Selbstgenähte kurze Pumphose 

Wir beide tragen gerne weite, lockere Stoffhosen, wie es sie oft auf diversen Festivals oder ‚esoterisch angehauchten‘ Geschäften gibt. Da wir für unser Hörnchen jedoch so gut wie alles an Gewand gebraucht geschenkt bekommen haben, hatte ich kaum die Gelegenheit, diese bunten Hosen in Miniformat zu kaufen und unser Zwergal somit optisch an uns anzupassen. Allerdings beschloss ich, falls mal Hosen nötig wären, diese dann selbst zu nähen. Gesagt, getan. Da ich mich zwar mit der Nähmaschine halbwegs auskenne – ich kann Fäden einfädeln, Stiche einstellen und nähen – allerdings beim Drumherum nur laienhaftes Halbwissen besitze, war ich schon sehr gespannt auf diese Aufgabe. Ich habe mir das Freebook Marina ausgedruckt, da ich für den Sommer eine kurze Pumphose für unser Kind nähen wollte. Im Grunde ist es sehr einfach zu nähen und ein, wie ich finde, sehr lässiger Schnitt.
Zuerst ging es ans Stoffe und Bündchen zuschneiden. Dies erfolgte mittels ausgedruckten Vorlage. Ich habe den grünen Stoff einer alten kaputten Hose und bunt gestreiften Bündchenstoff verwendet.

Danach gings ans Zusammennähen der vier einzelnen Hosenteile – je zwei vordere und zwei hintere – und der Bündchen.

Der nächste Schritt war das Zusammennähen der beiden Hosenbeine.

Zum Schluss kam der für mich persönlich schwierigste Teil, nämlich das Annähen der Bündchen. Hier ist es wichtig, diese unter Zug zu nähen, da es vom Stoff her viel kleiner als der Stoff der Hose ist und so viele (unerwünschte) Falten entstehen können. 

Und tadaaaa, fertig ist die kurze Pumphose!

Ferien’17

Nach 10 Monaten harter Arbeit freue ich mich nun auf die Ferien. Gewiß, andere genießen 5 Wochen Urlaub, ich hab nur 2 Monate. Aber diese kurze lebenswerte Sommerzeit will genutzt werden – Carpe Diem, carpe vacatio!

Also beginnen meine Reisevorbereitungen wieder mal mit der Restaurantrecherche. Als Gebirgsdorfbewohner staune ich in jeder größeren Stadt über die kulinarische Auswahl und das schier endlose gastronomische Angebot. Das Problem besteht hier weniger im fehlenden Angebot, sondern ist ganz anderer Natur: die Größe der Stadt! Nur weil sich zwei Restaurants in Paris befinden, bedeutet das nicht, dass sie auch nur im Entferntesten nahe beisammen liegen müssen – nach einem Tag Paris-Sightseeing habe ich eine Strecke von 35km zurückgelegt. Glücklicherweise konnte ich die meisten davon am Einrad zurücklegen; so wurde der Weg zwar nicht kürzer, aber lustiger.
Auch Bilbao ist schön. Schön von der Art, wie Bad Gastein es ist. Beeindruckende Vertikalausdehnung, kompaktes Zentrum. Ein Restaurant bietet einen makrobiotischen Apfelstrudel an (must try). Guggenheim Museum. Baskenland. Und eine Liftruine…

Leichter fällt die Nahrungsaufnahme für vegane Gourmets natürlich in Barcelona. Für jeden, der sich an die eingeschränkten Öffnungszeiten des Petit Brot gewöhnt hat, bietet dieses Restaurant vitale Säfte und ausgezeichnete Menüs in allerhöchster Rohkostqualität …
In der Baskenmetropole können neben Rohköstlichkeiten auch vegane Pizzen gegessen werden, das Veggie Garden und natürlich die vielen Märkte und sogar Geschäfte besucht werden, die ausschließlich Obst anbieten (raw fast food) – (für carnophile Leser: das löst in mir ähnliche Glücksgefühle aus wie wenn ihr in einer Metzgerei steht. Also viel Auswahl dessen was man gerne mag, und nix das vom Wesentlichen ablenkt).

Doch das eigentliche Ziel meiner Reise liegt in Portugal. Inmitten des Alentejo, einer zur Wüste werdenden Landschaft, liegt eine Oase des Friedens – Tamera, Healing Biotope I – Friedensforschungszentrum.
Dank der nach Anleitung Sepp Holzers angelegten Wasserretentionslandschaften geht kein Tropfen des im Winter fallenden Regenwassers verloren und wird ganzjährig im Kreislauf gehalten. So gedeihen Obstbäume neben den vor einigen Jahren angelegten Seen, es wächst Gemüse und die Insekten, Vögel, Menschen und andere Tiere erfreuen sich reicher Futterquellen.
Tamera bietet neben diesem freien Nahrungsangebot auch vegane Vollverpflegung und führt eine Bar, die neben veganer Schokolade auch Bier für € 1,- anbietet! Weiters werden Besucher ersucht, tierleidfreie Seifen und Zahnpasten mitzubringen sowie darauf zu achten, dass dies alles biologisch abbaubar ist.
Doch leider ist der Aufenthalt an die Teilnahme an einen der Kurse oder der dreimonatigen season group gebunden. Jeder weitere Tag wird nur in Ausnahmefällen geduldet, man will ernsthaft Suchende Gäste, keine Touristen.

Für eine Auszeit vom babylonischen Alltagswahnsinn kann Tamera also nicht empfohlen werden. So erinnerte ich mich an Hesse, welcher sagt, es
„Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.“und da stets gilt,
‘Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen’, packe ich meinen Rucksack und setze meine Reise fort (klingt eigenartig, die Reise fortsetzen, als ob Die Reise jemals unterbrochen werden würde)

… und so zog ich weiter, zum Wandern, gen Italien.
Ich suchte die Ruhe, die Abgeschiedenheit. Nach einem Jahr im öffentlichen Schuldienst brauche ich mal Zeit in einer heilsamen Umgebung. Tamera war der perfekte Ort, in eine friedliche, inspirierende Gemeinschaft lieber Menschen einzutauchen. Doch war ich nur Gast, nicht Teil der Gemeinschaft. Also alles mal durchdenken, durchfühlen, wirken lassen. Der Sommer wird mich noch eine Weile begleiten und ich stehe jetzt mal alleine nahe dem Naturpark der Friauler Dolomiten im Wald und denke, dass es noch nicht nötig wäre, die Schuhe zu binden oder Socken zu tragen.
Ein paar Kilometer weiter erinnert mich eine große Blase an der Ferse, dass es schon nötig gewesen wäre und alleine bin ich auch nicht mehr.
Ich befinde mich im Rainbowland, einem gras- und buschbewachsenen Hochtal auf 1.200m, in welchem Menschen campen, singen, tanzen, Workshops halten, lieben, kochen, essen,… Keine elektrischen Geräte sind zu finden, kein Alkohol, keine Dixi-Klos und kein Geld (außer im Magic Hat um Reis, Kichererbsen, Kartoffel und Gemüse für Alle zu bezahlen); dafür ungefähr zweitausend Hippies jeden Alters und ca. ebensoviele Gitarren, ein Chello, Chai Tents, ein komplettes Kids Village mit eigener Kids Kitchen und als der Mond zunimmt, kommen immer mehr Menschen hinzu sodass am 6. August, einem Tag vor Vollmond, der Food Circle schon aus drei Reihen besteht als plötzlich der Regen sich mit Sturm und Hagel gepaart von seiner offensiven Seite zeigt.

Ein Fest der offenen Herzen

Brothers and Sisters (so die aus dem angloamerikanischen stammende Anrede unter Mitgliedern der Rainbow Family) begegnen sich in Offenheit. Niemand läuft mit Schutzschilden durch die Gegend. Abwehrhaltung ist nicht nötig, da niemand Hass, Neid, Gier, Ärger oder Frust mit sich herumträgt und aggressives Verhalten vermieden wird. So begegnen sich häufig brothers and sisters, die sich vorher noch nie gesehen haben, mit der Offenheit guter Freunde. Diese Offenheit bemerke ich am häufigsten in Gesprächen. Gespräche, die dadurch nach wenigen Sätzen eine Tiefe erreichen, die in der ‘outside world’ sehr selten vorkommt, welche aber auch größtes Vertrauen erfordert; auch viel Selbstvertrauen. Meist sind diese Gespräche sehr wertvoll.
Offenheit wird auch im Umgang mit Kleidungskonventionen demonstriert. Wer die Notwendigkeit verpürt, bekleidet oder bemalt herumzulaufen, kann dies tun, in welch Form auch immer es gewünscht ist. Es ist gar nicht mal so leicht: pure Selbstdarstellung – keine zur Schau Stellung des Egos.
Eine besonders schöne Seite zeigte sich in der emotionalen Offenheit im Umgang miteinander.

Ich traf kaum jemanden, der etwas widerwillig oder lustlos tat; schließlich gibt es hier einen freien Willen und niemand wird zu etwas gezwungen…
Dazu ist es aber auch wichtig, dass Sätze wie ‚Du das stört mich jetzt, wenn du das hier machst‘, hier findet gerade ein heiliges Ritual statt, bitte nicht durchgehen‘ ‚nein, ich mag nicht beim Servieren helfen‘ ganz offen kommuniziert werden dürfen.

Eigenverantwortung und gelebtes Mitgefühl
Wer sich in die Berge begibt, in die freie Natur; der setzt sich einem Risiko aus. Jeder sollte Risken kompetent abschätzen können und entsprechend Handeln. Hier gibt es keinen ‚Veranstalter‘, der etwaige Haftung übernehmen würde, nur gegenseitige Hilfe und Unterstützung. So gewährte ich im Hagel einer sister Unterschlupf unter meinem Regenponcho und konnte der an Wärme gewöhnten Inderin eine Intensivierung der Kälteerfahrung ersparen; später wurde ich in ein Zelt eingeladen und konnte so eine weitere Regenphase trocken überstehen.

Nachdem ich dies alles, und viele nackte Menschen(!) gesehen hatte, reiste ich natürlich unverzüglich ab und wendete mich wieder meinem bürgerlichen Leben in Babylon zu.

wanderlust

Nach 10 Monaten harter Arbeit freue ich mich nun auf die Ferien. Gewiß, andere genießen 5 Wochen Urlaub, ich hab nur 2 Monate. Aber diese kurze lebenswerte Sommerzeit will genutzt werden – Carpe Diem, carpe vacatio!

Also beginnen meine Reisevorbereitungen wieder mal mit der Restaurantrecherche. Als Gebirgsdorfbewohner staune ich in jeder größeren Stadt über die kulinarische Auswahl und das schier endlose gastronomische Angebot. Das Problem besteht hier weniger im fehlenden Angebot, sondern ist ganz anderer Natur: die Größe der Stadt! Nur weil sich zwei Restaurants in Paris befinden, bedeutet das nicht, dass sie auch nur im Entferntesten nahe beisammen liegen müssen – nach einem Tag Paris-Sightseeing habe ich eine Strecke von 35km zurückgelegt. Glücklicherweise konnte ich die meisten davon am Einrad zurücklegen; so wurde der Weg zwar nicht kürzer, aber lustiger.
Auch Bilbao ist schön. Schön von der Art, wie Bad Gastein es ist. Beeindruckende Vertikalausdehnung, kompaktes Zentrum. Ein

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Gib mir ein Bussi, dann geb‘ ich dir das, sonst nicht.

Wir sind an einem Strandrestaurant bei einer ehemaligen Schottergrube, die jetzt als Badesee genutzt wird. Alles sehr modern und Lifestyle-lastig. Hier trifft sich alles was Rang und Namen in der Südsteiermark hat, zumindest deuten der Flair und die Jaguars und Porsches vor dem Eingang darauf hin.

Ein braun gebrannter Beachboy sitzt mit seiner strohblonden Tochter im angelandeten Baywatch Motorboot und ermahnt sie: „Gib mir ein Bussi, sonst bekommst‘ den Becher nicht!“ Als das kleine Mäderl nach dem begehrten Becher greift, zieht ihn der Vater weg und klärt die kleine über die Konsequenz auf: „Na dann nicht.“ Das Erpresserspiel wiederholt sich, bis der Sunny-Boy die Geduld verliert, dem hilflosen Mädchen einen Kuss aufdrückt und ihr den Becher in die Hand drückt.

Herzlichen Glückwunsch du Arsch. Du lehrst deiner Tochter, dass man – um etwas zu bekommen – einer Authoritätsperson seinen Körper überlassen muss. Wirklich gut durchdacht. 

Was würde auf deinem Demoplakat stehen?

Ich habe diese Frage in diesem Beitrag gelesen und fand sie so ansprechend, dass ich sie in einem Beitrag beantworten möchte. Ich denke zwar, dass Menschen sich mit Catch Phrases nicht bekehren lassen, aber trotzdem könnte so ein kurzes Satzerl im Hinterkopf das Fass zum Überlaufen bringen, damit bei manchen erforderliche Änderungen nicht mehr blockiert werden. 

Tiere wollen leben, nicht gegessen werden!

Menschen sind Säugetiere!

Auch du bist ein Tier!

Auch deine Vorfahren dachten wahrscheinlich, dass Sklaverei OK sei. Denkst du Tiere zu essen sei OK?

Umweltschutz ist wichtig! Überdenke deinen Fleischkonsum.

Blogparade: Eine Liebeserklärung an mich selbst

Inside-trip hat mit http://wp.me/p7nIpb-Yu wieder einen sehr schönen Beitrafg formuliert und ruft damit zu einer Blogparade auf. Cao und ich und einige andere wurden persönlich eingeladen folgende Fragen zu beantworten. 
In Tell me haben wir schon gesehen, wie unterschiedlich die Perspektiven von manchen Bloggern sind und dennoch nachvollziehbar zu denselben Konsequenzen oder Schlussfolgerungen führen. Sehr lesenswert zu vergleichen.

Und es geht los.

Was liebst du an dir?

Puh, was für eine Frage! Früher war immer klar, dass ich meine Augen als das beste an mir sah, weil die Iris – ohne Übertreibung – wunderschön ist. Aber sonst? 

Ein spiritueller Freund, Sungrab, lehrte uns, jemanden zu lieben bedeutet sich zu wünschen, dass dieser uneingeschränkt glücklich sei. Das kann man auch leicht für sich selbst empfinden aber nicht für Teile. Aber mit dieser Frage ist etwas anderes gemeint, nämlich was man besonders gern an sich hat. Pff, keine Ahnung, alles halt, nichts, die Augen.

Wie kultivierst du Selbstliebe im Alltag?

Was verstehe ich überhaupt unter Selbstliebe? Das muss mal geklärt werden. Der Subtitel unserer Seite heißt, ‚Von der Selbstfindung bis zur Egoauflösung‘. Sich selbst zu finden bedeutet meist sich selbst mal anzunehmen wie man ist. Also Illusionen über sich selbst fallen zu lassen und das was man hat einfach mal gelten zu lassen. Ist das nicht schon Selbstliebe? 

Im traditionellem Buddhismus übt man Selbstliebe – genau wie die altruistische Liebe – durch Metta-Meditation. Aber ich finde der erste echte Schritt passiert nicht erst in der formalen Übung, sondern wenn man erkennt, dass man so wie man gerade ist durch viele Einflüsse so geworden ist, durch alles was man so im Leben mit- und durchgemacht hat. Und so ist es jetzt und so geht es weiter und man sitzt durchaus am Entscheidungshebel.

Selbstliebe verstehe ich demnach die Selbstverantwortung anzunehmen und sich dadurch im allgemeinen mit sich im Reinen zu sein. Natürlich passiert immer wieder mal etwas das sowas wie schlechtes Gewissen auslöst. Selbstliebe zu kultivieren bedeutet für mich sich mit dem schlechtem Gewissen zu beschäftigen und zu reflektieren. Und wenn die Situation dann beleuchtet und ggf. Maßnahmen getätigt oder entschieden wurden, dann fühlt man sich wieder mit sich im Reinen. 

Also kurz gesagt kultiviere ich Selbstliebe durch innere Arbeit an mir selbst oder quasi kontinierliche spirituelle Entwicklung.

Wie stellst du es dir zukünftig vor?

Na das ist ein laufender Prozess bis ans Ziel. Ist man im buddh. Sinne erwacht, dann hat man sich soweit entwickelt, dass man nicht mehr an sich arbeiten braucht. Keine Situation wirft dich dann aus der Bahn da man sich intuitiv angemessen verhält, perfekter Einklang mit Allem.

Was machst du an Tagen, an denen so ziemlich alles einfach nur schwer fällt?

Das gehört halt einfach dazu. Annehmen, dass es jetzt mal so ist. Sich freuen versuchen, dass auch das vorbeigehen wird. Und vielleicht auch versuchen die Mitmenschen zu warnen. Das wird überraschend gut angenommen.

Was hast du dir heute Gutes gegönnt?

Einfach mal die Katze streicheln bis sie schläft.

Was war heute dein Kompliment an dich?

Hmm, ich empfinde das eher als Freude an einer gut durchstandenen Situation, also ohne verbaler Expression. 

Heute habe ich mich gefreut, dass ich konstruktive Kritik an einem Kollegen scheinbar angemessen vermitteln konnte. 

Zur Erklärung, eine meiner Aufgaben in der Firma ist es technische Angelegenheiten und Fehler mit weniger erfahrenen Kollegen aufzuarbeiten. Das passiert annähernd ausschließlich über Chat oder Telefonate, hauptsächlich in englischer Sprache und im konkreten Fall mit einem – auf mich arrogant wirkenden – tschechischen Kollegen. Und via Chat bekommt man relativ wenig emotionales Feedback mit. Aber es hat sich gelesen, als hätte er es konstruktiv verstanden und da habe ich mich gefreut.

Was konntest du bereits an dir annehmen?

Boah, wo soll ich anfangen? Die harten Nüsse waren:

  • in meiner Jugend, dass ich trotz meiner Nase gemocht werden kann;
  • dass ich Gefühle eher verbal äußere, anstatt sie zu zeigen;
  • dass ich mich nicht verhalte, wie ich es gelernt habe, dass sich ‚Männer‘ verhalten;
  • dass ich nicht an einen Gott im Sinne eines allmächtigen Schöpfergottes glaube;
  • dass ich das Leben an sich als wertvoller erachte als mein eigenes Leben;
  • dass andere Menschen ihre eigenen Erfahrungen haben und daher ihre eigene gültige Meinung haben;
  • uvm.

Deine Liebeserklärung an dich?

Du bist auf dem rechten Weg für dich.

Was auch immer du gerne teilen möchtest!

Auch du kannst deinem rechten Weg für dich folgen.

Reisdrinkbasis von Libuni

Bei unserem Besuch auf der Veganmania in Podersdorf haben wir eine nette Frau bei einem Stand kennengelernt. Sie sprach mich an, ob ich gerne Reismilch trinke, was ich bejahte. Eigentlich verwenden wir nur diese, denn der Eigengeschmack von Sojamilch ist mir zu intensiv und Hafermilch irgendwie zu seicht. Und bei Mandelmilch ist die Konsistenz oft so flockig, zumindest bei den Marken, die ich probiert habe. Jedenfalls hatte die Frau Kostproben dabei. Zuerst dachte ich mir, ich koste halt mal diese neue Marke, denn ich bin immer neugierig auf den Geschmack, obwohl wir mit ‚unserer‘ Reismilch sehr zufrieden sind. Was jedoch hinter dem Produkt von Libuni steht, finde ich weitaus spannender. 

Den Reisdrink gibt es nur im 0,5l Tetrapack, denn, wie die Überschrift schon verrät, ist es eine Basis, mit der man sich die Reismilch selber ‚aufspritzen‘ kann. Der Sinn dahinter ist der, dass das unnötige Abpacken und Verkaufen von Leitungswasser vermieden werden soll. Deshalb gibt es bei Libuni nur die Reisdrinkbasis, welche man sich zu Hause je nach Belieben selbst verdünnen kann. So spart man sich das Schleppen vieler Liter. Das Mischverhältnis, wie bei handelsüblichen anderen Marken, ist 1:3, das heißt ein Teil Reisdrinkbasis auf 3 Teile Wasser. Wer es jedoch intensiver mag kann auch beispielsweise 1:2 mischen oder die Basis pur verwenden.

aus einem Schluck…
… wird ein ganzes Glas

Libuni verwendet nur vier Zutaten, nämlich italienischen Bio-Reis, Bio-Sonnenblumenöl, Wasser und etwas Salz. Außerdem wird die Basis nach der Fermentierung nicht gefiltert, was bei den meisten fertig abgepackten Pflanzendrinks der Fall ist, und enthält dadurch mehr Nährstoffe. 

Kaufen kann man die Reisdrinkbasis derzeit in einigen ausgewählten Reformhäusern und im Internet. Auf der Homepage kann man nur eine Großbestellung machen, die Lieferung ist in Österreich und Deutschland gratis. Hier bekommt man 36 Stück der 0,5l Packungen um 85,90€, also 72 Liter bei einem Mischverhältnis von 1:3. Durchdividiert ergibt das einen Preis von circa 1,19€ pro Liter trinkfertiger Reismilch! Libuni ist es wichtig, dass der Kunde bei direkter Bestellung nicht mehr bezahlt, als der Handelspartner. So soll eine faire und wertschätzende Form der Wirtschaft entstehen. Zudem sollen, wenn das Produkt gut ankommt, weitere Produkte auf den Markt kommen. Detailierte Informationen gibt es auf der Homepage von Libuni.

Alles in allem finde ich die Idee und auch die Umsetzung toll. Der Geschmack ist sehr gut, allerdings hat er mich noch nicht zur Gänze überzeugt, da ich schon jahrelang eine andere Reismilch gewohnt bin. Ich werde daher (noch) nicht ganz umsteigen, aber das ein oder andere Päckchen zwischendurch ist sicher drin, denn so eine Idee gehört auf jeden Fall unterstützt!

Das ist keine bezahlte Werbung und ich habe durch diesen Beitrag keinerlei Vorteile, sondern gebe nur meine persönliche Meinung im eingenem Interesse wieder.

Doppelmoral?!

Als ich mich vor 6,5 Jahren entschloss, vegan zu leben, war neben ökologischen und ethischen Gründen auch die Gesundheit ein wichtiger Punkt. Erst nach und nach bemerkte ich, dass es sehr viele VeganerInnen gibt, die sich weiterhin von Junkfood, Süßigkeiten und Limonade ernähren, nur in einer jeweils veganen Version. Ist für mich zwar nicht ganz nachvollziehbar aber in Ordnung, schließlich hat jederR andere Vorlieben und auch andere Gründe, um ein möglichst tierleidfreies Leben zu führen.

Vor einiger Zeit lernte ich allerdings einen Veganer kennen, der mir sehr gesundheitsbewusst erschien. Er ist einer jener Menschen, die einem zu jedem Nahrungsmittel den Nährstoffgehalt erzählen können und auch über einige Dinge mehr Bescheid wissen, über die ich persönlich noch nicht wirklich nachgedacht habe. Er hat schon viele ‚Diäten‘ hinter sich, um zu schauen, wie es ihm damit geht. Unter anderem ernährte er sich eine längere Zeit von Rohkost und empfand dies als sehr wohltuend. Im längeren Gespräch mit ihm schaltete ich dann aber immer mehr ab. Denn manche seiner Weisheiten und Erfahrungen kamen mir persönlich dann doch etwas übertrieben vor, auch wenn er authentisch wirkt und sich anscheinend wirklich extrem gut beim Thema Ernährung auskennt. Eine unter vielen Aussagen war dann, dass Reis sehr ungesund sei, wegen dem Arsengehalt. Daraus resultiert für ihn, dass er maximal ein Mal pro Woche Reis isst. Und Reiswaffeln für Kinder sind seiner Meinung nach fast schon gleichbedeutend mit Gift…

Ich habe das Gespräch, welches er im Monolog weiterführte – es waren mehrere Leute anwesend – nur mehr fragend nebenbei verfolgt. Es fielen auch Punkte wie Soja und Gluten. Soja muss man laut ihm ebenso meiden, nicht mal ein Schluck Sojasauce im Essen wäre gesund, geschweigedenn Sojajoghurt, Sojadrink oder andere Produkte auf Sojabasis. Glutenfrei muss das Essen sowieso sein. Seinem Sohn hat er daher zum Geburtstagsfest auch einen glutenfreien Kuchen gebacken, woraufhin die Freunde des Kindes gespottet haben, da der Kuchen scheinbar nicht besonders schmackhaft war – das hat er auch selbst gesagt. 

Naja, wie auch immer, bei all den Erklärungen zu gesundem und ungesundem Essen, fiel mir allerdings auf, dass besagte Person ein Bier nach dem anderen zwitscherte. Am Ende des recht kurzen Nachmittagtreffens waren es zumindest 4 Flaschen und als wir uns bereits verabschiedet hatten, ich aber nochmal zurück ging um etwas zu holen, war schon eine weitere Bierflasche am Tisch und „Herr Gesundheitsbewusst“ rauchte eine Zigarette. Und die Krönung: bei seiner riesigen veganen Grillfeier – man muss den Anderen ja zeigen, wie gesund und gut man sich als Veganer auch von Gegrilltem ernähren kann – lag er nachmittags um 15 Uhr schlafend in einer Ecke! Das Komasaufen hatte ihn sprichwörtlich in die Knie gezwungen. Wir waren zum Glück selber nicht dort, aber eine Bekannte berichtete, dass es an diesem Nachmittag nichts Gegrilltes mehr dort gab….

Das nenn ich mal Doppelmoral, oder was meint ihr?

Veganes Sommerfest am Neusiedlersee

Die vegane Gesellschaft Österreichs organisierte – soweit ich weiß – solche vegane Sommerfeste nur in den Landeshauptstädten. Jetzt gerade findet es am Strand einer kleinen Ortschaft an der größten Gatschlack… ich meine am größten See Österreichs statt: in Podersdorf am Neusiedlersee.

Da wir das schon vorab wussten, haben wir zwei Nächte am örtlichen Campingplatz reserviert. Der See ist windig – also ein Wind- und Kitesurf-Paradies – und sehr seicht – also sehr Jungfamilien- und Seniorenfreundlich. Wir haben heute eine ältere Dame beobachtet, die mit ihrem Gehstock gemütlich in den  See spaziert ist und nach ca. 50 Metern noch immer nicht bis zur Hüfte im Wasser war.

Heute wurden wir positiv überrascht, weil ein Seerestaurant für dieses Wochenende eine vegane Speisekarte anbietet. Gestern noch haben wir zwei Pizzerien befragt und ’selbstverständlich‘ haben die Ei in Pizza- und Nudelteig. Naja, je nachdem. Dann halt Weckerl mit Aufstrich und Melone am Campingplatz. Heute dafür köstliches Möchtegern-Vleisch Variationen. Brauchen wir nicht oft, aber es ist doch schön mal zu Schlemmen.

Mehrheits-Soziophob?

Ich weiß nicht, ob es das gibt. Aber wenn ich mal in eine Situation komme, wie die auf dem Foto, dann bin ich erstens sprachlos und zweitens will ich nur weg. 

Sicher kann man sich auch eine gute Zeit machen, wenn man da ganz ganz viel versucht weg zu filtern. Aber so ein Haufen an Menschen mit multiplen Problemen im zwischenmenschlichem Verhalten ist echt nicht unser Ding. 

Das permanente Geschrei von Kindern und deren Eltern, die aufgedunsenen Körper der Übertrainierten, die abgemagerten Körper mit angeschmierten Gesichtern der Beauty-Followern, die abgebrannten Körper der Dauercamper, usw. Aber keiner wirkt zufrieden. 

Und so nehme ich es auf allen traditionellen oder konventionellen Massenaufläufen wahr. Unzählig viele Werbeprodukte mit geweckten aber ungestillten Bedürfnissen. 

Warum es Frauen & Männer gibt…

…hat letztens ein Kind gefragt.

Wie es ein Religionslehrer erklären würde:

Einst gab es nur Eins. Und das Eine war groß!
Aber um groß zu sein, müsste irgendetwas anderes da sein, das kleiner ist.
Doch es war nichts da. Das Eine war doch ganz alleine.
Und so musste es, um groß zu sein, gleichzeitig auch klein sein.
Das Eine war auch hell!
Doch wie könnten wir das Licht erkennen, wenn die Dunkelheit nicht wäre?
Also war das Eine hell, doch gleichzeitig auch dunkel.
Das Eine hatte alle männlichen Eigenschaften in sich vereint.
Das Eine hatte alle weiblichen Eigenschaften in sich vereint.
Das Eine war hell & dunkel, groß & klein, männlich & weiblich,
gleichzeitig gut & böse, stark & schwach, schön & häßlich, …
bis es das Eine zerrissen hat – und seitdem gibt es große & kleine Leute, helle & dunkle, gute & böse; Frauen und Männer.
Und weil wir nicht so zerrissen sein wollen, streben wir wieder danach, den Einheitszustand zu erreichen. Manchmal gelingt uns das nicht so gut und wir müssen wieder was zerreissen. Wir versuchen dann, es besser zu machen als vorher… wenige sind perfekt, wir üben ja noch.