Archiv der Kategorie: Yoga

Sämtliches was im Zusammenhang zu Yoga und der ayurvedischen Lehre zuordenbar ist.

Der Weg des geringsten Widerstandes

In unserem Privatleben gibt es derzeit ein paar Ungereimtheiten. Es geht um Themen, die für uns eigentlich selbstverständlich sind und wir daher auch angenommen haben, dass sie das für Andere ebenso sind, zumal es sich um Menschen handelt, die uns und unsere Einstellung eigentlich gut kennen.

Jedenfalls habe ich heute mit toe ein wenig über ein paar Situationen gesprochen und wir haben unsere Standpunkte abgeglichen und geklärt. Irgendwann kam dann mal der Satz:“Es wäre der Weg des geringsten Widerstandes“, allerdings mit der Bemerkung, dass dies kein Argument dafür sei!

Über diese Aussage musste ich erstmal nachdenken. Darüber, warum man diesen Weg nur allzu oft geht, obwohl es einem deutlich gegen den Strich geht? Darüber, warum man an manchen Dingen festhält oder sie macht, obwohl sie einem absolut nicht wichtig sind, es aber von der Gesellschaft so erwartet wird? Warum man nicht authentisch in jeder Situation reagiert, so wie man es in seinem tiefsten Inneren für richtig hält? Und wieso man am liebsten auf keinerlei Widerstände in seinem Leben stoßen möchte, ungeachtet dessen, dass man daran wachsen kann und sich dadurch möglicherweise weiterentwickelt.

Ganz ehrlich, ich habe keine befriedigende Antwort gefunden! Natürlich ist mir bewusst, dass sehr viel an unserem Ego liegt, dass sich quasi in den Vordergrund drängt, alles auf sich bezieht und so die objektive Sichtweise in den Hintergrund stellt. Außerdem spielt der Verstand eine große Rolle, der ständig und unaufhörlich abwiegen muss, ob und warum bestimmte Dinge gut oder schlecht sind, was passieren würde wenn … und blablabla … 

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob der Großteil der Menschen aus einer tiefen, evolutionsbedingten Angst heraus, am Ende alleine zu sein, so handelt oder ob es einfach der Zeitgeist ist?

Wir gehen eigentlich schon lange unseren eigenen Weg, egal, was andere denken oder sagen. Vieles machen wir anders, als es heutzutage in unserer Gesellschaft üblich ist und wir geraten immer wieder auf Widerstand. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die wir eigentlich nur tun, um den besagten Weg des geringsten Widerstands zu gehen, weil es einfacher ist, weil man sich mit etwas bestimmten nicht auseinandersetzen muss oder man die Gefühle Anderer nicht verletzen will.

Was meint ihr dazu? Sollte man immer seinen Weg gehen und seinen Prinzipien folgen, auch wenn das bedeutet, dass man in manchen Bereichen nicht mehr Teil der Gesellschaft ist oder damit Andere eventuell verärgern bzw. verletzen könnte? Kann man überhaupt für die Gefühle Anderer verantwortlich sein?

Zufrieden sein mit der Unzufriedenheit

Heute fühle ich mich sehr geerdet, ruhig und ausgeglichen. Warum genau, weiß ich selbst nicht, denn dieser Tag verläuft eigentlich genauso, wie die meisten anderen Tage in der Woche, an denen ich mit unserem Kind bis zum späten Nachmittag alleine zu Hause bin. Aber irgendwie fühlt es sich so an, als hätte ich etwas verstanden, als wäre da eine Einsicht, die meine Sicht der Dinge in ein anderes Licht rückt. Es ist nur ein Gefühl, nichts, was man mit dem Verstand wirklich erfassen und in Worten erklären könnte. 

In den letzten Wochen spürte ich eine zunehmende Unzufriedenheit. Der Schlafmangel und die kaum vorhandene Freizeit sind daran nicht ganz unschuldig. Ja, es ist nicht immer leicht, fast den ganzen Tag alleine mit einem kleinem Kind zu verbringen, das viele Bedürfnisse hat, die es noch nicht selbst stillen kann und man somit die eigenen Bedürfnisse gänzlich hintan stellen muss. Dazu sitze ich hier quasi fest, denn Auto hab ich momentan keines, die öffentlichen Verkehrsmittel fahren unregelmäßig selten und wegen dem saukalten, winterlichen Wetter  bräuchte ich sowieso erstmals Stunden, um uns beide dick einzupacken. Toe erledigt außerhalb der Arbeitszeit auch die Einkäufe und unsere gemeinsame Zeit ist momentan somit eher spärlich. Ich war also mit der Allgemeinsituation unzufrieden, wie man so schön sagt.

Aber heute, heute ist das anders. Die alte Leier der Unzufriedenheit hängt mir selbst schon beim Hals raus. Heute kann ich mich an all den Dingen erfreuen, denen ich gerade in letzter Zeit zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe. 

Ich würde gerne wieder mehr und regelmäßiger meditieren und Yoga machen, auf der Gitarre klimpern, ein Buch ohne Unterbrechung lesen, meine Zeit ausfüllen mit Dingen, die mir Freude bereiten. Doch auch dann wäre ich wahrscheinlich nicht glücklicher oder unglücklicher als jetzt. Denn auch dann gäbe es Dinge, die mein Ego sich einbildet, um befriedigt zu werden, die meinen Geist weiterhin verwirren und verblenden. Ich würde Anderes finden, was ich gerade nicht habe oder nicht machen kann und es gerade deshalb unbedingt wollen!

Und genau deswegen bin ich heute einfach nur zufrieden mit meiner Unzufriedenheit…

Spazieren im Schnee

Das Hörnchen kuschelt sich im Tragetuch unter meiner Jacke fest an mich, während der Schnee unter meinen Stiefeln das vertrauteste Geräusch des Winters macht. Mit achtsamen Schritten versuche ich die Stabilität des Waldbodens zu erfühlen.

Ich folge Fußspuren. Ich hätte nicht gedacht, dass jemand außer uns diesen Weg jemals genießt. Eine einzelne Spur löst sich  aus dem Pfad, zweigt in dieselbe Richtung, aber geht einzeln weiter. Vielleicht ist diese Seite des Weges bekannter, oder passt besser, fühlt sich womöglich stimmiger an. 

In Gedanken versunken und mit stetiger Achtsamkeit auf jeden Schritt, gehe ich meinen Weg weiter und bemerke:

Auch ich hinterlasse eine Spur.

Bist du ein Krishna?

Letztens war ich in einem Drogeriemarkt. Ich hatte meine übliche Kleidung an – eine Aladinhose und eine bunte, „esoterische“ dicke Weste, da es gerade erst viele, viele Zentimeter geschneit hatte. Vor dem Geschäft stand eine kleine Gruppe Menschen, die sich unterhielten, dem Anschein nach zwei oder drei Familien mit jugendlichen Kindern.

Als ich ganz vertieft zwischen den Regalen stand, um die Fülle an Produkten kognitiv verarbeiten zu können, bemerkte ich im Augenwinkel, dass ein paar Leute aus dieser Gruppe unfern von mir verblüfft stehen blieben. Ich wurde angestarrt, richtete den Blick immer noch auf die Produktpalette, als ich die laute und erstaunte Stimme eines älteren Mannes hörte:“Schauts, ein Krishna!“

Meine Aufmerksamkeit wendete sich nun der mich begaffenden Gruppe zu, alle immer noch die Augen auf mich gerichtet, und der Mann fragte:“Bist du ein Krishna?“

Perplex wie ich war, antwortete ich nur mit einem kurzen:“nein“, worauf der Mann noch hinterherschob:“du schaust aber aus wir einer…“

Ich weiß ja nicht genau was sich dieser Mann unter einem Krishna vorstellt. Es ist scheinbar nur dieses Halbwissen, denn ich hatte nicht mal etwas Orangenes an, noch sonst ein Merkmal, dass man als Laie bei einem Krishna-Anhänger vermutet.
Jedenfalls kam ich mir ziemlich stigmatisiert vor. Ich habe nichts mit Krishna zu tun und wurde einfach in eine Schublade gesteckt. Es fühlte sich fast so an, als würde ich politisch verfolgt, denn diese Gruppe Menschen war weder freundlich, noch wirklich interessiert an mir. Ich wurde begafft, mehr nicht. Und obwohl ich mir meine Kleidung selbst aussuche und weiß, dass sie in der Masse heraus sticht, verstehe ich nicht, wie man nur aufgrund einer Äußerlichkeit so abwertend reagieren kann?!

Erfahrungen

die man im buddh. Mönchs- bzw. Nonnenleben macht, aber auch im Alltag sammeln kann.

Ungewohntes machen

Normalerweise verschränken wir unsere Arme und Hände auf eine bestimmte Weise. Bei mir ist zum Beispiel der rechte Daumen über dem linken und beim Arme verschränken taucht die linke Hand unter den rechten Ellbogen und die Finger der rechten Hand liegen auf dem linken Oberarm.

Mit etwas Achtsamkeit und Disziplin kann ich das zeitweilig anders machen. Anfangs fühlt es sich komplett falsch an. Aber mit der Zeit merke ich, wie durch diesen Wandel auch starre Strukturen in meinem Kopf gelockert werden.

Minimalismus

Bei uns im westlichen Lebensstil ist man zu allererst Konsument. Wenn man das nicht sein möchte, muss man bewusste Entscheidungen treffen. Als Nonne oder Mönch hat man laut Buddha nur zwei Besitztümer: eine Robe aus Lumpen und eine Bettelschale. Und in diesem Kulturkreis und wetterlichen Bedingungen wo Buddha lebte, konnte man auch so halbwegs überleben. 

Im Alltag, hier in Europa, ist man als Obdachloser nicht besonders angesehen. Im Gegenteil, man wird sogar stigmatisiert. Und irgendwie sammeln sich Obdachlose in den größeren Städten, wo im Schutz der Anonymität das Mitgefühl gegen 0 geht.

Nun, das Klosterleben ist aber weder das Ziel, noch das Vorbild. Es geht grundsätzlich darum, sich nicht von materiellen Dingen abhängig machen zu lassen. Und auch hier kann man viele Abstufungen im normalen Alltag erfahren. 

Unter dem Grundsatz, von Hinderlichen (in der spirituellen Entwicklung) Abstand zu nehmen, kann man gleich mal Fernseher und Stereoanlage abmelden und verkaufen. Mit jedem Smartphone kann man heute Radiohören und im Internet sich das anschauen was man wirklich sehen möchte. Es braucht nicht in jedem Haushalt ein Heimkinosystem.

Es muss auch kein neues Auto sein. Ein gebrauchtes Fahrzeug hat einen viel besseren ökologischen Fußabdruck als zum Beispiel ein neues Elektrofahrzeug. 

Welche Bücher verstauben in deinem Bücherregal? Die könnten andere Menschen glücklich machen. Oder zumindest ihren Anhäufungsdrang zeitweilig befriedigen. Wenn du die Bücher, die du bestimmt nicht mehr liest, günstig verkaufst kannst du das Geld sinnvoll nutzen, spenden oder was auch immer damit machen. Da gibt es wirklich viele Möglichkeiten.

Verschenken ist eine wertvolle Erfahrung, wenn die innere Haltung stimmt. Schenken darf weh tun, aber die Freude muss überwiegen. Ansonsten gerät man leicht in die Situation sich selbst einen Gewaltakt anzutun. Und davon halte ich nicht viel, da die Nachhaltigkeit soveiner Tat nicht mit Sicherheit gewährleistet werden kann.

Also unterm Strich einfach mal auf Materielles verzichten. Und ohne Fernsehen ist man massiv weniger Werbung und Angstmacherei ausgesetzt, wodurch man quasi automatisch weniger unnötiges Zeugs kauft und anhäuft.

Ich finde, wenn man sich schon irgendwas anschaffen muss, dann zuerst mal schauen, ob es das auch gebraucht gibt. Das ist dann billiger und man muss mit den Gebrauchsspuren des Vorgängers leben. Das ist für das Ego eine Herausforderung. 

Essen

Da wird es jetzt emotional. Mönche dürfen eigentlich nur das essen, was sie auf ihren Bettelgängen bekommen. Also nur einmal am Tag und wenn extra für den Mönch ein Tier geschlachtet oder zubereitet wurde, dürfen sie das nicht essen. Vom Hörensagen denke ich, dass sich heute nicht mehr viele Leute im traditionellen Klosterleben daran halten.

Bei Nonnen witd es ungleich schwerer, denn im patriachalen Asien, bekommen Nonnen so gut wie nichts. Meist nur dann, wenn sie noch freundlich gesinnte Verwandte hat. Deshalb versorgen sich die wenigen traditionellen Nonnenklöster meist selbst.

Für mich, sieht es so aus, dass wir uns absolut vegan ernähren, so biologisch als möglich und wenn dann mal wieder Zeit kommt möchten wir in Richtung Ganzjahres-Selbstversorgung gehen. Bis dahin beteiliegen wir uns an einer CSA (KLEINeFARM). Wo wir manchmal Gemüse (Knollenfenchel) oder Kräuter (Koriandergrün) bekommen, die wir uns sicher nicht freiwillig aussuchen würden.

Ich denke, man müsste sich im Bezug zum Essen zunächst informieren, ob man mit den Herstellungsbedingungen seiner Nahrungsmittel einverstanden ist und wenn nicht, dann so mündig sein etwas zu ändern.

Ethisches Handeln

Und um die Sache abzuschließen, im täglichen Leben Verhaltensweisen wie achtsame, wertschätzende und ehrliche Rede zu kultivieren ist das, was den buddhistischen Weg ausmacht. Das bedeutet aber nicht, das man sich eine Rosa Brille aufsetzt und redet als wäre alles eitle Wonne. Wenn dich etwas ankotzt, dann kotzt es dich an. Aber dann gehört es auch dazu den Grund dafür herauszufinden und die Wirkung auf dich zu hinterfragen und nicht irgendwas schön zu reden.
Hilfreiche Taten sind wichtig, aber man kann auch etwas heilsam Unterlassen. Zum Beispiele keine Produkte und Nahrungsmittel zu kaufen, deren Herstellungsbedingungen dir nicht passen. Denn etwas bewusst nicht zu kaufen unterstützt die spirituelle Entwicklung. 

Darüber muss man dann auch nicht angeben oder sich etwas darauf einbilden. Es geht darum hinter seinen Handlungen stehen zu können, das braucht man niemandem auf die Nase zu binden, der nicht danach gefragt hat.

Studium der Texte

Und bevor ich es vergesse, kontinuierliches Studium ist ein Thema. Nur mit neuen Erfahrungen kann man innerlich wachsen. Ob das theoretische, praktische oder emotionale Erfahrungen sind, hängt von dir ab. 

Es ist dein Weg und wer bin ich, dass ich dir deinen Weg vorschreibe?

den geistigen Baum versetzen oder lieber pflanzen

Ich versuche eine Analogie zu den unterschiedlichen Vorgehen der spirituellen Entwicklung zu formulieren.

Manchmal kommt es mir vor, Suchende möchten Bäume versetzen. Stell dir vor: erwacht zu sein ist wie einen wunderschönen Olivenbaum im Garten zu haben. Ein beeindruckender Baum in ansprechender Gestalt mit Früchten, für die man sterben würde. Genau so wie man sie in Griechenland oder Spanien finden kann.

OK, da ich Oliven nicht mag, stelle ich mir einfach einen alten Marillenbaum (Aprikosenbaum) aus der Wachau vor.

Und weil man die Gewissheit fühlt, wenn man so einem Baum gegenüber steht, dass genau das das einzig Wahre – also absolut zu einem  Passende ist – muss man unbedingt so einen Baum im eigenen Garten haben.

Jetzt gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten:

Der Gewaltakt

Man schmeist sich zu Boden und gräbt den Baum der Sehnsucht aus, packt ihn ein, transportiert ihn zu sich nach Hause und pflanzt ihn in die Mitte des Gartens.

Naja, vielleicht sollte man vorab die Eigentumsrechte klären, und ob solche Bäume überhaupt über die Grenzen verschifft werden dürfen. Und sicherlich macht es Sinn zu recherchieren, ob der Baum im heimatlichen Umfeld die erforderlichen und hilfreichen Umweltfaktoren findet um Früchte hervorzubringen oder überhaupt überleben zu können. Und dann ist einfaches Ausgraben oft nicht ausreichend. Mir wurde aus erster Hand berichtet, dass es für spanische Olivenbäume einen mehrere Monate dauernden Prozedur gibt, um so einen Baum transportbereit zu bekommen. Da muss man mal jemanden mit geeignetem Fachwissen finden und sich das leisten können.

Aber letztendlich findet man einen Baum – wenn auch im sterben liegend – in seinem Garten und hat wmöglich das Ziel erreicht und alles ist super. Naja, vielleicht kommt dann ein Winter oder Hagel oder man verliebt sich in übergreifende Bambushecken. Aber vielleicht ist es auch einfach perfekt.

Es gäbe da noch eine andere Möglichkeit, die mit etwas weniger Risiko aber viel mehr Geduld auskommt.

Die Entwicklung

Man könnte auch vorab die heimatlichen Bedingungen klären, einen oder mehrere passende Plätze auswählen und Samen pflanzen. Und zwar von Arten, welche zu den vorhandenen Bedingungen passen.

Entsprechende langwierige und konsequente Fürsorge führt dann vielleicht/wahrscheinlich irgendwann auch zu dem gewünschten Ergebnis. Jedenfalls würde dieser Baum ziemlich gut in sein Umfeld passen und wahrscheinlich lange leben.

Conclusio

Genauso versuchen manche Suchende, wenn Sie von Buddhas Lehre erfahren, Hals über Kopf alles aufzugeben: Familie, Zuhause, Beruf, … und reisen in ein – womöglich irgendein – Land in dem DER traditionelle Buddhismus heimisch ist und treten in – womöglich irgendein – ein Kloster ein.

Mehr oder weniger – denn auch dort wird man normalerweise erst für gewisse Zeit Novize – von heute auf Morgen, versucht man den eigenen Geist in das Mönchs- oder Nonnenleben zu pressen, mit all den Regeln und Ritualen und was dazu gehört.

Das kann funktionieren. Das kann aber auch ordentlich schief gehen. Ich finde, den sanfteren Weg, der ebenso vom historischen Buddha gelehrt wurde auch sinnvoll.

Den Dharma kann man überall leben, im Kloster wie auch Zuhause. Auch hier in Europa! Schrittweise bis ganz ans Ziel!

Meditate with your children

Upayavira von buddh. Orden Triratna gibt in diesem kurzen aber englischen Vortrag ein Idee weiter, wie man mit seinen Kindern meditieren könnte.

Im Wesentlichen geht es darum für eine meditative aber sichere Umgebung zu sorgen, das Kind spielen zu lassen und Achtsamkeitsmeditation durchzuführen. Dabei mit offenen Augen das Kind beobachten, aber grundsätzlich unbeteiligt bleiben, außer natürlich wenn physische oder psychische Gefahr in Verzug ist.

Mit der Zeit kann es sein, dass das Kind die entspannte Atmosphäre aufschnappt oder wenigsten den – in dieser Situation – wenig reagierenden Elternteil in Ruhe lässt. Wobei es eben eine eigene Situation sein soll und nicht zu einer ständigen Unbeteiligung führen soll.

... gähn ...
… gähn …

Könnte man ja mal eine Zeit lang testen.

Kinderyoga mit Mai Cocopelli

Vor mittlerweile mehr als zwei Jahren habe ich zusätzlich zu meiner Yogaausbildung eine Kinderyogaausbildung gemacht. Ich finde Kinder einfach faszinierend, wie spielerisch und vorbehaltslos sie mit dem Thema Yoga umgehen, wie viel Freude und Spaß sie an der Bewegung haben und wie einfach und phantasievoll zugleich sie verschiedene Asanas ausführen.

Im Gegensatz zu vielen Kursen beim Erwachsenenyoga spielt hier immer eine Menge Kreativität mit, sowohl bei den Kindern selbst als auch bei den Yogalehrern. Hier reicht es nicht einfach, nach den Atemübungen ein paar Asanas zu praktizieren und die Stunde mit Entspannung und einem Mantra ausklingen zu lassen. Nein, Kinder wollen miteinbezogen werden, sie brauchen etwas, dass sie fesselt, ihre gesamte Aufmerksamkeit fordert und sie ganz im Hier und Jetzt aufblühen lässt. Oft ist das nicht immer leicht, doch es gibt ein paar Hilfsmittel, die ich persönlich als wertvolle Schätze für eine Kinderyogastunde finde. Das ist neben einem anregend gestaltetem Raum, Asana-Kärtchen und sonstigem ‚Spielzeug‘ nämlich die Musik. Musik bringt unsere Emotionen hervor, sie macht uns offen für Neues, regt die Sinne an und lässt uns die Welt noch intensiver erleben.

In meiner Ausbildung habe ich die Kinderyogalieder von Mai Cocopelli kennen und lieben gelernt. Sie ist oberösterreichische Kinderliedermacherin, Musikpädagogin und Entertainerin und hat bereits einige Alben veröffentlicht und diverse Musikwettbewerbe gewonnen. In ihren Liedern spiegelt sich ihre Liebe zur Musik und zu den Kindern wieder. Die Yoga-CD im Speziellen führt die kleinen Yogis spielerisch an das Thema heran und die Texte bringen yogische Weisheiten ganz kindgerecht rüber. Dazu ist Mai Cocopelli nicht alleine, sie führt mit dem kleinen Yogi kurze Gespräche, erzählt Geschichten oder singt mit ihm im Duett.

Für mich beschreibt diese Art von Musik die Leichtigkeit und Einfachheit des Seins. Ich kann dabei selbst wieder zum Kind werden und aufblühen, einfach ‚Blödsinn‘ machen und dabei Spaß haben!

Wer sich für Mai Cocopellis Musik interessiert, kann ihre Homepage besuchen. Die Lieder sind auch empfehlenswert für Yoga zu Hause, einfach zum Anhören und Mitsingen, aber auch wenn man mit Yoga gar nichts am Hut hat. 🙂

ASH – österreichische Superhelden-Comics sind da

Ich lese wieder Comic-Hefte. Auf dem Radiosender Ö1 habe ich von in-Österreich-produzierten Superhelden-Comics gehört und mich schlau gemacht: ASH – Austrian SuperHeroes.

Ich finde sowas gehört unterstützt, also habe ich mir ein Abo gezogen und habe bereits die ersten Drei Ausgaben und die Ausgabe #0 sowie #1/2 zugestellt bekommen. Es geht um die vier wiener Superhelden: Captain Austria jr., Donauweibchen, Lady Heumarkt und der Bürokrat.

Zunächst war ich mehr als skeptisch, dass jemand mit Superkräften in Wien sich Captain Austria nennen würde und sich so anziehen würde. Bei den anderen Helden wirken die Namen etwas eigenartig, aber ich denke nur deshalb, weil wir englische Heldennamen gewöhnt sind. Mittlerweile haben sich in den drei Heften soviele Hintergrundinformationen aufgetan, dass es eine gute Erklärung für Captain Austrias Namen gibt. Und die Entstehungsgeschichte von Lady Heumarkt ist auch nachvollziehbar. Ansonsten ist noch nicht viel bekannt.

Obwohl mir der ‚dreckige‘ Zeichnstil des dritten Heftes, erinnert mich stark an „Bevis and Butt-Head“, nicht besonders gefällt – es zeichnen nämlich unterschiedliche Teams – so gefällt mir das Comic im Großen und Ganzen sehr gut. Sie sind wirklich spannend zu lesen, ab und zu taucht der bekannte wiener Dialekt auf und Heft #3 spielt hauptsächlich in Graz, da gibt es auch steirischen Dialekt zu lesen.

Mir gefällt auch, dass in Klappentexte darüber informiert wird, dass Productplacement und auch Statistenplätze verkauft werden. Wenn das weitere bestehen so finanziert werden kann, halte ich das für eine wirklich nette Idee. Ich denke es wäre eine nette Geschenksidee für Comic-Fans.

Hier mal die Einführung:

Europa 2016. Seit dem Ende des kalten Krieges sind auch die von den Großmächten eingesetzten Superhelden und Superheldengruppen in den Ruhestand gegangen. Die großen Auseinandersetzungen sind Geschichte. Nur vereinzelt kämpfen noch alte und neue Vigilanten gegen ganz normale Verbrecher oder auch Terroristen.

Das alles ändert sich plötzlich, als eine Serie von brutalen Übergriffen mit eindeutig übermenschlichem Hintergrund in Wien stattfindet!
Der junge Captain Austria, der sein Superheldentum bisher eher nur hobbymäßig ausgeübt hat, steht vor der Aufgabe alte und neue Verbündete zu rekrutieren, um dem Schrecken ein Ende zu bereiten …

Der erste Flug des Bürokraten wurde von ihm übrigens im Schneidersitz – kein echter Lotus – aber mit einem lang gezogenen „OHMMMMM..!“ durchgeführt. Ich hoffe, das ist nicht nur ein Lückenfüller, sondern eine Anspielung auf einen yogischen Hintergrund dieses seltsamen Helden.

Meine Favoritin ist allerdings Donauweibchen, hier gehts zur Sage. Eine Heldin, Anfang oder Mitte zwanzig, die sich verflüssigen kann und – á la Avatar – auch Wasser bändigt. Sie kann Kontakt zu den Wassergeistern anderer Gewässer aufnehmen und ihre Kraft scheint ihr vererbt worden zu sein. Obwohl auch Captain Austria jr. in Zivil ein Student ist, wirkt Donauweibchen eher im inneren Einklang. Außerdem ist sie Genretypisch heiß gezeichnet.

Fan Art von Synthe Sizer

Ich bin jedenfalls auf mehr von ASH gespannt. Hier gehts zur Wikia-Seite.

Heartculture – lebe die Herzkultur

Vor kurzem hat wanderer einen Festivalquide geschrieben, wo er auch das Heartculture Festival erwähnt hat. Dieses Festival fand am Wochenende statt und ich möchte meine Eindrücke hier schildern, weil es auch mein Herz erwärmt hat.

Das Festival gibt es meines Wissens nach schon mehrere Jahre und findet in Großsteinbach in der Steiermark statt. Hier gibt es das ‚Freizeitzentrum‘, quasi eine große Insel umringt von einem noch größeren Badesee. In der Mitte der Insel befindet sich ein Platz, welcher einem griechischen Amphietheater mit begrünten Stufen rundherum gleicht. Dieser Platz ist das musikalische Zentrum, denn hier spielen die Bands, während man tanzen oder es sich auf bewiesten Treppe gemütlich machen kann.

Blick zur Bühne vom Amphietheater

Rund um das Zentrum gibt es viele Stände, hauptsächlich mit bunter, esoterischer Kleidung für jung und alt, Schmuck, Stoffen, Filz, Holzanhänger, Ocarinas, rawfood cacao, einem Healing Zelt, Massage, Kinderschminken, etc. Außerdem findet man eine Menge sehr guter, meist veganer Essensstände, welche afrikanische Eintöpfe, indische Currys, Suppen, Wraps aber auch Eis, Smoothies und Kaffee, Chai Tee und Süßes anbieten. Direkt am Seeufer gibt es das ‚Strandgut‘, ein fixes Lokal, dass es auch außerhalb der Festivalzeit gibt und die Badegäste mit Getränken und Snacks versorgt.

Kleidungsstände
Essensstände

Neben dem Musikprogramm, dass von mittags bis spät in die Nacht mit vielfältigen tanzbaren Rhythmen die Festivalbesucher zum Bewegen und zu guter Laune anregt, stehen viele Workshops im Vordergrund. Angefangen von (Akro)Yoga, Singen, Trommeln über Massage und schamanische Heilrituale. Oftmals entstehen diese jedoch sehr spontan wenn ein Festivalbesucher das Bedürfnis hat, sich einzubringen und seine Fähigkeiten mit anderen zu teilen und weiterzugeben. Das genaue Musik- und Workshopprogramm findet ihr bei Interesse hier.

Was mir persönlich jedoch an diesem Festival so gut gefällt, ist, wie es der Name schon sagt, die ‚Herzkultur‘ dahinter. Das fängt gleich beim Eintritt mit dem sogenannten Wertschöpferbeitrag an. JedeR wird dazu aufgerufen, soviel Eintritt zu zahlen, was es ihm oder ihr wert ist. Natürlich, es gibt vorgeschlagene Richtwerte, aber niemand muss sich für den gezahlten Betrag rechtfertigen. Was das Geld angeht besteht sowieso kein Geheimnis sondern es wird mit totaler Transparenz kommuniziert. So wurde beispielsweise am zweiten Tag zu Mittag freudig verkündet, dass schon am ersten Tag so viel Geld zusammengekommen ist, sodass die Kosten fürs Festival gedeckt sind.

Das war allerding nicht die einzige Verkündung. Immer wieder gab es Aufrufe mit der Bitte um Mithilfe, entweder beim Bühnenumbau, beim Herrichten von Tischen und Bänken oder beim Verkaufen von Getränken und Eis. So kann jedeR ein aktiver Teil des Ganzen sein und man bleibt nicht ’nur Besucher‘, sofern man das möchte. Auch wurde öfters erwähnt, dass man Müll und dergleichen bitte einsammeln soll, falls etwas am Boden liegt – dazu kam ich aber nicht weil tatsächlich alles im Mistkübel landete. Sogar die Klos waren blitzeblank, für ein herkömmliches Festival wäre so etwas undenkbar!

Was mir noch besonders gut gefällt, ist die hohe Anzahl an Familien bzw. Kindern. Kaum jemand rennt dort ohne Tragetuch oder Buggy mit schlafendem Kleinkind/Baby herum oder schaut nach seinem Sprössling, der in der wuselnden Kinderschar untergegangen ist. Außerdem gibt es zusätzlich zu den zwei Spielplätzen tolles Kinderprogramm wie Riesenseifenblasen, Clownsshow, Theater, Naturmandala, gemeinsames Spielen, Schminken, Bastelecke und vieles mehr in der eigenen Kidsarea.
Das Festival scheint mir also sehr familienfreundlich, zumal man auch kaum Menschen sieht, die sich – ganz festivallike – total betrinken. Es gibt zwar vereinzelt Leute, die Bier oder Ähnliches trinken, das ungute Besäufnis blieb jedoch aus. Zumindest so lange, bis wir um ca. 20 Uhr das Festival verlassen haben, danach wird die Party für die Erwachsenen sicher noch ihren Höhepunkt erreicht haben.

Die meisten Kids laufen nackt herum und spielen. Einige haben sogar Steine gesammelt, sie bemalt und dann verkauft. Aber auch bei den Erwachsenen wird mit dem Thema Nacktheit locker umgegangen, nach Lust und Laune kann man nackig in den Badesee hüpfen und sich erfrischen, ohne dass man neugierige oder abwertende Blicke fürchten muss.

Kinderbadesee

Rund um das Gelände, also eigentlich rund um den Badesee darf man Caravans parken und sein Zelt aufstellen. Einen richtigen Zeltplatz gibt es also nicht. Man baut dort das Zelt auf, wo man sich wohlfühlt und wo man sichtlich niemanden stört. Schließlich lebt das Festival vom Miteinander, gegenseitigem Respekt und gelebter Herzkultur. Es herrscht ganz großes Vertrauen untereinander, was sich auch darin wiederspiegelt, dass man nicht von sogenannten Securities bis unter den kleinen Zehennagel gefilzt wird, es gibt – zumindest kein erkennbares und aufdringliches – Sicherheitspersonal.

Kommt es allerdings doch vor, dass man etwas „falsch“ macht, beispielsweise das Auto an einem nicht dafür vorgesehenen Platz abstellt, so erhält man lediglich eine Info.

„Strafzettel“

Die meisten FestivalbesucherInnen sind sehr kommunikativ und offen, ein Lächeln wird stets erwidert. Ich habe das Gefühl, dass man sich auf diesem Festival auf jeden Fall sehr wohlfühlen kann, inmitten von so vielen fröhlichen Menschen, lachenden Kindern, guter Musik und tiefgreifenden Workshops, überhaupt wenn man sein eigenes Herz öffnet! Es herrscht dort so viel positive Energie und eine Atmosphäre, die durch Gemeinsamkeit geprägt ist!