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GeMMa – Gemeinschaftliche Meditation & Mantra

Hier ist wieder eine Idee, die nur noch auf ihre Umsetzung wartet.

Ich denke, die meisten Leser dieser Blogs werden mit mir übereinstimmen, dass Meditation in der heutigen Zeit, in unserem Kulturraum, der breiten Masse nicht in den Schoß fällt. Viele haben zwar ein Bild davon, das die Werbeindustrie schön bedarfsorientiert ausschmückt: man bräuchte eine bestimmte Matte und ein tolles Sitzkissen, eine Gebetskette muss um den Hals liegen und am besten Balihosen und blabla.

Weg davon, es geht um die Meditationspraxis. Und ich finde, die breite Masse sollte sich ein Bild von ‚angewandter‘ Meditation machen, indem es einfach mal ausprobiert wird und zwar vielleicht in strukturierter aber offener Weise.

Hier nun mein Vorschlag für die GeMMa:

  • Man trifft sich an einem halbwegs ruhigen, abgeschiedenen Ort und stellt sich vor.
  • Jeder erzählt kurz, wie er gerade zur Meditation steht und ob es ein akutes Bedürfnis gibt, eine bestimmte Meditationsart auszuführen.
  • Man einigt sich auf eine Art bzw. auf ein Mantra.
  • Man beginnt gemeinsam das Mantra zu singen und endet in stiller Meditation, bis jemand den Abschluss einleitet.
  • Jeder bedankt sich auf seine Weise.
  • Ende des formalen Teils.

Ich verzichte bewusst auf eine formale Feedbackrunde im Ablauf, weil ich denke, dass viele Zeit brauchen werden, um festzuellen, wie die Situation auf sie gewirkt hat.

Also konkret könnte es so aussehen: die Gruppe findet sich zusammen, stellt sich vor und einigt sich auf gemächliche Gehmeditation mit dem Padmasambhava Mantra. Sobald für jemanden die Meditation beendet ist, wird eine Klangschale angestoßen, damit sich alle wieder einfinden. Danach bedankt man sich durch eine Verbeugung oder eine Umarmung und verlässt die Örtlichkeit oder man bleibt noch zusammen.

Die Kosten belaufen sich nur auf die Unkosten, wie Raummiete, falls überhaupt erforderlich. Immerhin ist es kein geführter Kurs. Ich stelle mir vor, dass man das an verschiedenen Orten anbieten kann. Zum Beispiel könnte man das für Eltern mit Babies und Kindern anbieten. Die Babies sollten sich im Tragetuch beruhigen lassen, zumindest funktioniert das mit dem Hörnchen recht gut.

So eine GeMMa könnte man bei verschiedenen Veranstaltungen anbieten.: zum Beispiel letztens beim Maibaumaufstellen auf der KleinenFarm oder am Biohoffest im TamanGa im Gamlitz.

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Mantren für den lieben Ohrwurm

Cao schrieb schon vor Längerem über die positiven Eigenschaften, die der Rezitation von Mantren innewohnt. Für mich ist die Bedeutung der einzelnen Silben sehr wichtig, weil ich der Überzeugung bin, dass sich die Wirkung eines Mantras nur voll entfalten kann, wenn man – neben dem hingebungsvollen Gesang – auch in Gedanken vollständig in die Bedeutung eintauch muss.

Im Internet findet man viele schöne Mantren, aber mit den meisten kann ich nichts anfangen, da sie von Frauen in einer Tonart gesungen werden, die ich nicht mal vollständig höhren kann. Außerdem bin ich seit der Volksschule nicht mehr wirklich zum Singen gekommen, was mir meinen eigenen Gesang ohnehin sehr befremdlich vorkommen lässt.

Aber man entwickelt sich weiter, bearbeitet seine eigenen Blockaden und kann sich glücklich schätzen, wenn man einen Partner hat, der dies ebenso unterstützt. In der buddh. Gemeinschaft Triratna wird auch viel mit der Rezitation von Mantren gearbeitet und ich möchte meine aktuellen Favoriten hier vorstellen:

Das erste Video ist zum Zusehen sehr unaufregend, da man eigentlich nichts zu sehen bekommt. Aber das Mantra – gesungen im Kanon – ist sehr entspannend. Ich singe es gern beim Autofahren, wenn ich in die unzähligen Funklöcher in der Südsteiermark eintauche, allerdings muss ich es erstmal hören, damit ich die Melodie richtig ins Ohr bekomme. Es handelt sich um das Padmasambhava Mantra.

Beim zweiten Mantra verstehe ich vom Text her nichts, ich vermute fast, dass es nicht mal ein buddh. Mantra ist sondern eher etwas Indianisches. Dennoch versprüht es eine unglaublich positive Stimmung.

Zum Abschluss noch ein Gospel, auch hier bin ich mir nicht so ganz sicher, was der Text aussagt. Es hört sich Englisch an und ich denke es kommt: ‚… heart and your soul be free …‘ vor. Auch bei diesem Video spürt man sehr schnell eine belebende Wirkung einsetzen.

Wie man sieht ist für mich die Definition von Mantra nicht sehr üblich. Ich verstehe darunter eben einen kurzen Text, wiederholt zu singen, dass man damit bestimmte Gefühle zum Ausbruch bringen kann, zB. Entspanntheit, Lebenfsfreude, …

Wie seht ihr das?

Mantrarezitation und ihre Bedeutung

Wer schon einmal eine Yogastunde besucht hat, ist ziemlich sicher mit dem Rezitieren von Mantras oder dem Kirtan singen in Berührung gekommen.
Das Wort Mantra setzt sich aus den zwei Sanskrit-Wörtern MANas (geistige Wiederholung) und TRAyate (Befreiung) zusammen. Mantra heißt also Befreiung erlangen durch geistige Wiederholung. Ein Mantra ist ein Wort oder eine Silbe, welche große Kraft in sich trägt und durch das Rezitieren kann sich diese Kraft manifestieren. Das ganze Universum ist in einem Zustand der Vibration. Durch das geistige oder gesprochene Wiederholen eines Mantras kann man sich mit diesen Schwingungen mit der tieferen Wirklichlichkeit des Universums verbinden.

Das wohl bekannteste Mantra ist das OM.

om
Om ist der kosmische Klang, der Ursprung allen Seins, der Urklang, aus dem das ganze Universum entstand. Es setzt sich aus A, U und M zusammen. A steht hier für das Bewsusstsein, für unendliche Weite, das über das U zum M, also zu absoluter Beschränkung führt. Es ist ein Prozess von größter Dichte zu unendlicher Weite. Man könnte das auch mit den drei Gunas vergleichen: das M ist das Träge (tamas), die Materie, unbewusst und beschränkt, welche sich allmählich ausbreiten möchte. Das U steht für Leben, Bewegung (rajas) und mündet schließlich in höchste Bewusstheit, Reinheit und Klarheit (sattva), dem A.

Die meisten Mantras werden in Sanskrit rezitiert. Zum einen deshalb, weil Sanskrit eine klangenergetisch sehr klare und strukturierte Sprache ist und ihre fünfzig Buchstaben energetisch mit den sechs Hauptchakras verbunden sind. Zum anderen, weil die Klangvibration jedes Sanskrit-Mantras mit der Eigenschwingung dessen, was sie bezeichnen, die direkteste Beziehung hat.

Oft geht die Rezitation der Mantras mit der Verwendung von Gebetsketten, sogenannten Malas, einher. Diese, aus 108 Perlen bestehende Kette wird verwendet, um bei jeder Rezitation eine Perle weiter zu schieben. So kommt zur geistigen Konzentration und Klangenergie des Mantras die physische Bewegung dazu. Das Mantra wird 108 Mal rezitiert.

Und zum Abschluss noch ein für mich sehr bewegendes Mantra:

Asato Ma Sat Gamaya
Tamaso Ma Jyotir Gamaya
Mrityor Ma Amritam Gamaya

Führe uns vom Unwirklichen zum Wirklichen,
von der Dunkelheit zum Licht
und von der Sterblichkeit zu Unsterblichkeit.

Hochzeitsmala

Die Herstellung einer buddhistischen Gebetskette „Mala“ anlässlich useres  Hochzeitsrituals. In einer Zeit des materiellen Überflusses ist es ein Prioritätswechsel von „Teuer und Fremdgemacht“ zu „Achtsam und Selbstgemacht“.

Cao und ich werden nächstes Jahr im April heiraten. Traditionell werden in Österreich bei der Trauung Ringe ausgetauscht. Bei der standesamtlichen ist das allerdings nicht gesetzlich notwendig. Für uns bot das den Freiraum, uns einen passenderen Gegenstand für den zeremoniellen Austausch zu suchen. Ich trage keine Ringe. Nicht nur aus dem Grund, dass ich herkömmliche Schmuckstücke nicht besonders ansprechend finde, sondern auch weil ich Ringe als störend und unangenehm empfinde. Cao hat bereits einen Ring von mir – den zum Verlobungsring beförderten, mit bunten Kreisen verzierten Holzring – und hat auch kein Bedürfnis danach sich einen weiteren Ring zu zulegen.

Also überlegten wir ein paar Tage, was ein passender Gegenstand für uns sein könnte. Eine Idee war zum Beispiel, weiße Schale auszutauschen. Das ist in Tibet  eine glückbringende Geste. Ich trage zwar gerne einen Schal, vorallem in den windigeren Jahreszeiten. Allerdings wird ein weißer Schal wahrscheinlich nicht ein Leben lang  schön sein. Ein andere Idee war eine gemeinsame Tätowierung. Wir kennen ein Paar, die das anlässlich ihrer Hochzeit gemacht haben. Allerdings haben wir schon einen nahezu gleichen Körperschmuck und meine dünnen Finger mit einer Nadel zu quälen, stelle ich mir nicht sehr romantisch vor.

Letztendlich haben wir die Idee geboren Malas auszutauschen. Die buddhistische Gebetskette mit 108 Perlen und einem Endstück gefällt mir vom optischen her, kann als Hochzeitsschmuck getragen werden und ist als einfaches Zählwerk ein praktisches Werkzeug für die meditative Praxis. Nachdem wir von einem befreundeten Paar erfahren haben, dass sie bei ihrer Trauung gar nichts ausgetauscht hatten, wurde es für uns noch klarer, dass wir keine Ringe brauchen und uns auf das spirituelle Werkzeug konzentrieren werden.

Für die konkrete Umsetzung haben wir uns vorgenommen, dass jeder die Kette des anderen, nach dessen optischen Vorlieben, herstellt und bis zur Trauung quasi positiv aufladet. Die Malas, die ich bereits gesehen habe, sind meist aus Pflanzensamen oder Schmucksteinen hergestellt. Wir haben uns lackierte Holzkugeln besorgt und einen rohen Hanfgarn hatten wir noch zuhause. Damit die Kette nicht nur um den Hals sondern auch geschmeidig ums Handgelenk getragen werden kann, wird zwischen jeder Kugel ein Knoten gemacht. Ansonsten spannt es wenn die Mala sechsmal um den Unterarm gewickelt wird.  Um der Kette eine gewisse Bedeutung zu verleihen, haben wir uns vorgenommen jede Perle mit einem Mantra auf den Faden zu stecken. Und für den Knoten wurde ein zweites Mantra ausgewählt. Heute morgen war dann die Zeit reif für die Herstellung.

Ungefähr zwei mal zweieinhalb Meter lange Hanfschnüre wurden zugeschnitten. Die Enden mit Klebeband stabilisiert, denn sonst würden sich die Spitzen schnell auftrennen, wenn die Schnur durch die rauen Holzlöcher gefädelt wird. Die Holzperlen wurden bereit gelegt. Die Zahl 108 lässt sich durch 3 teilen. Somit kann man mancherlei mathematische Spielerein anwenden. Die Mala für Cao ist in 9 Segmente zu je 12 Perlen eingeteilt, die für mich hingegen in 12 Segmente mit je 9 Perlen. Für die jeweils letzte Perle des Segments haben wir dickere Kugeln verwendet, meine großteils in schwarz, die von Cao in den 7 Chackrafarben, sowie 2 schwarze. Nach dieser Einteilung ging es auch schon los.

Knoten – Mantra – Perle – Mantra – Knoten …

Das bewusste Vorsagen der Mantren half ablenkende Gedanken fern zu halten. Nach einer Weile bemerkte ich, dass der Hanfgarn langsam rauer wurde. Also legte ich noch mehr Achtsamkeit darauf die Kugeln mit dem geringsten Widerstand über die Schnur zu fädeln. Zunächst hatte ich bei jedem Knoten die bereits aufgesteckten Perlen durch den Knoten geführt. Ab der Hälfte ungefähr hat es allerdings nicht mehr funktioniert. Ich hatte es mehrfach versucht wieder wie zuvor zu knoten aber eigenartigerweise war es mir beim Legen des Knotens nicht mehr möglich. Ich musste die bisherige Praxis ändern, wobei nur mehr der mittlerweile kürzere Faden durch den Knoten geführt wurde. Das könnte man irgendwie als Metapher zum „Leben im Jetzt“ oder „Loslassen von allem Vergangenen“ auffassen.

Zum Abschluss haben wir eine längliche Holzperle verwendet, die wir noch aus Zeiten haben, als wir eine Wohnung in Leopoldsdorf im Marchfeld bewohnten. Und nach dem letzten Knoten sind unsere zukünftigen Hochzeitsgeschenke fertig.

Mit zuversichtlichen Grüßen
[toe]