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Selbstgenähte kurze Pumphose 

Wir beide tragen gerne weite, lockere Stoffhosen, wie es sie oft auf diversen Festivals oder ‚esoterisch angehauchten‘ Geschäften gibt. Da wir für unser Hörnchen jedoch so gut wie alles an Gewand gebraucht geschenkt bekommen haben, hatte ich kaum die Gelegenheit, diese bunten Hosen in Miniformat zu kaufen und unser Zwergal somit optisch an uns anzupassen. Allerdings beschloss ich, falls mal Hosen nötig wären, diese dann selbst zu nähen. Gesagt, getan. Da ich mich zwar mit der Nähmaschine halbwegs auskenne – ich kann Fäden einfädeln, Stiche einstellen und nähen – allerdings beim Drumherum nur laienhaftes Halbwissen besitze, war ich schon sehr gespannt auf diese Aufgabe. Ich habe mir das Freebook Marina ausgedruckt, da ich für den Sommer eine kurze Pumphose für unser Kind nähen wollte. Im Grunde ist es sehr einfach zu nähen und ein, wie ich finde, sehr lässiger Schnitt.
Zuerst ging es ans Stoffe und Bündchen zuschneiden. Dies erfolgte mittels ausgedruckten Vorlage. Ich habe den grünen Stoff einer alten kaputten Hose und bunt gestreiften Bündchenstoff verwendet.

Danach gings ans Zusammennähen der vier einzelnen Hosenteile – je zwei vordere und zwei hintere – und der Bündchen.

Der nächste Schritt war das Zusammennähen der beiden Hosenbeine.

Zum Schluss kam der für mich persönlich schwierigste Teil, nämlich das Annähen der Bündchen. Hier ist es wichtig, diese unter Zug zu nähen, da es vom Stoff her viel kleiner als der Stoff der Hose ist und so viele (unerwünschte) Falten entstehen können. 

Und tadaaaa, fertig ist die kurze Pumphose!

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Plitscher, Plätscher, Feder, Wasser mag doch jeder…

Diese Titelmelodie meiner gern gemochten Kindersendung Alfred Jodokus Kwak habe ich öfters mal im Ohr. Ich selber liebe das Element Wasser und könnte die heißen Sommertage gerne durchgehend im Meer oder einem schönen See verbringen. Auch unser Zwergal liebt es, wie fast alle Kinder, zu plantschen. Wasser übt einfach eine extrem große Anziehungskraft auf die Kleinen aus, was allerdings nicht bedeutet, dass diese auch gerne mit dem ganzen Körper im Nassen sind.

Da es die letzten Tage zunehmend wärmer wurde, fuhren wir spontan zu einem kleinen Fluss in der Nachbarortschaft. Hier gibt es einen Bereich, wo das Wasser über ein paar größere Steine in ein Becken plätschert und dieses natürliche Becken wurde künstlich vergrößert und auch befestigt, sodass man dort hineinspringen und gut darin schwimmen kann. In der Mitte hat sich eine große Sandbank – oder eher Kies- und Steinbank – aufgeschüttet, die quasi als Strand benutzt werden kann. 

Gestern waren wir vorerst die Einzigen dort, denn das Wasser ist sehr kalt und wird auch im Hochsommer nicht nennenswert warm, denn der kleine Fluss ist ja immer in Bewegung. Wir haben uns also in unsere Badesachen geschmissen und haben das vom Wasser faszinierte Hörnchen an einem Stück des Ufers abgestellt. Sofort wurde ins seichte Wasser gestampft, Steine hineingeschmissen und Gatsch herumgegraben. Auch wir Eltern sind abwechselnd in das kühle Nass gehüpft, um uns zu erfrischen. Dann gab es wieder allerhand mit dem Kind gemeinsam zu entdecken. Wir hatten es echt gemütlich, richtig idyllisch dort in der Natur.

Nach einer Weile hörten wir zuerst eine Autotür und darauffolgend Stimmen und uns war klar, dass wir Gesellsschaft bekommen würden. Ich sah eine Familie, zwei junge Eltern geschätzt Mitte Zwanzig mit einem 2-3 Jahre alten Buben und einem größeren Hund. Schon beim Betreten dieses wunderschönen Platzes wurde es laut, denn um auf die ‚Insel‘ zu kommen, muss man den an dieser Stelle knietiefen Fluss etwa zwei Meter durchqueren. Der Bub, fest an seine Mutter geklammert, fing an zu schreien, als er das Wasser sah. Es war kein richtiges Weinen, sondern eher ein ängstliches Eingeständnis, dass er mit dieser Situation gerade nicht einverstanden war. Der Vater stapfte als erster in das kalte Wasser um den Sohn zur Insel hinüber zu tragen. Da wurde das Schreien energischer, was von der Frau nur mit den Worten „Sei nicht so wasserscheu“ abgetan wurde. Da sie auch bei uns vorbeigingen, sagte toe zu dem weinenden Buben:“Musst ja nicht hinein gehen, ist eh viel zu kalt.“ Als alle vier auf der Sand/Kiesbank waren, beruhigte sich der Bub wieder. Allerding nur kurz. Denn danach folgte etwas, was wir als Eltern einfach nicht nachvollziehen können. Das Kind wurde gegen seinen Willen mit den Füßen ins kalte, seichte Wasser gestellt, was es erneut aufschreien ließ. Immer und immer wieder nahm der Vater seinen weinenden Sohn und stellte ihn ein paar Zentimeter weiter hinein, bis der Bub knietief drin stand. Von der Mutter kam eine gelegentliche Rüge, dass sich das Kind nicht so anstellen sollte…

Mittlerweile waren wir mit unserem Hörnchen ein Stück weiter spaziert und ich konnte nur mehr aus der Ferne, aber ganz ‚gespannt‘ vor Verwunderung beobachten, wie der Kleine ausgezogen und in eine Badehose gesteckt wurde, natürlich immer noch unter Protest. Der Vater startete seinen Versuch erneut und hob das Kind immer weiter ins tiefere Wasser, welches mittlerweile nicht nur schrie und weinte, sondern erstarrt vor Angst aus vollem Halse plärrte!! Dazu sagte der Vater noch etwas in einer anderen Sprache, ich konnte es zwar nicht verstehen, aber es klang nicht freundlich. An diesem Punkt sagte ich zu toe, der das Geschehen nur beiläufig mitbekam, wie leid mir der Bub täte und dass ich ihn gerne zu mir holen würde! Es tat mir wirklich im Herzen weh, was da passierte. Ich starrte nochmals rüber zu der Familie, da schaute mich die Mutter an und meinte zum Mann:“Schatzi es reicht, das Wasser ist zu kalt!“ woraufhin dieser nach einiger Zeit endlich aufhörte, das Kind in den Fluss befördern zu wollen.

Die Situation entspannte sich also wieder, denn der Bub durfte am Ufer in Ruhe mit den Steinen spielen. Er sagte kein Wort. Unser Zwergal war noch immer gut gelaunt, sammelte abgeschliffene Ziegelsteine und spielte mit zwei gefundenen Flaschen. Gemeinsam holten wir die größten Steine, die wir fanden und warfen sie ins Wasser, dass es nur so spritzte. Unser Spiel wurde abermals durch laute, befehlende Töne unterbrochen. Als ich wieder zu der Familie hinüberschaute, war es diesmal der Hund, der im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand. Auch bei ihm versuchten die beiden Erwachsenen alles, um ihn in die Fluten zu bewegen. Hauptsächlich mit Körpereinsatz, aber auch mit Aufforderungen und Geschimpfe. Sie gaben erst Ruhe, als der Hund mal kurz mit dem gesamten Körper im Wasser war und danach natürlich das Weite suchte. Nebenbei gesagt, weder Mutter noch Vater haben den Fluss weiter betreten als bis zu den Knien!

Es dauerte nicht mehr allzu lange, ehe die vier den Badeort wieder verließen. Ich richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf meine eigene Familie, dennoch konnte ich von der Mutter den Anfang eines Satzes an ihren kleinen Sohn hören, welcher lautete:“Schau, das Kind (also unser Hörnchen) ist noch viel kleiner aber….“

Ich bin keine dieser Personen, die sich gerne und leicht in den Mittelpunkt stellen. Auf der einen Seite bin ich dazu zu schüchtern, auf der anderen Seite bin ich der Meinung, dass ich mich nicht in Sachen einmischen sollte, die mich im Grunde nichts angehen. Abends haben toe und ich dieses Szenario vom Fluss nocheinmal revue passieren lassen und darüber gesprochen. Das Kind war ja nicht in akuter Gefahr, auch wenn es durch Machtmissbrauch und psychische Gewalt wahrscheinlich irgendwelche Folgen davontragen könnte. Dennoch habe ich nicht das Recht, die Erziehung anderer Menschen in Frage zu stellen und nur unseren Weg als den einzig Richtigen für alle hinzustellen. Klar, in meinen Augen war es von den Eltern nicht richtig, aber ebenso machen wir in den Augen Anderer einiges falsch. Es existieren hier wahrscheinlich so viele Meinungen, wie es Eltern gibt. Und das zu akzeptieren und gegenseitig zu respektieren finde ich wichtig, auch wenn ich am liebsten eingegriffen hätte! Doch wir können nicht die ganze Welt verändern, aber wir können bei uns selbst anfangen!

Habt ihr schon mal Ähnliches miterlebt? Wenn ja, wie seid ihr mit der Situation umgegangen?

Er oder sie?

Eigentlich egal oder? Immer wieder werden wir das gefragt. So klein wie das Hörnchen ist, ist der einzige Unterschied nur beim Windelwechseln feststellbar! Und wen interessiert das bitte ob ich eine Falte oder ein Zupfi reinige.

Cao und ich, wir sind ziemlich bunte Vögel. Farben machen das Leben froh und wir mögen viele Farben. Unser Hörnchen bekommt allerdings von uns normalerweise kein neues Gewand gekauft. Wir bekommen dankenswerterweise immer wieder gebrauchte Kleidung von Freunden  geschenkt oder geborgt. Und da ist uns das auch sehr egal, ob das von einem Kind mit demselben Geschlecht wie dem des Hörnchens stammt.

So Tussi-Prinzessinnen-Rosa-Zeugs bekommt das Hörnchen nicht, weil ich darauf sehr allergisch reagiere. Aber ein Außenstehender wird sich schwer tun, eine korrekte Schlussfolgerung von der Bekleidung auf des Hörnchens Geschlecht zu treffen.

Es kommen alle Farbtöne vor, von Orange, Rot über Lila zu Grün – ganz viel, weil meine Lieblingsfarbe – und Blau, wie Braun und Beige. Alles, die Strumpfhosen können auch schon mal Rosa sein, weil die eh meist überdeckt sind.

Aber dennoch, warum interessiert es Fremde, ob das Hörnchen ein Weiblein oder Männlein ist? Die Schublade ist noch lange Zeit irrelevant für uns. Nur bei der Namensgebung hat das bislang eine Rolle gespielt.

Wir kaufen auch nur sehr selten Spielzeug. Und wenn das vorkommt, dann darf das Hörnchen das eher selbst auswählen. Oder es sind Wimmelbücher, die uns gefallen.

Die Frage nach dem Geschlecht scheint mir das einzig oberflächlich interessante an Kindern zu sein. Schade. Stattdessen könnte man fragen, was das Kind zum Lachen bringt oder welche Kinderlieder vorgesungen werden. Oder ob es schon Muttermale oder Zähne hat. Keine Ahnung, irgendwas, das das Kind nicht schon in Rollen zwängt.

Aber wenn ich dann manche auschließlich in rosa gehüllte kleine Wesen sehe, dann frage ich mich. Ich frage mich einfach nur. 

Zufrieden sein mit der Unzufriedenheit

Heute fühle ich mich sehr geerdet, ruhig und ausgeglichen. Warum genau, weiß ich selbst nicht, denn dieser Tag verläuft eigentlich genauso, wie die meisten anderen Tage in der Woche, an denen ich mit unserem Kind bis zum späten Nachmittag alleine zu Hause bin. Aber irgendwie fühlt es sich so an, als hätte ich etwas verstanden, als wäre da eine Einsicht, die meine Sicht der Dinge in ein anderes Licht rückt. Es ist nur ein Gefühl, nichts, was man mit dem Verstand wirklich erfassen und in Worten erklären könnte. 

In den letzten Wochen spürte ich eine zunehmende Unzufriedenheit. Der Schlafmangel und die kaum vorhandene Freizeit sind daran nicht ganz unschuldig. Ja, es ist nicht immer leicht, fast den ganzen Tag alleine mit einem kleinem Kind zu verbringen, das viele Bedürfnisse hat, die es noch nicht selbst stillen kann und man somit die eigenen Bedürfnisse gänzlich hintan stellen muss. Dazu sitze ich hier quasi fest, denn Auto hab ich momentan keines, die öffentlichen Verkehrsmittel fahren unregelmäßig selten und wegen dem saukalten, winterlichen Wetter  bräuchte ich sowieso erstmals Stunden, um uns beide dick einzupacken. Toe erledigt außerhalb der Arbeitszeit auch die Einkäufe und unsere gemeinsame Zeit ist momentan somit eher spärlich. Ich war also mit der Allgemeinsituation unzufrieden, wie man so schön sagt.

Aber heute, heute ist das anders. Die alte Leier der Unzufriedenheit hängt mir selbst schon beim Hals raus. Heute kann ich mich an all den Dingen erfreuen, denen ich gerade in letzter Zeit zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe. 

Ich würde gerne wieder mehr und regelmäßiger meditieren und Yoga machen, auf der Gitarre klimpern, ein Buch ohne Unterbrechung lesen, meine Zeit ausfüllen mit Dingen, die mir Freude bereiten. Doch auch dann wäre ich wahrscheinlich nicht glücklicher oder unglücklicher als jetzt. Denn auch dann gäbe es Dinge, die mein Ego sich einbildet, um befriedigt zu werden, die meinen Geist weiterhin verwirren und verblenden. Ich würde Anderes finden, was ich gerade nicht habe oder nicht machen kann und es gerade deshalb unbedingt wollen!

Und genau deswegen bin ich heute einfach nur zufrieden mit meiner Unzufriedenheit…

Mami, ich gehe

Eine kleine buddhistische Geschichte von Ajahn Brahm, aus dem Buch „Der Elefant, der das Glück vergaß – Buddhistische Geschichten, um Freude in jedem Moment zu finden“:

 

Wir fürchten oft, dass jemand nicht wiederkommt, wenn wir ihn loslassen würden. Dabei ist meistens genau das Gegenteil der Fall.
Wenn Sie einen Vogel im Käfig halten und eines Tages vergessen, die Tür zu schließen, wird er wegfliegen und nicht zurückkommen.
Wenn Sie dagegen die Käfigtür offen lassen, aber dafür sorgen, dass es dem Vogel gut geht und er genügend Futter hat, wird er zwar auch wegfliegen, aber er kommt immer wieder zurück.

Eine junge buddhistische Mutter hat mir einmal erzählt, dass ihr sechs Jahre alter Sohn eines Nachmittags so verärgert war, dass er allen Ernstes erklärte: „Mami, ich hab dich nicht mehr lieb und gehe jetzt von zu Hause weg!“
Woraufhin sie antwortete: „In Ordnung, Schätzchen, ich helfe dir beim Packen.“
Also begleitete sie ihren kleinen Jungen in sein Zimmer und half ihm, das Nötigste herauszusuchen und in sein Köfferchen zu legen: den Teddybären, seine beste Hose und das Spiderman-Kostüm. Anschließend ging sie in die Küche, um ihm seine Lieblingsbrote zu schmieren, packte sie in eine Tüte und gab sie dem Sechsjährigen mit. Schließlich sollte er auf seinem weiteren Lebensweg keinen Hunger leiden.
Als der Junge das Haus verlassen hatte, winkte sie ihm nach. „Machs gut, Schätzchen. Und meld dich mal!“
Mit dem Köfferchen in der einen und der Tüte mit den belegten Broten in der anderen Hand marschierte das Kind aufs Gartentor zu, öffnete es, ging hindurch, wendete sich nach links und strebte seiner Zukunft entgegen.
Nach nicht einmal fünfzig Metern wurde der Sechsjährige vom Heimweh ergriffen. Er drehte sich um, ging zum Gartentor zurück und rannte den kurzen Weg in die offenen Arme seiner Mutter, die sich nicht von der Stelle gerührt hatte.
Sie war eine sehr weise Mutter und wusste ganz genau, dass sich ihr kleiner Junge nicht allzu weit von seinem liebevollen Zuhause entfernen würde.

Wenn die Bande der Liebe nur stark genug sind, kann man die Leute auch gehen lassen, denn man weiß ja, dass sie mit Sicherheit wiederkommen.

Geschenke als Ausdruck von Zuneigung?

Auch wenn es noch ein Weilchen dauert, Weihnachten naht. Jetzt mag es vielleicht seltsam erscheinen, dass ausgerechnet wir als Buddhisten schon so zeitig über diesen christlichen Feiertag nachdenken. Tatsächlich ist es ja so, dass toe und ich in den zehn Jahren unserer Beziehung, wovon wir bereits neun Jahre gemeinsam wohnen, nie einen Weihnachtsbaum- oder Schmuck hatten. Anfangs haben wir die Feiertage noch bei unseren Eltern verbracht und uns beschenkt. Im Laufe der Jahre und mit zunehmender Bewusstwerdung jedoch haben wir zuerst die gegenseitigen feiertagsbezogenen Geschenke reduziert und der Familie nur noch ‚gemeinsame Zeit und Aktivitäten‘ geschenkt, mittlerweile schenken wir gar nichts mehr. Wir haben das auch mehrfach kommuniziert. Es ist einfach so, dass wir in den letzten Jahren immer mehr reduziert haben und unsere Anschaffungen wohlüberlegt und dann auch sehr oft Secondhand waren bzw. sind.

Warum mir das Thema dennoch etwas im Magen liegt, ist wegen unserem Baby. Denn obwohl unsere Familie und Freunde unsere Einstellung mittlerweile gut kennen, haben wir etliche Geschenke bekommen. Na gut, im Vergleich zu anderen ist es vielleicht nicht viel, aber da wir die gesamte Kleidung übertragen bekommen haben – wir „mussten“ erst 4-5 Stück kaufen – und uns Spielzeug ebenfalls geborgt wurde, ist jedes weitere Stück zu viel für uns. Letztendlich hatten wir fünf Babyrasseln aus Stoff!!

Um wieder zurück zu kommen, Weihnachten naht. Wir feiern Weihnachten nicht. Unsere Familien schon. Wir finden es schön, Zeit mit unseren Familien zu verbringen. Aber wir wollen unserem Kind nicht dieses künstliche „aufs Christkind warten und viele Geschenke bekommen wenn man brav war“ antun. Das mag jede Familie für sich und ihre Kinder selbst entscheiden, wir wollen da jedenfalls nicht mitspielen. Allerdings ist es echt schwer, genau das unseren Familien und Freunden beizubringen. Ich musste mir schon Sätze wie „euer Kind wird doch einen Weihnachtsbaum sehen dürfen“ oder „kriegt das arme Kind dann keine Spielsachen?“ anhören. Denn scheinbar wird man abgestempelt, das Kind nicht genug zu lieben, wenn man es nicht mit Geschenken überhäuft. Nein, dem ist natürlich ganz und garnicht so! Aber wenn man, wie wir, ein kleines Haus ohne viel Stauraum hat und einen eher minimalistischen Lebensstil führt, ist es nur logisch, dass weder wir noch unser Hörnchen zu jeder bestmöglichen Gelegenheit etwas bekommen wollen. Vor allem, weil wir immer wieder dabei sind, auszusortieren, zu minimalisieren und zu reduzieren. Und dann wird es zu einer never ending story! Es belastet teilweise auch, wenn, sobald die materiellen Dinge immer weniger werden, Nachschub kommt.Es belastet, denn selbst wenn die Dinge hübsch oder nützlich sind, man sie manchmal einfach nicht braucht.

Mir ist klar, dass Geschenke eine Art der Zuneigung sind. Um ehrlich zu sein, freue ich mich natürlich auch über Geschenktes und noch viel lieber schenke ich etwas her! Dabei ist mir allerdings sehr wichtig, dass der/die Beschenkte das Geschenk auch wirklich braucht/möchte und es sich sowieso selbst in vielleicht ähnlicher Ausführung kaufen würde. Im Zweifelsfall schenke ich gemeinsame Zeit oder nichts, auch wenn das in unserer Gesellschaft unüblich ist, vor allem zu Anlässen wie Geburtstag, Weihnachten, Hochzeit oder dergleichen.

Doch wie soll man das seinen Familien und Freunden beibringen, ohne sie vor den Kopf zu stoßen oder zu verletzen? Wir kommunizieren diese Tatsache eigentlich recht offen, meist werden wir verstanden und erhalten auch noch Zustimmung… zumindest bis zum nächsten Anlass. Es kostet einfach Energie, dazwischen zu stehen, zwischen Minimalsimus und Materialismus. 

Habt ihr dazu vielleicht Anregungen oder Tipps? Wie handhabt ihr das mit euren Familien und Freunden?

Warum unser Kind nicht schreit

Ich hatte in meinem Leben immer wieder mal mit Babies und Kleinkindern zu tun. Das letzte Mal, dass ich in wirklich engem Kontakt mit diesen stand, ist aber schon länger her, nämlich bei den Kindern meiner Schwester, die mittlerweile beide schon länger schulpflichtig sind. Und wie das halt so ist, erinnert man sich nicht mehr bis ins Detail, wie das Kind sich verhalten hat, schon gar nicht, wenn man nicht die Mutter ist. 

Jetzt haben wir seit fast 5 Monaten selbst ein Baby. Ein recht anhängliches Baby, wie man umgangssprachlich sagen würde. Und die ersten 6 Wochen waren sehr anstrengend, zumal es eine Woche lang abendliche Schreiphasen gab, für die wir keinen ersichtlichen Grund fanden und das Schreien daher nicht wirklich stoppen konnten, außer indem wir unser Hörnchen so lange herumgetragen und geschaukelt haben, bis es einschlief!

Mittlerweile ist die Situation wieder total entspannt. Unser Zwergal scheint mir ein recht zufriedenes Baby zu sein. Neulich hatten wir mehrtägigen Kontakt mit der Familie, wo sie die Möglichkeit hatten, unser Hörnchen über einen längeren Zeitraum um sich zu haben. Wieder, denn das habe ich schon öfters und von mehreren Personen gehört, wurde erstaunt festgestellt, dass das Kind nicht wirklich weint! Natürlich, wenn etwas nicht passt, beispielsweise bei Langeweile, Müdigkeit, Überforderung, Hunger/Durst, dem Bedürfnis, getragen zu werden etc. wird kurz gequengelt. Aber das wars!

Warum das so ist und warum es für die Allgemeinheit überhaupt so selbstverständlich ist, dass Babies weinen, darüber habe ich mir Gedanken gemacht: Unser Baby hat einfach keinen Grund zu weinen! Denn wenn das Zwergal ein Bedürfnis hat, zeigt es das schon lange bevor es zu schreien beginnen würde. Sobald ich das erkenne, kann ich dieses Bedürfnis stillen, ohne ‚große Szene‘. So stille ich beispielsweise, wenn das Hörnchen sich Finger/Spielzeug in den Mund steckt und/oder unruhig wird, begleite es in den Schlaf, wenn es die Augen reibt und vor sich her brummt und nehme es auf den Arm, wenn es das Interesse an den Spielsachen auf der Decke verloren hat, mich fixiert und langsam anfängt zu meckern.

Natürlich geht das nicht immer so. Aber ich denke, das Baby weiß schon ganz genau, dass seine Bedürfnisse ernst genommen werden und es nicht erst lauthals losbrüllen muss, dass es gehört wird. Ich will mich jetzt allerdings nicht selbst beweihräuchern. Mir ist auch klar, dass verschiedene Kinder verschiedene Temperamente haben und es sicherlich auch solche gibt, die schnell mal zum Schreien anfangen und sich nur schwer beruhigen lassen. Das soll also kein Vorwurf oder ähnliches an Eltern sein, deren Kinder viel weinen. Ebenso ist mir bewusst, dass unser Hörnchen erst knappe fünf Monate jung ist und sich noch vieles ändern kann und wird. Und ja, dass unser Baby nie schreit war überspitzt formuliert.

Beim Nachdenken ist mir jedoch aufgefallen, dass viele beim Gedanken an Babies meinen, ‚die schlafen, trinken, weinen und kacken‘. Warum ist das so? Ich meine, abgesehen dass sie sich noch nicht mit Worten verständigen können, warum glauben wir als Erwachsene, dass Babies nicht selbst wissen, was ihnen gerade fehlt? Ein gutes Beispiel ist ja auch der Irrglaube, dass Babies nicht wissen, wann sie ‚aufs Klo‘ müssen und quasi inkontinent sind. Leider habe ich oft das Gefühl, dass viele Menschen, kleine Kinder (noch) nicht als eigenständige Personen mit eigenen Bedürfnissen sehen. Dass es eine allgemein gültige Meinung gibt, wie Babies nun mal sind. Und so ist es halt normal, dass Babies bzw. Kleinkinder weinen und schreien, was sollen sie denn auch sonst anderes tun…

Die Rolle der Frau

Vor kurzem erst hat toe einen Beitrag über Matriachat geschrieben und einen kleinen Einblick in unser Familienleben gegeben. Ich möchte dazu noch ein ähnliches Thema aufgreifen und meine Meinung dazu schreiben. Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung und daher auch meine subjektive Sichtweise!

Immer wieder hört und liest man vom Feminismus, von der modernen Rolle und der Gleichberechtigung der Frau. Da hat sich in den letzten Jahren scheinbar viel getan und wird sich auch weiterhin einiges verändern. Das ist auch schön und gut, denn meiner Ansicht nach sollten nicht nur Frauen gegenüber Männern, sondern generell alle Menschen gleichberechtigt sein!! Aus meiner veganen Sicht würde ich sogar noch die Tiere und natürlich die Umwelt einbeziehen, aber das würde hier zu weit führen.

Letztens haben toe und ich ganz speziell über meine Rolle in unserer Beziehung im Bezug auf das klassische Rollenbild gesprochen. Ich bin ja derzeit in Karenz, um mich zu 100% um unser Hörnchen kümmern zu können. Ich – bzw. wir – haben uns für die in Österreich längste Variante entschieden: ich bleibe 2,5 Jahre zu Hause beim Kind und toe danach noch ein halbes Jahr. In diesen zweieinhalb Jahren werde ich ’nur‘ Mutter und Hausfrau sein. Also ganz klassisch, könnte man sagen.

Jetzt ist es ja immer wieder in aller Ohren, dass Frauen sich doch bitte emanzipieren sollen, dass sie sich, ebenso wie die Männer, in ihrem Berufsfeld nach ‚oben‘ arbeiten und aber nebenbei noch Hausfrau und Mutter sein sollen. Aber auf keinen Fall dürfen sich Frauen vom Mann abhängig machen, indem sie zu Hause bei der Familie bleiben und der Mann hauptsächlich das Geld nach Hause bringt. Das oder so ähnlich ist meine subjektive Wahrnehmung von der Emanzipation. Und natürlich wird das so gepusht und uns Frauen als ideales Rollenbild dargestellt, dass man sich als ’nur Hausfrau und Mutter‘ schon fast rechtfertigen muss. Ganz ehrlich, ich bin gerne und absichtlich daheim beim Kind!

Meiner Ansicht nach gibt es auch einen Unterschied zwischen Männern und Frauen: Männer können keine Kinder gebären und danach ernähren (gut, heutzutage schon dank Flascherlmilch, aber so war es von der Natur nicht vorgesehen). Dass es keine Diskriminierung deswegen im Beruf und im Einkommen geben sollte, ist ein diskutables Thema. Aber dennoch gibt es zumindest vom biologischen her Dinge und Fähigkeiten, die eben nicht gleich sind. Für mich war es auch von Anfang an klar, wenn ich als Frau ein Kind gebären darf, dann wird es meine 100%ige Aufmerksamkeit bekommen. Ich werde mich in jedem Fall für das Kind entscheiden und es nicht ’nebenbei‘ bekommen, weil ich ja eigentlich Karriere machen möchte. Bitte versteht mich nicht falsch, das ist nur mein Weg und ich akzeptiere es natürlich, wenn andere Frauen andere Prioritäten haben. Ich finde, es liegt in der Natur des weiblichen Körpers Kinder zu gebären, daher sollten wir Frauen stolz darauf sein, so etwas großartiges vollbringen zu dürfen! Männer können dies rein körperlich nicht, aber sie haben die Möglichkeit, die Frauen zu unterstützen, sei es durch finanzielle Absicherung, emotionale Stütze (vor allem im Wochenbett), kurze Auszeiten für die Mutter zu schaffen oder dergleichen.

Man muss auch sagen, wir haben auch die Möglichkeit zu dieser klassischen Rollenverteilung. Wir verdienen so viel, dass wir sehr gut damit leben können, auch wenn ich nur Karenzgeld bekommen. Naja, bessergesagt führen wir einen Lebensstil, der dies ermöglicht, denn toe arbeitet nicht mal mehr Vollzeit und hat kein Wahnsinnseinkommen, aber für uns reicht es optimal aus. Sogar so gut, dass wir überlegen, dass ich nach der Karenz weiterhin zu Hause bleibe. Denn die Zeit mit dem Kind, vor allem die ersten Lebensjahre, kann mir kein Geld der Welt ersetzen! Natürlich kann das leider nicht jede Familie von sich behaupten und viele sind quasi gezwungen, sehr früh wieder arbeiten zu gehen, damit Geld ins Haus kommt.

Worauf ich aber hinaus will ist die Tatsache, dass ich kein Problem damit habe, momentan von meinem Mann finanziell abhängig zu sein. Klar, sollten wir uns trennen muss ich mein Kind wohl oder übel in Fremdbetreuung geben und in meinen Job als Gesundheits – und Krankenschwester zurückkehren, zumindest Teilzeit. Ich denke aber nicht, dass ich deshalb als Frau ’schlechter‘ bin, als andere, die nebenbei Karriere machen. Es hat doch jeder in der Familie seine Aufgabe und solange alle damit zufrieden sind, ist es doch ok. Egal, was die Werbung, die Medien, irgendwelche Statistiken oder Quoten uns einreden wollen. Mal ganz davon abgesehen, dass eine 24/7 Kinderbetreuung plus Haushalt usw. vielleicht gar nicht so easy cheesy nebenbei rennen weil man als Frau ja eh den ganzen Tag ,nichts zu tun hat’….

Für mich wäre ein richtiger Schritt in Richtung Emanzipation eine Aufwertung der Hausfrau, anstatt zu versuchen, die Frauen nach der Geburt so schnell wie möglich wieder ins Arbeitsleben zu integrieren!
Wie steht ihr dazu?