Archiv der Kategorie: Buddhismus

Sämtliches was im Zusammenhang zu Buddhismus und der buddh. Lehre zuordenbar ist.

wir sind da

Wir haben es aufs Buddhafield Festival geschafft. Vor knapp einem Jahr, als wir den Entschluss gefasst haben, dass es heuer soweit sein wird, waren es noch nur Luftschlösser.

Dann ging die Reise los und besser als gedacht sind wir voran gekommen. Quer durch das südliche Deutschland, Belgien, nördliche Frankreich, durch den Eurotunnel nach England und durch das südliche England bis hier her. Und jetzt sind wir da.

Ein buddhistisches Festival, vegane Speisen überwiegen deutlich den anderen. Es gibt keinerlei Alkohol, dafür umso mehr Chai-Zelte, Saftbars und buntes Gewand. In der Kids Area gibt es einen kleinen Wald mit Netzen, Trampoline, Schiffsschaukeln, Ringelspiel, Teenagerzelt mit Gitarren und im Kleinkinderbereich finden sich Sandkiste und eine Menge Spielsachen zu erkunden.

Beim Eröffnungsritual haben sich einige Briten die Rolle der keltischen Krieger und Kriegerinnen angenommen und lautstark zum Begrüßungs-OM und -tanz eingeladen.

Wir entdecken weiter und fühlen uns mal angekommen …

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Warum tun wir uns das an?

Die Frage hörte ich vor einer Weile im Radio und schwirrt mir seitdem im Kopf herum. Warum tue ich mir das an?

Wenn ich meine Gedanken einfach darüber ziehen lasse, kommen mir Zweifel an meiner Arbeit, an meiner Vaterschaft, an meiner Ehe, an meinem spirituellen Weg, an einfach allem.

Wenn ich aber bewusst über diese Frage nachdenke, wird mir klar, dass sie eine gewisses Bequemlichkeitsbedürfnis enthält, ein ziemlich egozentrisches sogar. Wenn ich mich selbst als Zentrum des Universums empfinde, dann passiert es leicht, dass ich meine Situationen mit den Selbstbildern aus Filmen, Büchern, Erzählungen oder anderen Fantasien abwäge, welchen sich mein Ego so gerne bedient. Klar entstehen dann vordergründige Zweifel. Nüchterner betrachtet, erkenne ich, dass ich genau da bin wo ich sein will.

Klar gibt es unnötig Problematisches in meiner Arbeit und die Fahrzeiten fühlen sich vermehrt als Zeitverschwendung an. Aber im wesentlichen kann ich mich dabei mit Dingen beschäftigen, die mich interessieren und faszinieren und bekomme auch noch gutes Geld für das bisserl Zeit, was ich dort verbringe.

Klar ist es manchmal kräftezehrend und deprimierend die Launen eines Kindes verständnisvoll zu begleiten und man fühlt sich manchmal einfach als der letzte Dreck. Aber das unbeschwerte Lachen in den guten Zeiten wiegt das Leiden großteils wieder auf und ob sich die Erwartung erfüllt, dass durch unserem zwanglosen Umgang eine „gute“ Beziehung zu dem selbstbewussten erwachsenen Kind erhalten bleibt, werden wir sehen.

Klar haben Cao und ich derzeit wenig Gelegenheit für uns zu sein und sehen die Belastungen des Anderen nicht immer auf Anhieb. Aber wir nehmen die Herausforderungen an ohne uns an Missverständnissen fest zu klammern oder kurfristigen emotionalen Erscheinungen mehr Wert bei zu messen als zielführend ist.

Klar kann ich im Moment wenig buddhistische Inhalte konsumieren und reflektieren oder mich in formaler Meditation üben. Aber mit den Entwicklungen, welche ich bereits hinter mir habe, kann ich auch an den Herausforderungen des Lebens achtsam wachsen, auch wenn ich es vielleicht oft nicht in Worte fassen kann.

Und das alte Haus ist alt, der große Garten ist groß und voller Zecken, das kaputte Auto lässt sich nicht profitabel verkaufen, altes Gewand bekommt Löcher, Socken halten kein halbes Jahr, wenn man Gebrauchtes ungeschaut im Internet kauft kann es reparaturbedürftig sein, die Politik adressiert Belanglosigkeiten statt Menschen- oder gar Tierrechte und Gerechtigkeit zu etablieren und die Wähler wählen aufgrund von Versprechungen anstatt aufgrund von Erfahrungen,…

Alles im allem, stecke ich mitten im Leben, das ich mir gewünscht habe, mit Risiken und Nebenwirkungen, die das echte Leben halt mit sich bringen.

Ich tue mir das an, weil sich das Leben auch nach Leben anfühlen soll!

Achtsamkeit oder doch nur Ruhe-Tourismus

Unser Hörnchen ist meist sehr umgänglich, wenn wir unterwegs sind. Wutanfälle gibt es entwicklungsbedingt natürlich schon. Bisher sind diese eigentlich immer zuhause ausgebrochen.

Heute trafen wir uns zum veganen Stammtisch im TamanGa zum Brunch. Ein wirklich schöner Frühlingstag vom Wetter her und mehrere befreundete Familien waren auch da.

Naja, der Wutausbruch war heftig und lang. Wir saßen gerade in der Wiese als es losging. Und wie immer in solchen Situation hilft kein gut Zureden oder sonst was. Also warten wir und mit viel Geduld und Zuneigung erträgt es Cao. Als unsere Freunde dann woanders hingehen möchten, weil es ihnen schon zu warm wurde, sind wir in Richtung Auto gegangen.

Tja, da lehnt sich Christoph – der stellvetretende Chef und Autor des Buches über die Daseinszeit aus seinem Balkon und brüllte uns im derben Ton an, dass es hier ein Ruheraum sei und es jetzt dann reiche.

Ich verstehe, dass das TamanGa ein Seminarzentrum mit spirituellem Einschlag ist. Aber wenn sie dort auch Familien mit Kindern haben möchten, dann müssen sie damit umgehen lernen, dass Kinder nicht immer gute Zeiten haben.

Das ist halt so. Das Leben besteht nicht nur aus Harmonie. Kein Mensch wird erleuchtet geboren. Aus buddhistischer Sicht ist es ein langer und steiniger Weg bis jemand erwacht. Und ohne Einfühlungsvermögen ist dieser Weg nicht bis zum Ende beschreitbar.

Ich denke, das macht wirklich den Unterschied aus, ob sich so ein Seminarzentrum/Hotel nur die Achtsamkeitsfahne umhängt und eigentlich nur Ruhe-Tourismus bietet oder ob dort tatsächlich Achtsamkeit gelebt wird. Wenn eine Toleranzgrenze nach knapp 30-minütigem Geschrei und offensichtlichem Abzug der Familie schon berstet, dann behaupte ich, befindet sich derjenige nicht auf einem achtsamen oder spirituellen Weg.

Das muss natürlich nicht für alle Mitglieder der Gemeinschaft gelten, aber als Chef hat es nunmal eine gewisse Wirkung.

Kannst du über deine Schubladen lachen?

Vor einiger Zeit habe ich irgendwie einen englischsprachigen Youtube-Channel entdeckt, der – wie ich finde – einige meiner Schubladen oder Egos ordentlich auf die Schippe nimmt. Einerseits übertreibt er manche Argumentationen so stark, dass ich vor Lachen platzen möchte, andererseits kritisiert er vorallem diejenigen Wichtigtuer, die einem aktuellen Trend oder einer Minderheit nur folgen um sich besser als andere hinstellen zu können.  

Das ergibt eine brisant sarkastische Mischung, welche jeden Aspekt deines Egos oder dessen Rollen anstachelt. Wer seine eigenen Schubladen testen möchte, dem versuche ich hier eine mich ansprechende Auflistung zu bieten.

Das letzte Video hat zwar keinen Bezug zu uns, aber es unterstreicht nochmals die Qualitäten des Youtubers. Denn er beantwortet eine Zuseheranfrage mit psychologischen Laien- oder Fachwissen (was weiß denn ich, wirkt jedefalls kompetent) aber auch mit offenem Herzen. Und daher finde ich das letzte Video wichtig für den Gesamteindruck.

Und an alle, die sich diese Videos angesehen haben:

  1. Hast du dich nass gemacht?
  2. Glaubst du, dass er das alles spielt, oder ist er doch auch ein bisschen so?

Und wenn der Tod nicht das Ende wär?

Was wäre, wenn es wirklich wissenschaftlich bewiesen werden könnte, dass es irgendwie nach dem Tod weiterginge? Der Film „Discovery“ zeichnet eine Welt in der genau das möglich ist und sich daraufhin Millionen Menschen das Leben nehmen. Ich vermute in der Erwartung, dass das ‚Leben nach dem Tod‘ besser oder leichter sei, als das laufende Leben.

Eigentlich habe ich schon einige Absätze geschrieben gehabt, in denen ich zu meiner christlich unreligiösen Vergangenheit aushole und einen Bogen zu meiner jetzigen buddh. geprägten Meinung spanne. Aber das habe ich schon oft gemacht und das interessiert keinen mehr oder ist eh schon bekannt.

Also schieße ich einfach mal drauf los. Ich halte es für verschwenderisch, sein Leben zu beenden, nur weil man die Aussicht darauf hat, dass danach etwas Anderes kommt. Ein jedes Leben ist kostbar, so kostbar wie jedes andere Leben auch. Auch wenn man Probleme hat oder sich hilflos fühlt, kann man noch immer die Zügel in die Hand nehmen und das machen, was einem glücklich macht oder den vorhandenen Umständen das Bestmögliche abgewinnen. Und wenn man dann eines natürlich Todes stirbt, dann erfährt man ohnehin, was danach kommt. Das kann einem ja keiner wegnehmen. Warum sollte man also die Chance verwerfen und eine Abkürzung nehmen, sodass man alles Schöne und Aufregende und alles Andere im Leben verpasst? 

Für Katholiken ist klar, dass sie in die Hölle kommen, wenn sie durch einen Selbstmord sterben. Angst als Druckmittel ist in theistischen Religionen beliebt. In der buddh. Lehre hingegen gilt ein menschliches Leben als besondere Chance, da man als Mensch am leichtesten aus dem ewigen Daseinskreislauf erwachen kann, was man dann Nibana bzw. Nirvana nennt. Durch einen Selbstmord verpatzt man sich die Chance sein Karma aufzulösen und wird quasi mit dem aktuellen Karma wieder geboren. Somit bringt ein Selbstmord eigentlich nichts, da es in der nächsten Existenz wieder genauso weitergeht, wie es zuvor aufgehört hat. Vielleicht noch ein bisserl schlechter, weil man durch das egoistische Ableben wahrscheinlich noch Leiden für andere Menschen auslöst und dadurch wieder mehr Karma anhäuft. 

Also, wie dunkel auch immer die Welt erscheinen mag, nimm es leicht, genieße es oder versuche das Beste daraus zu machen. Was danach kommt kann warten und läuft dir sicher nicht davon.

Sollten Buddhisten anderen Buddhisten helfen?

Seltsame Frage, oder? Was für jede Religion irgendwie selbstverständlich zu beantworten ist, muss ich mich hier in Österreich ernsthaft fragen. 

Mich hat ein e-Mail erreicht, dass ein buddh. Mönch (Theravada) aus Ruanda, Afrika, in Österreich ist um Asyl zu beantragen. Er ist ein Opfer des dortigen Genozids von 1994 und konnte seinen Hass und das Leiden durch Meditation und die buddh. Lehren sowie weiteren fernöstlichen Praktiken transformieren. Als er begann seinen Mitopfern zu helfen ihre Traumata zu verarbeiten, machte er sich in der Regierung Feinde, da er ganz offen über den Genozid sprach. Daher wurde er bald politisch verfolgt und muss mit lebensbedrohlichen Konsequenzen in seiner Heimat rechnen. 

https://vimeo.com/226441008

Eine UN Organisation, mit dem Ziel, für interreligiöse und -kulturelle Zusammenarbeit zu sorgen, hat ihm die legale Einreise nach Österreich ermöglicht, da hier ein internationales Event stattgefunden hat. Nachdem das Event geendet hat, hat sich aber der Schlammasel manifestiert. Dadurch, dass er legal und mit einem Visum eingereist ist, gehen die staatlichen Behörden davon aus, dass er sich bis zum Ablauf des Visums (4 Monate) selbst versorgen kann.

Naja, dass ein Mönch normalerweise keine umfangreichen Mittel und über kein Geld verfügt, ist der Tradition und dem kulturellen Kontext geschuldet. In vielen asiatischen Ländern ist der Winter nicht so kalt wie bei uns und die Menschen versorgen Mönche und Wanderasketen einfach so, ohne Fragen zu stellen. 

Im Westen geht das allerdings nicht so einfach, da finden wir schon irgendeinen Grund um weitläufig vorbeizuschauen. Naja, so auch im Büro der ÖBR, Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft, wo man ihn – ich versuche mich sachlich auszudrücken – mit einer Liste aller buddh. Zentren und Gruppen, Glückwünschen und einer ratlosen Mine verabschiedet hat. Ich sehe vollkommen ein, dass Flüchtlingshilfe nicht der Auftrag der ÖBR ist.

Aber meiner Meinung nach gibt es unzählige Buddhisten und andere Menschen, die einem hilfsbedürftigen Buddhisten helfen möchten, einfach so. Ganz egal, ob das menschenrechtlich geboten ist, in den Texten als verdienstvoll beschrieben wurde oder gänzlich unvoreingenommen der Fall ist. Ganz egal, ob der Hilfsbedürftige ein buddh. Mönch, Laie oder Wedernoch ist. Ein e-Mail an die Mitglieder der ÖBR – also alle offiziellen österreichischen Buddhisten – kostet praktisch nichts, kann aber ungemein viel bewirken. Ganz abgesehen davon, dass es einen buddh. Verein zur Flüchtlingshilfe – Schulterklopfer dafür hat sich die ÖBR in jeder Aussendung verliehen – gibt, der sich zwar am Ende diesen Jahres auflösen wird, aber bis dahin schon noch einiges bewirken könnte. 

Mich hat ein Freund des Hilfesuchenden, Sangharakkhita, durch Triratna erreicht. Scheinbar sind wir da für unsere Anwesenheit in Österreich schon bekannt. Jedenfalls stützt sich sämtliche Hilfe derzeit auf seinen entfernten Aufruf: https://www.justgiving.com/crowdfunding/sangharakkhita und dem, was ich erreichen kann. Naja, ich kenne ein paar Buddhisten, die seltsamerweise alle in finanziellen Schwierigkeiten stecken und eine Menge Christen, die ihr viel zu großes Haus lieber mit Dingen vollstopfen, als jemanden eine familiäre Unterkunft zu bieten. (Falls jemand, der von mir befragten sich damit angesprochen fühlt, naja, solange ich Niemanden gefunden habe, der ihn aufnimmt, müsst ihr es aushalten über einen Kamm geschert zu werden!) Unser Haus ist leider unausgebaut sogar für uns 3 langfristig zu klein. 

Ironie, dass es gerade die Adventzeit ist, als die hochträchtige Maria und ihr Josef keinen Einlass fanden. Sollt in unseren Breiten wohl jedem bekannt und aktuell sogar geläufig sein. Und damit habe ich mir einen Shitstorm von meinem seelenlosen Ego geschrieben und wünsche eine Adventzeit wie sie uns jedes Jahr heimsucht: aufdringlich, nach gesüßtem Alkohol stinkend, Nacht durchleuchtend Strom verbrauchend und vorallem stressig, um bloß das Wichtige im Leben zu vergessen. 

Was mir an der buddh. Bewegung Triratna so gefällt

Grundsätzlich kann man ja behaupten, der Buddhadharma sei farblos, also im Sinne von universell gültig, für jeden anwendbar. Allerdings kann der Dharma nicht ohne kulturellen Kontext transportiert werden. Ich meine, sowohl ganz allgemein gesprochen, dass man allein schon durch die Sprache in der man vom Dharma erfährt und in der man dessen Einsicht verarbeitet, eine nicht unwesentliche Färbung erhält, als auch durch welche Schule des Buddhismus der Dharma präsentiert wird. Im letzteren werden die Teilbereiche – sagen wir mal – mit einem bestimmten Spin versehen, was die charakteristischen Unterschiede sind, anhand derer man die buddh. Strömungen unterscheiden kann. Die tauchen den Dharm quasi Hals über Kopf in den Farbtopf. Dessen sollte man sich bewusst sein und das macht diese Religion oder Philosophie – je nach Perspektive – ja letztendlich auch spannend zu entdecken. 

Der stark überwiegende Teil der Buddhisten, die ich kennenlernen durfte sind zum Buddhismus konvertiert. Das ist leicht zu erklären, da – soweit ich weiß – es eigentlich überall so ist, dass Babies oder Kinder in eine Religion zwangsbeglückt werden. Individuell gesehen muss das nicht so sein, aber im allgemeinen ist das so, auch in buddh. Ländern. 

Zurückkommend auf meinen ursprünglichen Gedanken, möchte ich bewusst machen, dass wir europäischen konvertierten Buddhisten meist einen christlichen Hintergrund haben. Manche – wie auch ich – können erst durch den Dharma wirklich mit dem Christentum abschließen. Wobei es ja nicht die Lehren von Jesus Christus selbst sind, die innere Konflikte bei uns auslösen, sondern eher das Drumherum. Und das Drumherum kann einfach daran liegen, dass versucht wird eine Religion allen aufzuzwingen und als einzigen gesellschaftlichen Rahmen für das öffentliche Leben zu verwenden. Also wer sich zB Sonntags nicht beim ‚Gottesdienst‘ sehen lässt, über den kann man herziehen.

Und das kommt leider vermutlich auch mit allen Religionen vor, auch in den buddh. Ländern. 

Sangharakshita bezeichnet so etwas als ethnische Religion, die von sich aus noch keinen Raum für spirituelle Entwicklung liefert, sondern eher nur mal ein gemeinsames Weltbild erhaltet. Also quasi auch fast schon ein Todesurteil für die Lehre dieser jeweiligen Religion darstellt.  

Vor diesem Hintergrund gefällt mir an der buddh. Bewegung Triratna, dass die verschiedenen buddh. Schulen, welche alle ihren gefärbten Dharma transportieren, in deren Kontext betrachtet werden. Was für konvertierte Buddhisten selbstverständlich ist, da fast keiner von uns in der Kultur aufgewachsen ist, dessen Schule man sich vielleicht zugehörig fühlt. Wir können einen Blick von draußen auf die Lehre werfen und die Gemeinsamkeit entdecken aber auch die Vorteile der Unterschiede. 

Der Dharma ist universell, egal ob Nibana, Zen, Samadhi oder wie auch immer es bezeichnet wird oder welches Konzept es erklären soll. Die Idee, die Erkenntnis, welche wir erfahren, ist das einzige was zählt. Und für mich ist dieser – vielleicht etwas wissenschaftlich wirkender – Zugang, der passende. Ich folge dem Weg mit Karten, Wegweisern vorort, Reiseführern aus unterschiedlich Zeiten, Reiseberichten verschiedendster Autoren und meinen offenen Augen. Was mir hilft, das lehne ich nicht voreilig ab, nur weil mir die Farbskala vielleicht nicht passt. 

Für meine Praxis färbe ich mir den Dharma aber auch gerne und bewusst in meinen Farben ein, nicht aus Bequemlichkeit, sondern als Hilfsmittel. Buddhismus ist dein Werkzeug, nutze ihn, wie du ihn brauchen kannst, aber niemals halbherzig.

Bücher für frische Eltern

Warum ‚frisch‘? Naja, weil die aller meisten Eltern, die ich kenne, mit jungen Kindern doch näher um die 30 oder älter sind als um die 20 oder jünger. Daher erschien mir ‚Bücher für junge Eltern‘ irgendwie unpassend.

An sich haben wir schon zwei wertvolle Bücher für Eltern empfohlen. Aktuell lese ich wieder ein Buch, das einfach perfekt zu uns passt, uns erklärt was wir fühlen und bestätigt, dass es richtig ist. Das uns auch sagt, was das Hörnchen fühlt und dass es richtig so ist. 

Und irgendwie ergänzen sich diese 3 Bücher ideal:

  1. Die selbstbestimmte Geburt – sollte man vor oder während der Schwangerschaft lesen (ich habe auf die Schnelle keinen Beitrag von uns über das Buch gefunden, daher ein Link auf das Buch über Thalia)
  2. Beyond the Sling – sollte man spätestens in den ersten Monaten des Nachwuchses lesen
  3. Liebe und Eigenständigkeit von Alfie Kohn sollte man eigentlich schon vor dem ersten Geburtstag des Mini-Menschen gelesen haben

Tja, bei uns, besser spät als nie. Soweit ich gelesen habe, beschreibt das Buch, dass dein Kind ein eigenständiger Mensch ist, dem du mit deiner ganzen Aufmerksamkeit begleitest und respektierst. Je nach Entwicklung benötigt dein Nachwuchs mehr oder weniger Achtsamkeit. Spätestens bei Konflikten sollte man sich in die Perspektive des Kindes begeben damit man versteht, was den Konflikt ausgelöst haben könnte. Aber Auszeiten, Bestrafungen und auch Belohnungen sind keine hilfreichen Erziehungsmethoden. 

Ja, auch Belohnungen helfen nicht, dass ein Kind etwas aus eigenem Antrieb gut findet. Das war eine schwere Lektion für mein Ego, aber es stimmt schon, dass es einfach nur die andere Seite derselben Medaille ist. Dein Kind ist aber kein Hund und möchte auch nicht so trainiert werden. Kinder wollen sich entfalten, sich selbst und ihre Umwelt kennen lernen. Und weil wir ihnen das ermöglichen, können sie auch unsere Hilfe annehmen, um sich in dieser Welt zurecht zu finden. 

Bedingunslose Liebe ist der Schlüssel. Unsere Kinder sollen sich von uns geliebt fühlen, nicht kontrolliert oder bestraft wenn sie etwas falsch gemacht haben. Als Eltern sind wir der sichere Hafen, wo man angenommen wird, wie man ist. Und das bedeutet nicht, dass man mit Geschenken, Ablenkungen oder Belohnungen überhäuft wird. Eher zuhören und beobachten und zualler erst sein eigenes Verhalten – das der Eltern – korrigieren. 

Wir haben bereits die Erfahrung gemacht, mit noch frischeren Eltern als wir es sind, welche versuchen ihr Kind durch einen sehr strengen Ton und einem böse verzogenen Gesicht vor einer vermeindlichen Gefahrenquelle zu schützen. Aus der Sicht des Kindes verhindern dessen Eltern die Neugierde an einem nicht aktiven Schwedenofen, die vermeindliche Gefahrenquelle, zu stillen. Stattdessen scheint es, dass die Eltern jetzt plötzlich auch noch verärgert oder wütend sind. Kein Wunder, dass sich ihr Kind in dieser Situation, vielleicht auch noch in einer fremden und ungewohnten Umgebung, nicht mehr wohl fühlt.

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu kompliziert ausgedrückt. Jedenfalls gibt es bei dieser Familie nur eine Kochplatte, die noch außerhalb der Erreichbarkeit des Kindes liegt. Unser Hörnchen musste stattdessen bereits mit den ersten unterstützenden Schritten lernen, dass man sich an unserem Tischherd auch an allen Seiten verbrennen kann. Es dem Hörnchen schlichtweg zu verbieten, dem Herd in jeglicher Situation nahe zu kommen, wäre aus unserer Sicht nicht sinnvoll gewesen. Wissenschaftliche Statistiken aus dem Buch legen nahe, dass durch strenge elterliche Kontrolle und Maßregelung die Wahrscheinlichkeit steigt, dass das Kind in unserer Abwesenheit gerade das Verbotene tun wird. 

Das bestärkt uns, dass wir damals gefühlsmäßig richtig gehandelt haben. Wir haben das Hörnchen mit viel Einfühlungsvermögen vor den Gefahren gewarnt, gezeigt wie man die Risiken abschätzt, nicht-lebensbedrohliche Erfahrungen sammeln lassen und wenn es sich erschreckt oder verletzt hat, dann waren wir sofort mit tröstendem Verhalten zur Stelle. Nachdem es sich beruhigt hatte, konnten wir die Situation nochmal reflektieren und die Gefahren verbalisieren. 

Ich vertraue meinem Kind, dass es mittlerweile weiß, wie es sich bei einem Ofen, unabhängig davon ob darin ein Feuer brennt oder nicht, verhalten kann.

Gehe hin und tu Gutes!

wanderlust

Wenn ich ich sein will – also ich müsste alles abstreifen was nicht ich ist, und dann würde ich überbleiben.
Ich versuche das jetzt mal: ich will mal kurz alles vergssen und der Einfachheit wegen mich auf einatmen & ausatmen konzentrieren. Also; einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen, dieser eine Abend…
OK, ganz kurz hat’s funktioniert. Aber dann ist halt doch ein Gedanke dahergekommen… einer aus meinem Gedächtnis (no na, woher denn sonst).

Da wir die meiste Zeit aber nicht nur ganz ich sind, sondern ich+alle möglichen Alltagssorgen+Stress+Wünsche&Begierden+vieles mehr, drängen ständig Erinnerungen ins Kopfkino, verwenden wir vergangene Erfahrungen zur Bewertung gegenwärtiger Entscheidungen, können uns einmal angeeigneter Verhaltensmuster kaum erwehren, greifen auch bewußt auf erlernte Verhaltenssequenzen zurück, …

Das bedeutet, alle Erlebnisse und Erfahrungen prägen das Individuum, dessen Entscheideungen und somit das Verhalten!

Wer sich also selbst Gutes tun will, dem sei in diesem Sinne geraten, möglichst viele positive, brauchbare Erlebnisse zu haben…

Ursprünglichen Post anzeigen 25 weitere Wörter

Blogparade: Eine Liebeserklärung an mich selbst

Inside-trip hat mit http://wp.me/p7nIpb-Yu wieder einen sehr schönen Beitrafg formuliert und ruft damit zu einer Blogparade auf. Cao und ich und einige andere wurden persönlich eingeladen folgende Fragen zu beantworten. 
In Tell me haben wir schon gesehen, wie unterschiedlich die Perspektiven von manchen Bloggern sind und dennoch nachvollziehbar zu denselben Konsequenzen oder Schlussfolgerungen führen. Sehr lesenswert zu vergleichen.

Und es geht los.

Was liebst du an dir?

Puh, was für eine Frage! Früher war immer klar, dass ich meine Augen als das beste an mir sah, weil die Iris – ohne Übertreibung – wunderschön ist. Aber sonst? 

Ein spiritueller Freund, Sungrab, lehrte uns, jemanden zu lieben bedeutet sich zu wünschen, dass dieser uneingeschränkt glücklich sei. Das kann man auch leicht für sich selbst empfinden aber nicht für Teile. Aber mit dieser Frage ist etwas anderes gemeint, nämlich was man besonders gern an sich hat. Pff, keine Ahnung, alles halt, nichts, die Augen.

Wie kultivierst du Selbstliebe im Alltag?

Was verstehe ich überhaupt unter Selbstliebe? Das muss mal geklärt werden. Der Subtitel unserer Seite heißt, ‚Von der Selbstfindung bis zur Egoauflösung‘. Sich selbst zu finden bedeutet meist sich selbst mal anzunehmen wie man ist. Also Illusionen über sich selbst fallen zu lassen und das was man hat einfach mal gelten zu lassen. Ist das nicht schon Selbstliebe? 

Im traditionellem Buddhismus übt man Selbstliebe – genau wie die altruistische Liebe – durch Metta-Meditation. Aber ich finde der erste echte Schritt passiert nicht erst in der formalen Übung, sondern wenn man erkennt, dass man so wie man gerade ist durch viele Einflüsse so geworden ist, durch alles was man so im Leben mit- und durchgemacht hat. Und so ist es jetzt und so geht es weiter und man sitzt durchaus am Entscheidungshebel.

Selbstliebe verstehe ich demnach die Selbstverantwortung anzunehmen und sich dadurch im allgemeinen mit sich im Reinen zu sein. Natürlich passiert immer wieder mal etwas das sowas wie schlechtes Gewissen auslöst. Selbstliebe zu kultivieren bedeutet für mich sich mit dem schlechtem Gewissen zu beschäftigen und zu reflektieren. Und wenn die Situation dann beleuchtet und ggf. Maßnahmen getätigt oder entschieden wurden, dann fühlt man sich wieder mit sich im Reinen. 

Also kurz gesagt kultiviere ich Selbstliebe durch innere Arbeit an mir selbst oder quasi kontinierliche spirituelle Entwicklung.

Wie stellst du es dir zukünftig vor?

Na das ist ein laufender Prozess bis ans Ziel. Ist man im buddh. Sinne erwacht, dann hat man sich soweit entwickelt, dass man nicht mehr an sich arbeiten braucht. Keine Situation wirft dich dann aus der Bahn da man sich intuitiv angemessen verhält, perfekter Einklang mit Allem.

Was machst du an Tagen, an denen so ziemlich alles einfach nur schwer fällt?

Das gehört halt einfach dazu. Annehmen, dass es jetzt mal so ist. Sich freuen versuchen, dass auch das vorbeigehen wird. Und vielleicht auch versuchen die Mitmenschen zu warnen. Das wird überraschend gut angenommen.

Was hast du dir heute Gutes gegönnt?

Einfach mal die Katze streicheln bis sie schläft.

Was war heute dein Kompliment an dich?

Hmm, ich empfinde das eher als Freude an einer gut durchstandenen Situation, also ohne verbaler Expression. 

Heute habe ich mich gefreut, dass ich konstruktive Kritik an einem Kollegen scheinbar angemessen vermitteln konnte. 

Zur Erklärung, eine meiner Aufgaben in der Firma ist es technische Angelegenheiten und Fehler mit weniger erfahrenen Kollegen aufzuarbeiten. Das passiert annähernd ausschließlich über Chat oder Telefonate, hauptsächlich in englischer Sprache und im konkreten Fall mit einem – auf mich arrogant wirkenden – tschechischen Kollegen. Und via Chat bekommt man relativ wenig emotionales Feedback mit. Aber es hat sich gelesen, als hätte er es konstruktiv verstanden und da habe ich mich gefreut.

Was konntest du bereits an dir annehmen?

Boah, wo soll ich anfangen? Die harten Nüsse waren:

  • in meiner Jugend, dass ich trotz meiner Nase gemocht werden kann;
  • dass ich Gefühle eher verbal äußere, anstatt sie zu zeigen;
  • dass ich mich nicht verhalte, wie ich es gelernt habe, dass sich ‚Männer‘ verhalten;
  • dass ich nicht an einen Gott im Sinne eines allmächtigen Schöpfergottes glaube;
  • dass ich das Leben an sich als wertvoller erachte als mein eigenes Leben;
  • dass andere Menschen ihre eigenen Erfahrungen haben und daher ihre eigene gültige Meinung haben;
  • uvm.

Deine Liebeserklärung an dich?

Du bist auf dem rechten Weg für dich.

Was auch immer du gerne teilen möchtest!

Auch du kannst deinem rechten Weg für dich folgen.