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Wir fahren los

Jetzt bin ich schon zwei Monate in Vaterkarenz und wir fahren tatsächlich los. Nach dem obligatorischen Mittagessen in Graz sind wir in Richtung Schladming gefahren.

Dort gibt es ein Bio-Geschäft mit Bistro und Mittagsmenü, das wir bei unserem ersten Adventure-Urlaub im Ennstal entdeckt haben. Gabi und Johann mit ihrem Team vom BioChi sind immer einen Besuch wert und das Essen ist erste vegane ‚Sahne‘.

Das ist übrigens keine bezahlte Werbung, sondern eine Herzensempfehlung. Wir haben unsere Route extra angepasst um dort vorbei zu kommen.

Am Weg dorthin haben wir bei einer dringenden Stuhlpause festgestellt, dass nicht nur der Kühlschrank ein Problem hat, sondern die gesamte erweiterte Elektronik unseres Campingbusses. Schön, das eigentlich während der Reise zu erfahren, zwei Tage nachdem wir den Bus von der Werkstatt geholt haben.

Dank einer Reihe von extrem freundlichen Steirern, die in einer naheliegenden Werkstatt unmittelbar vor ihrem Feierabend noch ein offenes Herz für uns hatten, konnte die defekte Sicherung gefunden, getauscht und unsere Fahrt fortgesetzt werden. Auf den Kühlschrank hätten wir verzichten können, aber auf das Bett im Klappdach nicht.

Ich denke, solange alles gut geht sollte man bei so einer Reise nicht zuviel Energie in die überwundenen Hindernisse und alternativen Enden stecken. Das würde mich verrückt machen. Also, noch verrückt verrückter.

Swing Kitchen Graz

Als wir noch in Niederösterreich gewohnt und uns zur veganen Lebensweise entschieden haben, hielten wir natürlich immer Ausschau nach Lokalen, die auch vegane Speisen in ihrer Karte anbieten und freuten uns natürlich ganz besonders über rein vegetarische oder sogar rein vegane Lokalitäten. 

Eines davon war der Schillinger in Großmugl, etwa 45 Autominuten von uns entfernt. Dies ist ein altes Gasthaus in einer kleinen Ortschaft, welches schon seit 1793 besteht. Es ist ein traditionelles Gasthaus, welches auch seit jeher traditionelle österreichische Küche anbietet. Seit Charly Schillinger, der jetzige Eigentümer und selbst bekennender Veganer, es von seinen Eltern übernommem hat, bestand die Hausmannskost weiterhin, allerdings in der veganen Alternative. Das heißt, man bekam beispielsweise Suppen, Schnitzel mit Pommes, Zwiebelrostbraten, Cordon Bleu, Kotelett, Gegrilltes, Burger, Nudeln, Auflauf und Gulasch in rein pflanzlicher Form. Und kreative, leckere Nachspeisen sowie selbstgemachte Eistees rundeten diese Gaumenfreude ab. 

Wir besuchten das Gasthaus regelmäßig in zeitlich größeren Abständen, da bei uns Hausmannskost eher selten auf den Tisch kommt und wenn, dann eben nur auswärts. Das gemütliche Dorfwirtshaus war immer gut besucht und wurde auch von ‚Allesessern‘ hoch gelobt, da die Speisen wirklich sehr schmackhaft waren! Umso überraschter waren wir, als wir erfahren haben, dass das Gasthaus Schillinger seit diesem Sommer geschlossen hat. Der Grund dafür ist jedoch nur eine Verlagerung der Prioritäten, denn neben dem Gasthaus hat die Familie Schillinger noch fünf weitere Lokale, die Swing Kitchens.

Und eine dieser Swing Kitchens hat vor kurzem in Graz in der Kaiserfeldgasse eröffnet. Ein rein veganes Fastfood Lokal, das auch auf Nachhaltigkeit schaut. So findet man hier kein Plastik, die Verpackungen wie Becher, Strohhalme, Dipschalen etc. bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen, sind CO2-neutral und werden kompostiert. Zusätzlich wird Wert auf Regionalität und Saisonalität sowie den Verzicht von Gentechnik gelegt, viele Zutaten sind biologisch und/oder fairtrade. Das Essen wird frisch zubereitet und ist cholesterinfrei, ballaststoffreich und enthält viele Vitamine, obwohl es ‚Junkfood‘ ist. Außerdem steht das Unternehmen für Fairpay und bezahlt die Angestellten überdurchschnittlich hoch.

Man kann aus einer Reihe an Burgern, Wraps oder Salaten auswählen, dazu gibt es Pommes, Zwiebelringe oder Nuggets mit verschiedenen Dips. Zum Trinken erhält man sowohl frischgepressten Orangensaft, als auch andere Säfte und Limonaden, unter anderem Swing Cola nach eigener Rezeptur. Nach dem Essen kann man sich einen bio&fairtrade Kaffee gönnen, für Naschkatzen steht eine Vitrine mit süßen Verführungen wie Tiramisu, Cheesecake, Muffins, Kuchen oder Doughnuts bereit. 

Bei unserem Besuch war das Lokal sehr gut besucht, die Angestellten freundlich und die Speisen extrem lecker. Die Wartezeit hält sich auch trotz vieler KundInnen in Grenzen. Der einzige kleine Nachteil sind die hohen Räume, welche den Lärmpegel ansteigen lassen, da es sehr hallt.

Die Swing Kitchen ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Und auch wenn es mit dem traditionellen Gasthaus nicht vergleichbar ist und wir Fastfood eher selten essen, sind wir doch froh, den Schillinger jetzt in unserer Nähe zu haben! 

Veggie Planet Graz

Von 9. bis 10. April war es wieder soweit: die Veggie Planet fand in Graz statt. Die Veggie Planet ist eine vegane Messe, die sowohl im Bereich Veganismus informieren soll, als auch verschiedene Produkte, Betriebe und Kampagnen vorstellt.  Außerdem gibt es vegane Verköstigung vor Ort.

Diese Veranstaltung fand in der Messe Graz statt. Das genutzte Areal bestand vorrangig aus den teilnehmenden Ausstellern, die Tisch an Tisch nebeneinander aufgereiht standen und ihre Produkte präsentierten, Kostproben anboten und Werbung für den Veganismus und ihre Kampagnen machten.
Im Vortragssaal fanden zu verschiedenenen Zeiten Vorträge über Themen wie „Artgerecht leben lassen, schmerzfrei schlachten? Tierethische Kontroversen über das Töten“, „Cowspiracy – Die Dokumentation, die die Umweltschutzbewegung revolutionieren wird“, „Vegane Ernährung bei Krebs – Eine reale Chance?“, „Vitamin B12: Fakten und Mythen“ oder „Veganize your Life!“ statt.
Nebenbei gab es auf der Showbühne verschieden Kochshows und Schaukochen.
Außderdem fand zeitgleich und auf dem selben Areal die Yoga Planet statt. Es gab ein paar Stände, die entweder ihr Yogastudio oder ihre Yogaprodukte vorstellten. Nebenan in einem sehr großen Raum gab es circa stündlich eine Yogaeinheit, wobei es immer ein anderer Stil war, der quasi vorgestellt wurde, z.B.: Acro Yoga Monkey Business, Forrest Yoga Basics, Vinyasa your Life, Faszien Yoga oder Yuna Yoga.

Ich persönlich finde die Veggie Planet eine sehr gute und informative Veranstaltung für alle, die sich für die vegane Lebensweise interessieren und mehr darüber erfahren wollen. Es wird wirklich alles geboten, was man über Veganismus und die Gründe dafür wissen möchte, gerade wenn man Neuling auf dem Gebiet ist. Für mich selbst war es die 8€ (bzw. für mich ermäßigte 6€) Eintritt allerdings nicht unbedingt wert, da ich bereits seit über 5 Jahren vegan lebe und ziemlich alle ausstellenden Gruppen bereits kenne. Für jemanden wie mich braucht man also keine „Produkte anwerben“ oder Informationen verbreiten. Und bis auf die Tatsache, dass ab August ein veganes Burgerlokal in Graz aufmacht, waren für mich keine Neuigkeiten dabei.
Außerdem war meiner Meinung nach das Angebot an Yogaständen viel zu klein, ich denke es waren geschätze 5 Stände, wo man haupsächlich Bekleidung und Accessoires kaufen und sich weniger über Yoga informieren konnte.

[toe] meinte, dass bei der Veranstaltung auch Informationsstände über Buddhismus passend gewesen wären, da sie thematisch sowohl zu Yoga als auch zu Veganismus, insbesondere wegen der Organisation ‚Dharma Voices for Animals‚, gepasst hätten.

Es war allerdings sehr schön zu sehen, dass die Messe gut besucht war und ich hoffe, dass die Besucher viele positive Eindrücke und viel Wissen mitnehmen konnten!