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Buddhafield Festival

Die buddhistische Bewegung eröffnet kreative Möglichkeiten um den Dharma zu verinnerlichen und zu feiern. Seit einigen Jahren wird in der Nähe von London das Buddhafield Festival veranstaltet.

Geschichte

Entstanden ist es weil eine Gruppe buddh. Praktizierender nach einem längerem Retreat ein Fest feiern wollten. Mittlerweile ist es ein mehrtägiges Festival mit vielen sinnvollen Workshops und belebender Musik.

Workshops

In der buddh. Gemeinschaft Triratna wird Kunst bzw. Kunsthandwerk als kreative Ausdrucksform verstanden und ist ein Fahrzeug für die spirituelle Entwicklung.

Europäer arbeiten heute oft annähernd bewegungslos, daher wird Bewegung durch Yoga, Tanz, … gefördert und angeboten.

Ethisches Verhalten, Meditation und die anderen großen Themenbereiche des Dharmas und deren Umsetzung in Alltag wird im Dharma Parlour im speziellen behandelt. Und es gibt noch eine Menge mehr zu entdecken, wie den Queer Space, Vegan Viahara Dome, Chai Chapel, … .

Außerdem ist das gesamte Festival alkohol- und drogenfrei und wird nur von Photovoltaikanlagen mit Strom versorgt. Also wenn der letzte Sonnenakku ausgeht, kann man noch ums Feuer tanzen oder schlafen gehen.

Lasst euch von den Fotos einen Eindruck vermitteln: Flickr Alben

Im nächsten Jahr wird das Buddhafield von 13. bis 17 Juli stattfinden und wir werden – falls uns nichts dazwischen kommt – dabei sein!

VideoSangha.net

Einen weiteren Ort, an dem man einen guten Einblick in den Triratna Orden und desen Vorträge erhält, werde ich hier vorstellen. Während man sich bei freebuddhistaudio.com Tonaufnahmen anhören oder downloaden kann, gibt es unter VideoSangha.net Videos zum anschauen.

Ich finde die Triratna NewsByte Videos sehr ansprechend. Dabei stellen verschiedene Zentren aus der ganzen Welt Projekte vor, die sie eben umgesetzt haben. Ein NewsByte ist dann eine Zusammenfassung aus mehreren dieser Clips.

Es gibt eine Menge Kategorien, nachdenen die Videos gefiltert werden können. Allerdings sind viele Kategorien leer. Besser strukturiert sind die Playlisten. Diese sind auch nach Themen benannt. So kann man sich Videos von Ordinationen, verschiedenen Ritualen oder auch von organisatorischen Treffen anschauen.

Die Datenbank scheint nicht so umfangreich zu sein, wie die von freebuddhistaudio.com aber dennoch sehr interessant und wie gesagt, die NewsBytes sind sehr empfehlenswert und freue mich schon auf das nächste.

http://www.videosangha.net/video/Triratna-NewsByte-3

Ein Idee der Erleuchtung

Wir erfahren eine andere Person nicht als eine Art Mauer, gegen die wir stoßen, und wir erfahren uns nicht mehr als eine getrennte, widerstreitende feste Kraft. Wir erfahren andere auf eine völlig andere Art und Weise. Sie werden durchscheinend oder durchsichtig, da unser Wille nicht mehr auf ihren prallt. Wenn man diese völlig andere, entspanntere, leichtere und freiere Haltung ins Unendliche steigert, erhält man eine ungefähre Idee, was Erleuchtumg eigentlich ist. Die Welt ist die gleiche, aber wir nehmen sie anders wahr. Vielleicht könnte man es mit Verliebtsein vergleichen, nur noch viel intensiver. Auch wenn alles wie zuvor ist, sieht die Welt fast körperlich anders aus.

"Herz und Geist verstehen, Psychologische Grundlagen buddhistischer Ethik", S. 78ff, Sangharakshita, 1998, do evolution Verlag

Die 10 ethischen Prinzipien

Viele Menschen in unserer Umgebung, die sich oberflächlich mit Buddhismus befassen, denken, dass sie Meditieren müssen um den Weg zum Erwachen zu beschreiten.

Obwohl die Meditation ausdrücklich als Methode vom historischen Buddha angeführt wurde, darf man nicht vergessen, dass die Phase der Achtsamkeit allzuoft auf die Zeit reduziert wird, in der man es sich auf dem Sitzkissen bequem gemacht hat. In der übrigen Zeit merkt man Ihnen keinen Schimmer des spirituellen Weges an.

Ich möchte die Prinzipien der buddhistischen Ethik in diesem Beitrag vorstellen, die man sich bei der Ordination in den Orden Triratna vornimmt. An sich handelt es sich um eine Übertragung des konkreteren 8-fachen Pfades auf allgemeinere Grundsätze und drückt so die Zufluchtname zu Buddha, Dharma und Sangha aus. Sämtliche Mönchsregeln aus alter Zeit sind davon ableitbar, weshalb die Anwendung dieses Prinzipien in unserer Kultur mehr Sinn macht als die starren Regeln längst vergangener Zeit, an weit entfernten Orten.

Wie immer darf die Lehre stets hinterfragt, kontrolliert und überprüft werden, denn im Gegensatz zu manch theistischen Ideologien wurden diese Lehre von Menschen für Menschen verfasst. Ob das Einhalten der folgenden Prinzipien Sinn macht – also förderlich ist- oder nicht – also hinderlich ist – , kann man durch Nachdenken, durch Probieren oder auch durch Beobachtung an sich selbst und Anderen erfahren.

Luna in der Kiste

Jedenfalls bildet die bewusste Anwendung und Integration dieser Prinzipien die fruchtbare Grundlage, worauf Meditation bis zum Ende der spirituellen Entwicklung führen kann.

Der Grundsatz, sich des Tötens von Lebewesen zu enthalten: Liebe

Ich nehme den Übungsgrundsatz an, dem Töten von Lebewesen zu entsagen. Mit Taten liebevoller Güte läutere ich meinen Körper.

Der Grundsatz, Nichtgegebens nicht zu nehmen: Großzügigkeit

Ich nehme den Übungsgrundsatz an, dem Nehmen des Nicht-Gegebenem zu entsagen. Mit Großzügigkeit gebend läutere ich meinen Körper.

Der Grundsatz, sexuelles Fehlverhalten zu meiden: Zufriedenheit

Ich nehme den Übungsgrundsatz an, sexuellen Fehlverhalten zu entsagen. Mit Stille, Schlichtheit und Genügsamkeit läutere ich meinen Körper.

Der Grundsatz sich falscher Rede zu enthalten: Wahrhaftigkeit

Ich nehme den Übungsgrundsatz an, dem Sprechen von Unwahrheit zu entsagen. Mit ehrlicher und wahrhaftiger Sprache läutere ich meine Rede.

Der Grundsatz, sich grober Rede zu enthalten: liebevoll sprechen

Ich nehme den Übungsgrundsatz an, der Benutzung grober Worte zu entsagen. Mit freundlichen, liebevollen Worten läutere ich meine Rede.

Der Grundsatz, nicht leichtfertig zu reden: Bedeutsames sprechen

Ich nehme den Übungsgrundsatz an, überflüssiger Rede zu entsagen. Mit hilfreichen … Äußerungen läutere ich meine Rede.

Der Grundsatz, nicht verleumderisch zu reden: Eintracht stiften

Ich nehme den Übungsgrundsatz an, verleumderischer Rede zu entsagen. Mit … friedlich gesinnten Äußerungen läutere ich meine Rede.

Der Grundsatz, sich der Begierde zu enthalten: Stille

Ich nehme den Übungsgrundsatz an, der Begehrlichkeit zu entsagen. Gier löse ich in Stille auf und läutere so meinen Geist.

Der Grundatz, nicht zu hassen: mitfühlendes Erbarmen

Ich nehme den Übungsgrundsatz an, dem Hass zu entsagen. Hass kehre ich um in Mitgefühl und läutere so meinen Geist.

Der Grundsatz, sich falscher Ansichten zu enthalten: Weisheit

Ich nehme den Übungsgrundsatz an, falschen Ansichten zu entsagen. Unwissenheit verwandle ich in Weisheit und läutere so meinen Geist.

 vgl. Neue Stimme einer alten Tradition, Sangharakshitas Darlegung des buddhistischen Wegs, Subhuti, Kapitel 6. Der grundlegende ethische Kodex. do evolution 2011
Sangharakshita, Die zehn Pfeiler des Buddhismus. Webfassung 01.2014. Download bei www.triratna-buddhismus.de (Ressourcen) Darin finden sich auch die historischen Quellen.

Auch empfehlen kann ich den Audiovortrag von Jnanacandra, den ich schon mehrfach gehört habe.

Solange man sich auf dem spirituellen Weg befindet, sollte man bei der Anwendung den mittleren Weg in seiner ursprünglichen Bedeutung berücksichtigen.

Um die Wahrheit zu finden müssen zwei ethische Extreme vermieden werden: das Extrem der Zügellosigkeit und das der Selbstquälerei.

vgl. Dhammacakkappavatana-Sutra des Palikanons

Zuerst hatte ich vor, zu den einzelnen Grundsätzen eine kurze Abgrenzung zu ergänzen. Aber es fällt mir noch schwer den jeweiligen umfassenden Aspekt, der sich in der positiven Formulierung ausdrückt, in eine kurze Beschreibung zu packen. Deswegen habe ich es letzendlich weggelassen. Wer mehr erfahren möchte, sollte sich die verlinkten Quellen ansehen und bewusst zu praktizieren beginnen, vorallem außerhalb der Meditation.

Oder mich in den Kommentaren auffordern, in weiteren Beiträgen darüber zu schreiben. 😉

Unternehmen rechten Lebenserwerbes

Der rechte Lebenserwerb ist vielen, die sich mit den buddhistischen Lehren beschäftigen, bekannt. Da man, besonders in unserer heutigen Gesellschaft, einen Großteil der verfügbaren Zeit und Energie in den Beruf steckt, sollte dieser mit den ethischen Prinzipien am spirituellen Weg übereinstimmen. Ansonsten wird man bemerken, dass einem die Arbeit, wie vermutlich in den meisten Fällen üblich, tief im Samsara festhält. Aber das muss so nicht sein.

Zunächst möchte ich in Erinnerung rufen, dass der Dharma nicht nur für ein Mönchs- oder Nonnenleben gilt. In der Buddhistischen Bewegung Triratna gilt der Leitspruch: Selbstverpflichtung ist primär, Lebensstil ist sekundär. Das heißt nicht, dass die Art in der man lebt unrelevant sei aber wichtiger ist es, welchen Grad eines ethischen und spirituell entwickelnden Lebens man sich zu führen vornimmt.

Viele von uns müssen eine gewisse Menge Geld verdienen um sich materiell gesichert zu fühlen. Tatsächlich wäre es oft möglich auch mit weniger auszukommen. Man hört immer wieder von einigen Menschen, die gut bezahlte Jobs aufgegeben haben um etwas Sinnstiftendes in ihrem Leben zu machen und damit ungleichmäßig zufriedener wurden.

Im westlichen buddhistischen Orden werden diese Erfahrungen  kultiviert und im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten in die Gesellschaft integriert. Es wurden mehrere Unternehmungen gegründet, die

  • ihren Teilnehmern die materielle Existenz sichern,
  • den ethischen Prinzipien entsprechen,
  • ein Umfeld spiritueller Freundschaften bildet,
  • den erwirtschafteten Gewinn wird für selbstlose Zwecke spenden.

Ich habe noch keine Ahnung, in welcher Rechtsform das umgesetzt wurde, aber es ist mir wieder ein sehr ansprechendes Thema, auf das ich gestoßen bin. Vorallem, weil auch die Führung auf Team-Basis um die Verantwortung zu tragen, ein großes Thema ist.

Stell dir mal vor, du kommst in die Arbeit, jeder kommuniziert freundlich, wertschätzend und ehrlich. Für viele wird das schon sehr utopisch klingen, aber trotzdem gibt es das schon heute. Das Geheimnis hierfür liegt einfach in der einheitlichen spirituellen Gemeinschaft – der Sangha – aus der die Beschäftigten sich zusammenfinden.

Leider können nicht alle gegründeten Unternehmungen solcher Art langfristig bestehen. Einige sind auch nur gezielt zeitlich begrenzt um beispielsweise die Anschaffung eines Zentrums zu finanzieren. In England ist das wahrscheinlich erfolgreichste Unternehmen dieser Art der Windhorse Online Shop mit seiner Geschenkartikelkette Evolution.

Gruppenfoto des Unternehmens

free buddhist audio

Eine wunderbare Resourcensammlung, die um den westlichen buddhistischen Orden Triratna entstanden ist, nennt sich www.freebuddhistaudio.com .

Es handelt sich dabei um ein Onlinearchiv von Tonaufnahmen und Texten zu buddhistischen Vorträgen, die in der buddhistischen Bewegung laufend entstehen. Die Inhalte sind nach verschiedenen Kriterien filterbar:

So gibt es beispielsweise vom Ordensgründer Sangharakshita alleine aktuell 320 Aufnahmen. Wieviele überhaupt zugänglich sind konnte ich nicht herausfinden.

Die Website ist komplett in Deutsch zugänglich, ein Großteil der Vorträge ist allerdings in Englisch. Aber glücklicherweise sind sie – soweit ich das beurteilen kann – sehr deutlich gesprochen. Manche Vorträge, ich habe schon zwei aus Essen erwischt, werden live übersetzt.

Vortragsbeispiel

So auch der Vortrag, den ich als Beispiel anführen will: Buddhismus, Natur und Umwelt von Vaddhaka übersetzt von Jnanacandra. Der Vortrag stellt dem heutigen Wertesystem des Neoliberalismus das buddhistische Mitgefühl gegenüber. Es kommen besorgniserregende Fakten aus der Wissenschaft zum Vorschein, die ein rechtes Licht auf die verschleierten Probleme unseres Kapitalismus werfen. Eine buddhistische Konsequenz, die man ziehen kann und meiner Meinung auch logischerweise ziehen muss, ist die Orientierung am Vegetarismus.

Ja da freut sich mein Ego in seiner Bestätigung. Aber ehrlich, darüber sollte man wirklich reflektieren und sein persönliches Handeln überdenken.

Zurück zu www.freebuddhistaudio.com, es gibt die Möglichkeit sich anzumelden, was ich aber noch nicht getan habe. Die Finanzierung scheint über freiwillige Spenden zu laufen und es gibt auch einen Blog, der aber auch mehrheitlich englischsprachig ist.

Fazit

Ich kann die Webseite wirklich jedem empfehlen, vorallem denen, die zu weit weg von buddhistischen Zentren leben. Die Tonqualität ist super und der Dharma ist rein. Wenn ich in meiner Arbeit langwierige technische Zeichnungen anfertige, dann gönne ich mir statt des nervigen Radios manchmal sinnreiche Lektionen von dieser wirklich tollen Seite. Schaut einfach mal rein.

Mit zuversichtlichen Grüßen
[toe]

Triratna – ein Überblick

Ich sehe die buddhistischen Traditionen als verschiedene Verpackungen einer allgemeingültigen Lehre. Verpackungen können nützlich sein, schön, kompakt, aufwendig, … jedenfalls sollten sie passend für die jeweilige Zielgruppe bzw. den Einsatzzweck sein.

Dabei spielt die kulturelle Prägung eine wesentliche Rolle. Ein wertvolles Geschenk wird man selten in feuchtem Zeitungspapier einpacken. Es könnte aber auch Geschenknehmer geben, die ein wertvolles Geschenk nur annehmen, wenn sie es nicht für Luxus halten. Unser Ego und seine Verblendungen sind sehr einfallsreich. Jedenfalls, denke ich, sind die buddhistischen Traditionen als Pfad für noch nicht erwachte Geister gedacht. Daher ist es nur sinnvoll eigene Traditionen zu schaffen, solange diese im vollkommenen Einklang mit der Lehre selbst sind.

Damit sollten die Rahmenbedingungen für eine ausführliche Zusammenfassung zur Ordnung des Triratna gegeben sein. Wie in dem ersten Artikel erwähnt, stützt sich meine Ausführung allein auf Online-Recherche.

Jetzt aber los…

Im Triratna-Orden unterscheidet man nicht zwischen Laien und Mönchen oder Nonnen. Wenn man ordiniert, dann verpflichtet man sich nach bestem Bemühen dem buddhistischen Pfad als primäres Ziel zu folgen. Alles andere kann nur mehr höchstens zweitrangig werden. In welchem Lebensstil das praktiziert wird, bleibt einem selbst überlassen. Die Zentren bieten immer wieder Retreats an. Manche  ordinierte Mitglieder leben zeitweise in den Retreat-Zentren, was dann schon recht klösterlich werden kann.

Zu Zeiten Buddhas gab es über 200 Ordensregeln. Diese wurden zumeist aus bestimmten Anlässen erlassen um zukünftige Konflikte zu vermeiden. Im Triratna-Orden gibt es 10 Vorsätze, die zu befolgen man sich vornimmt. Aus meiner Sicht entsprechen diese mehr oder weniger dem 8-fachen Pfad, aber mag sein, dass ich noch nicht feinfühlig genug bin.

Vor der Ordination kann man Mitra werden. Das bedeutet, man geht ein freundschaftliches Verhältnis mit dem Orden ein, was durch ein kleines Ritual zum Ausdruck gebracht wird. Man nimmt Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha und nimmt sich die 5 Silas vor. Also quasi der formale Stromeintritt und legt die Triratna Gemeinschaft als den Kontext fest. Das hört sich für Nicht-Buddhisten vielleicht geschwollen an, aber es gibt einem Sicherheit, wenn man sich auf eine Verpackung festgelegt hat.

Mit der Zeit haben sich „Betriebe rechten Lebenserwerbes“ gebildet die es den Mitarbeitern erleichtern, ihr Leben im Einklang mit der buddh. Lehre zu finanzieren, darüber hinaus Kapital für die Erhaltung von Zentren oder Hilfsorganisationen zu beschaffen. Und aus der gemeinsamen Arbeit von spirituellen Menschen ergeben sich vermutlich eine Menge fruchtbarer Entwicklungsmöglichkeiten.

Selbes Konzept, aber andere Rahmenbedingungen bei den buddhistischen Wohngemeinschaften. Wohngemeinschaften haben viele Vorteile. Teilt man sich einen gemeinsamen spirituelle Weg, stelle ich mir das auch sehr motivierend und fruchtbar vor.

Zurück zum Orden…

Die Vorbereitung für die Ordination dauert mehrere Jahre. Mit zwei spirituellen Mentoren, das sind erfahrene Ordensangehörige, begibt man sich durch diesen Prozess der Selbsterkenntnis. Wie das genau abläuft, ist nicht beschrieben, vermutlich, weil sich das individuell ergibt.

Inhaltlich finden sich folgende Schwerpunkte:

Im Gegensatz zu den Praktiken von verschiedenen Sekten, wo Schüler oft sehr isoliert werden, werden Neulinge motiviert, spirituelle Freundschaften in horizontaler und vertikaler Dimension zu bilden. Ich habe in meinem Leben schon ähnliche Erfahrungen gemacht, auch außerhalb des Buddhismus. Zum Beispiel genieße ich mit meiner Verlobten eine horizontale spirituelle Freundschaft. Wir befassen uns beide auf unsere eigenen Weisen und mit unterschiedlichen Konditionierungen mit der buddh. Lehre und führen dann eine Menge Gespräche über unsere Erkenntnisse. Dadurch werden die Erkenntnisse nochmal bewusst reflektiert und möglicherweise auch kritisiert.

Als vertikale sprituelle Freundschaft würde ich die Art bezeichnen, wo dieser Weisheitstransfer eher unidirektional passiert. Dabei sehe ich das erst jetzt, im Nachhinein betrachtet als „spirituelle Freundschaft“. Damals empfand ich einfach tiefen Respekt vor der Weisheit meines Gegenübers und versuchte Erkenntnisse aus Gesprächen auf mein Leben zu übertragen und anzuwenden. Das habe ich jetzt vielleicht etwas abstrakt formuliert. Wenn man darüber nachdenkt, fällt einem vielleicht ein Lehrer, ein Kollege oder ein Verwandter – bitte selber gendern – ein, welcher für so eine vertikale Freundschaft selbstverständlich erscheint.

Jetzt muss natürlich die Hierarchie angesprochen werden. Grundsätzlich übernehmen die erfahreren Ordensmitglieder gemeinschaftlich mehr Verantwortung. Allerdings sind Lehrer-Schüler Beziehungen nicht formell geregelt. Tja, das wars. Entweder fehlt hier etwas, oder es ist etwas anarchistisch, oder es ergibt sich – gemäß dem gesunden Menschenverstand – von selbst.

Der Kanon der gelehrten Texte ist traditionell ein kleines Politikum in den buddhistischen Schulen. Bei Triratna gibt es keine Beschränkung der Lehrtexte, Inhalte aus allen Traditionen werden vermittelt. Wichtig sind natürlich die Grundlagen und darüber hinaus wird angedeutet, dass der individuelle Bedarf angibt, wie sich das Studium entwickelt.

Hat man dann die gewisse Reife erreicht, wird man in einem Ordinationsretreat ordiniert. Das passiert im ersten Schritt unter 4 Augen mit einem authorisierten Ordinierten. Dabei erhält man eine persönlich abgestimmte Meditationspraxis, einen buddhistischen Namen, der einem sein Potential bewusst machen helfen soll und eine Art Schärpe als äußeres Merkmal. Diese ist weiß, oder gelb, falls man auch ein Keuschheitsgelübte ablegt.

Fazit

Das war es mit der Vorstellungsrunde. Wer sich durch die paar Erläuterungen angesprochen oder verstanden fühlt, sollte unbedingt mal den Links folgen und die Website durchlesen. Es gibt auch ein paar Texte und Medien zum Download.

Ich hab mir einen Text ausgedruckt und finde darin eine Quelle der Freude wieder. Aber das ist eine andere Geschichte.

Triratna – der westliche Orden

Vor ungefähr einer Woche durchstöberte ich das Internet nach  buddhistischen Zeitschriften, die mich interessieren könnten. Plötzlich landete ich auf einer Seite auf der etwas über einen westlichen buddhistischen Orden stand. Ich war wie elektrisiert.

Zen – irgendwie streng

Zur Erklärung, als ich die Zuflucht zu den 3 Juwelen nahm, ging einiges an Recherche voraus um eine Tradition zu finden die meinem Wesen entsprach. Zum einen ist es schön, dass der Buddhismus so vielfältig ist. Zum anderen … – wie soll ich das kurz und schmerzlos beschreiben – hat vermutlich jeder ein eigenes Bild davon, bis der Weg zu Ende gegangen ist. Jedenfalls gibt es eine Reihe von Traditionen mit Ihren Eigenheiten, die alle irgendwie nicht so richtig von meinem Ego gemocht werden. Somit teilte ich mich in die Schublade „moderner Theravada“ ein und startete meine Praxis im Laiendasein durch:

Tantrischer Buddhismus – irgendwie abgehoben

Jetzt nach über einem Jahr mache ich also die Erfahrung, dass es seit über 40 Jahren bereits eine Tradition gibt, die ursprünglich für die „westlichen“ Buddhisten ausgelegt wurde. Meine Erfahrung dazu stützt sich bislang nur auf Online-Recherche, ist demnach äußerst mäßig.  Kurz zusammengefasst habe ich Folgendes herausgefunden.

Tibetischer Buddhismus – irgendwie hierarchisch und schamanisch

Der Orden Triratna reiht sich nicht in eine der traditionellen Sparten des Buddhismus ein, sondern übernimmt quasi die Inhalte und stellt sie auf den – sagen wir mal – „westlichen“ Kulturkreis angepasst zur Verfügung. Gegründet wurde der Orden in Großbritannien von einem Mönch der im Theravada ordiniert war. Die Webseiten sind sehr transparent und geben Einblicke über Geschichte, Theorie und Praxis, die mich sehr ansprechen. Genaueres folgt, vielleicht … wahrscheinlich.

Traditioneller Theravada – irgendwie distanziert

Ich habe gleich mal in Deutschland angefragt, ob es aktive Verbindungen nach Österreich gibt, aber das ist derzeit nicht bekannt. Schade, weil nach Deutschland oder England zu reisen ist halt nicht so … mein Ding, im Sinne von ökologischer Fußabdruck, finanzielle Ausgabefreude, akustischer Dialekt-Harmonie, … Da findet die Stimme in meinem Kopft schon einen triftigen Grund dagegen.

Würden sich ein paar interessierte Leute finden, könnte man vermutlich ein Art Kennenlern-Retreat in Österreich organisieren. Also wenn jemand interesse hat, kann man sich gerne bei uns melden.  Vielleicht bildet sich zumindest eine österreichische Online-Sangha. Aber ich vermute fast, dass die wenigsten hier von diesem Orden überhaupt wissen.

Triratna – irgendwie sympathisch

Mit relativ zuversichtlichen Grüßen
[toe]