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wir sind da

Wir haben es aufs Buddhafield Festival geschafft. Vor knapp einem Jahr, als wir den Entschluss gefasst haben, dass es heuer soweit sein wird, waren es noch nur Luftschlösser.

Dann ging die Reise los und besser als gedacht sind wir voran gekommen. Quer durch das südliche Deutschland, Belgien, nördliche Frankreich, durch den Eurotunnel nach England und durch das südliche England bis hier her. Und jetzt sind wir da.

Ein buddhistisches Festival, vegane Speisen überwiegen deutlich den anderen. Es gibt keinerlei Alkohol, dafür umso mehr Chai-Zelte, Saftbars und buntes Gewand. In der Kids Area gibt es einen kleinen Wald mit Netzen, Trampoline, Schiffsschaukeln, Ringelspiel, Teenagerzelt mit Gitarren und im Kleinkinderbereich finden sich Sandkiste und eine Menge Spielsachen zu erkunden.

Beim Eröffnungsritual haben sich einige Briten die Rolle der keltischen Krieger und Kriegerinnen angenommen und lautstark zum Begrüßungs-OM und -tanz eingeladen.

Wir entdecken weiter und fühlen uns mal angekommen …

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Platzhirsch-Syndrom

Als Touristen an vielerlei Orten innerhalb von kurzer Zeit – wir sind seit ein paar Tagen schon durch das südliche Deutschland unterwegs – hat sich mir eine Erfahrung von früher wieder aufgedrängt.

Es gibt ja oft Orte die wahre Publikumsmagnete sind: schöne Seen oder besondere Hauptplätze, was auch immer. Und manchmal ist dort Raum für genau ein Lokal, wo quasi alle Besucher hin müssen, die etwas zu Essen möchten. Diesen Gastronomischen Betrieb bezeichne ich jetzt als Platzhirsch und die bestechen meiner Erfahrung nach oft durch besondere Mängel obwohl sie nicht besser besucht sein könnten, was einen hohen Profit impliziert. Und weil ich genau das an mehreren Orten, in verschiedenen Situationen schon erlebt habe, halte ich es für ein Syndrom.

Beispiele der Mängel:

Oft werden die billigsten Kellner eingestellt, meist aus dem Ausland. Ich habe da grundsätzlich nichts dagegen, aber die sollten dann schon besser Deutsch sprechen als es ein FlüchtlingsDeutschKurs vermittelt.

In österreichischen Tourismusgebieten sieht man oft deutsche Kellner, die halt leider nicht mal die österreichischen Bezeichnungen für ihre Produkte kennen. Irgendwo in DE eine ‚Apfelschorle‘ zu bestellen ist ok, aber in Kärnten, Salzburg oder Tirol sicher nicht!

Oder oft sind es Kellner, die Deutsch nicht als Muttersprache haben und auch fast kein anderes Wort verstehen als die, welche in der Speisekarte stehen. Als Veganer hat man es dann leider besonders schwer, wenn man versucht Konsumbedürfnisse mitzuteilen. Zuletzt hat mir eine tschechische Kellnerin beim Italiener in Deutschland gesagt, sie sei sich nicht sicher aber wahrscheinlich sei Ei in den Teigwaren … ja geh doch in die Küche und frag halt, verdammt.

Oder andere übliche Frechheiten: „Nein, wir dürfen aus hygienischen Gründen kein Leitungswasser hergeben, aber sie können stilles Leitungswasser kaufen.“ Na ¡Superleiwond! her mit dem überteuerten H2O.

Und das es meist nur das trivialste Essen ohne Kreativität, Geschmack oder Nährwert gibt ist wohl auch kein Zufall.

Aufgrund der Mängel solcher Lokale würden die keinen Tag mit Konkurrenz bestehen. Glück gehabt.

das ist kein Reiseblog

ABER in nächster Zeit bestimmt das unser Leben. Ich finde es schön, wenn Menschen ihre Leidenschaft im Reisen und Entdecken der weltlichen Kulturen gefunden haben und davon berichten. Aber ich mag das eigentlich nicht.

Als Österreicher von Land – der bereits im Kindesalter umgezogen ist und durch diverse Erfahrungen und Schulwechsel ‚Besten Freunden‘ durchaus ein Ablaufdatum zugesteht – empfinde ich meine eigene persönliche Kultur als untypisch. Ich interessiere mich schon für andere Leute und ihre regionalen Ortskulturen und Mentalitäten, aber das muss immer etwas Persönliches sein. Eine Oper oder Theaterstück, zu dessen Darstellern ich keinen persönlichen Bezug habe, wäre gänzliche Zeitverschwendung für mich.

Soviel zu meinem Verständnis des Begriffes ‚Kultur‘. Jedenfalls brauche ich dafür nicht zu verreisen, um verschiedene Kulturen zu entdecken. Übermäßiges Reisen erscheint mir überhaupt als umweltgefährdend und das Bedürfnis danach maßgeblich von Filmen und Werbung eingeimpft.

Oh, ich bin so unzufrieden mit allem. Ich verreise, dann kann ich woanders unzufrieden sein.

So ist es nicht, aber manchmal scheint es mir, dass Leute einfach einmal im Monat wohin Fliegen, weil es relativ günstig ist und sie es sonst zuhause nicht aushalten würden. Und das finde ich schade.

Bei mir ist es anders, vorallem seit ich Vater wurde, habe ich bemerkt, dass ich am liebsten ein stabiles Umfeld um mich herum haben möchte. Einen Alltag, der finanzielle Sicherheit schafft, aber auch häusliche Harmonie, Friede, Freude, MyEiKuchen.

Tja, wie man sich als Leser bereits denken kann, ich bin also auf Achse und etwas neben der Spur. Eigentlich wollte ich über die Nature Community schreiben, wo wir gerade Karin – könnte man vom Blog angefangen aufzuhören kennen – besuchen, die ehemals im TamanGa gekocht hat.

Vielleicht das nächste Mal, es gibt hier ja noch soviel zu entdecken und falls jemand einen roten Faden in dem Beitrag entdeckt hat, bitte ihn in einem Kommentar klarstellen. Das wäre sehr nett.

Wir fahren los

Jetzt bin ich schon zwei Monate in Vaterkarenz und wir fahren tatsächlich los. Nach dem obligatorischen Mittagessen in Graz sind wir in Richtung Schladming gefahren.

Dort gibt es ein Bio-Geschäft mit Bistro und Mittagsmenü, das wir bei unserem ersten Adventure-Urlaub im Ennstal entdeckt haben. Gabi und Johann mit ihrem Team vom BioChi sind immer einen Besuch wert und das Essen ist erste vegane ‚Sahne‘.

Das ist übrigens keine bezahlte Werbung, sondern eine Herzensempfehlung. Wir haben unsere Route extra angepasst um dort vorbei zu kommen.

Am Weg dorthin haben wir bei einer dringenden Stuhlpause festgestellt, dass nicht nur der Kühlschrank ein Problem hat, sondern die gesamte erweiterte Elektronik unseres Campingbusses. Schön, das eigentlich während der Reise zu erfahren, zwei Tage nachdem wir den Bus von der Werkstatt geholt haben.

Dank einer Reihe von extrem freundlichen Steirern, die in einer naheliegenden Werkstatt unmittelbar vor ihrem Feierabend noch ein offenes Herz für uns hatten, konnte die defekte Sicherung gefunden, getauscht und unsere Fahrt fortgesetzt werden. Auf den Kühlschrank hätten wir verzichten können, aber auf das Bett im Klappdach nicht.

Ich denke, solange alles gut geht sollte man bei so einer Reise nicht zuviel Energie in die überwundenen Hindernisse und alternativen Enden stecken. Das würde mich verrückt machen. Also, noch verrückt verrückter.

Vaterkarrenz

Soderla, in meiner Arbeit staunten sie nicht schlecht, als sich herumgesprochen hat, dass ich für ein halbes Jahr in Vaterkarenz gehe. Nun, bislang waren die längsten Abwesenheiten, die sich Kollegen getraut haben weg zu bleiben, 2 Monate Vaterkarenz bzw. 7 Monate Bildungskarenz. Wobei derjenige ein Monat nach der Bildungskarenz plötzlich gekündigt hat.

Tja, bei all den schiefen Kleinigkeiten in meiner Firma, wenn jemand begründet Zeit braucht, dann bekommt man sie. Ich konnte im Monat der Geburt des Hörnchens meine Arbeitszeit auf 8h pro Woche reduzieren und danach mit 30h pro Woche eine 4-Tage Woche halten. Und 3 Tage Wochenende bringt wirklich Lebensqualität. Während der Vaterkarenz kann ich noch immer 8h pro Woche dazu verdienen, sodass wir zwar als Armutsgefährdet gelten, aber ohne Schulden trotzdem gut Leben können.

Unser Plan ist eine Europareise. Wir haben unsere Caretta – den Miniwohnwagen – verkauft und stattdessen einen mit 2 Betten und Küche ausgebauten VW Bus gekauft. Wir wollen in den Sommermonaten durch Europa bis nach England – endlich zum Buddhafield-Festival – und vielleicht Irland fahren. Auf dem Weg besuchen wir wenn möglich Freunde, die es irgendwo ins europäische Ausland gezogen hat oder andere schöne Orte.

Warum tun wir uns das an?

Die Frage hörte ich vor einer Weile im Radio und schwirrt mir seitdem im Kopf herum. Warum tue ich mir das an?

Wenn ich meine Gedanken einfach darüber ziehen lasse, kommen mir Zweifel an meiner Arbeit, an meiner Vaterschaft, an meiner Ehe, an meinem spirituellen Weg, an einfach allem.

Wenn ich aber bewusst über diese Frage nachdenke, wird mir klar, dass sie eine gewisses Bequemlichkeitsbedürfnis enthält, ein ziemlich egozentrisches sogar. Wenn ich mich selbst als Zentrum des Universums empfinde, dann passiert es leicht, dass ich meine Situationen mit den Selbstbildern aus Filmen, Büchern, Erzählungen oder anderen Fantasien abwäge, welchen sich mein Ego so gerne bedient. Klar entstehen dann vordergründige Zweifel. Nüchterner betrachtet, erkenne ich, dass ich genau da bin wo ich sein will.

Klar gibt es unnötig Problematisches in meiner Arbeit und die Fahrzeiten fühlen sich vermehrt als Zeitverschwendung an. Aber im wesentlichen kann ich mich dabei mit Dingen beschäftigen, die mich interessieren und faszinieren und bekomme auch noch gutes Geld für das bisserl Zeit, was ich dort verbringe.

Klar ist es manchmal kräftezehrend und deprimierend die Launen eines Kindes verständnisvoll zu begleiten und man fühlt sich manchmal einfach als der letzte Dreck. Aber das unbeschwerte Lachen in den guten Zeiten wiegt das Leiden großteils wieder auf und ob sich die Erwartung erfüllt, dass durch unserem zwanglosen Umgang eine „gute“ Beziehung zu dem selbstbewussten erwachsenen Kind erhalten bleibt, werden wir sehen.

Klar haben Cao und ich derzeit wenig Gelegenheit für uns zu sein und sehen die Belastungen des Anderen nicht immer auf Anhieb. Aber wir nehmen die Herausforderungen an ohne uns an Missverständnissen fest zu klammern oder kurfristigen emotionalen Erscheinungen mehr Wert bei zu messen als zielführend ist.

Klar kann ich im Moment wenig buddhistische Inhalte konsumieren und reflektieren oder mich in formaler Meditation üben. Aber mit den Entwicklungen, welche ich bereits hinter mir habe, kann ich auch an den Herausforderungen des Lebens achtsam wachsen, auch wenn ich es vielleicht oft nicht in Worte fassen kann.

Und das alte Haus ist alt, der große Garten ist groß und voller Zecken, das kaputte Auto lässt sich nicht profitabel verkaufen, altes Gewand bekommt Löcher, Socken halten kein halbes Jahr, wenn man Gebrauchtes ungeschaut im Internet kauft kann es reparaturbedürftig sein, die Politik adressiert Belanglosigkeiten statt Menschen- oder gar Tierrechte und Gerechtigkeit zu etablieren und die Wähler wählen aufgrund von Versprechungen anstatt aufgrund von Erfahrungen,…

Alles im allem, stecke ich mitten im Leben, das ich mir gewünscht habe, mit Risiken und Nebenwirkungen, die das echte Leben halt mit sich bringen.

Ich tue mir das an, weil sich das Leben auch nach Leben anfühlen soll!

die Sache mit der Milch

Ich möchte mal kurz meinen Senf zu dem Thema #milchistgift loslassen.

Milch ist grundsätzlich etwas Gutes, ja sogar etwas Lebensrettendes. Wie wenig Neugeborene würden ohne der nährreichen Milch ihrer Mütter überleben? Nicht auszudenken! Milch ist ein Wundermittel, das einzige mir bekannte welches tatsächlich Wunder vollbringt.

Allerdings hat sich in unserer Kultur das Weltbild in eine Richtung entwickelt, in der Frauen und ihre Stärken so oft und konsequent wie möglich versucht werden zu diskreditieren. Auf jungen Müttern liegt ein gesellschaftlicher Druck, ihre Kinder nicht zu stillen oder sie möglichst schnell abzustillen. Stattdessen soll, ’selbstverständlich‘ Ersatzmilch gegeben werden.

What?

Glaubst du nicht? An all die Mütter, welche durch diesen Beitrag erreicht werden. Bitte denkt mal zurück und lasst mich wissen, ob ihr niemals diesen Druck verspürt habt?

Unser Kind ist jetzt 2 Jahre alt, verwendet keinen Schnuller, trinkt am liebsten Muttermilch oder Leitungswasser. Und ich spüre diesen Druck. Und schön, dass es ein paar Stimmen gibt, die uns darin bestärken, unserem Kind die Entscheidung zu belassen, ob und was es trinken mag.

Und eigentlich sollte es auch selbstverständlich für jedes Kalb und jede Ziege sein, ebenso frei zu entscheiden ob es an der mütterlichen Brust – Euter genannt – Milch holt. Ich halte es für nicht in Ordnung, dass Menschen diese Tiere an ihrem natürlich Verhalten hindern. Ich halte es für nicht in Ordnung, dass die geraubte Milch von Tieren behandelt, verpackt und verkauft wird und mit einem geringeren Steuersatz besteuert wird als pflanzliche Milchalternativen.

Mir ist klar, dass es Sinn macht Grundnahrungsmittel geringer zu besteuern als andere. Aber ich sehe keinen Sinn, warum ich als vegan lebender Mensch in Österreich den doppelten Steuerbetrag für eine ethischere und umweltverträglichere Produktalternative zahlen muss, als die ignoranten Menschen, welche unter Wert verkaufte Tiermilch konsumieren.

Und es macht wirklich keinen Sinn, dass ich meine Reismilch nicht mehr „Milch“ nennen darf. Milch ist meiner Meinung nach eine weißliche Flüssigkeit. Pflanzenmilch ist das auch. Kokosmilch ist das auch, aber das darf weiter so benannt werden? Und die gibt es so auch nicht in der freien Natur. Eine Kokosnuss besteht aus Schale, Fruchtfleisch und Wasser, püriert man das Fruchtfleisch und mischt es mit Wasser bekommt man Kokosmilch. Für Reismilch muss man das Zeug auch noch aufkochen und abseihen.

Wem ist es wohl ein Dorn im Auge, dass man auf das Alternativprodukt den zu ersetzenden Namen schreibt? Dem Konsumenten ist es wohl herzlich egal. Niemand der Kuhmilch kaufen möchte wird unabsichtlich auf eine viel teurere Reismilch zugreifen.

Und dass die pflanzlichen Milchsorten teurer als Kuhmilch sind, liegt bekanntermaßen daran, dass staatliche Subventionen den Preis für Tiermilch niedrig halten um die lokalen Großbauern zu fördern. Egal was die gesundheitlichen oder Umweltschäden sind.

Achtsamkeit oder doch nur Ruhe-Tourismus

Unser Hörnchen ist meist sehr umgänglich, wenn wir unterwegs sind. Wutanfälle gibt es entwicklungsbedingt natürlich schon. Bisher sind diese eigentlich immer zuhause ausgebrochen.

Heute trafen wir uns zum veganen Stammtisch im TamanGa zum Brunch. Ein wirklich schöner Frühlingstag vom Wetter her und mehrere befreundete Familien waren auch da.

Naja, der Wutausbruch war heftig und lang. Wir saßen gerade in der Wiese als es losging. Und wie immer in solchen Situation hilft kein gut Zureden oder sonst was. Also warten wir und mit viel Geduld und Zuneigung erträgt es Cao. Als unsere Freunde dann woanders hingehen möchten, weil es ihnen schon zu warm wurde, sind wir in Richtung Auto gegangen.

Tja, da lehnt sich Christoph – der stellvetretende Chef und Autor des Buches über die Daseinszeit aus seinem Balkon und brüllte uns im derben Ton an, dass es hier ein Ruheraum sei und es jetzt dann reiche.

Ich verstehe, dass das TamanGa ein Seminarzentrum mit spirituellem Einschlag ist. Aber wenn sie dort auch Familien mit Kindern haben möchten, dann müssen sie damit umgehen lernen, dass Kinder nicht immer gute Zeiten haben.

Das ist halt so. Das Leben besteht nicht nur aus Harmonie. Kein Mensch wird erleuchtet geboren. Aus buddhistischer Sicht ist es ein langer und steiniger Weg bis jemand erwacht. Und ohne Einfühlungsvermögen ist dieser Weg nicht bis zum Ende beschreitbar.

Ich denke, das macht wirklich den Unterschied aus, ob sich so ein Seminarzentrum/Hotel nur die Achtsamkeitsfahne umhängt und eigentlich nur Ruhe-Tourismus bietet oder ob dort tatsächlich Achtsamkeit gelebt wird. Wenn eine Toleranzgrenze nach knapp 30-minütigem Geschrei und offensichtlichem Abzug der Familie schon berstet, dann behaupte ich, befindet sich derjenige nicht auf einem achtsamen oder spirituellen Weg.

Das muss natürlich nicht für alle Mitglieder der Gemeinschaft gelten, aber als Chef hat es nunmal eine gewisse Wirkung.

Wann wird das Auto zum Gaming-Controller?

In modernen Autos ist schon alles dafür da. Das Lenkrad ist nicht mehr durch eine Lenkstange mit der Vorderachse verbunden. Genausowenig wie das Gaspedal direkt die Einspritzung des Sprits in den Zylinder regelt. Das sowie alle anderen Steuerungselemente des modernen Automobils sind nur mehr Sensoren, welche Eingaben des Piloten erkennen und digital weiterleiten.

Würde man also ein Gaming-Car in den Gamingmode setzen, könnten all diese Elemente eine Rennfahrsimulation bedienen, inklusive Soundsystem. Meiner Vorstellung nach bräuchte man nur mehr ein Tablet mit einer Schnittstelle des Autos verbinden und los gehts mit der Spielkonsole Auto.

Ich denke nicht, dass Gamer da all zu lange darauf warten müssen. Über Security im Auto macht sich die Automobilindustrie ohnehin keine Gedanken. Der erste Anbieter so eines Gaming-Cars wird die Need for Speed Spieler dieser Welt als Neukunden gewinnen. Als Spieler hat man den klaren Vorteil in geübter Umgebung wesentlich realitätsnäher als mit jedem Spiellenkrad ein Racingerlebnis in der Garage genießen zu können.

Nichts, was der Menschheit hilft ihre hausgemachten Probleme zu lösen, aber wieder eine Gelegenheit uns von wichtigen Dingen des Lebens abzulenken.

Belfast – und der Friede

Wer bis jetzt noch mitliest und die emotionale Berg- und Talfahrt überstanden hat, dem darf ich mitteilen, dass das schlimmste schon hinter uns liegt. Ich bin sehr froh an dieser Tour teilgenommen zu haben. Die Erfahrungen, so zehrend ich sie auch empfunden habe, haben mir so unglaublich deutlich gezeigt, wie relativ unsere verblendete Wahrnehmung doch ist.

Mein Ego musste innerhalb kürzester Zeit damit fertig werden, dass ein jahrelang bewahrtes Ideal, plötzlich seine üble Fratze zeigt, dass ein unsympathischer Mensch mit ehrlichem Mitgefühl überschwemmt wird und dass die Ursachen für all die Trauer und Übeltaten noch lange nicht beseitigt, die Wunden nicht verheilt sind sondern noch immer tief sitzen und die Zukunft der charmanten Stadt an einem seidenen Faden hängt.

Die Iren wünschen sich ein Vereinigtes Irland und keine Fremdbestimmung mehr, die Protestanten die geblieben sind wünschen sich Anerkennung ihrer Opfer und Gerechtigkeit gegenüber den Tätern. Und der Brexit könnte das ganze Dilemma wieder zum Hochkochen bringen. Eine EU-Außengrenze quer durch Irland ist definitiv kein Schritt in Richtung Friede für die Menschen Vorort.

Beide Guides, der Ire und der Protestant, stimmten getrennt voneinander überein, dass es keinen Gewinner aus den Geschehnissen gab, außschließlich Verlierer. Man mache zwar manchmal Schritte zurück, dann wieder nach vorn, aber alles sei besser als der bewaffnete Konflikt.

Menschen aus Belfast werden von NGOs immer wieder an die bekannten Hotspots dieser Welt eingeladen um den Nordirischen Friedensprozess zu schildern: Jerusalem, Zypern, …

So tief der Schmerz liegt, so schmerzvoll wissen sie, dass Gewalt nie eine Lösung ist. Merken wir uns das, um Konflikte vorab zu entschärfen. Denn das heutige politische Schauspiel versucht uns wieder zu Sturböcken zu machen. Und dann kann Gewalt leicht als verführerischer Ausweg erscheinen.

Und wenn wir nur eines aus der Vergangenheit lernen würden, dann doch bitte, dass wir im Miteinander mehr erreichen, als durch das Gegeneinander.

Belfast habe ich als schöne irische Stadt erlebt, mit lächerlich vielen und unterschiedlichen Banknoten. Denn es gibt hier gleich mehrere Banken, welche Geldscheine drucken dürfen. Die Stimmung in den Pubs ist toll und als Veganer findet man auch recht schnell etwas Gutes.

Aufgrund der Geschichte und den Murals gibt es an jeder Ecke etwas zu entdecken. Und die Iren sind voll nett!