzlichen Milchsorten teurer als Kuhmilch sind, liegt bekanntermaßen daran, dass staatliche Subventionen den Preis für Tiermilch niedrig halten um die lokalen Großbauern zu fördern. Egal was die gesundheitlichen oder Umweltschäden sind.

2 Kommentare zu „die Sache mit der Milch“

  1. Nach den Geburten habe ich persönlich eher Ermutigung zum Stillen bzw. gar Druck auf jene Frauen, die aus verschiedenen Gründen nicht stillen konnten, erlebt. Das war vor einigen Jahrzehnten in Ost wie auch bestimmt in West noch anders, als den Säuglingen im Krankenhaus ganz selbstverständlich von der Krankenschwester noch zusätzliche Milch eingeflößt wurde.
    Scheel angesehen wird aber natürlich noch immer, wer zu lange stillt. Frauen, die ihre Kinder bis ins Kleinkindalter hinein stillen, werden im allgemeinen nicht gerade mit Wohlgefallen betrachtet, viel eher als „psychisch gestört und das über das Kind kompensierend“ und überhaupt eher ab- bzw. andersartig betrachtet. Ich habe meine Kinder übrigens bis ins Alter von ca. 25 Monaten bzw. 18 Monaten gestillt, bis zu dem Punkt an dem ich gespürt habe, dass es richtig sei aufzuhören. Dieser ganze ideologische Druck und die Stühle, zwischen denen Frauen stehen – stillst du nicht, bist Du „böse“, stillst Du zu lange, bist Du „böse“, bist Du eine klammernde Glucke oder eine Rabenmutter – puh!

    Ansonsten hatte ich Gelegenheit, früher in Gegenden reisen zu können und bei Menschen zu wohnen, wo es zu trocken war für ausreichenden Gemüseanbau und der Zukauf von Gemüse zu teuer, die Leute aber Kühe hatten, die sie täglich weit in die Steppe trieben, damit sie grasen konnten und die sie morgens und abends molken. Dort war Milch tatsächlich ein wichtiges Gundnahrungsmittel, ohne das diese Menschen nicht hätten satt werden können.

    Hier in Westeuropa ist die Situation aber eine komplett andere. Hierzulande verzichte ich selbstredend auf den Konsum von Fleisch sowieso und auch auf den von Milchprodukten, denn uns stehen so viele gute Möglichkeiten offen, uns gut und gesund und satt und ohne allzu schlimme globale Umweltschäden zu verursachen zu ernähren. Es ist mir schleierhaft, dass so vielen Menschen immer noch weisgemacht werden kann, dass Milch von Kühen, die in elender Massenhaltung gehalten und die mit von weit her transportiertem Kraftfutter gemästet, mit Antibiotika behandelt und denen die Kälber nach der Geburt entzogen werden, „gesund“ und überhaupt für eine vollwertige Ernährung sinnvoll sein kann …

    Habe ich heute einen Hang zu arg schlimmen Neben- und Schachtelsätzen? Egal, ich schreibe das nicht noch einmal um.
    Seid gegrüßt
    Agnes

    Gefällt 3 Personen

Wie ist deine Meinung dazu?

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.