Archiv der Kategorie: Süd-Stmk

Sämtliches, das in der Süd-Steiermark angesiedelt ist.

Bist du ein Krishna?

Letztens war ich in einem Drogeriemarkt. Ich hatte meine übliche Kleidung an – eine Aladinhose und eine bunte, „esoterische“ dicke Weste, da es gerade erst viele, viele Zentimeter geschneit hatte. Vor dem Geschäft stand eine kleine Gruppe Menschen, die sich unterhielten, dem Anschein nach zwei oder drei Familien mit jugendlichen Kindern.

Als ich ganz vertieft zwischen den Regalen stand, um die Fülle an Produkten kognitiv verarbeiten zu können, bemerkte ich im Augenwinkel, dass ein paar Leute aus dieser Gruppe unfern von mir verblüfft stehen blieben. Ich wurde angestarrt, richtete den Blick immer noch auf die Produktpalette, als ich die laute und erstaunte Stimme eines älteren Mannes hörte:“Schauts, ein Krishna!“

Meine Aufmerksamkeit wendete sich nun der mich begaffenden Gruppe zu, alle immer noch die Augen auf mich gerichtet, und der Mann fragte:“Bist du ein Krishna?“

Perplex wie ich war, antwortete ich nur mit einem kurzen:“nein“, worauf der Mann noch hinterherschob:“du schaust aber aus wir einer…“

Ich weiß ja nicht genau was sich dieser Mann unter einem Krishna vorstellt. Es ist scheinbar nur dieses Halbwissen, denn ich hatte nicht mal etwas Orangenes an, noch sonst ein Merkmal, dass man als Laie bei einem Krishna-Anhänger vermutet.
Jedenfalls kam ich mir ziemlich stigmatisiert vor. Ich habe nichts mit Krishna zu tun und wurde einfach in eine Schublade gesteckt. Es fühlte sich fast so an, als würde ich politisch verfolgt, denn diese Gruppe Menschen war weder freundlich, noch wirklich interessiert an mir. Ich wurde begafft, mehr nicht. Und obwohl ich mir meine Kleidung selbst aussuche und weiß, dass sie in der Masse heraus sticht, verstehe ich nicht, wie man nur aufgrund einer Äußerlichkeit so abwertend reagieren kann?!

Reformpädagogik im Sonnenhaus

Am Wochenende war Tag der offenen Tür in der Privatschule Sonnenhaus in Leibnitz. Jetzt mag man meinen, dafür ist es noch viel zu früh, denn unser Hörnchen ist ja erst einige Monate alt. Doch erstens vergeht die Zeit mit Kind oft wie im Flug, zweitens gibt es Wartelisten und drittens hat uns das Konzept der Schule sowieso interessiert, unabhängig von unserem Kind.

Also fuhren wir hin, zu der kleinen Schule, die inmitten von Wohnhäusern steht. Eine kleine Schule, die dieses Jahr 51 SchülerInnen zählt. Schon beim Hineingehen fiel auf, dass eine nette Atmosphäre herrscht. Wir wurden sogar persönlich begrüßt und ans Buffet gebeten. Nach dem kleinen Eingangsbereich, wo auch die Garderobenhaken für die SchülerInnen angebracht sind, gehts in den größten Raum. Hier schaut es wie in einem gemütlichen Wohnzimmer aus. Neben einer tollen Bücherecke mit Sofas gibt es Spieleecken, ein paar selbstgemachte Kunstwerke und jede Menge Lernmaterialien in verschiedenen Regalen.

Wir nahmen an der Führung teil und ließen uns vom Sonnenhaus erzählen. Die Schule besuchen derzeit wie schon erwähnt 51 SchülerInnen im Alter von 6- bis 15 Jahren, also von der ersten bis zur achten Schulstufe. Ziel hier ist es, dass sich die Kinder frei entfalten und entwickeln können und ihre Stärken und Bedürfnisse kennenlernen. Es wird viel nach Montessoripädagogik gearbeitet, aber auch andere wie Rebeca und Mauricio Wild oder Emmi Pikler fließen mit ein. Der Schulalltag gliedert sich in gebundene und freie Arbeitsphasen. In ersteren werden Materialien vorgestellt und Lernstoff erarbeitet, in zweiteren können die SchülerInnen das Gelernte selbst nochmals erarbeiten und so weiter festigen. Zu den ‚typischen‘ Unterrichtsfächer wie Mathematik, Sprache und Sachunterricht gibt es viele kreative Angebote wie textiles und technisches Werken, bildnerisches Gestalten, Bewegung, Musik, Tanz, Natur, Rollenspiel, Wald uvm.

Die Schule ist privat und wird als Verein geführt. Sie legen Wert auf ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit und (gewaltfreie) Kommunikation untereinander. Daher gibt es weder Reinigungspersonal, noch Schulwarte oder Nachmittagsaufsicht, denn das wird alles von den Eltern selbst erledigt. Jedes Elternteil bringt sich 20 Stunden im Jahr (oder Semester?) ein, sei es beim Putzen, bei Reperaturarbeiten, Veranstaltungen oder dergleichen, so fallen Kosten für zusätzliches Personal weg. Außerdem gibt es eine Wunschliste auf der Homepage, anhand der man Sachen für die Schule spenden oder sie finanziell unterstützen kann.

Das Sonnenhaus hat weiters drei oder vier Klassenräume, einen Werkraum und eine Küche. Auch gibt es einen Bereich mit Computern. Das Außengelände haben wir nicht besichtigt, es scheint aber ein großer, gepflegter Garten zu sein, in dem auch ein großes Holzklettergerüst steht. Sehen konnte ich es, da jede Klasse neben den vielen Fenstern auch eine ‚Balkontür‘ hat.

Bei der Führung konnten wir einen Einblick in den täglichen „Unterricht“ gewinnen. Die SchülerInnen können ab 7:15, spätestens um 8:00 in die Klassenräume und fangen sogleich mit dem Erkunden, selbstständigen Erarbeiten und Spielen an. Schulglocke gibt es keine! Besonders fasziniert hat mich das Beispiel, wie Schreiben gelernt wird: die Kinder sagen sich das Wort vor und schreiben mithilfe einer Bildertafel oder der Pädagogin auf, was sie hören. Da kann schon mal aus „Feuerwehr“ das Wort „Foiawea“ werden. Dennoch wird es nicht mit Rotstift korrigiert oder als falsch gewertet, denn die Kinder lernen, immer genauer hinzuhören und kommen mit der Zeit selbst drauf, wie es richtig geschrieben wird. Außerdem schreibt die Pädagogin bei den Hausaufgaben, die es zwei Mal in der Woche gibt, das korrekte Wort oder den korrekten Satz daneben hin. Es werden zudem für jede/n SchülerIn individuelle Arbeitszettel vorbereitet. Ist ein Kind beispielsweise gerade beim 3er Einmaleins, bekommt es genau dazu Übungen. Macht das Kind aber gerade das Dividieren durch, enthält sein Übungsblatt die entsprechenden Aufgaben.

Noten gibt es hier übrigens keine! Die Leistungen der SchülerInnen werden mündlich bzw. schriftlich definiert. Hier wird nicht nach einem Ziffernsystem bewertet, sonder Stärken und Schwächen direkt angesprochen, ohne zu werten. In der vierten und neunten Schulstufe gibt es allerdings auch ein Ziffernzeugnis um das Anmelden in weiterführenden Schulen, Lehren oder dergleichen zu vereinfachen.

Nach der Führung besuchten wir noch das schon angesprochene Buffet, das aus Kaffee, Getränken und von den Eltern selbstgemachten Kuchen, Keksen und Brot mit Aufstrichen bestand. Auf die Frage, ob etwas Veganes dabei sei, wurden wir gleich gut beraten! Auch die Sojamilch für den Kaffee war eine Selbstverständlichkeit.

Alles in allem kann ich nur sagen, dass diese Art von Schule, speziell in dieser Größe, absolut meinen Vorstellungen entspricht. Ich wünsche mir für unser Hörnchen ein selbstbestimmtes Lernen ohne Druck durch LehrerInnen oder Gesellschaft. Ich kann nur aus meiner Erfahrung sagen, wie schade es ist, wenn so überhaupt nicht auf Persönlichkeit, Interesse und Stärken eingegangen wird und dass das nicht gut tut. Weder für mich als Person, noch für den Lernerfolg, wenn man es so will. Denn zwar war ich in einer Schule, die sich gerne selbst als „die Elite“ bezeichnet hat, den Großteil meines Allgemeinwissens habe ich nach den Prüfungen jedoch schnell wieder vergessen…

Der einzige Nachteil ist eben der, dass diese Arten von Schulen privat und daher für den Einzelnen sehr teuer sind. Ob wir uns das in Zukunft leisten können/wollen, muss gut überlegt sein. Aber schließlich ist doch noch ein Weilchen Zeit und hier in Österreich haben wir ja immer noch die Möglichkeit des häuslichen Unterrichts!

Verschenktes Potential am Schwarzlsee

Tief entspannt, nachdem ich eine Runde um den See gelaufenen und mit einem beherzten Köpfler in die spiegelglatte Oberfläche des überraschend angenehmen Sees gesprungen bin, lasse ich mich einfach treiben. Das Schwarzl Freizeitzentrum bietet eine ganze Menge, aber irgendwie schaffen sie es nicht das volle Potential zu nutzen.

Ich habe den Genuss einer kostenlosen Saisonkarte, da die Firma für die ich erwerbstätig arbeite zwei Büros in der Ortschaft gemietet hat und die Gemeinde freundlicherweise allen Arbeitnehmern in der Ortschaft so eine Saisonkarte spendiert. Nachdem ich diese letztes Jahr fast nie verwendet habe, nahm ich mir für heuer vor zumindest 1-2 Mal pro Woche laufen zu gehen und zur Abkühlung den See zu nutzen.

Und das mache ich ungefähr um 8 Uhr morgens, denn da ist im Hochsommer die Luft noch angenehm, die Sonne lässt mich Vitamin D an der nakten Haut produzieren – im Büro funktioniert das irgendwie nicht – und es sind noch nicht viele Gäste da. Genauer gesagt sind keine Gäste da. Auch nicht wenn ich erst um 9 Uhr spät drann bin, lassen sich viele Gäste blicken. Das kommt mir dann immer seltsam suspekt vor, wenn ich völlig allein in Freizeitpark – zu legalen Öffnungszeiten – bin. Der Gedanke eines Zombieangriffs drängt sich auf, wird aber schnell wieder zum vorbei ziehen freigelassen.

Leider haben die Knie dieses – um den Bauch fetter werdenden – Körpers nach ca. 2- oder 3jähriger Laufpause nicht ganz mitspielen wollen und haben nach einer Weile zu schmerzen begonnen. Das kann durchaus mehrere Ursachen haben wie mir Daphne von der Heilgarten zu ungefähr dieser Zeit erklärt hat, jedenfalls wurde es nach 4 Wochen ohne Laufen wieder gut.

Weil ich aber nicht gar-nichts machen wollte nutze ich seither ein paar freie Sportutensilien (ein Klettergerüst und was mich gerade im Fitnesspavilion anspricht) und schwimme dann ein längere Runde im See, der sich zu meinem Glück noch nicht an die morgendliche Umgebungstemperaturen von mittlerweile weniger als 10°C angepasst hat.

Die Brücke trennt den FKK Bereich vom Rest und verbindet die beiden gegenüberliegenden Ufer, toll für kleine Laufrunden.
Die Brücke trennt den FKK Bereich vom Rest und verbindet die beiden gegenüberliegenden Ufer, toll für kleine Laufrunden.

Obwohl es wirklich tolle Dinge am Schwarzl See zu finden gibt, schaffen sie es einem den längeren Aufenthalt so richtig zu vermiesen. Die Winklbauern waren heuer vormittags am 15. August dort. Das ist ein christlicher Feiertag, also hätte ich eine riesen Menschenmenge erwartet, immerhin braucht sicher so gut wie niemand zu arbeiten. Es waren dann relativ wenige Besucher, also ca. 20-30 Meter zwischen den paar verstreuten Badetüchern auf den wirklich guten Plätzen. Allerdings waren die Restaurants und Imbissbuden passenderweise auf Spar- statt Hochbetrieb eingestellt. Entweder ist es allgemein bekannt, dass an Feiertagen dort nichts los ist – was ich wirklich nicht normal finde – oder alle außer uns wussten, dass noch ein verheerendes Unwetter im Anmarsch war.

Wir sind dann an diesem, bis dahin sonnigen, Tag mit den aufsteigenden Gewitterwolken abgereist und haben zuhause beobachtet wie der Sturm die Bäume im Wald um fast 90° anwinkeln kann ohne dabei alle umzubrechen und wie Tennisballgroße Hagel’körner‘ auf die Caretta einschlugen. Aber wie es sich für eine Schildkröte gehört, blieb sie gänzlich unverletzt.

Die Hagel'körner'
Die Hagel’körner‘ …
in Aktion.
… in Aktion.

Naja, jedenfalls ist das Wasser sehr schön, für Kinder gibt an mehreren Stellen – meist in der Nähe von Restaurants oder Imbissbuden – Babybecken und wirklich witzige Spielplätze. Die Liegewiesen sind zum großen Teil im schrägen Gelände, was mir nicht so gefällt, aber meiner Erfahrung nach sind in den flachen Streifen auch nicht immer alles belegt. Das Essen ist für Veganer typischerweise unter aller Sau. Also Salat und Pommes, Pizza ohne Käse und Ähnliches. Die Bedienungen sind zum großen Teil unfreundlich und wenn man Pech hat, dann läuft die Musik auf der Strandlounge so laut, dass man sie überall am See hört. Außer vielleicht am FKK Bereich, denn der ist etwas abgelegen. Es gibt auch einen Kletterturm, diverse Rutschen, eine Wakeboard-Anlage und und und. Und trotzdem sind meiner Einschätzung nach sehr wenige Gäste. Die Preise sind auch relativ gesalzen, aber bei schönem Wetter kann man es dort eigentlich schon aushalten.

 

Veganer Stammtisch

Eine Bekannte von uns hat, nachdem sie beim Frischehof gehört hat, dass immer mehr vegane Familien einkaufen kommen, kurzerhand einen veganen Stammtisch organisiert. 

Ziel dessen ist es, bereits vegan lebende Menschen und vegan Interessierte aus der Umgebung zu vernetzen um sich einander auszutauschen. Es soll in erster Hinsicht ein gemütliches Beisammensein in lockerer Atmosphäre sein, aber auch Raum bieten, über seine Erfahrungen, Meinungen, Probleme usw. bezüglich der veganen Lebensweise zu reden.

Einmal fand der Stammtisch schon beim Frischehof statt, es haben sich vier Familien zusammengefunden. Es gab ein buntes Salatbuffet und vegane Mehlspeise und war ein wirklich netter Nachmittag. Geplant sind für die Zukunft monatliche Treffen und möglicherweise wechselnde Location.

Das nächste Treffen findet am 30.9.16 um 16 Uhr beim Frischehof statt! Es ist jedeR willkommen. Die weiteren Treffen werden auf unserem Blog in der Kategorie ‚vegan‘ im Countdown angezeigt.

Triratna eine Sekte?

Weil immer wieder Suchmaschinenanfragen zu den Schlagwörtern ‚Triratna Sekte‘ auf unserer Seite landen, sehe ich Bedarf diese Thematik konkret zu behandeln.

Gleich vorweg, ich behaupte die buddhistische Gemeinschaft Triratna ist keine Sekte. Weder wenn man den Begriff ‚Sekte‘ mit Organisationen – wie es beispielsweise Scientology ist – gleichsetzt, noch wenn man es als isolierten Teil der buddh. Praktizierenden betrachten würde, beides trifft nicht zu.

Retreat für/von Frauen in Mexiko

Triratna ist zum Beispiel in der EBU vertreten, aber trotzdem ist diese buddh. Schule in Europa sogar unter Buddhisten nicht allgemein bekannt, leider. Ich vermute, weil die historischen Traditionen, welche nicht direkt von Triratnaspenden profitieren, diese neuere Richtung auch nicht kennen, nicht ernst nehmen oder lieber gleich ignorieren. Aber schauen wir uns die Details an.

Was ist eine Sekte, was versteht man unter Sekte?

Die Begriffsgeschichte kann man auf Wikipedia nachlesen, das ist echt zu langatmig. Man meinte aber immer schon Spaltung einer religiösen oder philosophischen Gruppe, oft auch in Verwendung als Synonym für Schisma.

Im deutschen Sprachraum ist der Begriff ‚Sekte‘ sehr negativ besetzt, im englischen angeblich nicht. Ich denke, umgangssprachlich meint man mit ‚Sekte‘, eine pseudo-religiöse Organisation, wo Menschen manipuliert werden um den Anführern der Organisation bedingungslos zu folgen, also finanziell, politisch und womöglich auch sexuell.

In Österreich befasst sich die Webseite www.sekten.at mit der rechtlichen Situation über die Anerkennung von Sekten. Die Regierungen hatten offensichtlich ein sehr negatives Bild von Sekten und brachten besonders vorverurteilende Broschüren heraus. Alles was also nicht als staatlich anerkannte Religion galt, war grundsätzlich böse und wurde als Sekte bezeichnet. Und es gibt auch heute noch keine sachlichen Kriterien nach denen Religionen anerkannt werden. In Deutschland befasst sich die Webseite www.sekteninformation.de mit diesem Thema.

Es stimmen beide Webseiten überein, dass das implizite Vorurteil – eine Sekte, weil (noch) nicht anerkannt, sei böse – sich im allgemeinen nicht bestätigt. Naja, Scientology mag ich trotzdem nicht.

Wie ist das im Buddhismus?

Aus traditioneller Sicht kann man behaupten, dass der Buddhismus sehr sektiererisch ist, da es viele Splittergruppen gibt, die sich lange Zeit nicht gegenseitig akzeptiert haben. Man muss aber auch sagen, dass es den Buddhismus – als einheitliche Organisation, genauso wie das Christentum und vermutlich alle anderen Religionen – nicht gibt! Alle buddh. Ausprägungen berufen sich auf den historische Buddha Sakyamuni bzw. Siddharta Gautama, sind aber mehr oder weniger eigenständig. Aufgrund ihrer Schwerpunkte in der Lehre oder des verwendeten Textkanons werden Gruppen in die bekannten Strömungen eingeteilt.

Mahasukha beim Soulful Singing am Buddhafiel Festval

Ich meine, die Lehren wurden jeweils an die lokale Kultur angepasst oder vermischt und im historischen Kontext immer wieder neu strukturiert und erweitert. Man kann das gut mit unseren Literaturepochen vergleichen – jede neue Epoche war eine Gegenbewegung zur vorigen, da irgendetwas zu lange, zu streng genommen wurde – allerdings fanden die buddh. Entwicklungen zu Zeiten statt, wo der internationale philosophische Austausch nicht so gegeben war wie es heute oder damals zu Zeiten von Goethe & Co war.

Verärgerter Theravada Mönch

Weitere Infos im Beitrag Politik der buddh. Schulen, aus dem hervorgehen sollte, dass sich Triratna nicht in eine einzige der historischen Traditionen einordnen lässt, sondern aus der gesamten buddh. Überlieferung das schöpft was heilsam ist und sich in Einklang bringen lässt. Vielfalt und unterschiedliche Perspektiven werden als Stärken für die vielfältigen Temperamente der Praktizierenden genutzt. Und da Triratna ‚Sangha‘ als alle Buddhistien – also jeder der die Zuflucht zu den Drei Juwelen genommen hat – definiert, bin ich der Meinung, dass man in diesem Sinne nicht von Sekte sprechen kann.

Jedenfalls, ist es grundsätzlich nicht einheitlich geregelt, dass jede buddhistische Gruppe oder jedes Zentrum einer traditionellen Linie angehören muss.

Wie ist das in Österreich?

Von der ÖBR habe ich erfahren, dass es einen Sangharat gibt. Offizielle buddh. Gruppen, meist an ein Zentrum gebunden, müssen mind. 10 ÖBR-Mitglieder haben, dann kann ein Antrag auf Aufnahme in den Rat gestellt werden. Dieser muss einstimmig angenommen werden, also muss man schon mal ein relativ gutes Image haben. Eine buddh. getarnte Organisation mit zweifelhaften Absichten, würde hier wahrscheinlich enttarnt.

Als Mitglied des Sangharates leistet man je nach Größe eine monatliche Gebühr für die Erhaltung des ÖBR. (Als Buddhist muss man übrigens keinen regelmäßigen Beitrag an den ÖBR zahlen, nur beim Betritt, die offizielle Zufluchtnahme, wird um eine einmalige Spende in der Höhe von mind. € 30,- gebeten … als Umkostenbeitrag.) Und ich denke, dass es dann eine Mitwirkungspflicht bei den regelmäßigen Sangharatstreffen gibt, aber keine vorgeschriebenen Kontrollen der Zentren selbst.

Würde etwas in einem Zentrum schief laufen, kann man die Ombudsleute der ÖBR kontaktieren. Also es gibt keine strikten Kontrollen um Sekten, die sich als buddh. Gruppen ausgeben, auszuforschen, aber es gibt doch ein gewisses Maß an Einblick, sodass Bösewichte ein doppeltes Spiel auf hohem Niveau spielen müssten um nicht aufzufallen.

Wie ist das jetzt mit Triratna?

Nun, in Österreich gibt es noch gar keine Triratna Gruppe. Cao und ich, wir sind übers Internet mit ein paar Leuten von DE und UK in Kontakt, vielleicht auch bald mit HU, aber zu zweit als Jungfamilie brauchen wir kein Zentrum eröffnen, und auch keine eigene Onlinepräsenz schaffen. Bei der ÖBR würde man sich über eine Triratna-Gruppe freuen, aber mit nur zwei Praktizierenden … .

Die Winklbauern am Weg zur Trauung

Nur Geduld kleines Ego, irgendwann wird es sich schon herumgesprochen haben und dann werden die Leute, die mit den historischen Traditionen auch nicht viel anfangen können oder wollen, eine  weitere buddh. Ausprägung finden um sich zeitgemäß und flexibel mit den lange bekannten Weisheiten zu beschäftigen.

Die Gelegenheit den Triratna Way of Dharma kennen zu lernen: Buddhafield Festival

Wenn jemand einen Einblick in die Darstellung des Dharmas von Triratna erlangen möchte, kann ich die Unterlagen zum Mitra-Kurs wärmstens empfehlen. Eine wirklich tolle Einführung, die mir eine ungefähr ein Jahr dauernde Lektüre eines anderen (anstrengenden) buddh. Werkes erspart hätte.

Und wer das ansprechend findet, dem empfehle ich Subuthis Buch „Neue Stimme einer alten Tradition, Sangharakshitas Darlegung des buddhistischen Weges“ worin auch beschrieben wird, warum Sangharakshita die Notwendigkeit sah, eine westliche buddh. Gemeinschaft und dann auch den Orden zu gründen und wie ihm seine Lehrer aus den verschiedenen traditionellen Schulen dazu anspornten.

Heartculture – lebe die Herzkultur

Vor kurzem hat wanderer einen Festivalquide geschrieben, wo er auch das Heartculture Festival erwähnt hat. Dieses Festival fand am Wochenende statt und ich möchte meine Eindrücke hier schildern, weil es auch mein Herz erwärmt hat.

Das Festival gibt es meines Wissens nach schon mehrere Jahre und findet in Großsteinbach in der Steiermark statt. Hier gibt es das ‚Freizeitzentrum‘, quasi eine große Insel umringt von einem noch größeren Badesee. In der Mitte der Insel befindet sich ein Platz, welcher einem griechischen Amphietheater mit begrünten Stufen rundherum gleicht. Dieser Platz ist das musikalische Zentrum, denn hier spielen die Bands, während man tanzen oder es sich auf bewiesten Treppe gemütlich machen kann.

Blick zur Bühne vom Amphietheater

Rund um das Zentrum gibt es viele Stände, hauptsächlich mit bunter, esoterischer Kleidung für jung und alt, Schmuck, Stoffen, Filz, Holzanhänger, Ocarinas, rawfood cacao, einem Healing Zelt, Massage, Kinderschminken, etc. Außerdem findet man eine Menge sehr guter, meist veganer Essensstände, welche afrikanische Eintöpfe, indische Currys, Suppen, Wraps aber auch Eis, Smoothies und Kaffee, Chai Tee und Süßes anbieten. Direkt am Seeufer gibt es das ‚Strandgut‘, ein fixes Lokal, dass es auch außerhalb der Festivalzeit gibt und die Badegäste mit Getränken und Snacks versorgt.

Kleidungsstände
Essensstände

Neben dem Musikprogramm, dass von mittags bis spät in die Nacht mit vielfältigen tanzbaren Rhythmen die Festivalbesucher zum Bewegen und zu guter Laune anregt, stehen viele Workshops im Vordergrund. Angefangen von (Akro)Yoga, Singen, Trommeln über Massage und schamanische Heilrituale. Oftmals entstehen diese jedoch sehr spontan wenn ein Festivalbesucher das Bedürfnis hat, sich einzubringen und seine Fähigkeiten mit anderen zu teilen und weiterzugeben. Das genaue Musik- und Workshopprogramm findet ihr bei Interesse hier.

Was mir persönlich jedoch an diesem Festival so gut gefällt, ist, wie es der Name schon sagt, die ‚Herzkultur‘ dahinter. Das fängt gleich beim Eintritt mit dem sogenannten Wertschöpferbeitrag an. JedeR wird dazu aufgerufen, soviel Eintritt zu zahlen, was es ihm oder ihr wert ist. Natürlich, es gibt vorgeschlagene Richtwerte, aber niemand muss sich für den gezahlten Betrag rechtfertigen. Was das Geld angeht besteht sowieso kein Geheimnis sondern es wird mit totaler Transparenz kommuniziert. So wurde beispielsweise am zweiten Tag zu Mittag freudig verkündet, dass schon am ersten Tag so viel Geld zusammengekommen ist, sodass die Kosten fürs Festival gedeckt sind.

Das war allerding nicht die einzige Verkündung. Immer wieder gab es Aufrufe mit der Bitte um Mithilfe, entweder beim Bühnenumbau, beim Herrichten von Tischen und Bänken oder beim Verkaufen von Getränken und Eis. So kann jedeR ein aktiver Teil des Ganzen sein und man bleibt nicht ’nur Besucher‘, sofern man das möchte. Auch wurde öfters erwähnt, dass man Müll und dergleichen bitte einsammeln soll, falls etwas am Boden liegt – dazu kam ich aber nicht weil tatsächlich alles im Mistkübel landete. Sogar die Klos waren blitzeblank, für ein herkömmliches Festival wäre so etwas undenkbar!

Was mir noch besonders gut gefällt, ist die hohe Anzahl an Familien bzw. Kindern. Kaum jemand rennt dort ohne Tragetuch oder Buggy mit schlafendem Kleinkind/Baby herum oder schaut nach seinem Sprössling, der in der wuselnden Kinderschar untergegangen ist. Außerdem gibt es zusätzlich zu den zwei Spielplätzen tolles Kinderprogramm wie Riesenseifenblasen, Clownsshow, Theater, Naturmandala, gemeinsames Spielen, Schminken, Bastelecke und vieles mehr in der eigenen Kidsarea.
Das Festival scheint mir also sehr familienfreundlich, zumal man auch kaum Menschen sieht, die sich – ganz festivallike – total betrinken. Es gibt zwar vereinzelt Leute, die Bier oder Ähnliches trinken, das ungute Besäufnis blieb jedoch aus. Zumindest so lange, bis wir um ca. 20 Uhr das Festival verlassen haben, danach wird die Party für die Erwachsenen sicher noch ihren Höhepunkt erreicht haben.

Die meisten Kids laufen nackt herum und spielen. Einige haben sogar Steine gesammelt, sie bemalt und dann verkauft. Aber auch bei den Erwachsenen wird mit dem Thema Nacktheit locker umgegangen, nach Lust und Laune kann man nackig in den Badesee hüpfen und sich erfrischen, ohne dass man neugierige oder abwertende Blicke fürchten muss.

Kinderbadesee

Rund um das Gelände, also eigentlich rund um den Badesee darf man Caravans parken und sein Zelt aufstellen. Einen richtigen Zeltplatz gibt es also nicht. Man baut dort das Zelt auf, wo man sich wohlfühlt und wo man sichtlich niemanden stört. Schließlich lebt das Festival vom Miteinander, gegenseitigem Respekt und gelebter Herzkultur. Es herrscht ganz großes Vertrauen untereinander, was sich auch darin wiederspiegelt, dass man nicht von sogenannten Securities bis unter den kleinen Zehennagel gefilzt wird, es gibt – zumindest kein erkennbares und aufdringliches – Sicherheitspersonal.

Kommt es allerdings doch vor, dass man etwas „falsch“ macht, beispielsweise das Auto an einem nicht dafür vorgesehenen Platz abstellt, so erhält man lediglich eine Info.

„Strafzettel“

Die meisten FestivalbesucherInnen sind sehr kommunikativ und offen, ein Lächeln wird stets erwidert. Ich habe das Gefühl, dass man sich auf diesem Festival auf jeden Fall sehr wohlfühlen kann, inmitten von so vielen fröhlichen Menschen, lachenden Kindern, guter Musik und tiefgreifenden Workshops, überhaupt wenn man sein eigenes Herz öffnet! Es herrscht dort so viel positive Energie und eine Atmosphäre, die durch Gemeinsamkeit geprägt ist!

DIY – Terrassendusche

Als wir das Haus kauften und nur zeitweise auf der Baustelle waren – um irgendetwas kaputt zu machen – besorgten wir uns eine Gartendusche. Damit wir zumindest sauber in der Müllhalde schlafen konnten.

Danach wurde sie irgendwo im Keller verstaut. Weil wir eine offene Dusche haben, sahen wir lange keinen Grund die Gartendusche zu reaktivieren. Aber einer meiner Träume der besonders heißen Tage war, die Gartendusche auf der Terrasse zu befestigen.

Gegrübelt, mit Cao besprochen, vereinfacht, ein Teil gekauft und montiert, voilà: eine tolle Abkühlung im Eck der Terrasse.

Gartendusche mit Königskerze im Hintergrund

Das Foto ist leider das letzte Bild der fast 3 Meter hohen Königskerze bevor sie durch das stürmische Wetter der letzten Tage umgeknickt wurde. Diese wild aufgegangene Blume an diesem markanten Ort gleich neben der Terrasse hatte mich tief beeindruckt. Ich war schon sehr neugierig auf ihre Nachblütezeit. Leider kam es nicht mehr dazu.

Königskerze nach dem Unwetter

Da kommt was Neues

Wir sind ja dem Minimalistischem näher, als dem Luxuriösem. Wenn wir mal eine größere Investition tätigen, dann bevorzugen wir Gebrauchtes, weil es das schon gibt und nicht mehr extra für uns produziert werden muss.

Heute haben wir uns eine Caretta Schildkröte gekauft. Nicht nagelneu, aber auch noch nicht wirklich gebraucht, ein Vorführmodell quasi. Ok, also eben keine lebendige Meeresschildkröte, sondern einen sehr kleiner Wohnwagen. Den gibt es zwar auch mit Küche, Herd, Waschbecken bzw. Dusche, Wohnzimmerverbau, usw. aber wir haben den leeren genommen, den die Werkstatt gerade da hatte, mir großem Dachfenster, Matratzen und sonst nichts.

Basoglu Caretta

Der Händler und Generalimporteur für Carettas hat seinen Sitz in einer kleinen abgelegenen Ortschaft im Eck zwischen Kärnten, Slovenien und – aber noch – in der Steiermark. Das war mal wieder ein Abenteuer dorthin zu gelangen. Das Navi/Smartphone hat so seine Probleme, wenn es um Punktlandungen geht.

Nach dem üblichen Anruf für die letzten Hundert Meter waren wir auch schon dort. Drei Varianten hatte er da, zwei davon für uns interessant und eine davon steht jetzt vor unserem Haus.

Morgen entlüften wir den NEU-Geruch und dann schlafen wir schon mal – so als Trockenübung – in unserer Caretta. Am Sonntag werden wir dann wahrscheinlich losfahren und sind dann mal unterwegs an Österreichs Badeseen. Vermutlich solange bis es dem Hörnchen zuviel wird und wir wieder einen Sprung nachhause fahren.

Zuerst waren wir auf der Suche nach einem Kleinbus, wo man die Sitze entfernen kann und genug Platz zum Schlafen vorhanden ist. Aber auf Willhaben waren wir entweder zu langsam, oder die Leute nehmen ihre Anzeigen nach dem Verkauf nicht mehr raus, die Penner.

Jedenfalls sind wir preislich noch immer schön innerhalb unserer Erwartungen, haben mehr Platz und fast keine zusätzlichen Kosten: Haftpflichtversicherung pro Jahr = € 20,-! Pickerl für drei Jahre, da sie ja eigentlich neu ist. Und falls wir doch mehr Geld reinstecken möchten, dann können wir Klimaanlage und Solarzellen und solche Scherze nachrüsten. Küche und Wohnzimme könnte man auch nachrüsten, aber das kommt für uns eher nicht in Frage.

Leider sind Campingplätze teurer als ich dachte, aber der Händler meinte, dass es auch oft ‚Stellplätze‘ gibt, die günstiger sind. Um eine der meist gesprochenen Phrasen in Österreich zu dreschen: „Schau ma mal„.

die Winklbauern

Naturwunder

Wenn ihr euch das Foto mal genau anschaut, vielleicht fällt euch etwas auf?
Dieser Baum wächst im Wald neben unserer Zufahrtsstraße. Und fast jedes Mal, wenn ich daran vorbei gehe oder fahre, staune ich und wundere mich. Dieser Baum hat sich vom dicken Stamm zu zwei dünnen Stämmen verzweigt, welche dennoch verbunden sind. Der ‚Querast‘ ist sowohl Teil des linken, als auch des rechten Stammes! Das ist keine optische Täuschung!
Das ist doch wahrlich ein Wunder. Ich frage mich, ob der Querast von oben nach unten oder von unten nach oben gewachsen ist? Und wie es sein kann, dass der andere Stamm den Ast in sich aufgenommen hat und dadurch wieder mit dem anderen Stamm eins wurde…

wunderbaum

Jäten auf der kleinen Farm

Seit mittlerweile 3 Jahren sind wir Ernteteiler der kleinen Farm, einer CSA (community supported aggriculture), zu deutsch GeLaWi (gemeinsamgetragene Landwirtschaft), in der wunderschönen Südsteiermark. Hier habe ich schon mal einen Beitrag darüber geschrieben, wer hinter der kleine Farm steht, wie sie organisiert ist und was sie ausmacht. Nur kurz gesagt, wir bekommen 36 Wochen im Jahr jede Woche ein Kistl – genauergesagt holen wir es uns persönlich vom Hof ab – vollgefüllt mit saisonalem Gemüse, Obst und Kräutern, 100% biologisch und aus samenfesten Sorten.

Da bei dieser Art von Landwirtschaft sehr großer Wert auf die Gemeinschaft gelegt wird, gibt es zahlreiche Gelegenheiten im Jahr, diese auch kennenzulernen. Neben den Hauptversammlungen, wo es eher um wirtschaftliche, finanzielle und logistische Themen geht, bietet die kleine Farm auch Kurse zu verschiedenen Umweltthemen an und veranstaltet mehrere kleine Feste, wie das Maibaumaufstellen, Sonnwend, Erntedank, Jungpflanzenmarkt usw. Hier hat man nochmal die Möglichkeit, sowohl die Menschen der kleinen Farm und den Hof selbst, als auch andere Ernteteiler näher kennzulernen.

Das klingt nach einer Menge Spaß. Wenn man allerdings den Hof und die Felder mit den unzähligen Arten an Gemüse, Obst und Kräutern sieht, erkennt man auch, dass unglaublich viel Arbeit dahinter steckt. Und auch wenn die Leute von der kleinen Farm diese Arbeit mit Leidenschaft machen, so bleibt es doch ein wenig Sisyphusarbeit, vor allem wenn man ans Jäten denkt. Denn die warme, starke Sonne lässt nicht nur das Gesähte sprießen, sondern auch jede Menge Beikraut!

Deshalb ist jeden Freitag jäten angesagt. Und weil viele Hände schneller sind als wenige Hände ist hier die Unterstützung der Ernteteiler gefragt. So kann man je nach Zeit und Laune am Freitag beim Jäten helfen.

Und letzten Freitag waren auch wir mit dabei! Pünktlich um 14 Uhr trafen wir uns bei strahlend heißem Sonnenschein mit anderen Ernteteilern beim Hof. Die PraktikantInnen gingen mit uns auf die Felder und erklärten uns kurz ein paar Punkte. Angefangen haben wir mit dem Jäten eines Maisfeldes. Im Grunde kam alles weg, was kein Mais war, wurde zwischen die Reihen ‚geschmissen‘ und anschließend mit dem Rechen vom Feld entfernt. Danach waren noch weitere zwei Felder dran, die von insgesamt 10 Leuten bearbeitet wurden. In nur drei Stunden wurde das Beikraut ratzfatz entfernt!
Da wir natürlich unser Hörnchen dabei hatten, kam ich nicht sonderlich viel zum Helfen. Eine zeitlang habe ich im Sitzen gejätet, das Baby dabei im Tragetuch an mich geschnallt.
Danach blieb mir viel Zeit, das ganze Geschehen zu beobachten. Ich war von Anfang an fasziniert. Es war sehr schön zu sehen, wie das Gemüse auf den Feldern wächst, immer mit dem Gedanken daran, dass das ja ‚unser‘ Gemüse ist. Eigenartiges Gefühl, wenn man so genau und direkt weiß, wo das Essen herkommt, das ist heutzutage ja leider nicht mehr so üblich. Außerdem herrschte eine sehr angenehme Atmosphäre, alles wirkte so im Einklang und so logisch. Wir sind Teil von dieser Natur, Teil dieser Felder, Teil dieser Arbeit und Teil dieses Gemüses. Und dann die 10 Leute, die gemeinschaftlich und zusammen einen Teil der Arbeit verrichten, damit jeder Einzelne von uns gute Nahrungsmittel bekommt. Einfach ein wunderschönes Bild!

Um 17 Uhr war Feierabend, die Arbeit vollbracht und erschöpft aber zufrieden durften wir uns noch durchs Erdbeerbeet futtern. Einige hüpften anschließend zur Erfrischung noch in den hofeigenen Teich, ehe sich unsere Wege, zumindest bis zum nächsten Hoffest, wieder trennten.
Danke, dass wir hiervon ein Teil sein dürfen!