Platzhirsch-Syndrom

Als Touristen an vielerlei Orten innerhalb von kurzer Zeit – wir sind seit ein paar Tagen schon durch das südliche Deutschland unterwegs – hat sich mir eine Erfahrung von früher wieder aufgedrängt.

Es gibt ja oft Orte die wahre Publikumsmagnete sind: schöne Seen oder besondere Hauptplätze, was auch immer. Und manchmal ist dort Raum für genau ein Lokal, wo quasi alle Besucher hin müssen, die etwas zu Essen möchten. Diesen Gastronomischen Betrieb bezeichne ich jetzt als Platzhirsch und die bestechen meiner Erfahrung nach oft durch besondere Mängel obwohl sie nicht besser besucht sein könnten, was einen hohen Profit impliziert. Und weil ich genau das an mehreren Orten, in verschiedenen Situationen schon erlebt habe, halte ich es für ein Syndrom.

Beispiele der Mängel:

Oft werden die billigsten Kellner eingestellt, meist aus dem Ausland. Ich habe da grundsätzlich nichts dagegen, aber die sollten dann schon besser Deutsch sprechen als es ein FlüchtlingsDeutschKurs vermittelt.

In österreichischen Tourismusgebieten sieht man oft deutsche Kellner, die halt leider nicht mal die österreichischen Bezeichnungen für ihre Produkte kennen. Irgendwo in DE eine ‚Apfelschorle‘ zu bestellen ist ok, aber in Kärnten, Salzburg oder Tirol sicher nicht!

Oder oft sind es Kellner, die Deutsch nicht als Muttersprache haben und auch fast kein anderes Wort verstehen als die, welche in der Speisekarte stehen. Als Veganer hat man es dann leider besonders schwer, wenn man versucht Konsumbedürfnisse mitzuteilen. Zuletzt hat mir eine tschechische Kellnerin beim Italiener in Deutschland gesagt, sie sei sich nicht sicher aber wahrscheinlich sei Ei in den Teigwaren … ja geh doch in die Küche und frag halt, verdammt.

Oder andere übliche Frechheiten: „Nein, wir dürfen aus hygienischen Gründen kein Leitungswasser hergeben, aber sie können stilles Leitungswasser kaufen.“ Na ¡Superleiwond! her mit dem überteuerten H2O.

Und das es meist nur das trivialste Essen ohne Kreativität, Geschmack oder Nährwert gibt ist wohl auch kein Zufall.

Aufgrund der Mängel solcher Lokale würden die keinen Tag mit Konkurrenz bestehen. Glück gehabt.

8 Kommentare zu „Platzhirsch-Syndrom“

  1. Hm, hatte die Tage mal geantwortet, aber weiß jetzt nicht was mit meinem Kommentar geschehen ist, dass er nicht freigeschaltet wurde/ist? Ist er vll im Spam oder Papierkorb gelandet?

    Lg

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  2. Der Umstand mit der von dir genannten Freundin deren Kind Allergien hat ist ein anderer als deine freie Entscheidung dich vegan zu ernähren. Die zugrunde liegenden Umstände sind also 2 vollkommen verschiedene.
    Toe meinte er störe sich nicht an den mangelnden Deutschkenntnissen. Jetzt bestätigst du jedoch meine genannte Annahme, dass es tatsächlich um die Sprachkenntnisse geht.
    Wie die Umstände vor Ort waren oder sind, kann man so als Leser nicht heraus lesen. Wenn es die Option gibt woanders hinzugehen, wenn man unzufrieden ist, so wäre das die logische Konsequenz. Ist dem nicht so, muss man sich mit dem was gegeben ist irgendwie arrangieren.

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  3. Und was soll meine Freundin machen, deren Kind diverse Allergien hat und daher vieles nicht essen kann? Die haben sich das bestimmt nicht ausgesucht. Wenn man dann in einem Lokal ist, weil es sonst weit und breit nichts anderes gibt, und mehrere Kellner einen nicht verstehen, ist das einfach keine angenehme Situation.
    Und ja, man kann theoretisch wo anders hin gehen. Vl sogar in ein nicht deutschsprachiges Land, wo man sich dann auf halb Englisch, halb „Inländisch“ versucht zu verständigen. In einem deutschsprachigen Land aber wäre es schön, wenn man auf eine deutsche Frage auch eine deutsche Antwort bekommt.

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  4. Also stört es dich dass kein Personal eingestellt wird, das über bessere Deutschkenntnisse verfügt. Folglich stören dich die mangelnden Deutschkenntnisse der Kellner.

    Das ist vll nicht die erste Intention, doch geht mit der Entscheidung vegan zu leben einher, dass es an manchen Stellen wie hier dem auswärts Essen gehen schwieriger ist.

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  5. Hey,
    nein, man kann eben nicht einfach so woanders hingehen, weil es in einigen Kilometern Entfernung kein anderes Lokal gibt. Und es stört mich nicht, dass Kellner nicht gut Deutsch sprechen, sondern dass die Eigentümer solcher Monopole trotz guten Umsatz an solchen Stellen sparen.
    Und nein, als Veganer habe ich es mir nicht ausgesucht an vielerlei Ecken anzustoßen, das ist keineswegs die Intention für diese Entscheidung gewesen. Ich finde schon, dass Anbieter von Essen auch über ihr Essen Auskunft geben können sollten.
    MfG toe

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  6. Hm, auch ausländische Kellner müssen ja Geld verdienen. Sich Sprachkenntnisse anzueignen unterliegt ja auch verschiedenen Aspekten. Wie lange ist die Person schon in Deutschland? Wie sehr ist es um die Selbststeuerung bestellt, also den Eigenantrieb sich die Deutsche Sprache aneignen zu wollen. Hat die Person vielleicht Probleme beim Lernen? Manchen fällt es schwerer sich eine Sprache anzueignen als anderen usw.
    Und wenn mich mangelnde Deutschkenntnisse in deutschen Restaurants stören, dann habe ich ja auch die Option woanders hinzugehen statt mich aufzuregen, oder?

    Als Veganer hat man es sowieso schwerer. Das hat man sich in Zusammenhang mit dieser Lebenseinstellung eben selbst ausgesucht. So haben auch manchmal deutsche Kellner keine Ahnung über die Zusammensetzung der angebotenen Speisen.

    Wenn mich etwas stört, dann habe ich jederzeit die Option einen anderen Weg zu gehen. In ein anderes Restaurant in diesem Fall, als Beispiel.

    Lg

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