Sollten Buddhisten anderen Buddhisten helfen?

Seltsame Frage, oder? Was für jede Religion irgendwie selbstverständlich zu beantworten ist, muss ich mich hier in Österreich ernsthaft fragen. 

Mich hat ein e-Mail erreicht, dass ein buddh. Mönch (Theravada) aus Ruanda, Afrika, in Österreich ist um Asyl zu beantragen. Er ist ein Opfer des dortigen Genozids von 1994 und konnte seinen Hass und das Leiden durch Meditation und die buddh. Lehren sowie weiteren fernöstlichen Praktiken transformieren. Als er begann seinen Mitopfern zu helfen ihre Traumata zu verarbeiten, machte er sich in der Regierung Feinde, da er ganz offen über den Genozid sprach. Daher wurde er bald politisch verfolgt und muss mit lebensbedrohlichen Konsequenzen in seiner Heimat rechnen. 

https://vimeo.com/226441008

Eine UN Organisation, mit dem Ziel, für interreligiöse und -kulturelle Zusammenarbeit zu sorgen, hat ihm die legale Einreise nach Österreich ermöglicht, da hier ein internationales Event stattgefunden hat. Nachdem das Event geendet hat, hat sich aber der Schlammasel manifestiert. Dadurch, dass er legal und mit einem Visum eingereist ist, gehen die staatlichen Behörden davon aus, dass er sich bis zum Ablauf des Visums (4 Monate) selbst versorgen kann.

Naja, dass ein Mönch normalerweise keine umfangreichen Mittel und über kein Geld verfügt, ist der Tradition und dem kulturellen Kontext geschuldet. In vielen asiatischen Ländern ist der Winter nicht so kalt wie bei uns und die Menschen versorgen Mönche und Wanderasketen einfach so, ohne Fragen zu stellen. 

Im Westen geht das allerdings nicht so einfach, da finden wir schon irgendeinen Grund um weitläufig vorbeizuschauen. Naja, so auch im Büro der ÖBR, Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft, wo man ihn – ich versuche mich sachlich auszudrücken – mit einer Liste aller buddh. Zentren und Gruppen, Glückwünschen und einer ratlosen Mine verabschiedet hat. Ich sehe vollkommen ein, dass Flüchtlingshilfe nicht der Auftrag der ÖBR ist.

Aber meiner Meinung nach gibt es unzählige Buddhisten und andere Menschen, die einem hilfsbedürftigen Buddhisten helfen möchten, einfach so. Ganz egal, ob das menschenrechtlich geboten ist, in den Texten als verdienstvoll beschrieben wurde oder gänzlich unvoreingenommen der Fall ist. Ganz egal, ob der Hilfsbedürftige ein buddh. Mönch, Laie oder Wedernoch ist. Ein e-Mail an die Mitglieder der ÖBR – also alle offiziellen österreichischen Buddhisten – kostet praktisch nichts, kann aber ungemein viel bewirken. Ganz abgesehen davon, dass es einen buddh. Verein zur Flüchtlingshilfe – Schulterklopfer dafür hat sich die ÖBR in jeder Aussendung verliehen – gibt, der sich zwar am Ende diesen Jahres auflösen wird, aber bis dahin schon noch einiges bewirken könnte. 

Mich hat ein Freund des Hilfesuchenden, Sangharakkhita, durch Triratna erreicht. Scheinbar sind wir da für unsere Anwesenheit in Österreich schon bekannt. Jedenfalls stützt sich sämtliche Hilfe derzeit auf seinen entfernten Aufruf: https://www.justgiving.com/crowdfunding/sangharakkhita und dem, was ich erreichen kann. Naja, ich kenne ein paar Buddhisten, die seltsamerweise alle in finanziellen Schwierigkeiten stecken und eine Menge Christen, die ihr viel zu großes Haus lieber mit Dingen vollstopfen, als jemanden eine familiäre Unterkunft zu bieten. (Falls jemand, der von mir befragten sich damit angesprochen fühlt, naja, solange ich Niemanden gefunden habe, der ihn aufnimmt, müsst ihr es aushalten über einen Kamm geschert zu werden!) Unser Haus ist leider unausgebaut sogar für uns 3 langfristig zu klein. 

Ironie, dass es gerade die Adventzeit ist, als die hochträchtige Maria und ihr Josef keinen Einlass fanden. Sollt in unseren Breiten wohl jedem bekannt und aktuell sogar geläufig sein. Und damit habe ich mir einen Shitstorm von meinem seelenlosen Ego geschrieben und wünsche eine Adventzeit wie sie uns jedes Jahr heimsucht: aufdringlich, nach gesüßtem Alkohol stinkend, Nacht durchleuchtend Strom verbrauchend und vorallem stressig, um bloß das Wichtige im Leben zu vergessen. 

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Was mir an der buddh. Bewegung Triratna so gefällt

Grundsätzlich kann man ja behaupten, der Buddhadharma sei farblos, also im Sinne von universell gültig, für jeden anwendbar. Allerdings kann der Dharma nicht ohne kulturellen Kontext transportiert werden. Ich meine, sowohl ganz allgemein gesprochen, dass man allein schon durch die Sprache in der man vom Dharma erfährt und in der man dessen Einsicht verarbeitet, eine nicht unwesentliche Färbung erhält, als auch durch welche Schule des Buddhismus der Dharma präsentiert wird. Im letzteren werden die Teilbereiche – sagen wir mal – mit einem bestimmten Spin versehen, was die charakteristischen Unterschiede sind, anhand derer man die buddh. Strömungen unterscheiden kann. Die tauchen den Dharm quasi Hals über Kopf in den Farbtopf. Dessen sollte man sich bewusst sein und das macht diese Religion oder Philosophie – je nach Perspektive – ja letztendlich auch spannend zu entdecken. 

Der stark überwiegende Teil der Buddhisten, die ich kennenlernen durfte sind zum Buddhismus konvertiert. Das ist leicht zu erklären, da – soweit ich weiß – es eigentlich überall so ist, dass Babies oder Kinder in eine Religion zwangsbeglückt werden. Individuell gesehen muss das nicht so sein, aber im allgemeinen ist das so, auch in buddh. Ländern. 

Zurückkommend auf meinen ursprünglichen Gedanken, möchte ich bewusst machen, dass wir europäischen konvertierten Buddhisten meist einen christlichen Hintergrund haben. Manche – wie auch ich – können erst durch den Dharma wirklich mit dem Christentum abschließen. Wobei es ja nicht die Lehren von Jesus Christus selbst sind, die innere Konflikte bei uns auslösen, sondern eher das Drumherum. Und das Drumherum kann einfach daran liegen, dass versucht wird eine Religion allen aufzuzwingen und als einzigen gesellschaftlichen Rahmen für das öffentliche Leben zu verwenden. Also wer sich zB Sonntags nicht beim ‚Gottesdienst‘ sehen lässt, über den kann man herziehen.

Und das kommt leider vermutlich auch mit allen Religionen vor, auch in den buddh. Ländern. 

Sangharakshita bezeichnet so etwas als ethnische Religion, die von sich aus noch keinen Raum für spirituelle Entwicklung liefert, sondern eher nur mal ein gemeinsames Weltbild erhaltet. Also quasi auch fast schon ein Todesurteil für die Lehre dieser jeweiligen Religion darstellt.  

Vor diesem Hintergrund gefällt mir an der buddh. Bewegung Triratna, dass die verschiedenen buddh. Schulen, welche alle ihren gefärbten Dharma transportieren, in deren Kontext betrachtet werden. Was für konvertierte Buddhisten selbstverständlich ist, da fast keiner von uns in der Kultur aufgewachsen ist, dessen Schule man sich vielleicht zugehörig fühlt. Wir können einen Blick von draußen auf die Lehre werfen und die Gemeinsamkeit entdecken aber auch die Vorteile der Unterschiede. 

Der Dharma ist universell, egal ob Nibana, Zen, Samadhi oder wie auch immer es bezeichnet wird oder welches Konzept es erklären soll. Die Idee, die Erkenntnis, welche wir erfahren, ist das einzige was zählt. Und für mich ist dieser – vielleicht etwas wissenschaftlich wirkender – Zugang, der passende. Ich folge dem Weg mit Karten, Wegweisern vorort, Reiseführern aus unterschiedlich Zeiten, Reiseberichten verschiedendster Autoren und meinen offenen Augen. Was mir hilft, das lehne ich nicht voreilig ab, nur weil mir die Farbskala vielleicht nicht passt. 

Für meine Praxis färbe ich mir den Dharma aber auch gerne und bewusst in meinen Farben ein, nicht aus Bequemlichkeit, sondern als Hilfsmittel. Buddhismus ist dein Werkzeug, nutze ihn, wie du ihn brauchen kannst, aber niemals halbherzig.

Bücher für frische Eltern

Warum ‚frisch‘? Naja, weil die aller meisten Eltern, die ich kenne, mit jungen Kindern doch näher um die 30 oder älter sind als um die 20 oder jünger. Daher erschien mir ‚Bücher für junge Eltern‘ irgendwie unpassend.

An sich haben wir schon zwei wertvolle Bücher für Eltern empfohlen. Aktuell lese ich wieder ein Buch, das einfach perfekt zu uns passt, uns erklärt was wir fühlen und bestätigt, dass es richtig ist. Das uns auch sagt, was das Hörnchen fühlt und dass es richtig so ist. 

Und irgendwie ergänzen sich diese 3 Bücher ideal:

  1. Die selbstbestimmte Geburt – sollte man vor oder während der Schwangerschaft lesen (ich habe auf die Schnelle keinen Beitrag von uns über das Buch gefunden, daher ein Link auf das Buch über Thalia)
  2. Beyond the Sling – sollte man spätestens in den ersten Monaten des Nachwuchses lesen
  3. Liebe und Eigenständigkeit von Alfie Kohn sollte man eigentlich schon vor dem ersten Geburtstag des Mini-Menschen gelesen haben

Tja, bei uns, besser spät als nie. Soweit ich gelesen habe, beschreibt das Buch, dass dein Kind ein eigenständiger Mensch ist, dem du mit deiner ganzen Aufmerksamkeit begleitest und respektierst. Je nach Entwicklung benötigt dein Nachwuchs mehr oder weniger Achtsamkeit. Spätestens bei Konflikten sollte man sich in die Perspektive des Kindes begeben damit man versteht, was den Konflikt ausgelöst haben könnte. Aber Auszeiten, Bestrafungen und auch Belohnungen sind keine hilfreichen Erziehungsmethoden. 

Ja, auch Belohnungen helfen nicht, dass ein Kind etwas aus eigenem Antrieb gut findet. Das war eine schwere Lektion für mein Ego, aber es stimmt schon, dass es einfach nur die andere Seite derselben Medaille ist. Dein Kind ist aber kein Hund und möchte auch nicht so trainiert werden. Kinder wollen sich entfalten, sich selbst und ihre Umwelt kennen lernen. Und weil wir ihnen das ermöglichen, können sie auch unsere Hilfe annehmen, um sich in dieser Welt zurecht zu finden. 

Bedingunslose Liebe ist der Schlüssel. Unsere Kinder sollen sich von uns geliebt fühlen, nicht kontrolliert oder bestraft wenn sie etwas falsch gemacht haben. Als Eltern sind wir der sichere Hafen, wo man angenommen wird, wie man ist. Und das bedeutet nicht, dass man mit Geschenken, Ablenkungen oder Belohnungen überhäuft wird. Eher zuhören und beobachten und zualler erst sein eigenes Verhalten – das der Eltern – korrigieren. 

Wir haben bereits die Erfahrung gemacht, mit noch frischeren Eltern als wir es sind, welche versuchen ihr Kind durch einen sehr strengen Ton und einem böse verzogenen Gesicht vor einer vermeindlichen Gefahrenquelle zu schützen. Aus der Sicht des Kindes verhindern dessen Eltern die Neugierde an einem nicht aktiven Schwedenofen, die vermeindliche Gefahrenquelle, zu stillen. Stattdessen scheint es, dass die Eltern jetzt plötzlich auch noch verärgert oder wütend sind. Kein Wunder, dass sich ihr Kind in dieser Situation, vielleicht auch noch in einer fremden und ungewohnten Umgebung, nicht mehr wohl fühlt.

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu kompliziert ausgedrückt. Jedenfalls gibt es bei dieser Familie nur eine Kochplatte, die noch außerhalb der Erreichbarkeit des Kindes liegt. Unser Hörnchen musste stattdessen bereits mit den ersten unterstützenden Schritten lernen, dass man sich an unserem Tischherd auch an allen Seiten verbrennen kann. Es dem Hörnchen schlichtweg zu verbieten, dem Herd in jeglicher Situation nahe zu kommen, wäre aus unserer Sicht nicht sinnvoll gewesen. Wissenschaftliche Statistiken aus dem Buch legen nahe, dass durch strenge elterliche Kontrolle und Maßregelung die Wahrscheinlichkeit steigt, dass das Kind in unserer Abwesenheit gerade das Verbotene tun wird. 

Das bestärkt uns, dass wir damals gefühlsmäßig richtig gehandelt haben. Wir haben das Hörnchen mit viel Einfühlungsvermögen vor den Gefahren gewarnt, gezeigt wie man die Risiken abschätzt, nicht-lebensbedrohliche Erfahrungen sammeln lassen und wenn es sich erschreckt oder verletzt hat, dann waren wir sofort mit tröstendem Verhalten zur Stelle. Nachdem es sich beruhigt hatte, konnten wir die Situation nochmal reflektieren und die Gefahren verbalisieren. 

Ich vertraue meinem Kind, dass es mittlerweile weiß, wie es sich bei einem Ofen, unabhängig davon ob darin ein Feuer brennt oder nicht, verhalten kann.

Veganes Kind und die erweiterte Familie

Vorab, per Definition isst unser Hörnchen nicht vegan, da menschliche Muttermilch von einem Säugetier stammt und somit nicht rein pflanzlich ist. Ganz egal ob die Mumi von einer sich vegan ernährenden Mutter stammt oder nicht. Es ist das gesündeste für das kleine Menschlein und für uns braucht es hier keinen Platz für das vegane Gütesiegel. 

Aber das heißt nicht, dass wir dem Hörnchen ansonsten etwas nicht Veganes geben wollen. Wenn es das mal kosten möchte, dann soll es das tun, aber wir werden das nicht besonders fördern, wegen den für Veganer bekannten Gründen. 

Ungünstigerweise sind in unserem erweiterten Familienkreis, also alle außer uns drei, die Veganen so spährlich gesäht wie Wassermelonen in der Sahara. Somit sind Verständnis und Rücksichtnahme relativ gering und dadurch unsere Motivation sich dem auszusetzen etwas abgängig.

Wir leben dem Hörnchen vor, dass man sich von Gemüse, Obst und Getreide gesund ernährt. Süßigkeiten gibt es auch, aber weder regelmäßig noch als Belohnung. Das Hörnchen kostet davon ein paar Bissen und für gewöhnlich verfliegt damit auch gleich das Interesse. Mumi ist ja auch viel viel besser.

Was mich dann an familiären Besuchen stört ist – abgesehen von der ewigen Rechtfertigungspflicht – dass die sich nicht-veganes und meist auch ungesundes Zeug kaufen und in unser Nest schleppen. Da liegt es dann achtlos herum und – weil sich das Hörnchen ja für alles interessiert – wird das dann versucht mit süßen Ablenkungen auszuweichen. 

Manchmal kotzt mich die Respektlosigkeit gegenüber unserem Lebensstiel einfach nur an. Wenn sie unser Zeugs essen, finden sie es immer köstlich und dennoch bringen sie ihren ‚Fraß‘ mit und wundern sich dann, das es zu einem Problem wird. Ich finde es weder witzig, wenn das Hörnchen absichtlich verwirrt wird, damit es das Interesse an etwas verliert, noch dass dafür Süßigkeiten als Belohnung eingesetzt werden.

Und letztens musste ich sogar ein halbes Burgerlaibchen am Kompost werfen, weil man das ja unbedingt vom Restaurant mitnehmen musste aber aus der Mikrowelle – ja sowas verwenden wir manchmal – schmeckt das natürlich nach altem Arsch und die Restmülltonne war nicht da, weil am nächsten Tag Abholung war. Und die fahren nur für uns nicht den Berg hinauf, deshalb müssen wir die Tonne fast einen Kilometer runter bringen.

Ja, sowas stört mich. Sollen sie Leichenteile essen oder geraubte entnaturalisierte Kuhmilch trinken, wenn es ihnen egal ist. Aber sie sollen uns damit verschonen.

Swing Kitchen Graz

Als wir noch in Niederösterreich gewohnt und uns zur veganen Lebensweise entschieden haben, hielten wir natürlich immer Ausschau nach Lokalen, die auch vegane Speisen in ihrer Karte anbieten und freuten uns natürlich ganz besonders über rein vegetarische oder sogar rein vegane Lokalitäten. 

Eines davon war der Schillinger in Großmugl, etwa 45 Autominuten von uns entfernt. Dies ist ein altes Gasthaus in einer kleinen Ortschaft, welches schon seit 1793 besteht. Es ist ein traditionelles Gasthaus, welches auch seit jeher traditionelle österreichische Küche anbietet. Seit Charly Schillinger, der jetzige Eigentümer und selbst bekennender Veganer, es von seinen Eltern übernommem hat, bestand die Hausmannskost weiterhin, allerdings in der veganen Alternative. Das heißt, man bekam beispielsweise Suppen, Schnitzel mit Pommes, Zwiebelrostbraten, Cordon Bleu, Kotelett, Gegrilltes, Burger, Nudeln, Auflauf und Gulasch in rein pflanzlicher Form. Und kreative, leckere Nachspeisen sowie selbstgemachte Eistees rundeten diese Gaumenfreude ab. 

Wir besuchten das Gasthaus regelmäßig in zeitlich größeren Abständen, da bei uns Hausmannskost eher selten auf den Tisch kommt und wenn, dann eben nur auswärts. Das gemütliche Dorfwirtshaus war immer gut besucht und wurde auch von ‚Allesessern‘ hoch gelobt, da die Speisen wirklich sehr schmackhaft waren! Umso überraschter waren wir, als wir erfahren haben, dass das Gasthaus Schillinger seit diesem Sommer geschlossen hat. Der Grund dafür ist jedoch nur eine Verlagerung der Prioritäten, denn neben dem Gasthaus hat die Familie Schillinger noch fünf weitere Lokale, die Swing Kitchens.

Und eine dieser Swing Kitchens hat vor kurzem in Graz in der Kaiserfeldgasse eröffnet. Ein rein veganes Fastfood Lokal, das auch auf Nachhaltigkeit schaut. So findet man hier kein Plastik, die Verpackungen wie Becher, Strohhalme, Dipschalen etc. bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen, sind CO2-neutral und werden kompostiert. Zusätzlich wird Wert auf Regionalität und Saisonalität sowie den Verzicht von Gentechnik gelegt, viele Zutaten sind biologisch und/oder fairtrade. Das Essen wird frisch zubereitet und ist cholesterinfrei, ballaststoffreich und enthält viele Vitamine, obwohl es ‚Junkfood‘ ist. Außerdem steht das Unternehmen für Fairpay und bezahlt die Angestellten überdurchschnittlich hoch.

Man kann aus einer Reihe an Burgern, Wraps oder Salaten auswählen, dazu gibt es Pommes, Zwiebelringe oder Nuggets mit verschiedenen Dips. Zum Trinken erhält man sowohl frischgepressten Orangensaft, als auch andere Säfte und Limonaden, unter anderem Swing Cola nach eigener Rezeptur. Nach dem Essen kann man sich einen bio&fairtrade Kaffee gönnen, für Naschkatzen steht eine Vitrine mit süßen Verführungen wie Tiramisu, Cheesecake, Muffins, Kuchen oder Doughnuts bereit. 

Bei unserem Besuch war das Lokal sehr gut besucht, die Angestellten freundlich und die Speisen extrem lecker. Die Wartezeit hält sich auch trotz vieler KundInnen in Grenzen. Der einzige kleine Nachteil sind die hohen Räume, welche den Lärmpegel ansteigen lassen, da es sehr hallt.

Die Swing Kitchen ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Und auch wenn es mit dem traditionellen Gasthaus nicht vergleichbar ist und wir Fastfood eher selten essen, sind wir doch froh, den Schillinger jetzt in unserer Nähe zu haben! 

Gehe hin und tu Gutes!

wanderlust

Wenn ich ich sein will – also ich müsste alles abstreifen was nicht ich ist, und dann würde ich überbleiben.
Ich versuche das jetzt mal: ich will mal kurz alles vergssen und der Einfachheit wegen mich auf einatmen & ausatmen konzentrieren. Also; einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen, dieser eine Abend…
OK, ganz kurz hat’s funktioniert. Aber dann ist halt doch ein Gedanke dahergekommen… einer aus meinem Gedächtnis (no na, woher denn sonst).

Da wir die meiste Zeit aber nicht nur ganz ich sind, sondern ich+alle möglichen Alltagssorgen+Stress+Wünsche&Begierden+vieles mehr, drängen ständig Erinnerungen ins Kopfkino, verwenden wir vergangene Erfahrungen zur Bewertung gegenwärtiger Entscheidungen, können uns einmal angeeigneter Verhaltensmuster kaum erwehren, greifen auch bewußt auf erlernte Verhaltenssequenzen zurück, …

Das bedeutet, alle Erlebnisse und Erfahrungen prägen das Individuum, dessen Entscheideungen und somit das Verhalten!

Wer sich also selbst Gutes tun will, dem sei in diesem Sinne geraten, möglichst viele positive, brauchbare Erlebnisse zu haben…

Ursprünglichen Post anzeigen 25 weitere Wörter

Selbstgenähte kurze Pumphose 

Wir beide tragen gerne weite, lockere Stoffhosen, wie es sie oft auf diversen Festivals oder ‚esoterisch angehauchten‘ Geschäften gibt. Da wir für unser Hörnchen jedoch so gut wie alles an Gewand gebraucht geschenkt bekommen haben, hatte ich kaum die Gelegenheit, diese bunten Hosen in Miniformat zu kaufen und unser Zwergal somit optisch an uns anzupassen. Allerdings beschloss ich, falls mal Hosen nötig wären, diese dann selbst zu nähen. Gesagt, getan. Da ich mich zwar mit der Nähmaschine halbwegs auskenne – ich kann Fäden einfädeln, Stiche einstellen und nähen – allerdings beim Drumherum nur laienhaftes Halbwissen besitze, war ich schon sehr gespannt auf diese Aufgabe. Ich habe mir das Freebook Marina ausgedruckt, da ich für den Sommer eine kurze Pumphose für unser Kind nähen wollte. Im Grunde ist es sehr einfach zu nähen und ein, wie ich finde, sehr lässiger Schnitt.
Zuerst ging es ans Stoffe und Bündchen zuschneiden. Dies erfolgte mittels ausgedruckten Vorlage. Ich habe den grünen Stoff einer alten kaputten Hose und bunt gestreiften Bündchenstoff verwendet.

Danach gings ans Zusammennähen der vier einzelnen Hosenteile – je zwei vordere und zwei hintere – und der Bündchen.

Der nächste Schritt war das Zusammennähen der beiden Hosenbeine.

Zum Schluss kam der für mich persönlich schwierigste Teil, nämlich das Annähen der Bündchen. Hier ist es wichtig, diese unter Zug zu nähen, da es vom Stoff her viel kleiner als der Stoff der Hose ist und so viele (unerwünschte) Falten entstehen können. 

Und tadaaaa, fertig ist die kurze Pumphose!

Ferien’17

Nach 10 Monaten harter Arbeit freue ich mich nun auf die Ferien. Gewiß, andere genießen 5 Wochen Urlaub, ich hab nur 2 Monate. Aber diese kurze lebenswerte Sommerzeit will genutzt werden – Carpe Diem, carpe vacatio!

Also beginnen meine Reisevorbereitungen wieder mal mit der Restaurantrecherche. Als Gebirgsdorfbewohner staune ich in jeder größeren Stadt über die kulinarische Auswahl und das schier endlose gastronomische Angebot. Das Problem besteht hier weniger im fehlenden Angebot, sondern ist ganz anderer Natur: die Größe der Stadt! Nur weil sich zwei Restaurants in Paris befinden, bedeutet das nicht, dass sie auch nur im Entferntesten nahe beisammen liegen müssen – nach einem Tag Paris-Sightseeing habe ich eine Strecke von 35km zurückgelegt. Glücklicherweise konnte ich die meisten davon am Einrad zurücklegen; so wurde der Weg zwar nicht kürzer, aber lustiger.
Auch Bilbao ist schön. Schön von der Art, wie Bad Gastein es ist. Beeindruckende Vertikalausdehnung, kompaktes Zentrum. Ein Restaurant bietet einen makrobiotischen Apfelstrudel an (must try). Guggenheim Museum. Baskenland. Und eine Liftruine…

Leichter fällt die Nahrungsaufnahme für vegane Gourmets natürlich in Barcelona. Für jeden, der sich an die eingeschränkten Öffnungszeiten des Petit Brot gewöhnt hat, bietet dieses Restaurant vitale Säfte und ausgezeichnete Menüs in allerhöchster Rohkostqualität …
In der Baskenmetropole können neben Rohköstlichkeiten auch vegane Pizzen gegessen werden, das Veggie Garden und natürlich die vielen Märkte und sogar Geschäfte besucht werden, die ausschließlich Obst anbieten (raw fast food) – (für carnophile Leser: das löst in mir ähnliche Glücksgefühle aus wie wenn ihr in einer Metzgerei steht. Also viel Auswahl dessen was man gerne mag, und nix das vom Wesentlichen ablenkt).

Doch das eigentliche Ziel meiner Reise liegt in Portugal. Inmitten des Alentejo, einer zur Wüste werdenden Landschaft, liegt eine Oase des Friedens – Tamera, Healing Biotope I – Friedensforschungszentrum.
Dank der nach Anleitung Sepp Holzers angelegten Wasserretentionslandschaften geht kein Tropfen des im Winter fallenden Regenwassers verloren und wird ganzjährig im Kreislauf gehalten. So gedeihen Obstbäume neben den vor einigen Jahren angelegten Seen, es wächst Gemüse und die Insekten, Vögel, Menschen und andere Tiere erfreuen sich reicher Futterquellen.
Tamera bietet neben diesem freien Nahrungsangebot auch vegane Vollverpflegung und führt eine Bar, die neben veganer Schokolade auch Bier für € 1,- anbietet! Weiters werden Besucher ersucht, tierleidfreie Seifen und Zahnpasten mitzubringen sowie darauf zu achten, dass dies alles biologisch abbaubar ist.
Doch leider ist der Aufenthalt an die Teilnahme an einen der Kurse oder der dreimonatigen season group gebunden. Jeder weitere Tag wird nur in Ausnahmefällen geduldet, man will ernsthaft Suchende Gäste, keine Touristen.

Für eine Auszeit vom babylonischen Alltagswahnsinn kann Tamera also nicht empfohlen werden. So erinnerte ich mich an Hesse, welcher sagt, es
„Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.“und da stets gilt,
‘Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen’, packe ich meinen Rucksack und setze meine Reise fort (klingt eigenartig, die Reise fortsetzen, als ob Die Reise jemals unterbrochen werden würde)

… und so zog ich weiter, zum Wandern, gen Italien.
Ich suchte die Ruhe, die Abgeschiedenheit. Nach einem Jahr im öffentlichen Schuldienst brauche ich mal Zeit in einer heilsamen Umgebung. Tamera war der perfekte Ort, in eine friedliche, inspirierende Gemeinschaft lieber Menschen einzutauchen. Doch war ich nur Gast, nicht Teil der Gemeinschaft. Also alles mal durchdenken, durchfühlen, wirken lassen. Der Sommer wird mich noch eine Weile begleiten und ich stehe jetzt mal alleine nahe dem Naturpark der Friauler Dolomiten im Wald und denke, dass es noch nicht nötig wäre, die Schuhe zu binden oder Socken zu tragen.
Ein paar Kilometer weiter erinnert mich eine große Blase an der Ferse, dass es schon nötig gewesen wäre und alleine bin ich auch nicht mehr.
Ich befinde mich im Rainbowland, einem gras- und buschbewachsenen Hochtal auf 1.200m, in welchem Menschen campen, singen, tanzen, Workshops halten, lieben, kochen, essen,… Keine elektrischen Geräte sind zu finden, kein Alkohol, keine Dixi-Klos und kein Geld (außer im Magic Hat um Reis, Kichererbsen, Kartoffel und Gemüse für Alle zu bezahlen); dafür ungefähr zweitausend Hippies jeden Alters und ca. ebensoviele Gitarren, ein Chello, Chai Tents, ein komplettes Kids Village mit eigener Kids Kitchen und als der Mond zunimmt, kommen immer mehr Menschen hinzu sodass am 6. August, einem Tag vor Vollmond, der Food Circle schon aus drei Reihen besteht als plötzlich der Regen sich mit Sturm und Hagel gepaart von seiner offensiven Seite zeigt.

Ein Fest der offenen Herzen

Brothers and Sisters (so die aus dem angloamerikanischen stammende Anrede unter Mitgliedern der Rainbow Family) begegnen sich in Offenheit. Niemand läuft mit Schutzschilden durch die Gegend. Abwehrhaltung ist nicht nötig, da niemand Hass, Neid, Gier, Ärger oder Frust mit sich herumträgt und aggressives Verhalten vermieden wird. So begegnen sich häufig brothers and sisters, die sich vorher noch nie gesehen haben, mit der Offenheit guter Freunde. Diese Offenheit bemerke ich am häufigsten in Gesprächen. Gespräche, die dadurch nach wenigen Sätzen eine Tiefe erreichen, die in der ‘outside world’ sehr selten vorkommt, welche aber auch größtes Vertrauen erfordert; auch viel Selbstvertrauen. Meist sind diese Gespräche sehr wertvoll.
Offenheit wird auch im Umgang mit Kleidungskonventionen demonstriert. Wer die Notwendigkeit verpürt, bekleidet oder bemalt herumzulaufen, kann dies tun, in welch Form auch immer es gewünscht ist. Es ist gar nicht mal so leicht: pure Selbstdarstellung – keine zur Schau Stellung des Egos.
Eine besonders schöne Seite zeigte sich in der emotionalen Offenheit im Umgang miteinander.

Ich traf kaum jemanden, der etwas widerwillig oder lustlos tat; schließlich gibt es hier einen freien Willen und niemand wird zu etwas gezwungen…
Dazu ist es aber auch wichtig, dass Sätze wie ‚Du das stört mich jetzt, wenn du das hier machst‘, hier findet gerade ein heiliges Ritual statt, bitte nicht durchgehen‘ ‚nein, ich mag nicht beim Servieren helfen‘ ganz offen kommuniziert werden dürfen.

Eigenverantwortung und gelebtes Mitgefühl
Wer sich in die Berge begibt, in die freie Natur; der setzt sich einem Risiko aus. Jeder sollte Risken kompetent abschätzen können und entsprechend Handeln. Hier gibt es keinen ‚Veranstalter‘, der etwaige Haftung übernehmen würde, nur gegenseitige Hilfe und Unterstützung. So gewährte ich im Hagel einer sister Unterschlupf unter meinem Regenponcho und konnte der an Wärme gewöhnten Inderin eine Intensivierung der Kälteerfahrung ersparen; später wurde ich in ein Zelt eingeladen und konnte so eine weitere Regenphase trocken überstehen.

Nachdem ich dies alles, und viele nackte Menschen(!) gesehen hatte, reiste ich natürlich unverzüglich ab und wendete mich wieder meinem bürgerlichen Leben in Babylon zu.

wanderlust

Nach 10 Monaten harter Arbeit freue ich mich nun auf die Ferien. Gewiß, andere genießen 5 Wochen Urlaub, ich hab nur 2 Monate. Aber diese kurze lebenswerte Sommerzeit will genutzt werden – Carpe Diem, carpe vacatio!

Also beginnen meine Reisevorbereitungen wieder mal mit der Restaurantrecherche. Als Gebirgsdorfbewohner staune ich in jeder größeren Stadt über die kulinarische Auswahl und das schier endlose gastronomische Angebot. Das Problem besteht hier weniger im fehlenden Angebot, sondern ist ganz anderer Natur: die Größe der Stadt! Nur weil sich zwei Restaurants in Paris befinden, bedeutet das nicht, dass sie auch nur im Entferntesten nahe beisammen liegen müssen – nach einem Tag Paris-Sightseeing habe ich eine Strecke von 35km zurückgelegt. Glücklicherweise konnte ich die meisten davon am Einrad zurücklegen; so wurde der Weg zwar nicht kürzer, aber lustiger.
Auch Bilbao ist schön. Schön von der Art, wie Bad Gastein es ist. Beeindruckende Vertikalausdehnung, kompaktes Zentrum. Ein

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Gib mir ein Bussi, dann geb‘ ich dir das, sonst nicht.

Wir sind an einem Strandrestaurant bei einer ehemaligen Schottergrube, die jetzt als Badesee genutzt wird. Alles sehr modern und Lifestyle-lastig. Hier trifft sich alles was Rang und Namen in der Südsteiermark hat, zumindest deuten der Flair und die Jaguars und Porsches vor dem Eingang darauf hin.

Ein braun gebrannter Beachboy sitzt mit seiner strohblonden Tochter im angelandeten Baywatch Motorboot und ermahnt sie: „Gib mir ein Bussi, sonst bekommst‘ den Becher nicht!“ Als das kleine Mäderl nach dem begehrten Becher greift, zieht ihn der Vater weg und klärt die kleine über die Konsequenz auf: „Na dann nicht.“ Das Erpresserspiel wiederholt sich, bis der Sunny-Boy die Geduld verliert, dem hilflosen Mädchen einen Kuss aufdrückt und ihr den Becher in die Hand drückt.

Herzlichen Glückwunsch du Arsch. Du lehrst deiner Tochter, dass man – um etwas zu bekommen – einer Authoritätsperson seinen Körper überlassen muss. Wirklich gut durchdacht. 

Was würde auf deinem Demoplakat stehen?

Ich habe diese Frage in diesem Beitrag gelesen und fand sie so ansprechend, dass ich sie in einem Beitrag beantworten möchte. Ich denke zwar, dass Menschen sich mit Catch Phrases nicht bekehren lassen, aber trotzdem könnte so ein kurzes Satzerl im Hinterkopf das Fass zum Überlaufen bringen, damit bei manchen erforderliche Änderungen nicht mehr blockiert werden. 

Tiere wollen leben, nicht gegessen werden!

Menschen sind Säugetiere!

Auch du bist ein Tier!

Auch deine Vorfahren dachten wahrscheinlich, dass Sklaverei OK sei. Denkst du Tiere zu essen sei OK?

Umweltschutz ist wichtig! Überdenke deinen Fleischkonsum.