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Einsicht am WC

Keine Ahnung, ob das schon mal jemand so in Worte gefasst hat:

Auch Buddha wischte sich nach dem Scheißen den Arsch ab.

Eigentlich ist damit alles gesagt, aber nachdem Cao von dieser Einsicht nicht so berauscht wirkt, wie ich mich gerade fühle, denke ich, dass ein paar Worte mehr nicht schaden können.

Ich lese gerade eine deutsche Übersetzung des biographischen Romans Buddha von Deepak Chopra. Nun vielleicht ist bei der Übersetzung etwas schief gegangen, aber im wesentlichen gefällt mir das Buch nicht. Aber natürlich werden auch einige wichtige Aspekte wiederholt.

Ich möchte das Erwachen – oder in unserem Kulturkreis spricht man meist von Erleuchtung – nicht geringschätzen, sondern vielmehr die vorhandene Gemeinsamkeit betonen. Obwohl Siddharta Gautama zu seiner Zeit bestimmt andere sanitäre Gepflogenheiten hatte als wir hier heute, so hatte sein Körper nach seiner lebensverändernden Erfahrung noch immer diesselben körperlichen Prozesse durchzuführen, welche teilweise ein gewisses Maß an Hygiene bedarf.

Das große Erwachen verstehe ich als einen inneren Wandel. Und die Einsicht, dass ein innerer Wandel keine äußere Änderung bedingt, fühlt sich irgendwie  … erleichternd an … irgendwie so verbunden. 

Da fehlt mir jetzt das richtige Wort, also Ende.

Ein Idee der Erleuchtung

Wir erfahren eine andere Person nicht als eine Art Mauer, gegen die wir stoßen, und wir erfahren uns nicht mehr als eine getrennte, widerstreitende feste Kraft. Wir erfahren andere auf eine völlig andere Art und Weise. Sie werden durchscheinend oder durchsichtig, da unser Wille nicht mehr auf ihren prallt. Wenn man diese völlig andere, entspanntere, leichtere und freiere Haltung ins Unendliche steigert, erhält man eine ungefähre Idee, was Erleuchtumg eigentlich ist. Die Welt ist die gleiche, aber wir nehmen sie anders wahr. Vielleicht könnte man es mit Verliebtsein vergleichen, nur noch viel intensiver. Auch wenn alles wie zuvor ist, sieht die Welt fast körperlich anders aus.

"Herz und Geist verstehen, Psychologische Grundlagen buddhistischer Ethik", S. 78ff, Sangharakshita, 1998, do evolution Verlag