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Geburtsbericht Alleingeburt nach Kaiserschnitt

Schon bei meiner ersten Schwangerschaft war mir und meinem Mann sehr schnell klar, dass wir eine möglichst selbstbestimmte und interverntionsfreie Geburt anstrebten. Die Zeit der Schwangerschaft empfand ich als eine sehr intensive und bewusste Zeit. Ich machte viel Yoga und las das Buch „Die selbstbestimmte Geburt“ von Ina May Gaskin. Spätestens da wurde mir klar, dass ich eine Hausgeburt einer Klinikgeburt in jedem Falle vorzog und ich fand auch schon bald eine liebe und einfühlsame Hebamme, die uns hierbei begleiten wollte.
Leider lag unser Baby ab etwa der 30. Ssw in BEL, welche eine Geburt ohne Beisein eines Arztes gesetzlich ausschloss. Dennoch war ich bis eine Woche vor dem ET sehr entspannt und vertraute darauf, dass sich unser Baby noch drehen würde – was leider nicht geschah. So besuchte ich ein paar Tage vor dem ET ein Krankenhaus, um mit einem Primar, ein Spezialist für spontane BEL Geburten, unsere Geburt zu planen. Das ernüchternde und sehr enttäuschende Ergebnis war, dass er bei einer Erstgebärenden ein Baby aus BEL mit Nabelschnurumschlingung um den Hals nicht spontan entbinden würde. Mir blieb also nur die Zustimmung zu einem Kaiserschnitt oder eine Alleingeburt – welche zu diesem Zeitpunkt unter diesen Umständen für uns kein Thema war. Ich bekam also nach Wehenbeginn und Blasensprung einen Kaiserschnitt, welchen ich trotz geplanter Hausgeburt als recht selbstbestimmt und würdevoll empfand, da ich stets über alle Maßnahmen informiert wurde und auf meine Bedürfnisse und die des Babys weitestgehend Rücksicht genommen wurde.

Kurz bevor unser Kind drei Jahre alt wurde, wurde ich wieder schwanger. Auch diese Schwangerschaft empfand ich wieder als sehr bewusste Zeit und hatte auch das Gefühl, dass meine Körperwahrnehmung sich intensivierte. Die ersten Tritte spürte ich sehr früh und ich konnte eigentlich immer die Lage des Babys ertasten und erfühlen. Ich hatte fast von Anfang an ein positives Gefühl und wusste, dass alles gut sein würde – trotz Schmierblutungen und einem Hämatom in der Gebärmutter in der Frühschwangerschaft. Zusätzlich litt ich in den ersten drei Monaten an Übelkeit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und starker Lustlosigkeit.

Bereits in der 6. Ssw nahm ich Kontakt zu meiner alten Hebamme auf, welche mir leider mitteilte, dass sie nicht mehr als freiberufliche Hebamme tätig war. So machte ich mich auf die Suche nach einer neuen Hebamme, die uns bei einer Hausgeburt unterstützen würde. Doch dies stellte sich als schwieriger heraus, als gedacht. In Österreich gibt es scheinbar nur eine handvoll Hebammen, die uns bei einer Hausgeburt nach Kaiserschnitt begleiten würde – anscheinend ist den anderen, sowie auch diversen Geburtshäusern, das Risiko einer Uterusruptur zu hoch (welches nach vorrangegangener Sectio bei unter 1% liegt). Von dieser handvoll Hebammen waren zwei selbst gerade in Mutterschutz oder Karenz, zwei waren bereits ausgebucht und einer war die Anfahrt zu weit – denn alle fünf Hebammen waren etwa 2 Stunden Autofahrt von unserem Zuhause entfernt!
Also musste ich Anfang des zweiten Trimesters auf Plan B umsteigen: eine ambulante Geburt mit Nachbetreuungshebamme. Diese war schnell gefunden und wir harmonierten ab unserem ersten Treffen in der 18. Ssw.

Von Montag auf Dienstag wachte ich nachts auf und hatte ein paar regelmäßige Wehen. Ich schätze es waren nicht mehr als zehn und fühlten sich an, wie stärkere Regelschmerzen. Ich war total müde und erschöpft, hatte Schnupfen und Kopfweh und dachte nur: „Ich bin so müde, ich hab jetzt keine Lust auf eine Geburt, ich mag nur schlafen“ – und schlief auch tatsächlich wieder ein. In der Früh waren die Wehen weg, doch der Schleimpfropf löste sich beim Toilettengang und ich verlor auch kleine Mengen Fruchtwasser. Der Tag verlief ruhig und wehenfrei. Ich konnte mich ausrasten und gut auskurieren.
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hatte ich wieder leichte Kontraktionen, konnte danach aber weiterschlafen. In der Früh richtete ich mir, im dem Wissen, dass unser Baby wohl heute kommen wollte, im Wohnzimmer auf der Couch eine wasserfeste Unterlage und platzierte die Polster, um bequem liegen zu können. Geschätzt um halb acht musste ich aufs Klo, leichte Wehen begannen und ich verlor weiterhin Fruchtwasser. Auf der Toilette konnte ich mich gut entspannen. Als mein Darm sich geleert hatte wurden die Kontraktionen gefühlt regelmäßig und auch schnell stärker. Ich empfand es als angenehm, am Klo zu sitzen und hatte das Gefühl, gut loslassen zu können. Einerseits war ich voller Vorfreude, andererseits war ich total ruhig, als wäre es ein normaler Tag. Irgendwann hörte ich meinen Mann und unser Kind frühstücken, aber da war ich schon längst ganz mit mir selbst und damit beschäftigt, in verschiedenen Positionen zu tönen. Ich wechselte vom Klo zum Waschbecken, wo ich nach vorne gebeugt das Becken kreiste. Als mein Mann und unser Kind dann mal ins Badezimmer kamen, um nach mir zu sehen, empfand ich es als eher unangenehm. Auch unser Kind fand die Situation etwas befremdlich und daher haben sich die beiden einen schönen Vormittag im Garten gemacht, denn es war ein sehr warmer, sonniger Oktobertag. Mein Mann hatte vollstes Vertrauen in mich – das hat er mich immer spüren lassen, sodass ich seine körperliche Anwesenheit nicht benötigte. Vielleicht wollte ich unterbewusst auch, dass er sich lieber um unser Kind kümmert… Jedenfalls wollte ich alleine sein und schon bald überkam mich eine so intensive Kraft, dass ich in die tiefe Hocke ging, mich am Waschbecken anhing und sehr laut tönte. Es waren keine wirklichen Schmerzen, es war eher ein Druck bzw. etwas unbeschreiblich Kraftvolles, das mich ein wenig überrumpelte. Nach ein paar dieser Wehen war ich an dem Punkt, an dem ich nicht mehr wollte – und während ich kurz überlegte, wie ich in diesem Zustand wohl ins Krankenhaus kommen würde, da wurde mir bewusst, dass ich wohl schon in der Übergangsphase angelangt bin. Kurz darauf spürte ich starken Druck richtung Steißbein und hatte das Bedürfnis mitzuschieben. Am Boden knieend, stützte ich mich mit den Händen ab und ließ meinem Körper freien Lauf – was bedeutete, dass ich bei jeder Wehe sehr laut brüllte. Ich fühlte mich wie eine Löwin. Mein Mann schaute nochmal nach mir, brachte mir Wasser und mein Telefon und verschwand wieder im Garten. Keine Ahnung wie viele Presswehen ich hatte. Ich kann mich erinnern, dass ich mal mit der Hand gegriffen habe und Haare gespürt habe. Kurz hatte ich Bedenken, weil sich der Babykopf so weich und irgendwie schwammig anfühlte. Und ich war mir nicht sicher, ob da nicht der weiche Muttermund noch irgendwie um das Köpfchen herum war… Aber mit der nächsten Wehe spürte ich schon, dass der Kopf sich weiter schob und das Vertauen war wieder vollstens da. Als nächstes spürte ich, wie sich meine Scheide dehnte. Ehrlich gesagt erwartete ich ein Brennen, denn das hatte ich wohl irgendwo gelesen. Doch es schmerzte und brannte nicht und noch mit der selben Wehe wurde der Kopf geboren. Schnell griff ich zum Handy und rief meinen Mann rein. Währenddessen schien die Zeit still zu stehen. Es war ein seltsamer Momenent, so „zwischen den Welten“. Das Baby bewegte sich, ich legte meine Hand auf seinen Kopf und konnte sowohl innerlich als auch äußerlich die Drehung, die es machte, spüren. Zudem meckerte das Baby schon, während sein Körper noch in meinem Körper war. Mit einer letzten Wehe, etwa vier Stunden nach Wehenbeginn, flutschte unser Kleines in meine Hände und in diesem Moment kam auch mein Mann zur Tür herein.
Ich drückte das rosige, weinende Baby an meine Brust und begrüßte es. Mein Mann reichte mir ein Handtuch und wir setzten uns auf die Couch ins Wohnzimmer. Unser älteres Kind war in diesem Moment zur Tür herein gekommen und konnte so ebenfalls unser neues Familienmitglied bestaunen.Das Baby nuckelte schon bald an meiner Brust, während unser älteres Kind ihm zärtlich die Hand streichelte. Ich war total überwätigt von der Erfahrung, auch etwas erschöpft aber auf eine angenehme Weise – vielleicht vergleichbar, wenn man eine große Runde Joggen war. Wir verbrachten einige Stunden auf der Couch, nebenbei machte mein Mann im Badezimmer sauber, kochte und versorgte mich mit Trinken. Außerdem schnitt er die auspulsierte Nabelschnur durch. Er telefonierte mit der Nachsorgehebamme, welche so spontan an diesem Tag keine Zeit mehr hatte und uns bat, zur Nachsorge etwas später ins Krankenhaus zu fahren. Leider war bis am Nachmittag die Plazenta auch noch nicht geboren, weshalb der Krankenhausbesuch für uns ok war. Denn erst dort konnte ich die bereits gelöste Plazenta durch eine kurze Anweisung einer Hebamme problemlos rausdrücken.

Noch am selben Abend lag ich wach im Bett, während meine beiden Kinder und mein Mann neben mir schon schliefen und fühlte dieses unbeschreibliche Glück und diese enorme Freude und Zufriedenheit, die ich zuvor noch nicht in dieser Intensität erlebt hatte!

 

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Lebensweisheiten

Ich habe es mir angewöhnt, fast jeden Tag unter der Woche einmal eine zufällige Seite aus dem Tao Te King für Eltern zu lesen. Dies ist ein kleines Büchlein, welches Weisheiten über die Urteilslosigkeit im Handeln, die Nachahmung natürlicher Prozesse und das Gleichgewicht zwischen Tun und Sein in recht kurzen Versen verpackt.

Als ich vor einigen Tagen wieder in Diskussion mit unserem Kind verstrickt war, las ich folgende passende Zeilen:

 

 

Deine Kinder sind nicht deine Feinde.

Du brauchst sie nicht zu fürchten.

Auseinandersetzungen mit ihnen sind keine Kämpfe, die du gewinnen oder verlieren musst.

Wenn du dich in einen scheinbaren Krieg verstricken lässt, gehen alle Perspektiven verloren.

Es fallen schreckliche und verletzende Worte.

Die ganze Familie leidet und die Wunden heilen langsam.

Gewinnen und verlieren sind Worte, die eine Familie nicht braucht.

 

Du musst deine Autorität nicht erstreiten.

Autorität ist etwas, das du in dir selbst trägst.

Wenn deine Kinder sie nicht wahrnehmen, ist das schade, aber du kannst sie nicht zwingen, sie zu sehen.

Wenn du dir das vor Augen führst, löst sich so mancher Kampf auf.

Es mag immer noch schwierige Zeiten geben, aber du hast es nicht mehr nötig, schwere Geschütze aufzufahren.

 

William Martin – Das Tao Te King für Eltern, 2018, Seite 51

Alleingeburt

Fast drei Monate ist es schon her, dass unser Eulchen geschlüpft ist. Ich habe bereits einen fast fertigen Geburtsbericht, der sehr lang und ausführlich ist aber einfach nicht zum Ende finden will. Daher hier die Kurzfassung.

Schon bei unserem Hörnchen planten wir eine Hausgeburt, was leider in einem geplanten Kaiserschnitt endete, da ich keinen Arzt finden konnte, der mich als Erstgebärende mit einem Kind in BEL und Nabelschnurumschlingung bei einer spontanen Geburt begleiten wollte. Es war ein recht „schöner“ Kaiserschnitt in relativ ruhiger Atmosphäre, mit viel Zeit fürs Bonding und wir wurden immer über die nächsten Schritte aufgeklärt.

Als ich wieder schwanger wurde war uns klar: diesmal Hausgeburt! Allerdings gibt es in Österreich scheinbar nur eine handvoll Hebammen, welche eine Hausgeburt nach Kaiserschnitt begleiten. Ich hatte Kontakt zu fünf, welche mir alle abgesagt haben – entweder bereits ausgebucht, selbst in Karenz oder zu weit entfernt (alle fünf Hebammen hatten eine Anfahrtszeit von etwa zwei Stunden!).

Also blieb mir nur die Möglichkeit einer ambulanten Geburt mit Nachbetreuungshebamme. Doch mit fortschreitender Schwangerschaft wurde die Stimme in mir immer lauter und als ich mit meinem Mann über eine mögliche Alleingeburt redete, hat er es sofort als gute Option gesehen.

Die Geburt ging recht zügig, war sehr kraftvoll und intensiv aber nicht unbedingt schmerzhaft. Ich war alleine im Badezimmer und wusste zu keiner Zeit den Wehenabstand oder die Öffnung des Muttermundes. Mein Körper und unser Baby haben alles in ihrem eigenen Tempo gemacht, ich konnte mich voll auf mich konzentrieren und hatte zu keiner Zeit Bedenken. Es war das kraftvollste und intensivste Erlebnis und gleichzeitig fühlte ich mich, als wäre es das Normalste der Welt!

Gleich danach konnten wir uns als Familie kennenlernen und das Baby willkommen heißen und begutachten. Einige Stunden später sind wir noch zur Nachkontrolle ins Krankenhaus gefahren um uns danach zu Hause zu viert ins Bett zu kuscheln.

Obwohl mein Mann physisch nicht anwesend war – er ist mit unserem Kind in den Garten gegangen, da dieses nicht dabei sein wollte und ich mich ehrlichgesagt auch gestört fühlte – war er stets eine große Stütze! Er hat mich immer unterstützt und mir vollstes Vertrauen geschenkt, sodass ich auch selbst wirklich überzeugt war es alleine zu schaffen.

Allerdings finde ich es auch sehr schade, dass ich diesen Weg gehen „musste“. Vielen Frauen bleibt so ein wundervolles Geburtserlebnis verwehrt, da es zu wenig Unterstützung von Ärzten gibt und die Situation für Hebammen rechtlich recht kompliziert und schwierig ist. Und nicht jede Frau traut sich eine Alleingeburt zu.

Ein High-Need Baby…

Toe und ich mögen es nicht, Menschen in Schubladen zu stecken. Denn das Problem dabei ist, sobald man jemanden in eine Schublade gesteckt hat, ist es sehr schwer, ihn da wieder raus zu bekommen. Gerade bei Babys und Kindern, die sich ja irgendwie ständig weiterentwickeln und verändern, sind solche Einteilungen kritisch zu betrachten.
Dennoch möchte ich heute über unsere Erfahrungen mit unserem mittlerweile zweieinhalbjährigen Kind schreiben. Es war ein langer Prozess, bis wir den Entschluss gefasst haben, auch öffentlich von unserem Kind als ‚high-need Kind‘ zu sprechen. Heutzutage, so empfinde ich es, hat fast jeder ein besonders besonderes Kind, das entweder hochsensibel, high-need, hochbegabt oder hyperaktiv etc. ist. Oft sogar mehreres davon gleichzeitig. Ich möchte hier niemandem zu nahe treten, falls dies wirklich der Fall sein sollte! Und natürlich ist für alle Eltern der eigene Nachwuchs was ganz Besonderes. Worauf ich hinaus möchte ist lediglich die ständige Überbewertung des Kindes: Ist es am Nachmittag laut, rennt wild herum und möchte nicht still beim Esstisch sitzen, wird es als hyperaktiv bezeichnet. Wenn ein Baby sich in fremder Umgebung mit vielen Leuten unwohl fühlt und weint, muss es natürlich hochsensibel sein.

Oft wirkt es auch so, als wären wir Eltern nicht sehr stressresistent und normale kindliche Verhaltensweisen bringen uns schnell auf die Palme. Hierfür eine Art Ausrede zu haben, nach dem Motto:“ich bin so gestresst, mein Kind ist ja auch besonders schwierig“ ist wohl ein Weg, selber besser damit klar zu kommen.

Ich denke, ein Baby oder Kleinkind zu haben, ist auf alle Fälle stressig! Egal, welches Temperament es hat, es wird immer fordernde Situationen geben. Außerdem haben wir Eltern ja ganz unterschiedliche Stressresistenzen. Was für den einen eine Lapalie ist, kann für einen anderen ein Weltuntergang sein.

Ich hatte jedenfalls eine sehr entspannte und beschwerdefreie Schwangerschaft und eine recht stressfreie Geburt. Wir waren von Anfang an sehr gelassen, ich hatte keine Zweifel oder Ängste und wir haben uns naiverweise vorgestellt, dass man auch mit Baby sein altes Leben großteils weiterführen kann. Wir wollten die lässigen Eltern sein, die ihr Kind zur Meditation und zum Yoga mitnehmen würden, abends Freunde besuchen würden, während das Baby etwas abseits schläft und bei alltäglichen Situationen wie Einkaufen, Haushalt, Besuchen, Essen gehen usw. einfach dabei war. Schließlich kannte ich es auch nicht anders: die Kinder aus meiner Verwandtschaft waren recht ‚pflegeleicht‘ – haben fast immer und überall einfach geschlafen, wenn sie müde waren, ließen sich von den meisten Erwachsenen herumtragen und unterhalten oder lagen friedlich in ihrem Stubenwagen oder spielend auf der Spieldecke.

Jedenfalls waren Toe und ich von Anfang an sehr gefordert mit unserem Baby…

Hier hatte ich bereits einen langen Absatz geschrieben, warum unser Kind ein high-need Baby war und ist. Etliche Beispiele sind mir eingefallen, warum sich unser Zwergal beim Stillen der Bedürfnisse von den anderen, die wir kennen, unterscheidet. Doch das war keinesfalls, worauf ich hinaus wollte.

Denn das größte Problem, das ich dabei empfinde, ist die Tatsache, dass wir kaum Verständnis für unsere Situation erhalten! Selbst von Verwandten und Bekannten sowie Freunden kamen oftmals nur Sprüche oder Ratschläge, die uns – wenn auch nicht absichtlich und böswillig gemeint – das Gefühl gegeben haben, dass wir mit unserem Kind falsch umgehen. Dass wir es falsch ‚erziehen‘, verwöhnen, verhätscheln, nicht loslassen können. Ich habe in den zweieinhalb Jahren mit unserem Zwergal nicht einmal unterstützende Worte erhalten. Allerhöchstens mal abgedroschene Phrasen wie:“das geht auch irgendwann vorbei“. Aber keiner interessiert sich, warum wir es so machen, wie wir es machen. Warum unsere Art vielleicht eine andere ist oder warum wir – wie in vielen anderen Lebensbereichen auch – nicht den „konventionellen“ Weg gehen. Denn auch wenn man es nicht glauben mag, die schwarze Pädagogik, oder zumindest Teile davon, sind auch in der heutigen Zeit leider noch Gang und Gebe…

Mir fehlt es sehr, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Mir fehlt es, nicht bei jedem Gespräch auf diese Widerstände zu treffen. Und ich meine nicht online, sondern im wahren Leben. Zusätzlich zu unserem Kind raubt mir das wirklich wahnsinnig viel an Energie!

So, das musste nun endlich mal raus. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich ausdrücken konnte, was mich bedrückt…

Selbstgenähte kurze Pumphose 

Wir beide tragen gerne weite, lockere Stoffhosen, wie es sie oft auf diversen Festivals oder ‚esoterisch angehauchten‘ Geschäften gibt. Da wir für unser Hörnchen jedoch so gut wie alles an Gewand gebraucht geschenkt bekommen haben, hatte ich kaum die Gelegenheit, diese bunten Hosen in Miniformat zu kaufen und unser Zwergal somit optisch an uns anzupassen. Allerdings beschloss ich, falls mal Hosen nötig wären, diese dann selbst zu nähen. Gesagt, getan. Da ich mich zwar mit der Nähmaschine halbwegs auskenne – ich kann Fäden einfädeln, Stiche einstellen und nähen – allerdings beim Drumherum nur laienhaftes Halbwissen besitze, war ich schon sehr gespannt auf diese Aufgabe. Ich habe mir das Freebook Marina ausgedruckt, da ich für den Sommer eine kurze Pumphose für unser Kind nähen wollte. Im Grunde ist es sehr einfach zu nähen und ein, wie ich finde, sehr lässiger Schnitt.
Zuerst ging es ans Stoffe und Bündchen zuschneiden. Dies erfolgte mittels ausgedruckten Vorlage. Ich habe den grünen Stoff einer alten kaputten Hose und bunt gestreiften Bündchenstoff verwendet.

Danach gings ans Zusammennähen der vier einzelnen Hosenteile – je zwei vordere und zwei hintere – und der Bündchen.

Der nächste Schritt war das Zusammennähen der beiden Hosenbeine.

Zum Schluss kam der für mich persönlich schwierigste Teil, nämlich das Annähen der Bündchen. Hier ist es wichtig, diese unter Zug zu nähen, da es vom Stoff her viel kleiner als der Stoff der Hose ist und so viele (unerwünschte) Falten entstehen können. 

Und tadaaaa, fertig ist die kurze Pumphose!

Er oder sie?

Eigentlich egal oder? Immer wieder werden wir das gefragt. So klein wie das Hörnchen ist, ist der einzige Unterschied nur beim Windelwechseln feststellbar! Und wen interessiert das bitte ob ich eine Falte oder ein Zupfi reinige.

Cao und ich, wir sind ziemlich bunte Vögel. Farben machen das Leben froh und wir mögen viele Farben. Unser Hörnchen bekommt allerdings von uns normalerweise kein neues Gewand gekauft. Wir bekommen dankenswerterweise immer wieder gebrauchte Kleidung von Freunden  geschenkt oder geborgt. Und da ist uns das auch sehr egal, ob das von einem Kind mit demselben Geschlecht wie dem des Hörnchens stammt.

So Tussi-Prinzessinnen-Rosa-Zeugs bekommt das Hörnchen nicht, weil ich darauf sehr allergisch reagiere. Aber ein Außenstehender wird sich schwer tun, eine korrekte Schlussfolgerung von der Bekleidung auf des Hörnchens Geschlecht zu treffen.

Es kommen alle Farbtöne vor, von Orange, Rot über Lila zu Grün – ganz viel, weil meine Lieblingsfarbe – und Blau, wie Braun und Beige. Alles, die Strumpfhosen können auch schon mal Rosa sein, weil die eh meist überdeckt sind.

Aber dennoch, warum interessiert es Fremde, ob das Hörnchen ein Weiblein oder Männlein ist? Die Schublade ist noch lange Zeit irrelevant für uns. Nur bei der Namensgebung hat das bislang eine Rolle gespielt.

Wir kaufen auch nur sehr selten Spielzeug. Und wenn das vorkommt, dann darf das Hörnchen das eher selbst auswählen. Oder es sind Wimmelbücher, die uns gefallen.

Die Frage nach dem Geschlecht scheint mir das einzig oberflächlich interessante an Kindern zu sein. Schade. Stattdessen könnte man fragen, was das Kind zum Lachen bringt oder welche Kinderlieder vorgesungen werden. Oder ob es schon Muttermale oder Zähne hat. Keine Ahnung, irgendwas, das das Kind nicht schon in Rollen zwängt.

Aber wenn ich dann manche auschließlich in rosa gehüllte kleine Wesen sehe, dann frage ich mich. Ich frage mich einfach nur. 

Das muss man mit einem Jahr aber noch nicht können…

Ich bin eigentlich nicht so der Typ Mensch, der, seit er ein Kind hat, ständig Babyfotos herum schickt und sonst nichts mehr zu erzählen hat, als Themen, die das Baby betreffen. Nicht, weil ich unser Kind nicht absolut lieb, süß, toll, lustig, hübsch, ideenreich, entzückend, witzig, einzigartig usw. finde, sondern weil ich mir dessen bewusst bin, dass genau das jeder Elternteil über seinen Nachwuchs denkt. Ich verfolge mit großer Aufmerksamkeit jeden noch so kleinen Entwicklungsschritt und finde es faszinierend, wie schnell Kinder lernen, was sie vom Alltag alles mitbekommen und wie sie versuchen einen nachzuahmen. Ab und zu kommt es dann schon vor, dass ich der Familie oder einer Freundin mit Kind doch ein Foto oder Ähnliches schicke, damit diese die Entwicklungsschritte auch ein wenig mitverfolgen können. Schließlich wohnen wir fast drei Stunden von unseren Familien entfernt. 

Genauso passierte es vor ein paar Wochen – Hörnchen war noch kein Jahr alt – und liebt es, seit es mobil ist, den Geschirrspüler ein- und auszuräumen. Bisher war mir das keine große Hilfe, unser Zwergal kniete sich hauptsächlich vor das Gerät und schmiss das Besteck im hohen Bogen raus. Auf die Bitte, alles wieder einzuräumen, wurde das Chaos mit meiner Hilfe allerdings wieder beseitigt. 

Anders war es, wie gesagt, vor ein paar Wochen. Ich öffnete den frisch gewaschenen Geschirrspüler, unser Kind rannte wie immer freudig darauf zu und begann, zu meiner Überraschung, Topfdeckel und Besteck raus zu nehmen und ins jeweilige Regal zu schlichten! Schnell griff ich zum Smartphone und filmte diese Szene. 

Die Freude über das gelungene Video war groß und weil ich es auch noch witzig fand, dass unser Hörnchen ohne Aufforderung so selbstverständlich das Geschirr wegräumte, wie ich das normalweise mache, schickte ich dieses Video meiner Freundin. Da hatte ich allerdings noch nicht daran gedacht, dass meine Freundin das Video einer Bekannten zeigen könnte, welche selbst ein Kleinkind hat…

Bei unserem nächsten Treffen erzählte mir besagte Freundin von der Reaktion der Bekannten und dessen Mann:“So ein kleines Kind hat beim Geschirrspüler gar nichts zu suchen. Das ist viel zu gefährlich mit dem Besteck – was, wenn es die Messer rausnimmt?“ Solche und ähnliche Argumente durfte ich mir anhören, beendet wurde das vollkommene Unverständnis mit:“Na sowas muss man mit einem Jahr aber noch nicht können…!“

Ich will mit diesem Beitrag nicht aussagen, dass unser Kind etwas kann, was andere mit dem Alter noch nicht können! Denn wie wir alle wissen, entwickelt sich jeder Mensch in seiner eigenen Geschwindigkeit, manche Babys können Etwas früher, andere dafür etwas Anderes. Sowohl ich, als auch meine Schwester und ihre Kinder, und soweit ich weiß auch mein Mann und dessen Bruder, konnten vor dem ersten Geburtstag alleine gehen. Da ist es nicht verwunderlich, dass unser Zwergal das auch kann. Dass es aber so aktiv im Haushalt hilft, hat meiner Meinung nach einen anderen Grund. Denn wie ich schon mal in einem anderen Beitrag geschrieben habe, lassen wir das Hörnchen mehr oder weniger alles ausprobieren, überall helfen und alles selbst erkunden, wenn es sich dabei nicht schwer verletzen kann oder unter Aufsicht ist.

Kinder haben einfach keine andere Möglichkeit um zu lernen, als es sich bei den Erwachsenen abzuschauen und dann selbst auszuprobieren. Wie sehr und wie früh sie uns nachahmen, war mir selbst nicht so bewusst. Erst jetzt, wo das Hörnchen mit einem Jahr immer ’selbstständiger‘ wird, fällt es mir auf. In vielen Situationen denk ich mir nur:“Woher hat es das, warum weiß es das?“ bis ich erkenne, dass entweder ich oder mein Mann es auf diesselbe Weise machen, oft unbewusst und undokumentiert. Aber das Kind schnappt alles auf, macht nach und wiederholt. Bewusst wurde mir das wiedermal, als das Zwergal fröhlich das letzte Stück einer Fruchtschnitte knabberte, dabei das nun leere Papierdl begutachtete, kurz überlegte und ohne unser Zutun mit diesem zum Mistkübel marschierte und es dort hinein beförderte!

Nein, wir haben unser Kind nicht darauf trainiert, nein, wir haben es dazu auch nicht aufgefordert und nein, unser Kind ist deshalb nicht besonders! Es ist aber ein Kind, dass das Glück hat, in seiner Neugierde und Experimentierfreude nicht eingeschränkt zu werden. Es darf ein aktiver Teil unserer Familie und somit auch unseres Alltags sein, es darf überall helfen und mittun, wo es kann und Freude und Interesse daran zeigt, auch wenn das bedeutet, dass die Hausarbeit bzw. anderes wesentlich länger dauert oder in manchen Fällen danach noch mehr Unordnung herrscht als vorher! Ich bin der Meinung, genau dafür sind wir als Eltern doch da, um den Kleinen zu zeigen, ‚wie das Leben funktioniert‘. Dazu gehören natürlich auch die alltäglichen Aufgaben und Verrichtungen. Und wie muss sich so ein kleines Kind fühlen, wenn es jeden Tag, jede Minute so viel Neues sieht und lernt, Zusammenhänge und Abläufe begreift, aber sie selbst nicht umsetzen und üben darf, weil das laut den Erwachsenen zu gefährlich ist oder zu lange dauert? Ich will eigentlich nicht verallgemeinern, aber wenn ich ehrlich bin, kenne ich niemanden aus unserem Bekanntenkreis, dessen Baby oder Kleinkind an den Mistkübel, die Kaffeemaschine, den Kühlschrank, den Tischherd, die Bestecklade, den Geschirrspüler, den Pürierstab etc. darf oder erlauben aktive Mithilfe an diesen Geräten…

Als Abschluss möchte ich noch erwähnen, dass besagte Bekannte der Meinung ist, dass Kleinkinder, welche schon eher früh alleine gehen können, weniger intelligent sind. Denn die schlauen Kinder lassen sich so lange wie möglich tragen…

Kleine Anekdote aus dem Alltag

Kürzlich trafen wir in der Stadt eine Bekannte. Wir tauschten uns kurz über die Neuigkeiten und Veränderungen in unseren Leben aus und zum Abschluss fragte sie:

– „Und was macht ihr heute noch in der Stadt?“

– „Wir wollen ein neues Bett kaufen. Hörnchen schläft ja bei uns, allerdings haben wir nur ein recht schmales Bett und langsam wirds eng…“

– „Achso, dann braucht ihr also ein Kinderbett?!“

– „Nein, ein großes Familienbett!“

Und wir laufen hinterher…

Eine Freundin erzählte uns vor kurzem, dass sie in einem Buch gelesen hat, dass wir Menschen im Westen die einzigen unter den Säugetieren sind, die ihren Kindern nachlaufen. Denn bei den Tieren ist es so, dass die Kinder ständig hinter den Eltern her sind, um nicht alleine gelassen oder gar verloren gegangen zu werden. Ebenso ist das (zumindest in Teilen von) Afrika und Asien so. Die Kinder erkunden selbstständig ihre Umgebung, kommen aber immer wieder in die sichere Nähe der Eltern oder anderer vertrauter Erwachsener.

Bei ‚uns‘ erlebe ich es vollkommen anders. Das Kind krabbelt oder läuft neugierig drauf los. Noch bevor es sein anvisiertes Ziel erreicht hat, ist meist schon ein Erwachsener hinterher. Oft in Kombination mit mahnenden Worten, dass dieses oder jenes nicht zum Spielen geeignet sei, man das nicht angreifen darf oder soll oder die Eltern es schlichtweg nicht wollen.

Ja, wir leben im Allgemeinen in einer eher kinderfeindlichen Umgebung. Stufen oder andere Stolpersteine hier, Messer, spitze Gegenstände aus ungeeignetem Material oder heiße Öfen dort, dazwischen eine Menge Autos und viel ‚Schmutz‘, der die Kinder bei Berührung scheinbar krank macht. Doch ist diese Umgebung wirklich so kinderfeindlich, dass sie mit speziellen Hilfsmitteln sicher gemacht werden muss oder vertrauen wir nur zu wenig auf die Fähigkeiten und Intelligenz unserer Kinder?
In der Doku Babies (den Trailer gibt’s hier) wird noch mal deutlich, was auch unsere Freundin gelesen hat. Kinder und Babies sind nicht dumm und wissen um Gefahren, sie lernen durchs Zuschauen und Nachmachen von den Erwachsenen. Und Kinder verletzen sich nicht zwangsläufig, wenn sie ein Messer in der Hand haben oder werden gebissen, wenn sie mit wilden Hunden spielen!

Das mag jetzt für unseren Kulturkreis ein wenig fahrlässig klingen, wachsen die Meisten doch wohl behütet in sicherer Umgebung auf. Doch wie soll ein kleines Kind lernen, mit Gegenständen des alltäglichen Lebens vorsichtig und verantwortungsvoll umzugehen, wenn man ihm nie die Möglichkeit dazu lässt und ihm stattdessen realitätsfernes Spielzeug aus Plastik in die Hände drückt? Wir handhaben das so, dass wir unser Hörnchen bei seinen Erkundungstouren stets beobachten und gegebenfalls begleiten. Ist dann mal etwas interessant, was kein offizielles Spielzeug ist – also ungefähr eh alles andere – dann darf unser Kind es untersuchen. Entweder gänzlich alleine, wenn es sowieso ungefährlich ist, wie beispielsweise ein Kochlöffel, Plastikschüsseln, Klopapierrollen etc. oder gemeinsam mit uns Eltern, zum Beispiel bei Dingen wie Teller, Gläser, Pflanzen, spitzere Gegenstände usw. Natürlich gibt es auch ein paar Tabus. Ich würde dem acht Monate alten Baby kein scharfes Messer geben oder es am heißen Ofen spielen lassen, weil es die Konsequenzen derzeit einfach noch nicht begreifen kann. Dennoch haben wir die Erfahrung gemacht, wenn Besuch mit Kindern da ist, dass der Großteil der Gegenstände, welche vom Hörnchen bespielt und erforscht werden, als potentiell gefährlich eingestuft und weggeräumt wird. Dabei hat sich unser Kind noch nie an etwas Derartigem verletzt…

Wie schwer wir es doch haben

Vor kurzem stand wiedermal ein Besuch bei unserer Nachbarin an. Da wir auf dem Land auf einem kleinen Berg wohnen, ist unsere Nachbarin nicht direkt nebenan, sondern man muss einige Minuten gehen, bis man bei ihrem Haus ist und wir sehen uns in eher sporadischen Abständen.

Jedenfalls habe ich unser Hörnchen in die recht neue Mei Tai gebunden und bin losmaschiert. Bei der Nachbarin angekommen, musste sie natürlich gleich das Baby nehmen und stellte wiedermal fest, dass es schon groß und schwer geworden ist. Erstaunt und ganz ernst gemeint lobte sie mich, wie stark ich doch sei, da ich das Baby mit dem Alter und Gewicht ’noch‘ trage und bewunderte mich, weil ich ja seit 7 Monaten ’schon‘ stille. Ich muss dazu sagen, sie ist eher vom „alten Schlag“ und obwohl sie ein total herzlicher Mensch ist, kann sie mit unseren modernen Ansichten oft nichts anfangen, da man es früher, und vor allem hier auf dem Land teilweise noch heute, anders gemacht hat.

Wieder zu Hause musste ich unweigerlich noch mal an diese Sätze denken und fragte mich selbst, ob es eine besonders lobenswerte Tatsache sei, dass ich unser Hörnchen trage und stille. Und ich kam schnell zur Antwort: nein! Es ist einfach das Normalste der Welt. Außerdem, wenn man sich andere Teile der Welt anschaut, werden auch dort die Kinder getragen und gestillt. Da gibt es kein „das Baby ist zu schwer ich fahr lieber mit einem stylischen Kinderwagen herum“ oder „ich brauche mehr Zeit für mich, deswegen stille ich ab“. WIR haben es nicht schwer. Wir haben so gut wie alles, müssen uns wenig bis keine Gedanken ums tägliche Überleben machen. Wir sind nicht gezwungen, das Baby auf dem Feld zu gebären, dann in ein Tuch zu packen und weiter zu arbeiten. Wir haben keine Sorgen, was wir dem Baby zu essen geben, wenn es nicht mehr gestillt wird/werden kann. Nein, ich bin nicht zu bewundern. Ich habe den ganzen Tag nichts zu tun als Mutter zu sein und mich um mein Baby zu kümmern. Keine existenziellen Ängste plagen mich, denn mein Mann geht arbeiten und dank dem Sozialstaat kann ich einfach zu Hause bleiben. All die anderen Sorgen sind meist selbstgemacht – Haushalt, Aussehen, Gebrauchsgegenstände, Ansehen usw. Also warum sollte ich stolz oder ähnliches darauf sein, auf die natürlichen Bedürfnisse meines Kindes eingehen zu können, wenn ich den lieben langen Tag sonst eh nichts wirklich Wichtiges zu tun habe? Das soll jetzt auf keinen Fall heißen, dass der Fulltimejob ‚Mutter‘ ja so einfach ist und ich niemals gestresst, erschöpft, müde, genervt oder was auch immer bin. Jede Mutter, nein sogar jedes Elternteil hat mit der Geburt des Kindes wohl eine der anstrengendsten Phasen ihres/seines Lebens unmittelbar vor sich. Dennoch sollten wir uns zumindest ab und zu darauf besinnen, dass es sehr vielen Menschen auf dieser Welt sehr viel schlechter geht als uns. Und dass vielleicht nicht alles, was wir machen, so herausragend ist, wie wir denken, sondern ganz normal.