Archiv der Kategorie: Buddhismus

Sämtliches was im Zusammenhang zu Buddhismus und der buddh. Lehre zuordenbar ist.

Blogparade: Eine Liebeserklärung an mich selbst

Inside-trip hat mit http://wp.me/p7nIpb-Yu wieder einen sehr schönen Beitrafg formuliert und ruft damit zu einer Blogparade auf. Cao und ich und einige andere wurden persönlich eingeladen folgende Fragen zu beantworten. 
In Tell me haben wir schon gesehen, wie unterschiedlich die Perspektiven von manchen Bloggern sind und dennoch nachvollziehbar zu denselben Konsequenzen oder Schlussfolgerungen führen. Sehr lesenswert zu vergleichen.

Und es geht los.

Was liebst du an dir?

Puh, was für eine Frage! Früher war immer klar, dass ich meine Augen als das beste an mir sah, weil die Iris – ohne Übertreibung – wunderschön ist. Aber sonst? 

Ein spiritueller Freund, Sungrab, lehrte uns, jemanden zu lieben bedeutet sich zu wünschen, dass dieser uneingeschränkt glücklich sei. Das kann man auch leicht für sich selbst empfinden aber nicht für Teile. Aber mit dieser Frage ist etwas anderes gemeint, nämlich was man besonders gern an sich hat. Pff, keine Ahnung, alles halt, nichts, die Augen.

Wie kultivierst du Selbstliebe im Alltag?

Was verstehe ich überhaupt unter Selbstliebe? Das muss mal geklärt werden. Der Subtitel unserer Seite heißt, ‚Von der Selbstfindung bis zur Egoauflösung‘. Sich selbst zu finden bedeutet meist sich selbst mal anzunehmen wie man ist. Also Illusionen über sich selbst fallen zu lassen und das was man hat einfach mal gelten zu lassen. Ist das nicht schon Selbstliebe? 

Im traditionellem Buddhismus übt man Selbstliebe – genau wie die altruistische Liebe – durch Metta-Meditation. Aber ich finde der erste echte Schritt passiert nicht erst in der formalen Übung, sondern wenn man erkennt, dass man so wie man gerade ist durch viele Einflüsse so geworden ist, durch alles was man so im Leben mit- und durchgemacht hat. Und so ist es jetzt und so geht es weiter und man sitzt durchaus am Entscheidungshebel.

Selbstliebe verstehe ich demnach die Selbstverantwortung anzunehmen und sich dadurch im allgemeinen mit sich im Reinen zu sein. Natürlich passiert immer wieder mal etwas das sowas wie schlechtes Gewissen auslöst. Selbstliebe zu kultivieren bedeutet für mich sich mit dem schlechtem Gewissen zu beschäftigen und zu reflektieren. Und wenn die Situation dann beleuchtet und ggf. Maßnahmen getätigt oder entschieden wurden, dann fühlt man sich wieder mit sich im Reinen. 

Also kurz gesagt kultiviere ich Selbstliebe durch innere Arbeit an mir selbst oder quasi kontinierliche spirituelle Entwicklung.

Wie stellst du es dir zukünftig vor?

Na das ist ein laufender Prozess bis ans Ziel. Ist man im buddh. Sinne erwacht, dann hat man sich soweit entwickelt, dass man nicht mehr an sich arbeiten braucht. Keine Situation wirft dich dann aus der Bahn da man sich intuitiv angemessen verhält, perfekter Einklang mit Allem.

Was machst du an Tagen, an denen so ziemlich alles einfach nur schwer fällt?

Das gehört halt einfach dazu. Annehmen, dass es jetzt mal so ist. Sich freuen versuchen, dass auch das vorbeigehen wird. Und vielleicht auch versuchen die Mitmenschen zu warnen. Das wird überraschend gut angenommen.

Was hast du dir heute Gutes gegönnt?

Einfach mal die Katze streicheln bis sie schläft.

Was war heute dein Kompliment an dich?

Hmm, ich empfinde das eher als Freude an einer gut durchstandenen Situation, also ohne verbaler Expression. 

Heute habe ich mich gefreut, dass ich konstruktive Kritik an einem Kollegen scheinbar angemessen vermitteln konnte. 

Zur Erklärung, eine meiner Aufgaben in der Firma ist es technische Angelegenheiten und Fehler mit weniger erfahrenen Kollegen aufzuarbeiten. Das passiert annähernd ausschließlich über Chat oder Telefonate, hauptsächlich in englischer Sprache und im konkreten Fall mit einem – auf mich arrogant wirkenden – tschechischen Kollegen. Und via Chat bekommt man relativ wenig emotionales Feedback mit. Aber es hat sich gelesen, als hätte er es konstruktiv verstanden und da habe ich mich gefreut.

Was konntest du bereits an dir annehmen?

Boah, wo soll ich anfangen? Die harten Nüsse waren:

  • in meiner Jugend, dass ich trotz meiner Nase gemocht werden kann;
  • dass ich Gefühle eher verbal äußere, anstatt sie zu zeigen;
  • dass ich mich nicht verhalte, wie ich es gelernt habe, dass sich ‚Männer‘ verhalten;
  • dass ich nicht an einen Gott im Sinne eines allmächtigen Schöpfergottes glaube;
  • dass ich das Leben an sich als wertvoller erachte als mein eigenes Leben;
  • dass andere Menschen ihre eigenen Erfahrungen haben und daher ihre eigene gültige Meinung haben;
  • uvm.

Deine Liebeserklärung an dich?

Du bist auf dem rechten Weg für dich.

Was auch immer du gerne teilen möchtest!

Auch du kannst deinem rechten Weg für dich folgen.

Der mittlere Weg beim Begleiten des Kindes

Grundsätzlich identifizieren wir unser Verhalten gegenüber dem Hörnchen als Attachment Parenting bzw. bindungsorientierte Erziehung, wobei mir das deutsche Wort Erziehung nicht annähernd so gut gefällt wie das englische Parenting. Im deutschen würde ich bindungsorientierte Begleitung als schönen und passenden Begriff finden.

Man findet da ein paar Bücher und Webseiten sowie viele tolle und authentische Blogs. Es gibt nicht wirklich starre Regeln, sondern genauso wie im Buddhismus, Konsequenzen und Richtlinien, an die man sich halten kann. Oder man befasst sich mit dem Hintergrund und versteht die Sinnhaftigkeit und dann verhält man sich einfach mit dem Wissen im Hinterkopf entsprechend. 

Viele Menschen unserer Generation und derer Eltern sind ja leider mit vielen Ratschlägen, Regeln und Ablenkungen erzogen worden, damit die lieben Eltern recht bald wieder zur Arbeit erscheinen konnten. Da war nicht immer das Ziel, das Beste für das einzelne Kind zu erreichen. Auch wenn man sich Ausreden hat einfallen lassen, die das suggerieren könnten. (Der Klassiker: „Lass sie schreien, davon bekommen sie starke Lungen.“)

Ich sehe eine Menge Gemeinsamkeiten zwischen westlichem Buddhismus und Attachment Parenting:

  • harte Werte
  • weiche Werte und 
  • ganz viel Einfühlungsvermögen.

Ich möchte das Wort Liebe nicht verwenden, da auch Menschen die ihre Kinder schlagen oft mit Liebe argumentieren. Also versuche ich über dieses schwammig definierte Wort hinaus zu denken.

Ich habe in meinem Leben irgendwann begonnen, Werte zu finden, die mir wichtig sind. Unter anderem sind da die Menschenrechte sehr wichtig. Unter deren Einfluss ist einer meiner harten Werte, den ich von meinen Eltern übernommen habe, das man Kinder nicht schlägt, auch keine ‚Gsunde Watschn‚. Da kann man jetzt sehr viele Begründungen anführen, aber ich halte das mal für selbstverständlich und für mich ist das einfach keine Option. Das ist also ein harter Wert.

Ein weicher Wert ist zum Beispiel rechter Konsum. Ich bemühe mich, wo es möglich ist, bio zu kaufen. Und falls es mal doch zu einer seltenen Ausnahme kommt, weil es auf der Raststätte oder so kein Bio-Brot gibt, dann ist das auch ok. Bei unserem Hörnchen haben wir das erste Jahr noch viel Energie aufgebracht, damit es von Süßigkeiten und dergleichen verschont blieb. Mittlerweile ist es einem weichem Wert gewichen. Wenn wir etwas Süßes essen, kann das Hörnchen auch gerne mitessen. Dadurch kostet es meist nur und ist dann wieder etwas Besseres/Gesünderes.

Wir sind der Meinung, dass man auch mit gutem Beispiel voran gehen muss. Da unsere Kinder uns im Normalfall nachzueifern versuchen, bringt man sie am leichtesten dazu sich gesund zu ernähren, indem man sich selbst gesund ernährt. Uupsi, „…ich bringe mein Kind dazu…“ jetzt sind wir doch schon erziehend. Musste ja so kommen.

Und dann gibt es noch unzählige situationsbezogene Ausnahmen, wenn es das Einfühlungsvermögen gebietet. Nicht immer heißt das, dass man nachgeben muss. Aber wenn unser Hörnchen emotional wird, dann soll das nicht verdrängt oder unterdrückt werden. Je nachdem hilft kuscheln oder die angedachte Entscheidung überdenken, Erklärungen oder vielleicht auch mal Ablenkungen.

Aber die eigene Bequemlichkeit darf nicht der Grund für eine Blockadehaltung werden. Aktuell sind wir mit unserem Miniwohnwagen an steirischen Seen unterwegs und ich kann es nicht glauben, was da manche Eltern ihren Kindern verbieten, mit an den Haaren – oder am Ego – herbeigezogenen Ausreden. Ich betone nochmal, man muss nicht alles mitmachen. Aber unsere Kinder wollen die Welt kennenlernen und sie können sich nur weiterenteickeln wenn sie auch was erleben dürfen.

Der Weg des geringsten Widerstandes

In unserem Privatleben gibt es derzeit ein paar Ungereimtheiten. Es geht um Themen, die für uns eigentlich selbstverständlich sind und wir daher auch angenommen haben, dass sie das für Andere ebenso sind, zumal es sich um Menschen handelt, die uns und unsere Einstellung eigentlich gut kennen.

Jedenfalls habe ich heute mit toe ein wenig über ein paar Situationen gesprochen und wir haben unsere Standpunkte abgeglichen und geklärt. Irgendwann kam dann mal der Satz:“Es wäre der Weg des geringsten Widerstandes“, allerdings mit der Bemerkung, dass dies kein Argument dafür sei!

Über diese Aussage musste ich erstmal nachdenken. Darüber, warum man diesen Weg nur allzu oft geht, obwohl es einem deutlich gegen den Strich geht? Darüber, warum man an manchen Dingen festhält oder sie macht, obwohl sie einem absolut nicht wichtig sind, es aber von der Gesellschaft so erwartet wird? Warum man nicht authentisch in jeder Situation reagiert, so wie man es in seinem tiefsten Inneren für richtig hält? Und wieso man am liebsten auf keinerlei Widerstände in seinem Leben stoßen möchte, ungeachtet dessen, dass man daran wachsen kann und sich dadurch möglicherweise weiterentwickelt.

Ganz ehrlich, ich habe keine befriedigende Antwort gefunden! Natürlich ist mir bewusst, dass sehr viel an unserem Ego liegt, dass sich quasi in den Vordergrund drängt, alles auf sich bezieht und so die objektive Sichtweise in den Hintergrund stellt. Außerdem spielt der Verstand eine große Rolle, der ständig und unaufhörlich abwiegen muss, ob und warum bestimmte Dinge gut oder schlecht sind, was passieren würde wenn … und blablabla … 

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob der Großteil der Menschen aus einer tiefen, evolutionsbedingten Angst heraus, am Ende alleine zu sein, so handelt oder ob es einfach der Zeitgeist ist?

Wir gehen eigentlich schon lange unseren eigenen Weg, egal, was andere denken oder sagen. Vieles machen wir anders, als es heutzutage in unserer Gesellschaft üblich ist und wir geraten immer wieder auf Widerstand. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die wir eigentlich nur tun, um den besagten Weg des geringsten Widerstands zu gehen, weil es einfacher ist, weil man sich mit etwas bestimmten nicht auseinandersetzen muss oder man die Gefühle Anderer nicht verletzen will.

Was meint ihr dazu? Sollte man immer seinen Weg gehen und seinen Prinzipien folgen, auch wenn das bedeutet, dass man in manchen Bereichen nicht mehr Teil der Gesellschaft ist oder damit Andere eventuell verärgern bzw. verletzen könnte? Kann man überhaupt für die Gefühle Anderer verantwortlich sein?

Spielen Buddhisten Killerspiele?

Also ich kenne nicht alle anderen Buddhisten, aber mich schon. Ich mag Schach, ich mag Kartenspiele und ich liebe Videospiele. Auch wenn es da im Virtuellen brutal zugehen sollte. 

Da scheiden sich wiedermal die Geister. Es geht im Buddhismus um die innere Haltung, weshalb viele zB. nicht mit Pfeil und Bogen auf 3D Figuren von Tieren schießen würden. Und das obwohl sie meistens kein Problem mit Fleischessen haben. 

Innerhalb des Zen gibt es viele Traditionen, in denen mit Waffen hantiert wird. Einige davon sind historische Kriegsgeräte. Also heute normalerweise nicht mehr im Kriegseinsatz, aber damals – als sich diese Traditionen gebildet oder entwickelt haben – waren das vermutlich moderne Waffen. 

Im wesentlichen nutzen heutige Praktizierende dieser Richtungen die Bewegungsfolgen in der Handhabung dieser Waffen um innere Ruhe zu finden. Das kann man nachvollziehen, wenn man sich einen Meister beim Bogenschießen anschaut. Die jahrelang einstudierten Bewegungen und Gleichgültigkeit gegenüber dem Ergebnis bewirken auch bei Zusehern Entspannung.

Und zwar obwohl dieselbe Bewegungsabfolge mit dem Gerät in seiner erdachten Anwendung für den brutalen Tot eines Lebewesens sorgen würde. Der springende Punkt ist somit zum einen, dass niemand verletzt wird und zum anderen, dass die innere Haltung absichtslos ist.

Ich behaupte dasselbe bei Videospielen zu machen, im speziellen bei Killerspielen. Mein Beispiel: Multiplayer Online Battle Arena (MOBA) bekannt geworden durch Unreal Tournament.

Dabei spielt man in einer virtuellen Arena online gegen andere Mitspieler. Stirbt der virtuelle Charakter durch Waffengewalt einen virtuellen Tod, bekommt das gegnerische Team oder der Mörder einen Punkt. Der Gefallene respawnt und es geht weiter. 

Es geht bei diesem Videospiel also primär darum, möglichst viele Gegner am besten mehrfach virtuell zu ermorden. So sieht es aus, wenn man einem Spieler über die Schulter sieht.

Das eigentliche Ziel eines guten Spielers ist es aber möglichst viele Punkte zu machen. Wie diese erreicht werden sind Rahmenbedingungen des Spiels. Und die erforderliche Geschicklichkeit erreiche ich, indem ich mit einer Gleichgültigkeit dem Ergebnis gegenüber, im Moment mit ganzer Achtsamkeit und Konzentration in die Tasten klopfe bzw. abwarte. 

Man verschmilzt während des Spielens mit dem Controller und befindet sich im totalen Fokus der sensorischen Eindrücke. Erst wenn ich nicht mehr den Treffer meines Gegners bejubel und den Tot meines Avatars betrauere, bin ich innerlich so frei und leidenschaftslos um ein perfektes Spiel hinzulegen. Und mich quasi wie Conan durch die gegnerischen Massen zu schlagen.

Es kommt tatsächlich auf die innere Haltung an. Ich möchte nicht wirklich den gegnerischen Spieler töten, verletzen oder nieder machen. Wenn die Teambildung automatisch erfolgt, kann es sogar sein, dass ein schlimmer Erzfeind schon in der nächsten Runde der ideale Mitspieler wird. Aber auch ohne diesem Umstand geht es nicht um den Tot, sondern um eine gute Spielerfahrung, spannend und herausfordernd.

Auch wenn vielleicht nur Reaktionsfähigkeit, Fingerfertigkeit und Entscheidungsfreudigkeit trainiert werden, so kann man während einem Spiel, das ‚easy to learn but hard to master‘ ist auch eine Art meditativen Zustand erreichen, der meiner Erfahrung nach mit dem des Bogenschießens vergleichbar – wenn nicht sogar ident – ist.

Das heißt jetzt keineswegs, dass ich unser Hörnchen so früh wie möglich in die Gamingszene einführen möchte. Ich spiele seit später Kindheit und arbeite einfach mit meinen vorhandenen Konditionierungen, bis ich diese ablegen kann. Dem Hörnchen hoffe ich einige meiner Konditionierungen ersparen zu können.

Dr. der guten Hoffnung

Seit langem möchte ich über jemanden schreiben. Doch bei dieser bei uns recht unbekannten Persönlichkeit, gibt es soviel zu sagen, dass ich weder weiß, wo ich anfangen soll, noch wie ich einen Beitrag relativ kurz halten kann.

Und weil ich nach über einem Jahr nicht einen Schritt weiter gekommen bin, schreibe ich einfach mal was mir so in den Sinn kommt, eine Art Brainstorming.

Ambedkar ist in Indien als kastenloser Hindu geboren und als Buddhist gestorben. Er hat mit Sicherheit einen größeren Fußabdruck in Indien hinterlassen als Gandhi. Als Kastenloser profitierte er von der englischen Besatzung durch den Erhalt von Bildung, was ihm ansonsten verwehrt geblieben wäre. Trotzdem strebte auch er die Unabhängigkeit Indiens an. Sein Leben lang wurde er von Hindus anderer Kasten diskriminiert, schlimmer als die Inder von den Engländern behandelt wurden. Fast alle seine Kinder und seine Frau starben vor ihm.

Aufgrund seines Vorbildes konvertierten Millionen Inder zum Buddhismus und dürfen sich dadurch endlich auch spirituell entwickeln. Die ehemaligen Kastenlosen werden noch immer diskriminiert, was durch die Verfassung eigentlich verboten ist. Aber das Selbstbild der Betroffenen hat sich geändert und bietet nun doch Möglichkeiten statt Perpektivlosigkeit. Ambedkar hat an der neuen Verfassung maßgeblich mitgearbeitet.

Durch sein Vorbild inspiriert er noch immer von-der-Gesellschaft-ausgeschlossene wie die Gipsy Communities von Ungarn und Slowakei. Es ist die Aufgabe eines Buddhisten die Gesellschaft zum Besseren zu wandeln, je nach Handlungsspielraum auch innerhalb der Politik.

Als er starb hatten die Massenkonversionen erst begonnen. Sangharakshita führte die rituellen Zufluchtnahmen fort. Die neuen Buddhisten hatten es schwer von den historischen buddh. Traditionen ernst genommen zu werden. Nach vielen ziellosen Jahren unterstützten Triratna-Pioniere die Konvertierten und leerten den Buddhadharma in Indien.

Also ein Westler ging nach Indien, kam zurück nach UK und unterrichtete Briten, wovon später einige nach Indien gingen um Inder zu unterrichten.

Heute gibt es wesentlich mehr Triratna Buddhisten in Indien als in der restlichen Welt. Und sie haben trotz Widerstände Erstaunliches erreicht.

Ein Experiment mit mir selbst

Man kann es jetzt Zufall nennen oder wie man sonst gerne mag, denn ich habe vor etwa zwei Wochen über ein Phänomen nachgedacht und zwei Tage später genau dieses erlebt. Es geht um etwas ganz Simples, was aber in meinem Kopf auf gewisse innere Widerstände a la „das passt so nicht“ stößt. Ich rede hier ganz einfach vom Tragen verschiedener Socken. Also genauergesagt Socken, die sich in Farbe oder Muster unterscheiden und daher kein ‚Paar‘ mehr bilden. Jahrzehntelang und schon von kleinauf darauf trainiert, ist es für mich nicht einfach, dieses Verhaltensmuster zu durchbrechen. Denn mir wurde, wie wahrscheinlich den meisten von uns, gelernt, dass man Socken als Paar anzieht, das heißt, der auf dem rechten Fuß ist an jedem Tag ident mit dem am linken Fuß! Und auch wenn ich sonst recht unkonventionelle Kleidung trage und versuche, nicht in Schubladen zu denken, so gehören Socken doch irgendwie zu den Dingen, die ich ganz automatisch paarweise in den Sockenkorb gebe und auch anziehe.

Also habe ich mich dazu entschieden, meine Muster zu durchbrechen und eine zeitlang verschiedene Socken zu tragen. Ich habe das schon ab und zu bei anderen Leuten gesehen und immer irgendwie lustig gefunden. Zwei Tage nach diesem Entschluss haben wir uns mit lieben Menschen getroffen und einer hatte tatsächlich auch zwei verschiedene Socken an. Sie unterschieden sich ein wenig in der Farbe und total im Muster. „Ich greife jeden Tag in den Sockenkorb und nehme zwei davon heraus. Wenn ich mal zwei gleiche erwische, ist es ein besonders guter Tag!“ sagte unser Bekannter scherzhaft.

Ich startete mit dem Experiment. Zuerst fand ich es seltsam, denn wenn ich nach unten blickte, schauten mir da, so könnte man meinen, zwei verschiedene Füße entgegen. In meinem Kopf war immer noch diese Blockade, dieses Schubladendenken, dass nur gleich und gleich stimmig ist. Die meiste Zeit des Tages bemerkte ich es allerdings gar nicht, manchmal fiel es mir zwar auf, ich lenkte aber weiters keine Aufmerksamkeit darauf. Irgendwann, nach zwei oder drei Tagen, störte mich die Ungleichheit meiner Socken wieder etwas stärker und ich erwischte mich bei dem Gedanken:“Ist ja nur ein Versuch für eine gewisse Zeit lang.“ Genau da erkannte ich, dass es sehr einfach ist, aus seinen Gewohnheiten auszubrechen, wenn man weiß, und sei es nur unterbewusst, dass man am Ende wieder in diese zurückfallen kann oder auch wird. Also beschloss ich für mich, einfach mit den ungleichen Paaren an Socken weiter zu machen und zu schauen, wie es mir dabei geht, ob sich mein Denken ändert oder wo es mich hin führt. Denn momentan kommt mein Ego mit der Idee des ‚Andersseins‘ sehr gut zurecht und ich denke, das zu überwinden wird der nächste Schritt, den ich angehen werde!

Gibt es bei euch auch solche kleinen Dinge, die innere Widerstände auslösen und habt ihr sie schon mal versucht zu lösen?

Zufrieden sein mit der Unzufriedenheit

Heute fühle ich mich sehr geerdet, ruhig und ausgeglichen. Warum genau, weiß ich selbst nicht, denn dieser Tag verläuft eigentlich genauso, wie die meisten anderen Tage in der Woche, an denen ich mit unserem Kind bis zum späten Nachmittag alleine zu Hause bin. Aber irgendwie fühlt es sich so an, als hätte ich etwas verstanden, als wäre da eine Einsicht, die meine Sicht der Dinge in ein anderes Licht rückt. Es ist nur ein Gefühl, nichts, was man mit dem Verstand wirklich erfassen und in Worten erklären könnte. 

In den letzten Wochen spürte ich eine zunehmende Unzufriedenheit. Der Schlafmangel und die kaum vorhandene Freizeit sind daran nicht ganz unschuldig. Ja, es ist nicht immer leicht, fast den ganzen Tag alleine mit einem kleinem Kind zu verbringen, das viele Bedürfnisse hat, die es noch nicht selbst stillen kann und man somit die eigenen Bedürfnisse gänzlich hintan stellen muss. Dazu sitze ich hier quasi fest, denn Auto hab ich momentan keines, die öffentlichen Verkehrsmittel fahren unregelmäßig selten und wegen dem saukalten, winterlichen Wetter  bräuchte ich sowieso erstmals Stunden, um uns beide dick einzupacken. Toe erledigt außerhalb der Arbeitszeit auch die Einkäufe und unsere gemeinsame Zeit ist momentan somit eher spärlich. Ich war also mit der Allgemeinsituation unzufrieden, wie man so schön sagt.

Aber heute, heute ist das anders. Die alte Leier der Unzufriedenheit hängt mir selbst schon beim Hals raus. Heute kann ich mich an all den Dingen erfreuen, denen ich gerade in letzter Zeit zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe. 

Ich würde gerne wieder mehr und regelmäßiger meditieren und Yoga machen, auf der Gitarre klimpern, ein Buch ohne Unterbrechung lesen, meine Zeit ausfüllen mit Dingen, die mir Freude bereiten. Doch auch dann wäre ich wahrscheinlich nicht glücklicher oder unglücklicher als jetzt. Denn auch dann gäbe es Dinge, die mein Ego sich einbildet, um befriedigt zu werden, die meinen Geist weiterhin verwirren und verblenden. Ich würde Anderes finden, was ich gerade nicht habe oder nicht machen kann und es gerade deshalb unbedingt wollen!

Und genau deswegen bin ich heute einfach nur zufrieden mit meiner Unzufriedenheit…

Einsicht am WC

Keine Ahnung, ob das schon mal jemand so in Worte gefasst hat:

Auch Buddha wischte sich nach dem Scheißen den Arsch ab.

Eigentlich ist damit alles gesagt, aber nachdem Cao von dieser Einsicht nicht so berauscht wirkt, wie ich mich gerade fühle, denke ich, dass ein paar Worte mehr nicht schaden können.

Ich lese gerade eine deutsche Übersetzung des biographischen Romans Buddha von Deepak Chopra. Nun vielleicht ist bei der Übersetzung etwas schief gegangen, aber im wesentlichen gefällt mir das Buch nicht. Aber natürlich werden auch einige wichtige Aspekte wiederholt.

Ich möchte das Erwachen – oder in unserem Kulturkreis spricht man meist von Erleuchtung – nicht geringschätzen, sondern vielmehr die vorhandene Gemeinsamkeit betonen. Obwohl Siddharta Gautama zu seiner Zeit bestimmt andere sanitäre Gepflogenheiten hatte als wir hier heute, so hatte sein Körper nach seiner lebensverändernden Erfahrung noch immer diesselben körperlichen Prozesse durchzuführen, welche teilweise ein gewisses Maß an Hygiene bedarf.

Das große Erwachen verstehe ich als einen inneren Wandel. Und die Einsicht, dass ein innerer Wandel keine äußere Änderung bedingt, fühlt sich irgendwie  … erleichternd an … irgendwie so verbunden. 

Da fehlt mir jetzt das richtige Wort, also Ende.

Spazieren im Schnee

Das Hörnchen kuschelt sich im Tragetuch unter meiner Jacke fest an mich, während der Schnee unter meinen Stiefeln das vertrauteste Geräusch des Winters macht. Mit achtsamen Schritten versuche ich die Stabilität des Waldbodens zu erfühlen.

Ich folge Fußspuren. Ich hätte nicht gedacht, dass jemand außer uns diesen Weg jemals genießt. Eine einzelne Spur löst sich  aus dem Pfad, zweigt in dieselbe Richtung, aber geht einzeln weiter. Vielleicht ist diese Seite des Weges bekannter, oder passt besser, fühlt sich womöglich stimmiger an. 

In Gedanken versunken und mit stetiger Achtsamkeit auf jeden Schritt, gehe ich meinen Weg weiter und bemerke:

Auch ich hinterlasse eine Spur.

Erfahrungen

die man im buddh. Mönchs- bzw. Nonnenleben macht, aber auch im Alltag sammeln kann.

Ungewohntes machen

Normalerweise verschränken wir unsere Arme und Hände auf eine bestimmte Weise. Bei mir ist zum Beispiel der rechte Daumen über dem linken und beim Arme verschränken taucht die linke Hand unter den rechten Ellbogen und die Finger der rechten Hand liegen auf dem linken Oberarm.

Mit etwas Achtsamkeit und Disziplin kann ich das zeitweilig anders machen. Anfangs fühlt es sich komplett falsch an. Aber mit der Zeit merke ich, wie durch diesen Wandel auch starre Strukturen in meinem Kopf gelockert werden.

Minimalismus

Bei uns im westlichen Lebensstil ist man zu allererst Konsument. Wenn man das nicht sein möchte, muss man bewusste Entscheidungen treffen. Als Nonne oder Mönch hat man laut Buddha nur zwei Besitztümer: eine Robe aus Lumpen und eine Bettelschale. Und in diesem Kulturkreis und wetterlichen Bedingungen wo Buddha lebte, konnte man auch so halbwegs überleben. 

Im Alltag, hier in Europa, ist man als Obdachloser nicht besonders angesehen. Im Gegenteil, man wird sogar stigmatisiert. Und irgendwie sammeln sich Obdachlose in den größeren Städten, wo im Schutz der Anonymität das Mitgefühl gegen 0 geht.

Nun, das Klosterleben ist aber weder das Ziel, noch das Vorbild. Es geht grundsätzlich darum, sich nicht von materiellen Dingen abhängig machen zu lassen. Und auch hier kann man viele Abstufungen im normalen Alltag erfahren. 

Unter dem Grundsatz, von Hinderlichen (in der spirituellen Entwicklung) Abstand zu nehmen, kann man gleich mal Fernseher und Stereoanlage abmelden und verkaufen. Mit jedem Smartphone kann man heute Radiohören und im Internet sich das anschauen was man wirklich sehen möchte. Es braucht nicht in jedem Haushalt ein Heimkinosystem.

Es muss auch kein neues Auto sein. Ein gebrauchtes Fahrzeug hat einen viel besseren ökologischen Fußabdruck als zum Beispiel ein neues Elektrofahrzeug. 

Welche Bücher verstauben in deinem Bücherregal? Die könnten andere Menschen glücklich machen. Oder zumindest ihren Anhäufungsdrang zeitweilig befriedigen. Wenn du die Bücher, die du bestimmt nicht mehr liest, günstig verkaufst kannst du das Geld sinnvoll nutzen, spenden oder was auch immer damit machen. Da gibt es wirklich viele Möglichkeiten.

Verschenken ist eine wertvolle Erfahrung, wenn die innere Haltung stimmt. Schenken darf weh tun, aber die Freude muss überwiegen. Ansonsten gerät man leicht in die Situation sich selbst einen Gewaltakt anzutun. Und davon halte ich nicht viel, da die Nachhaltigkeit soveiner Tat nicht mit Sicherheit gewährleistet werden kann.

Also unterm Strich einfach mal auf Materielles verzichten. Und ohne Fernsehen ist man massiv weniger Werbung und Angstmacherei ausgesetzt, wodurch man quasi automatisch weniger unnötiges Zeugs kauft und anhäuft.

Ich finde, wenn man sich schon irgendwas anschaffen muss, dann zuerst mal schauen, ob es das auch gebraucht gibt. Das ist dann billiger und man muss mit den Gebrauchsspuren des Vorgängers leben. Das ist für das Ego eine Herausforderung. 

Essen

Da wird es jetzt emotional. Mönche dürfen eigentlich nur das essen, was sie auf ihren Bettelgängen bekommen. Also nur einmal am Tag und wenn extra für den Mönch ein Tier geschlachtet oder zubereitet wurde, dürfen sie das nicht essen. Vom Hörensagen denke ich, dass sich heute nicht mehr viele Leute im traditionellen Klosterleben daran halten.

Bei Nonnen witd es ungleich schwerer, denn im patriachalen Asien, bekommen Nonnen so gut wie nichts. Meist nur dann, wenn sie noch freundlich gesinnte Verwandte hat. Deshalb versorgen sich die wenigen traditionellen Nonnenklöster meist selbst.

Für mich, sieht es so aus, dass wir uns absolut vegan ernähren, so biologisch als möglich und wenn dann mal wieder Zeit kommt möchten wir in Richtung Ganzjahres-Selbstversorgung gehen. Bis dahin beteiliegen wir uns an einer CSA (KLEINeFARM). Wo wir manchmal Gemüse (Knollenfenchel) oder Kräuter (Koriandergrün) bekommen, die wir uns sicher nicht freiwillig aussuchen würden.

Ich denke, man müsste sich im Bezug zum Essen zunächst informieren, ob man mit den Herstellungsbedingungen seiner Nahrungsmittel einverstanden ist und wenn nicht, dann so mündig sein etwas zu ändern.

Ethisches Handeln

Und um die Sache abzuschließen, im täglichen Leben Verhaltensweisen wie achtsame, wertschätzende und ehrliche Rede zu kultivieren ist das, was den buddhistischen Weg ausmacht. Das bedeutet aber nicht, das man sich eine Rosa Brille aufsetzt und redet als wäre alles eitle Wonne. Wenn dich etwas ankotzt, dann kotzt es dich an. Aber dann gehört es auch dazu den Grund dafür herauszufinden und die Wirkung auf dich zu hinterfragen und nicht irgendwas schön zu reden.
Hilfreiche Taten sind wichtig, aber man kann auch etwas heilsam Unterlassen. Zum Beispiele keine Produkte und Nahrungsmittel zu kaufen, deren Herstellungsbedingungen dir nicht passen. Denn etwas bewusst nicht zu kaufen unterstützt die spirituelle Entwicklung. 

Darüber muss man dann auch nicht angeben oder sich etwas darauf einbilden. Es geht darum hinter seinen Handlungen stehen zu können, das braucht man niemandem auf die Nase zu binden, der nicht danach gefragt hat.

Studium der Texte

Und bevor ich es vergesse, kontinuierliches Studium ist ein Thema. Nur mit neuen Erfahrungen kann man innerlich wachsen. Ob das theoretische, praktische oder emotionale Erfahrungen sind, hängt von dir ab. 

Es ist dein Weg und wer bin ich, dass ich dir deinen Weg vorschreibe?