Archiv der Kategorie: Vegan

Sämtliches was im Zusammenhang zu veganer Lebensweise zuordenbar ist.

Zähneputzen mit Holz

Nach einiger Zeit der veganen Ernährung begreift man, dass durch dieses Konsumverhalten zwar ein gewisser Einfluss auf die Wirtschaft ausgeübt wird, aber es drängen sich auch Bedenken über Produkte auf, welche nicht nur die Ernährung betreffen.

Zum Beispiel ist es nicht ernsthaft notwendig Zahnpasta in Tierversuchen zu testen. Möglicherweise hat die Information, dass wir uns früher entweder nicht oder mit Kräutern (Kamille, Salbei, Melisse und Süßholz) oder mit weißem Lehm – also Erde – die Zähne pflegten, das heutige Bildungssystem verlassen. Nichts desto trotz waren das Naturmaterialien, die weit entfernt von klinisch rein, aber dennoch wirkungsvoll waren.

Ein anderes Zahnpflegenaturmaterial, das eher unseren anerzogenen Hygieneanforderung gleichkommt ist Miswak.
Miswakholz, vom Zahnbürstenbaum, wächst in Afrika und Indien und wird dort traditionell zur Zahnreinigung verwendet.

Swak

Die Firma Swak bring das Holz in Form von Köpfli in eine Zahnbürsten-ähnliche Konstruktion. Nachdem man die durch Fernsehen und Werbung antrainierte Druckkraft beim Zähneputzen reduziert, kann das Zähneputzen damit zu einer entspannenden Beschäftigung werden. Denn die ruhigen und masierenden Bewegungen fühlen sich weniger nach Putzen, sondern mehr nach Pflege oder Zahnmasage an. Zahnpasta kann verwendet werden, ist allerdings nicht notwendig, da das Holz die hilfreichen Mineralien bei der Pflege freisetzt.

So ein Köpfli hält ungefähr ein Monat und kann dann einfach kompostiert oder verbrannt werden. Der Zahnbüsten-ähnliche Stiel wird weiter verwendet und ist auch aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.

Somit ein gute Alternative zu den Plastikbürsten, wo man erst langsam begreift, dass sich kleine Teile lösen und vom Körper aufgenommen werden. Und zur Zahnpasta, welche durch Tierversuche einen zusätzlich negativen Beigeschmack bekommt.

Mit zuversichtlichen Grüßen
[toe]

 

Erklärungsversuch

Als Veganer wird man häufig als jemand wahrgenommen, der sich durch Verzicht auszeichnet. Viele Veganer selbst definieren ihre Kost aber eher inkludierend; also könnte eine 4-jährige Veganerin etwa sagen: „ich esse alles pflanzliche, außer Spinat!“

Die Deutsche ‚Diät‘ wird als etwas exkludierendes, also bestimmte Nahrungsmittel ausschließendes, betrachtet. Der Englische Terminus ‚diet‘ hingegen bedeutet ‚Nahrung‘, ‚Ernährung‘.

In diesem Sinne möchte ich meine ‚diet‘ also nicht als plumpes ‚ich esse nichts tierisches‘ verstanden wissen; sondern als inkludierendes, ‚ich ernähre mich ausgewogen, mit gesundem Appetit von regionalen, biovegan-saisonalen, frischen Lebensmittel‘.

Veganismus vs. Ökologie

Oft stoße ich beim Thema Veganismus im Bezug auf  Ökologie an meine Grenzen. Beispielsweise wenn ich vor der Entscheidung stehe, ob ich gewöhnliche Lederschuhe kaufen soll, an denen das Leid der Tiere noch förmlich zu riechen ist, oder lieber vegane Schuhe, die zum Großteil aus Kunststoff bestehen. Kunststoff, der aus fossilen Rohstoffen, möglicherweise nicht gerade unter gesundheitsfördernden Arbeitsmethoden, hergestellt worden ist. Kunststoff, der generell krank macht. Kunststoff, der etwa 500 Jahre benötigt, um vollständig kompostiert zu werden.
Oder wenn ich einkaufen gehe, in den Bioladen, und sehe, dass alles in Plastik abgepackt ist. Wie authentisch ist es, wenn die billigste Ware gekauft wird, nur mit dem Gedanken, dass die Zutatenliste der Ware „vegan“ ist.
Meiner Meinung nach ist es nicht vertretbar, das Leid der Tiere über das Leid der Menschen zu stellen. Ist Schokolade, die durch ausbeuterische Konzerne billig und unökologisch hergestellt sowie vermarktet wird, jedoch vegan ist, besser als Schokolade, die fair und ökologisch produziert wird, aber nicht für VeganerInnen geeignet ist?
Das ist nur ein kleiner Denkanstoß. Natürlich muss jede/r für sich selbst entscheiden und abwiegen, was für ihn/sie persönlich wichtiger ist und welchen Kriterien er/sie beim Einkaufen und Konsumieren folgt.