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Wann wird das Auto zum Gaming-Controller?

In modernen Autos ist schon alles dafür da. Das Lenkrad ist nicht mehr durch eine Lenkstange mit der Vorderachse verbunden. Genausowenig wie das Gaspedal direkt die Einspritzung des Sprits in den Zylinder regelt. Das sowie alle anderen Steuerungselemente des modernen Automobils sind nur mehr Sensoren, welche Eingaben des Piloten erkennen und digital weiterleiten.

Würde man also ein Gaming-Car in den Gamingmode setzen, könnten all diese Elemente eine Rennfahrsimulation bedienen, inklusive Soundsystem. Meiner Vorstellung nach bräuchte man nur mehr ein Tablet mit einer Schnittstelle des Autos verbinden und los gehts mit der Spielkonsole Auto.

Ich denke nicht, dass Gamer da all zu lange darauf warten müssen. Über Security im Auto macht sich die Automobilindustrie ohnehin keine Gedanken. Der erste Anbieter so eines Gaming-Cars wird die Need for Speed Spieler dieser Welt als Neukunden gewinnen. Als Spieler hat man den klaren Vorteil in geübter Umgebung wesentlich realitätsnäher als mit jedem Spiellenkrad ein Racingerlebnis in der Garage genießen zu können.

Nichts, was der Menschheit hilft ihre hausgemachten Probleme zu lösen, aber wieder eine Gelegenheit uns von wichtigen Dingen des Lebens abzulenken.

Spielen Buddhisten Killerspiele?

Also ich kenne nicht alle anderen Buddhisten, aber mich schon. Ich mag Schach, ich mag Kartenspiele und ich liebe Videospiele. Auch wenn es da im Virtuellen brutal zugehen sollte. 

Da scheiden sich wiedermal die Geister. Es geht im Buddhismus um die innere Haltung, weshalb viele zB. nicht mit Pfeil und Bogen auf 3D Figuren von Tieren schießen würden. Und das obwohl sie meistens kein Problem mit Fleischessen haben. 

Innerhalb des Zen gibt es viele Traditionen, in denen mit Waffen hantiert wird. Einige davon sind historische Kriegsgeräte. Also heute normalerweise nicht mehr im Kriegseinsatz, aber damals – als sich diese Traditionen gebildet oder entwickelt haben – waren das vermutlich moderne Waffen. 

Im wesentlichen nutzen heutige Praktizierende dieser Richtungen die Bewegungsfolgen in der Handhabung dieser Waffen um innere Ruhe zu finden. Das kann man nachvollziehen, wenn man sich einen Meister beim Bogenschießen anschaut. Die jahrelang einstudierten Bewegungen und Gleichgültigkeit gegenüber dem Ergebnis bewirken auch bei Zusehern Entspannung.

Und zwar obwohl dieselbe Bewegungsabfolge mit dem Gerät in seiner erdachten Anwendung für den brutalen Tot eines Lebewesens sorgen würde. Der springende Punkt ist somit zum einen, dass niemand verletzt wird und zum anderen, dass die innere Haltung absichtslos ist.

Ich behaupte dasselbe bei Videospielen zu machen, im speziellen bei Killerspielen. Mein Beispiel: Multiplayer Online Battle Arena (MOBA) bekannt geworden durch Unreal Tournament.

Dabei spielt man in einer virtuellen Arena online gegen andere Mitspieler. Stirbt der virtuelle Charakter durch Waffengewalt einen virtuellen Tod, bekommt das gegnerische Team oder der Mörder einen Punkt. Der Gefallene respawnt und es geht weiter. 

Es geht bei diesem Videospiel also primär darum, möglichst viele Gegner am besten mehrfach virtuell zu ermorden. So sieht es aus, wenn man einem Spieler über die Schulter sieht.

Das eigentliche Ziel eines guten Spielers ist es aber möglichst viele Punkte zu machen. Wie diese erreicht werden sind Rahmenbedingungen des Spiels. Und die erforderliche Geschicklichkeit erreiche ich, indem ich mit einer Gleichgültigkeit dem Ergebnis gegenüber, im Moment mit ganzer Achtsamkeit und Konzentration in die Tasten klopfe bzw. abwarte. 

Man verschmilzt während des Spielens mit dem Controller und befindet sich im totalen Fokus der sensorischen Eindrücke. Erst wenn ich nicht mehr den Treffer meines Gegners bejubel und den Tot meines Avatars betrauere, bin ich innerlich so frei und leidenschaftslos um ein perfektes Spiel hinzulegen. Und mich quasi wie Conan durch die gegnerischen Massen zu schlagen.

Es kommt tatsächlich auf die innere Haltung an. Ich möchte nicht wirklich den gegnerischen Spieler töten, verletzen oder nieder machen. Wenn die Teambildung automatisch erfolgt, kann es sogar sein, dass ein schlimmer Erzfeind schon in der nächsten Runde der ideale Mitspieler wird. Aber auch ohne diesem Umstand geht es nicht um den Tot, sondern um eine gute Spielerfahrung, spannend und herausfordernd.

Auch wenn vielleicht nur Reaktionsfähigkeit, Fingerfertigkeit und Entscheidungsfreudigkeit trainiert werden, so kann man während einem Spiel, das ‚easy to learn but hard to master‘ ist auch eine Art meditativen Zustand erreichen, der meiner Erfahrung nach mit dem des Bogenschießens vergleichbar – wenn nicht sogar ident – ist.

Das heißt jetzt keineswegs, dass ich unser Hörnchen so früh wie möglich in die Gamingszene einführen möchte. Ich spiele seit später Kindheit und arbeite einfach mit meinen vorhandenen Konditionierungen, bis ich diese ablegen kann. Dem Hörnchen hoffe ich einige meiner Konditionierungen ersparen zu können.