Schlagwort-Archive: Buddhas Lehren

gruppierte Sammlung 16.13

Fälschung der guten Lehre

Aus der Serie Buddhas morderne Lehren.

Damals in Savatthi, traf Mahakassapa den Buddha.  Er begrüßte ihn, setzte sich und fragte:

„Sag mir, wie kommt es, dass es früher weniger Vorschriften, aber mehr erwachte Mönche gab und es jetzt mehr Vorschriften aber weniger befreite Mönche gibt?“

„Schau her Kassapa. Wenn sich die Wesen von der Lehre abwenden und die weise Lehre verschwindet, werden die Vorschriften mehr und weniger Mönche befinden sich im Stand der höchsten Erkenntnis. Die Lehre wird aber nicht verschwinden solange nicht eine Fälschung davon auftaucht. Gibt es eine Fälschung so kann auch die Lehre verschwinden.

Das ist so wie der Wert von Gold nicht verschwindet, solange es keine Fälschung davon gibt. Sobald es eine Fälschung gibt, verschwindet auch der Wert des Goldes. Durch die Elemente Erde, Wasser, Feuer oder Luft wird die Lehre nicht zum verschwinden gebracht. Durch törichte Leute, die hier unter uns aufkommen, kann das Verschwinden der Lehre herbei geführt werden, anders als eine Schiff untergeht, weil durch ein Leck Wasser hereinströmt.

Folgende fünf Dinge müssen vermieden werden, da sie zum Verschwinden der Lehre führen: wenn Nachfolgende keinen Respekt mehr vor der Vollendung, der Lehre und der Gemeinschaft empfinden, und wenn es keine Wertschätzung mehr vor Studium und Meditation gibt.

Solange es dafür Respekt und Wertschätzung gibt, wird die Lehre fortbestehen.“

Sutta 16.13: Fälschung der guten Lehre "Samyutta-Nikaya Die gruppierte Sammlung der Lehrreden des Buddha", S.492 Verlag der Weltreligionen 2013

Lehre im online Palikanon: S.16.13. Fälschung der guten Lehre -13. Saddhammappatirūpaka Sutta

gruppierte Sammlung 12.20

Die Ursachen

Aus der Serie Buddhas morderne Lehren.

Es war einmal in Savatthi, da sprach der Buddha zu seinen Mönchen:

„Ich will euch das Gesetz von der ursächlichen Entstehung lehren. Aus der Geburt als Ursache enstehen Alter und Tod. Ob jemand den Pfad zu Ende gegangen ist oder nicht, dieses Grundgesetz vom abhängigen Entstehen steht fest. Ein Buddha erkennt und versteht es und teilt es seinen Mitmenschen mit, macht es ihnen verständlich und appelliert an ihre Einsicht.

Aus der Geburt als Ursache entstehen Alter und Tod, aus dem Werden entsteht Geburt, aus dem Erfassen ensteht Werden, aus Durst folgt Erfassen, aus Empfindung Durst, aus Berührung Empfindung, aus den sechs Sinnesbereichen die Berührung, aus Name und Form die sechs Sinnesbereiche, aus dem Bewusstsein entstehen Name und Form, aus den Einprägungen Bewusstsein und aus dem Nichtwissen enstehen die Einprägungen.

Aus dem Nichtwissen entstehen die Einprägungen. Das ist da, das Sosein, das Nichtsosein, das Nichtanderssein, die Kausalität. Dies heißt das Gesetz von der ursächlichen Entstehung. Was also sind die ursächlich entstandenen Dinge? Alter und Tod sind unbeständig, hervorgebracht durch Einprägungen und dem Gesetz des Vergehens unterworfen. Genauso wie alle anderen Dinge.

Wenn aber jemand die ursächliche Entstehung und diese ursächlich entstandenen Dinge durchschaut hat, mit richtiger Erkenntnis, so wie sie in Wirklichkeit sind, dann wir man nicht in die Vergangenheit schweifen und sich überlegen ob man – oder ob man nicht – in der Vergangenheit ins Dasein getreten ist. Als was, in welcher Gestalt oder aus welcher Daseinsform man ins Dasein getreten ist. Und auch für die Zukunft und Gegenwart erwägt man diese Möglichkeiten nicht, weil man die ursächliche Entstehung und die ursächlich entstandenen Dinge mit richtiger Erkenntnis wohldurchschaut, so wie sie in Wirklichkeit sind.“

Sutta 12.20: Die Ursachen aus "Samyutta-Nikaya Die gruppierte Sammlung der Lehrreden des Buddha", S.302 Verlag der Weltreligionen 2013

Lehre im online Palikanon: S.12.20. Die Ursachen – 10. Paccaya Sutta

gruppierte Sammlung 16.3

Dem Mond gleich

Aus der Serie Buddhas morderne Lehren.

Einst sprach der Buddha Shakyamuni zu seiner Mönchsgemeinde:

„Ihr solltet die Familien beim Bettelgang wie dem Mond gleich aufsuchen. Mit dem Körper und dem Geist auf Distanz, immer neu willkommen in den Familien und bescheiden. Genauso wie man in einen alten Brunnen schaut oder den Bergklippen herunter oder in ein steiles Flussbett, dabei hält man den Körper und den Geist zurück. So wie Kassapa.

Sagt mir, was für ein Mönch darf die Familien zum Bettelgang besuchen?“

„In dir wurzeln unsere Lehrmeinungen, von dir werden sie geleitet und auf dich stützen sie sich. Bitte erkläre es uns, dann werden wir den Sinn erfassen.“

Der Buddha schüttelte seine Hand in der Luft:

„So wie meine Hand an der freien Luft nicht haftet, nicht erfasst und nicht festgehalten wird, ebenso ist das Denken der Mönche beim Bettelgang. Es haftet nicht an den Familien sondern verbleibt ‚Die Gewinn wünschen, sollen gewinnen; die Verdienst wünschen, sollen verdienstliche Werke tun‘, ebenso befriedigt über den Gewinn anderer wie zufrieden über den eigenen Gewinn.

Sagt mir, welche Lehrpredigt ist nicht rein und welche ist vollkommen rein?“

„Auf dich stützen sich unsere Lehrmeinungen, erläutere uns den Sinn, damit wir ihn erfassen.“

„Wenn ein Mönch von der Lehre erzählt und sich denkt ‚Also, sie sollen die Lehre von mir hören und wenn sie ihnen gefällt, sollen sie sich auch so verhalten‘ dann ist das nicht rein. Wenn er sich aber denkt ‚Die Lehre wurde vom Buddha wohlverkündet, wirkt in der Gegenwart und ist an keine Zeit gebunden, sie lädt zur Betrachtung ein und führt zum Ziel, sie ist vom Schlauen aus eigener Kraft zu verstehen. Also sollen sie die Lehre von mir hören und wenn sie sie verstanden haben, sollen sie danach streben, so zu werden wie es zur Lehre passt.‘ Und aus Erbarmen, Mitgefühl und Mitleid legt er ihnen die vortreffliche Lehre ans Herz. Solch eine Lehre ist vollkommen rein.“

So predigt auch Kassapa. Mit diesem Beispiel oder einem ähnlichen will ich euch ermahnen. Ihr sollt danach streben so zu werden, wie er.

Sutta 16.3: Dem Mond gleich aus "Samyutta-Nikaya Die gruppierte Sammlung der Lehrreden des Buddha", S.468 Verlag der Weltreligionen 2013

Lehre im online Palikanon: S.16.3 Dem Monde gleich – 3. Candūpama Sutta

Samadhi Sangha

Heute möchte ich einen wirklich guten deutschsprachigen Youtube-Channel vorstellen. Die Samadhi Sangha ist eine Gruppe von buddhistisch Prkatizierenden in Berlin. Rodrigo Gonzalez Zimmerling ist einer der Lehrer und teilweise werden von seinen Vorträgen Videos aufgenommen und auf Youtube veröffentlicht.

Dabei werden sowohl bestimmte Themen aus buddhistischer Sicht erläutert, als auch Buddhas Lehren selbst gelesen und interpretiert (wahrscheinlich das falsche Wort). Die Videos dauern von wenigen Minuten bis über eine Stunde und sind von hoher Qualität. Gonzales verwendet eine klare Sprache und sorgt für gute Stimmung. Der deutsche Dialekt ist für mich als Österreicher erst einmal gewöhnungsbedürftig gewesen, aber der Inhalt ist es sicher Wert.

Ich habe mir schon eine Menge der Videos angesehen und finde sie sehr sehr sehenswert! Schaut mal rein:

gruppierte Sammlung 9.8

Die Familienhausfrau

Aus der Serie Buddhas morderne Lehren.

Es war einmal ein Mönch im Land der Kosala. Er lebte in einem Waldhain aber hatte seit geraumer Zeit recht engen Verkehr zu einer Familie. In dem Hain gab es eine Gottheit, die den Mönch in seinem Fehlverhalten beobachtete. Um ihn wieder in die heilsame Richtung zu führen, nahm die Gottheit die Gestalt der Hausfrau an und fragte als solche den Mönch:

„An den Flussufern, am Marktplatz und in allen Straßen reden die Leute von uns. Warum das?“

Der Möcht antwortete:

„Geschwätz ist widerwärtig, aber ein Eremit muss das aushalten und darf sich davon nicht ablenken lassen. Er wird ja davon nicht verunreinigt.
Wer sich vor dem Wort fürchtet, wie die Windgazelle im Wald, der wird sein Gelübde nicht zur Vollendung führen, den nennt man einen Schwachkopf.“

Sutta 9.8: Die Familienhausfrau aus "Samyutta-Nikaya Die gruppierte Sammlung der Lehrreden des Buddha", S.233 Verlag der Weltreligionen 2013

Lehre im online Palikanon: S.9.8. Die Familienhausfrau – 8. Kulagharaṇī Sutta

Buddhas moderne Lehren

Oft wenn ich in den Lehren des historischen Buddhas lese und sie sich mir gänzlich oder zumindest ein Teil des Sinnes erschließt, wundere ich mich über die komplizierten Formulierungen. Oder auch die unzähligen Wiederholungen, die sicher hilfreich waren bei der ausschließlich mündlichen Übertragung, erschweren mir das konzentrierte Erfassen.

In mir ist das Bedürfnis gereift, ein paar der Texte in meine Umgangssprache umzuformulieren. Allerdings möchte ich dabei den Sinn weder verfälschen noch erweitern. Außerdem werde ich auch Links zu den Originaltexten im Internet ergänzen und die Referenz zu dem Text, den ich verfendet habe, angeben.

Ich erhoffe mir davon, Interessierten einen leichteren Einstieg in die buddhistische Basisliteratur zu schaffen oder überhaupt ein Interesse zu wecken. Außerdem macht es mir Spaß, mich mit den Texten auf diese Weise zu befassen.

Soviel zur Einführung, an diesem 10°C warmen Dezembertag.

Mit zuversichtlichen Grüßen
[toe]

1) Die Familienhausfrau
2) Dem Mond gleich
3) Die Ursachen