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I am just me - but who's that?

Ferien’17

Nach 10 Monaten harter Arbeit freue ich mich nun auf die Ferien. Gewiß, andere genießen 5 Wochen Urlaub, ich hab nur 2 Monate. Aber diese kurze lebenswerte Sommerzeit will genutzt werden – Carpe Diem, carpe vacatio!

Also beginnen meine Reisevorbereitungen wieder mal mit der Restaurantrecherche. Als Gebirgsdorfbewohner staune ich in jeder größeren Stadt über die kulinarische Auswahl und das schier endlose gastronomische Angebot. Das Problem besteht hier weniger im fehlenden Angebot, sondern ist ganz anderer Natur: die Größe der Stadt! Nur weil sich zwei Restaurants in Paris befinden, bedeutet das nicht, dass sie auch nur im Entferntesten nahe beisammen liegen müssen – nach einem Tag Paris-Sightseeing habe ich eine Strecke von 35km zurückgelegt. Glücklicherweise konnte ich die meisten davon am Einrad zurücklegen; so wurde der Weg zwar nicht kürzer, aber lustiger.
Auch Bilbao ist schön. Schön von der Art, wie Bad Gastein es ist. Beeindruckende Vertikalausdehnung, kompaktes Zentrum. Ein Restaurant bietet einen makrobiotischen Apfelstrudel an (must try). Guggenheim Museum. Baskenland. Und eine Liftruine…

Leichter fällt die Nahrungsaufnahme für vegane Gourmets natürlich in Barcelona. Für jeden, der sich an die eingeschränkten Öffnungszeiten des Petit Brot gewöhnt hat, bietet dieses Restaurant vitale Säfte und ausgezeichnete Menüs in allerhöchster Rohkostqualität …
In der Baskenmetropole können neben Rohköstlichkeiten auch vegane Pizzen gegessen werden, das Veggie Garden und natürlich die vielen Märkte und sogar Geschäfte besucht werden, die ausschließlich Obst anbieten (raw fast food) – (für carnophile Leser: das löst in mir ähnliche Glücksgefühle aus wie wenn ihr in einer Metzgerei steht. Also viel Auswahl dessen was man gerne mag, und nix das vom Wesentlichen ablenkt).

Doch das eigentliche Ziel meiner Reise liegt in Portugal. Inmitten des Alentejo, einer zur Wüste werdenden Landschaft, liegt eine Oase des Friedens – Tamera, Healing Biotope I – Friedensforschungszentrum.
Dank der nach Anleitung Sepp Holzers angelegten Wasserretentionslandschaften geht kein Tropfen des im Winter fallenden Regenwassers verloren und wird ganzjährig im Kreislauf gehalten. So gedeihen Obstbäume neben den vor einigen Jahren angelegten Seen, es wächst Gemüse und die Insekten, Vögel, Menschen und andere Tiere erfreuen sich reicher Futterquellen.
Tamera bietet neben diesem freien Nahrungsangebot auch vegane Vollverpflegung und führt eine Bar, die neben veganer Schokolade auch Bier für € 1,- anbietet! Weiters werden Besucher ersucht, tierleidfreie Seifen und Zahnpasten mitzubringen sowie darauf zu achten, dass dies alles biologisch abbaubar ist.
Doch leider ist der Aufenthalt an die Teilnahme an einen der Kurse oder der dreimonatigen season group gebunden. Jeder weitere Tag wird nur in Ausnahmefällen geduldet, man will ernsthaft Suchende Gäste, keine Touristen.

Für eine Auszeit vom babylonischen Alltagswahnsinn kann Tamera also nicht empfohlen werden. So erinnerte ich mich an Hesse, welcher sagt, es
„Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.“und da stets gilt,
‘Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen’, packe ich meinen Rucksack und setze meine Reise fort (klingt eigenartig, die Reise fortsetzen, als ob Die Reise jemals unterbrochen werden würde)

… und so zog ich weiter, zum Wandern, gen Italien.
Ich suchte die Ruhe, die Abgeschiedenheit. Nach einem Jahr im öffentlichen Schuldienst brauche ich mal Zeit in einer heilsamen Umgebung. Tamera war der perfekte Ort, in eine friedliche, inspirierende Gemeinschaft lieber Menschen einzutauchen. Doch war ich nur Gast, nicht Teil der Gemeinschaft. Also alles mal durchdenken, durchfühlen, wirken lassen. Der Sommer wird mich noch eine Weile begleiten und ich stehe jetzt mal alleine nahe dem Naturpark der Friauler Dolomiten im Wald und denke, dass es noch nicht nötig wäre, die Schuhe zu binden oder Socken zu tragen.
Ein paar Kilometer weiter erinnert mich eine große Blase an der Ferse, dass es schon nötig gewesen wäre und alleine bin ich auch nicht mehr.
Ich befinde mich im Rainbowland, einem gras- und buschbewachsenen Hochtal auf 1.200m, in welchem Menschen campen, singen, tanzen, Workshops halten, lieben, kochen, essen,… Keine elektrischen Geräte sind zu finden, kein Alkohol, keine Dixi-Klos und kein Geld (außer im Magic Hat um Reis, Kichererbsen, Kartoffel und Gemüse für Alle zu bezahlen); dafür ungefähr zweitausend Hippies jeden Alters und ca. ebensoviele Gitarren, ein Chello, Chai Tents, ein komplettes Kids Village mit eigener Kids Kitchen und als der Mond zunimmt, kommen immer mehr Menschen hinzu sodass am 6. August, einem Tag vor Vollmond, der Food Circle schon aus drei Reihen besteht als plötzlich der Regen sich mit Sturm und Hagel gepaart von seiner offensiven Seite zeigt.

Ein Fest der offenen Herzen

Brothers and Sisters (so die aus dem angloamerikanischen stammende Anrede unter Mitgliedern der Rainbow Family) begegnen sich in Offenheit. Niemand läuft mit Schutzschilden durch die Gegend. Abwehrhaltung ist nicht nötig, da niemand Hass, Neid, Gier, Ärger oder Frust mit sich herumträgt und aggressives Verhalten vermieden wird. So begegnen sich häufig brothers and sisters, die sich vorher noch nie gesehen haben, mit der Offenheit guter Freunde. Diese Offenheit bemerke ich am häufigsten in Gesprächen. Gespräche, die dadurch nach wenigen Sätzen eine Tiefe erreichen, die in der ‘outside world’ sehr selten vorkommt, welche aber auch größtes Vertrauen erfordert; auch viel Selbstvertrauen. Meist sind diese Gespräche sehr wertvoll.
Offenheit wird auch im Umgang mit Kleidungskonventionen demonstriert. Wer die Notwendigkeit verpürt, bekleidet oder bemalt herumzulaufen, kann dies tun, in welch Form auch immer es gewünscht ist. Es ist gar nicht mal so leicht: pure Selbstdarstellung – keine zur Schau Stellung des Egos.
Eine besonders schöne Seite zeigte sich in der emotionalen Offenheit im Umgang miteinander.

Ich traf kaum jemanden, der etwas widerwillig oder lustlos tat; schließlich gibt es hier einen freien Willen und niemand wird zu etwas gezwungen…
Dazu ist es aber auch wichtig, dass Sätze wie ‚Du das stört mich jetzt, wenn du das hier machst‘, hier findet gerade ein heiliges Ritual statt, bitte nicht durchgehen‘ ‚nein, ich mag nicht beim Servieren helfen‘ ganz offen kommuniziert werden dürfen.

Eigenverantwortung und gelebtes Mitgefühl
Wer sich in die Berge begibt, in die freie Natur; der setzt sich einem Risiko aus. Jeder sollte Risken kompetent abschätzen können und entsprechend Handeln. Hier gibt es keinen ‚Veranstalter‘, der etwaige Haftung übernehmen würde, nur gegenseitige Hilfe und Unterstützung. So gewährte ich im Hagel einer sister Unterschlupf unter meinem Regenponcho und konnte der an Wärme gewöhnten Inderin eine Intensivierung der Kälteerfahrung ersparen; später wurde ich in ein Zelt eingeladen und konnte so eine weitere Regenphase trocken überstehen.

Nachdem ich dies alles, und viele nackte Menschen(!) gesehen hatte, reiste ich natürlich unverzüglich ab und wendete mich wieder meinem bürgerlichen Leben in Babylon zu.

wanderlust

Nach 10 Monaten harter Arbeit freue ich mich nun auf die Ferien. Gewiß, andere genießen 5 Wochen Urlaub, ich hab nur 2 Monate. Aber diese kurze lebenswerte Sommerzeit will genutzt werden – Carpe Diem, carpe vacatio!

Also beginnen meine Reisevorbereitungen wieder mal mit der Restaurantrecherche. Als Gebirgsdorfbewohner staune ich in jeder größeren Stadt über die kulinarische Auswahl und das schier endlose gastronomische Angebot. Das Problem besteht hier weniger im fehlenden Angebot, sondern ist ganz anderer Natur: die Größe der Stadt! Nur weil sich zwei Restaurants in Paris befinden, bedeutet das nicht, dass sie auch nur im Entferntesten nahe beisammen liegen müssen – nach einem Tag Paris-Sightseeing habe ich eine Strecke von 35km zurückgelegt. Glücklicherweise konnte ich die meisten davon am Einrad zurücklegen; so wurde der Weg zwar nicht kürzer, aber lustiger.
Auch Bilbao ist schön. Schön von der Art, wie Bad Gastein es ist. Beeindruckende Vertikalausdehnung, kompaktes Zentrum. Ein

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Warum es Frauen & Männer gibt…

…hat letztens ein Kind gefragt.

Wie es ein Religionslehrer erklären würde:

Einst gab es nur Eins. Und das Eine war groß!
Aber um groß zu sein, müsste irgendetwas anderes da sein, das kleiner ist.
Doch es war nichts da. Das Eine war doch ganz alleine.
Und so musste es, um groß zu sein, gleichzeitig auch klein sein.
Das Eine war auch hell!
Doch wie könnten wir das Licht erkennen, wenn die Dunkelheit nicht wäre?
Also war das Eine hell, doch gleichzeitig auch dunkel.
Das Eine hatte alle männlichen Eigenschaften in sich vereint.
Das Eine hatte alle weiblichen Eigenschaften in sich vereint.
Das Eine war hell & dunkel, groß & klein, männlich & weiblich,
gleichzeitig gut & böse, stark & schwach, schön & häßlich, …
bis es das Eine zerrissen hat – und seitdem gibt es große & kleine Leute, helle & dunkle, gute & böse; Frauen und Männer.
Und weil wir nicht so zerrissen sein wollen, streben wir wieder danach, den Einheitszustand zu erreichen. Manchmal gelingt uns das nicht so gut und wir müssen wieder was zerreissen. Wir versuchen dann, es besser zu machen als vorher… wenige sind perfekt, wir üben ja noch.

Jesus

„Herr, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“ sprach Jesus. Er sagte nicht: „Vater verbib mir denn ich wusste nicht was ich tat“.

Jesus ist also jemand, der radikal, kompromisslos und konsequent (siehe Bergpredigt) die Liebe prädigt und dabei genau weiß, was er aus welchem Grund, wann und wie sagt und tut.

Mit Jesus als Vorbild zu leben bedeutet primär, genau zu wissen, was man wann und warum denkt, sagt und tut.  (Um dann vor Petrus reüssieren zu können 😉)
Es bedeutet aber auch, radikal, kompromisslos und konsequent für die Liebe zu leben.

Veganer einsperren!

Putin hält bekanntlich nicht viel von Meinungsfreiheit, Erdoğan läßt seine Kritiker nicht nur im In- sondern will sie auch im Ausland einsperren lassen, die Saudische Königsfamilie läßt zu Tode foltern. Dagegen wirkt Italien nahezu harmlos. Beinahe niedlich, wie die dortigen Rechtspopulisten versuchen, ihre Möglicheiten auszuloten; ihre Forderung lautet: Veganer einsperren! Zu begründen versucht wird dies mit möglichen gesundheitlichen Risiken für Säuglinge in Einezlfällen. Die Argumentation basiert also nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern eben auf zwei Einzelfällen, in denen die Todesursache in Zusammenhang mit veganer Ernährung gebracht wird. Ich kenne die Fälle nicht und kann sie deshalb nicht bewerten, gewiss jedoch weiß ich, dass diese Anlassgesetzgebung nicht dem Wohl der ‚Bambinis‘ gilt – sonst müßten rauchende, trinkende oder industrielle Fertignahrung aus Fett und Zucker essende Eltern ebenfalls eingesperrt werden.
Stellt sich also die Frage, warum ausgerechnet Veganer?
Vermutlich konnotiert ein rechtspopulistischer, norditalienischer Parteistratege der Forza Italia ‚Veganer‘ mit sowas wie ‚Konsumkritiker‘, ‚kritisch Denkende‘, ‚Öko‘, ‚jemand, der alternative Wege geht, abseits von rechter Ideologie‘, ‚jemand, der die Zukunft von ganz anderen Problemen bedroht sieht, als der klassische Rechtspopulist‘, … alles, nur nicht einen Wähler seiner Partei. Und entsprechend der logischen Konsequenz rechten Denkens muss jeder, der der eigeen Idee gefährlich werden könnte, eliminiert, mundtot gemacht, hier: eingesperrt werden.

Welcher Gesetzestext wird wohl vorgeschlagen werden? „… Eltern mit bis zu 2 Jahren Haft zu bedrohen, falls ihr Kind mangelernährt ist, jedoch nur, wenn dies auf einen veganen Lebensstil zurückzuführen ist.“ oder „… 2 Jahre Haft. Dies gilt nur für Kausalzusammenhänge mit veganer Ernährung, nicht für exzessiven Fettkonsum, fumare oder vino.“ denkbar wäre auch „gleichgültig wie stark die Mangelernährung des Kindes ausgeprägt ist, wenn die Eltern Veganer sind, oder Kommunisten, sind sie mit einer bis zu 2-jährigen Gefängnisstrafe, falls sie nach dem Gefängnisessen immer noch Veganer sind, lebenslän…“
Interessant stelle ich mir da die Parlamentsdiskussion vor.
Die Position der Parmaschinkenlobby wird wenig überraschend ausfallen. Aber wie verhalten sich die ‚Respekt vor der Schöpfung Gottes‘-affinen Abgeordneten? Gibt’s eine Spaßpartei oder einen betrunkenen Abgeordneten, der beispielsweise für stillende Mütter den Mindestkonsum einer halben Sau pro Monat fordert?
Der dem italienischen mächtige kann in den Genuss kommen, live zu erfahren wie sich die Forza Italia die Nachweisbarkeit des elterlichen Veganismus durch die Staatsanwalt vorstellt – wie kann bewiesen werden, dass jemand kein Fleisch gegessen hat? Wer in den vergangenen 12 Monaten eine Fliege verschluckt hat ist doch kein richtiger Veganer, oder? Oder ist jemand, der mehrmals pro Woche Tofu ißt nicht auch schon verdächtig, ein Veganer zu sein? Macht eine Mitgliedschaft im örtlichen Schützenverein oder ein ‚Forza Italia‘-Parteibuch immun gegen den Verdacht, Veganer zu sein?

Die Tatatsache, dass solcher Unsinn in nationalen Parlamenten diskuttiert wird, zeigt entweder, dass alle anderen Probleme bereits gelöst wurden, oder dass dies keine weitere Anektote aus ‚Kurioses aus aller Herren Länder‘ ist, sondern ein Zeichen des sich überall ausbreitenden Autoritätsdenkens, und auch andere Parteien ernsthaft bereit sind, die Kriminalisierung kritischer Bürger zu diskuttieren.

Und es ist nicht alles gut, wenn der Gesetzesvorschlag abgelehnt wird!
Wenn Mitglieder nationaler europäischer Parlamente sich nicht damit beschäftigen, unsere Kinder vor den durchaus vielfältigen gesundheitlichen Risiken zu schützen, oder mit der Beseitigung der sozialen Ungleichheit, oder mit den ökologischen Herausforderungen der Zukunft; sondern damit, sich Haftstrafen für unliebsame Bevölkerungsgruppen auszudenken, und so wertvolle parlamentarische Diskussionszeit mit diesen Repressionsversuchen stehlen, sehe ich erste Anzeichen eines Failed Governments.

Der 1,630,001. Festivalguide

Es ist 2016. Ich schreibe diesen Artikel in einer objektiv sicheren Zeit – IRA, ETA, RAF, Breivik, … all das ist Geschichte; doch das medial erzeugte subjektive Unsicherheitsgefühl könnte kaum größer sein. Mit Ignoranz gegenüber der hohen Unwahrscheinlichkeit, Opfer eines terroristischen Akts zu werden, fürchten wir uns vor potentiellen Terroristen; so wie wir uns trotz der hohen Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Verkehrsunfalles werden zu können, furchtlos ins Auto setzen.

Was ist nun mit den wenigen furchtlosen, mit den reisefreudigen, was bieten Ihnen die Medien?
Google liefert beispielsweise 1,630,000 Ergebnisse zum Suchbegriff ‚Festivalguide‘. Anscheinend kommt die organisierte, temporäre Zerstreuung beim Volk gut an – dass dabei der Überblick nicht verloren geht, habe auch ich mich entschlossen, nun den 1,630,001. Festivalguide zu schreiben.

Einige der folgenden Veranstaltungen hab ich selbst besucht und kann mich somit noch an manches erinnern, bei anderen vertraue ich der Gerüchteküche:

Partycipation
Wo? Im wunderschönen Wald- und Wiesengelände des Co-Housing Projektes Lebensraum, hinter der Ökosiedlung Gärtnerhof.

Was? 17.-21. Juli: Camp mit den Workshops: “Theater, Musik, Körper”, “Selbstversorgung”, “Green Building”, “Arts & Crafts” und “Persönlichkeit, Gemeinschaft und Gesellschaft”.
21.-24. Juli: Festival: Beim Partycipation Festival tauchen wir in eine bunte selbstgestaltete Wunderwelt ein. Hier geht’s um getanzte Lebensfreude, bewusstes Genießen und gemeinsames Feiern. Es gibt zwei Bühnen mit Musik, bunte Spiele & Workshops, Showbarkeeping, köstlichen Cocktails, Chai & Wasserbar, leckerem Essen und vielem mehr.

Wer? Menschen

Warum? Wegen der relaxed-inspirierenden Atmosphäre, wegen der Zirkuswiese, dem Nebelwald, dem Chai-Zelt, … weil man überall schlafen kann ohne zertreten oder sonstwas zu werden. Weil sich sogar Menschen darüber Gedanken machen, ob sie wohl nicht zu laut gesprochen hätten, als ich am Vormittag am Lagerfeuer schlief, und ob sie mich denn aufgeweckt hätten! Weil die Partyzipanten sehr rücksichtsvoll, verständisvoll und hilfsbereit sind.

Ich hatte ein längeres Gespräch am Lagerfeuer. Hab viel zugehört, manchmal was gesagt… Dabei erfuhr ich einiges über andere Festivals (Nova Rock, Frequency) – beispielsweise, dass es dort keine Lagerfeuergespräche gäbe, bei denen man sich vorher fremden Menschen in einer vertrauens- und liebevollen Atmosphäre öffnen kann.
Workshops über Gemeinwohlökonomie, Rohkost-Kuchen-machen, DIY, u.a. bedeuteten für mich keinen Wendepunkt, jedoch einen Motivationsschub, meine ‚da sollte man doch was machen‘ – Gedanken in einen ‚ich mach da jetzt etwas!‘ – Vorsatz zu verwandeln.
Meine ganz persönliche Motivation, zum Partycipation zu fahren, war jedoch die Band Maja. Am Samstag hörte ich sie zum ersten mal live, supportete sie fleißig tanzend, und wollte auch die neue CD kaufen, wurde aber irgendwie abgelenkt, … aber das ist eine andere Geschichte.

Salzburger Festspiele – Salzburg Festival
Wo? Salzburg
Wann? Jul 22 – Aug 31, 2016
Wer? High Society, Klassikliebhaber
Was? Klassik
Warum? Weil das Public Viewing (Festspielnächte) am Kapitelplatz Aufzeichnungen der besten Festspielbeiträge (Jedermann, Zauberflöte, Don Giovanni, …) bei freiem Eintritt bietet!

European Rainbow Gathering 2016
Ja, es gibt sie noch. Menschen, wie es sie immer schon gab; oder zumindest spätestens seit der Industriellen Revolution gibt; Menschen, die der Entfremdung von der Natur trotzen; Menschen die am Monte Veritá leben, sich am Hohen Meißner versammeln, die in Woodstock waren, Menschen, die dem ‚Babylon System‘ entkommen wollen und für ein paar Tage oder den ganzen Sommer in den Wald gehen. Die in den Wald gehen, um in einer ursprünglichen Umgebung zu leben, um dort das Leben zu feiern, um zu singen, um zu tanzen – um einfach Mensch zu sein.
welcome home – we love you

Suchend begann das European Rainbow Gathering 2016. Am ursprünglich gescouteten Platz in Wildalpen, wahrlich ein magisch schöner Platz, wollten die Behörden sowas nicht tolerieren. Schlafen im Wald, ein Hippietreffen mitten in der Natur, ohne Eintrittskarten, ohne formale Organisationsstruktur – sowas geht in Österreich nicht.
Nun könnten Analogien konstruiert werden zu einer Zeit, in der viele auf der Suche sind nach Heimat, Sicherheit, Sinn, …
Später konnte eine neue Location gefunden werden, der Bauer hatte bereits das Vieh von der Weide getrieben und freute sich, die Rainbow Family mit Obst und Gemüse versorgen zu dürfen, doch das Stift Admont, die Gutsherren, tolerieren das Gathering auf ihren Ländereien nicht und ließen die Alm von der Polizei räumen [hier].
Nun warten die Familien, zerstreut in der Steiermark und Oberösterreich, bis Scouts einen geeigneten Platz gefunden haben.
Die Full Moon Celebration wird in der Nacht von 17. auf 18. August stattfinden, doch wo?

Peal
Wo? An der Südsteirischen Weinstrasse
Wann? 9.-10. September 2016
Wer? Grazer und deren Freunde

Was? Hervorragende Sanitäranlagen; ein hügeliges, also 3-dimensionales Festivalgelände mit Tanzwiese, Upcycling Workshop, Trommel Workshop, Essen, Wasser-Bar, Marktplatz, Attwenger, Skero & DJ Chrisfader, Vento Sul, Feuerstellen, Zirkuswiese, Schwitzhütte, Badeteich; aber es gab niemals eine Waldbühne 😉

Warum? Weil es am letzten Ferienwochenende stattfindet!
Weil im Herbst nochmal alle zusammenkommen.
Weil am Peal die ‚heile Welt‘ zelebriert wird, bevor am Montag die Schule beginnt.

Heartculture
Wo?      Südoststeiermark
Wann? 12.-13. Aug. 2016
Wer?     Toe, Cao, und jeder, der die unverkrampfte Atmosphäre liebt.
Was?     das nur 2-tägige Festival bietet ein sehr umfangreiches Programm mit Musik (dub, ethno, psy, world music, …) & Workshops (mit viel Yoga)
Warum? ich möchte dieses Festival besuchen, weil ich viel positives davon gehört habe; weil im südoststeirischen Sommer, im Geiste der Herzenskultur, ein Fest gefeiert wird, eh nur 2 Tage, ein Fest, welches die Alltagssorgen vergessen läßt, ein Fest, das zum Tanzen, Lachen, Mitmachen einlädt.

Liebe Leserin, Lieber Leser,
dieser Festival Guide erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Google liefert eh 1,630,000 diesbezügliche Ergebnisse.
Aber sicher kennst auch du Festivals, von eigenen Besuchen oder vom hören-sagen. Wir würden uns freuen, eure Empfehlungen in den Kommentaren zu lesen.

Supermarktphilosophie

wanderlust

Wir leben in einer Zeit des Überflusses. Wir können innerhalb der Ladenöffnungszeiten aus einer nie dagewesenen Vielfalt an Essbarem auswählen. Diese Möglichkeiten bringen jedoch eine Verantwortung mit sich. Um dieser Verantwortung nachkommen zu können, muss eine Mündigkeit gegeben sein. „Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen“ (Kant). Also ist Mündigkeit das Vermögen, sich seines Verstandes zu bedienen; ungeleitet von fremdeinflüssen der gezielte Bewerbung einzelner Produkte.
Fragen wir also unseren Verstand: Was brauche ich?
Neben Ballaststoffen, Vitaminen usw. gibt es hauptsächlich Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett.
Fett macht fett. Eiweiß verstopft die Gefäße und sorgt für Zellwachstum (nein, wir wachsen nicht mehr nach oben und auch unsere Muskeln wachsen nicht), offizielle Empfehlungen wurden bereits mehrmals nach unten korrigiert und liegen derzeit meist bei 20%. Also bleiben Kohlenhydrate; Einfachzucker wie Bananen und Datteln sowie Mehrfachzucker wie Getreide und Reis. Einfachzucker kann vom Körper direkt verwertet werden, Mehrfachzucker…

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Warum tragen Veganer kein Leder, Wolle, Daunen…?

Wir essen Pflanzen

Vegan zu leben bedeutet nicht nur keine Tierprodukte zu essen. Wenn man aus der Überzeugung heraus vegan lebt, dass man sich nicht mehr an der Ausbeutung von Tieren beteiligen möchte, dann ist das eine Lebenseinstellung, nach der sich so gut wie alle Bereiche des Lebens orientieren. Somit auch das was man am Körper trägt und was man konsumiert.
Bei mir ist das jedenfalls so. So ist die vegane Küche für mich nur ein Teilaspekt dessen worum es hier eigentlich geht. (Deshalb ist Veganismus auch nicht nur ein Essverhalten.) Das bedeutet für mich daher auch, dass ich auf Leder, Wolle, Seide, Pelz, Daunen usw. verzichte. Denn auch Leder, Wolle, Daunen wie Pelz bedeuten Tierqual.
Vor allem aber stehen uns mittlerweile etliche tierleidfreie Alternativen zur Verfügung, sodass wir heute kein Echtleder und auch keinen Echtpelz mehr tragen müssen. Das ist der Vorteil unserer modernen Zivilisation. Nichts desto trotz müssen noch immer Tiere…

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Wenn du zu gesund bist, bist du ernsthaft krank

Laut einem Sprichtwort gibt es nichts älteres als gestrige Nachrichten. Wie zeitlos müssen wohl Nachrichten sein, die es über sechs Jahre nach ihrer Erstpublikation noch einmal in die Zeitung schaffen?
Ein am 16. Aug. 2009 im britischen Guardian publizierter Artikel schaffte es am 26. Sept. 2015 unter dem Titel Orthorexia: when healthy eating turns against you nochmals in den Guardian.
Worum geht es also?

2009 betitelt Amelia Hill ihren Artikel in der Rubrik ‘mental health’ des Guardian: „Healthy food obsession sparks rise in new eating disorder“ Die Fixierung auf gesundes Essen könne Zeichen einer ernsthaften psychologischen Störung sein. Immer mehr Menschen würden an Orthorexia Nervosa, einer ernsthaften psychologischen Störung, leiden. Symptomatik: die Patienten wollen gesund essen!

Die wird den kritischen Leser nicht überraschen; denn je mehr anerkannte psych. Diagnosen es gibt, desto mehr Arbeit haben Psychologen und Psychotherapeuten.

Hill schreibt, die Ablehnung von Zucker, Salz, Koffein, Alkohol, Weizen, Gluten, Germ, Soja, Getreide und Milchprodukte sei erst der Beginn der Einschränkungen. Auch von Pestiziden und Herbisziden verunreinigte Nahrungsmittel, sowie künstliche Zusatzstoffe würden abgelehnt werden.
Nun, das sieht für mich nicht nach einem Krankheitsbild aus, vielmehr drücktt es das Vorheindensein von Ernährungsbewußtsein aus. Wobei Gluten nur im Falle einer Glutenunverträglichkeit gemieden werden sollte, Weizen unter Getreide fällt, und dieses gewöhnlicherweise nicht schädlich ist.

2015 schreibt Olga Oksman „Orthorexia: when healthy eating turns against you“
Orthorexie sei die Obsession, nur Nahrung zu essen, von der der Leidende glaubt, sie sei gesund. (wtf)

Im Guardian Artikel wird von einem Mädchen berichtet, welches 13-jährig ‘excessives’ Fett, und künstl. Zucker von ihrem Ernährungplan strich. Sie aß mehr Vollkornbrot, Ernußbutter, Früchte und Salat. Auch immer häufigere sportl. Aktivitäten trugen schließlich dazu bei, dass sie Captain des Langlaufteams und für ihren Körper beneidet wurde.
Aber ihre Ernährungsobsession nahm zu; sie wurde vegan. Dieser Ernährungsumstellung wird ein Akneausbruch sowie das Ausbleiben der Menstruation zugeschrieben.
Nun, Akne in dem Alter sind meines Wissens keine Seltenheit und bei zweiterem Problem hab ich als Mann nicht so viel Ahnung, jedoch kann ich sagen, dass sich nach meiner Umstellung zu einem veganen Leben keine Körperfunktionen zum schlechteren wandelten, aber das ist eine andere Geschichte…

Dr. Thomas Dunn, Professor für Psychologie an der Universität Northern Colorado erklärt, warum Orthorexie als eigene Diagnose anerkannt sein sollte (nein, es ist nicht – wie unterstellt werden könnte – die Erweiterung seines Geschäftsfeldes): Menschen mit Anorexia Nervosa (Magersucht) würden ihre Nahrungsbandbreite zugunsten der Gewichtsabnahme reduzieren. Menschen mit Orthorexie würden dies tun, um einer gesunden Ernährungsweise wegen machen.
Lass uns darüber nachdenken: Versuchen, sich gesund zu ernähren wäre eine psychische Störung!

Lange schon ist es Praxis, dass Menschen Dinge erfinden, um sie dann zu verkaufen; nicht anders erfinden Psychologen Diagnosen, um diese Behandeln zu können. Doch welche Konsequenzen hätte es, wenn Orthorexie als anerkannte Diagnose geführt werden würde?
Warum bloß erinnert mich der Gedanke, Menschen, die sich kritisch ernähren wollen zu stigmatisieren, an George Orwells dystopischen Roman 1984?
Wenn du dich mehr um deine Gesundheit sorgst als um die Umsätze von McDonald’s → ab zur Therapie!
Welche Ernährungsweise ist artgerecht für Menschen: Die Konsumation genmanipulierter, industriell verarbeiteter Produkte – oder das Essen vollwertiger Nahrung?

“First vegetarian. Then vegan. Then raw, then they run out of things to eat” wird Dunn zitiert.
‘Selbst eine spärliche Diät ist nur ein Schritt auf dem Weg. Am Ende dieses Weges wird man von Licht allein leben können.’ schreibt der Psychologe Dr. Richard Alpert, Ph.D.

Gewiss neigen manche Zeitgenossen zur Übertreibung, auch was ihre Ernährungsgewohnheiten betrifft. Doch jede Veränderung braucht jene, die mutig vorangehen; dass diese manchmal (meist sogar) irren, ist normal – dies ist das Prinzip der Evolution: Selektin nach Mutation. Wenn alle Mutanten aus dem Prozess entfernt werden, würde evolutionärer Stillstand eintreten.
Wenn alle kritischen Konsumenten als psychisch krank stigmatisiert werden, könnte die Industrie praktischerweise jegliches junk-food ohne diese lästige das-ist-doch-ungesund-Hürde verkaufen.

wanderlust

Laut einem Sprichtwort gibt es nichts älteres als gestrige Nachrichten. Wie zeitlos müssen wohl Nachrichten sein, die es über sechs Jahre nach ihrer Erstpublikation noch einmal in die Zeitung schaffen?
Ein am 16. Aug. 2009 im britischen Guardian publizierter Artikel schaffte es am 26. Sept. 2015 unter dem Titel Orthorexia: when healthy eating turns against you nochmals in den Guardian.
Worum geht es also?

2009 betitelt Amelia Hill ihren Artikel in der Rubrik ‚mental health‘ des Guardian: „Healthy food obsession sparks rise in new eating disorder“ Die Fixierung auf gesundes Essen könne Zeichen einer ernsthaften psychologischen Störung sein. Immer mehr Menschen würden an Orthorexia Nervosa, einer ernsthaften psychologischen Störung, leiden. Symptomatik: die Patienten wollen gesund essen!

Die wird den kritischen Leser nicht überraschen; denn je mehr anerkannte psych. Diagnosen es gibt, desto mehr Arbeit haben Psychologen und Psychotherapeuten.

Hill schreibt, die Ablehnung von Zucker, Salz, Koffein, Alkohol, Weizen, Gluten, Germ…

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Was kann man als Veganer überhaupt noch essen?

Wir essen Pflanzen

Meist, wenn man als Mischköstler an vegane Ernährung denkt, kann es gut sein, dass man dabei einen mageren Beilagenteller vor Augen hat. Wenn man sich das bisher Bekannte abzüglich der Tierprodukte vorstellt, dann bleibt da natürlich nicht mehr viel übrig. Vielleicht noch ein paar trockene Kartoffeln, Erbsen oder ein paar Salatblätter. Denn, es ist wirklich unglaublich wo alles Tierprodukte mit drin sind.
Gerade die erste Zeit als ich mich selbst mit eben dieser Frage beschäftigt habe, war ich schon recht erstaunt wo alles Tier versteckt ist. So wird tierische Gelatine zum Klären von Fruchtsäften und Wein verwendet. Selbst die Marke Fanta wurde bis vor ein paar Jahren noch mit Fischgelatine geklärt. Heute wird hierfür Stärke genutzt. Doch selbst in Salatkräutern oder in Gemüsebrühe kann Milchzucker, also ein Milchprodukt, enthalten sein. Selbst in TK-Gemüse kann sich Schweineschmalz verstecken, von Milch und Eiern in sonstigen Produkten wie Keksen, Schokolade oder Eiernudeln einmal…

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