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Veganer einsperren!

Putin hält bekanntlich nicht viel von Meinungsfreiheit, Erdoğan läßt seine Kritiker nicht nur im In- sondern will sie auch im Ausland einsperren lassen, die Saudische Königsfamilie läßt zu Tode foltern. Dagegen wirkt Italien nahezu harmlos. Beinahe niedlich, wie die dortigen Rechtspopulisten versuchen, ihre Möglicheiten auszuloten; ihre Forderung lautet: Veganer einsperren! Zu begründen versucht wird dies mit möglichen gesundheitlichen Risiken für Säuglinge in Einezlfällen. Die Argumentation basiert also nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern eben auf zwei Einzelfällen, in denen die Todesursache in Zusammenhang mit veganer Ernährung gebracht wird. Ich kenne die Fälle nicht und kann sie deshalb nicht bewerten, gewiss jedoch weiß ich, dass diese Anlassgesetzgebung nicht dem Wohl der ‚Bambinis‘ gilt – sonst müßten rauchende, trinkende oder industrielle Fertignahrung aus Fett und Zucker essende Eltern ebenfalls eingesperrt werden.
Stellt sich also die Frage, warum ausgerechnet Veganer?
Vermutlich konnotiert ein rechtspopulistischer, norditalienischer Parteistratege der Forza Italia ‚Veganer‘ mit sowas wie ‚Konsumkritiker‘, ‚kritisch Denkende‘, ‚Öko‘, ‚jemand, der alternative Wege geht, abseits von rechter Ideologie‘, ‚jemand, der die Zukunft von ganz anderen Problemen bedroht sieht, als der klassische Rechtspopulist‘, … alles, nur nicht einen Wähler seiner Partei. Und entsprechend der logischen Konsequenz rechten Denkens muss jeder, der der eigeen Idee gefährlich werden könnte, eliminiert, mundtot gemacht, hier: eingesperrt werden.

Welcher Gesetzestext wird wohl vorgeschlagen werden? „… Eltern mit bis zu 2 Jahren Haft zu bedrohen, falls ihr Kind mangelernährt ist, jedoch nur, wenn dies auf einen veganen Lebensstil zurückzuführen ist.“ oder „… 2 Jahre Haft. Dies gilt nur für Kausalzusammenhänge mit veganer Ernährung, nicht für exzessiven Fettkonsum, fumare oder vino.“ denkbar wäre auch „gleichgültig wie stark die Mangelernährung des Kindes ausgeprägt ist, wenn die Eltern Veganer sind, oder Kommunisten, sind sie mit einer bis zu 2-jährigen Gefängnisstrafe, falls sie nach dem Gefängnisessen immer noch Veganer sind, lebenslän…“
Interessant stelle ich mir da die Parlamentsdiskussion vor.
Die Position der Parmaschinkenlobby wird wenig überraschend ausfallen. Aber wie verhalten sich die ‚Respekt vor der Schöpfung Gottes‘-affinen Abgeordneten? Gibt’s eine Spaßpartei oder einen betrunkenen Abgeordneten, der beispielsweise für stillende Mütter den Mindestkonsum einer halben Sau pro Monat fordert?
Der dem italienischen mächtige kann in den Genuss kommen, live zu erfahren wie sich die Forza Italia die Nachweisbarkeit des elterlichen Veganismus durch die Staatsanwalt vorstellt – wie kann bewiesen werden, dass jemand kein Fleisch gegessen hat? Wer in den vergangenen 12 Monaten eine Fliege verschluckt hat ist doch kein richtiger Veganer, oder? Oder ist jemand, der mehrmals pro Woche Tofu ißt nicht auch schon verdächtig, ein Veganer zu sein? Macht eine Mitgliedschaft im örtlichen Schützenverein oder ein ‚Forza Italia‘-Parteibuch immun gegen den Verdacht, Veganer zu sein?

Die Tatatsache, dass solcher Unsinn in nationalen Parlamenten diskuttiert wird, zeigt entweder, dass alle anderen Probleme bereits gelöst wurden, oder dass dies keine weitere Anektote aus ‚Kurioses aus aller Herren Länder‘ ist, sondern ein Zeichen des sich überall ausbreitenden Autoritätsdenkens, und auch andere Parteien ernsthaft bereit sind, die Kriminalisierung kritischer Bürger zu diskuttieren.

Und es ist nicht alles gut, wenn der Gesetzesvorschlag abgelehnt wird!
Wenn Mitglieder nationaler europäischer Parlamente sich nicht damit beschäftigen, unsere Kinder vor den durchaus vielfältigen gesundheitlichen Risiken zu schützen, oder mit der Beseitigung der sozialen Ungleichheit, oder mit den ökologischen Herausforderungen der Zukunft; sondern damit, sich Haftstrafen für unliebsame Bevölkerungsgruppen auszudenken, und so wertvolle parlamentarische Diskussionszeit mit diesen Repressionsversuchen stehlen, sehe ich erste Anzeichen eines Failed Governments.

Vegane Mohnnudeln selbstgemacht

Wie ich schon vor einiger Zeit im Beitrag „Vegan sein macht kreativ“ berichtet habe, koche und backe ich, seit wir uns vegan ernähren, hauptsächlich und so gut wie alles selbst, anstatt Fertigprodukte zu kaufen. Das liegt zum einen daran, dass es vieles in der veganen Variante gar nicht erst gibt und außerdem sind diese Fertigprodukte meist mit unnötigen Inhaltsstoffen vollgepackt, die weder natürlich, noch gesund sein können.

Bei Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchten habe ich hauptsächlich viele neue Rezepte und Varianten ausprobiert. Bei Süßspeisen wie Germknödel, Powidltascherl oder Mohnnudeln begab ich mich auf ganz neues Terrain, da ich es gewohnt war, diese im Supermarkt tiefgefroren und quasi essfertig zu kaufen.

Heute möchte ich ein einfaches Rezept für vegane Mohnnudeln vorstellen. Diese sind wirklich sehr leicht gemacht und, bis auf das Formen der Nudeln, kaum Arbeit.

 

Zutaten für 2 Personen:

  • 300g mehlige Erdäpfel
  • 150g Mehl (ich verwende Dinkelvollkornmehl)
  • 2-3 EL Sojamehl/Kartoffelstärke oder sonstiges „Bindemehl“
  • 30g Grieß (auch hier verwende ich Dinkelvollkorngrieß)
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • 1 Prise Muskatnuss, gemahlen

Zubereitung:

Die Erdäpfel schälen, schneiden und ca. 15-20 min weich kochen. Ich mache dies in einem Dampfeinsatz.
Danach Erdäpfel zu einem Brei stampfen und mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verkneten.

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der Kartoffelteig

Nun kommt der einzig „anstrengende“ Teil, das Nudeln formen. Währendessen kann man schon mal einen Topf mit leicht gesalzenem Wasser auf den Ofen stellen.
Die Größe der Nudeln ist eigentlich egal, sie sollten nur alle ungefähr gleich sein, damit sie auch alle durch werden. Ich forme sie so, dass sie in etwa der Größe meines kleinen Fingers entsprechen. Die Nudeln gehen beim Kochen noch ein bisschen auf.

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Die Nudeln sind geformt…

Wenn dieser Teil der Arbeit erledigt ist, schmeiß ich die Nudeln ins mittlerweile kochende Wasser. Nach etwa 3-5 Minuten schwimmen die Mohnnudeln an der Wasseroberfläche und man kann sie mit einem Siebschöpfer vorsichtig heraus nehmen.

Auf das Ganze kommt dann eine Mischung aus geriebenem Mohn, Zucker und eventuell etwas Zimt. In den meisten Rezepten wird diese Mischung schon zuvor gemischt und die Nudeln dann darin gewälzt.
Und voila, fertig sind die leckeren Mohnnudeln! Als Beilage dazu empfehle ich Zwetschgenröster.

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Teller voll mit Mohnnudeln, lecker!

Frischehof – Einkaufen in familiärer Atmosphäre

Als wir vor einigen Jahren beschlossen unseren Traum, in die Steiermark aufs Land zu ziehen, jetzt wirklich durch zu ziehen, stellten wir nicht viele Anforderungen. Wir suchten nach einem gemütlichen und ruhigen Plätzchen umgeben von viel Natur. Natürlich sollte es auch leistbar sein und, wiegesagt, in der Steiermark.

Das einzig wirklich Wichtige war für uns, dass es in nicht allzu weiter Entfernung einen Bio-Supermarkt gibt. Das kannten wir schon aus Niederösterreich, wo wir unsere Einkäufe zum Großteil beim Biohof Adamah tätigten. Anfangs wohnten wir nur ein paar Kilometer vom Adamah entfernt und konnten mit dem Fahrrad einkaufen fahren, danach ließen wir uns das wöchentliche Gemüse- und Obstkistl liefern.

Schnell mal das Internet befragt, wurden wir auch direkt fündig. Das war zu einer Zeit, wo wir schon ungefähr wussten, wo unser zukünftiges Zuhause sein wird. Wir entdeckten den Frischehof in Leibnitz und waren vor allem von dem Restaurant bzw. Café, welches dirket an den Shop anschließt, begeistert. Natürlich besuchten wir den Frischehof gleich bei einer unserer ersten Fahrten zum neuen Haus, welches wir noch einige Zeit zu sanieren hatten.

Der Frischehof ist ein, im Vergleich zu den gängigen Supermarktketten, kleiner Shop, der aber wie ein Supermarkt aufgebaut ist. Also es gibt mehr oder weniger alles, nur halt in 100% Bioqualität, mit großem Wert auf Nachhaltigkeit, Regionalität, Saisonalität, oftmals Fairtrade und auch viele vegane Produkte bzw. Produktalternativen. Dafür gibt es keine Möglichkeit, mit der Bankomatkarte zu bezahlen, da die Besitzer die Banken diesbezüglich nicht unterstützen bzw. sich von den Banken abhängig machen wollen.
Der Grundsatz vom Frischehof (Quelle: frischehof.at) lautet:

Für uns ist Bio mehr als nur die Einhaltung der Bio-Richtlinien.Für uns ist es selbstverständlich höchste Qualität im schonenden Umgang zwischen Mensch, Tier und Natur schaffen zu können.
Für uns steht Bio für das Leben selbst, für eine Lebensweise die mit Körper, Geist und Seele im Einklang steht.

Was ich besonders toll finde ist, dass man Gemüse und Obst einzeln kaufen kann. Man ist also nicht verpflichtet, wenn man beispielsweise eine Zitrone oder eine Knoblauchzehe benötigt,  wie in anderen Geschäften meist üblich, einen ganzen Sack davon zu kaufen.

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der Frischehof Shop

Uns hat diese Art einzukaufen, von Anfang an angesprochen, auch wenn es nicht mehr der kleine Bauernladen aus dem Niederösterreich war.
Wenn wir wieder mal, erschöpft von den Sanierungsarbeiten im Haus, zum Frischehof fuhren, uns beim kantineartigen Restauranttresen anstellten und ganz lieb nach einer veganen Speise fragten, wurden wir kein einziges Mal enttäuscht. Es war nie ein Problem, die Mittagsmenüs zu veganisieren. Und schon bald konnten wir zu unserer Freude feststellen, dass täglich ein veganes Menü angeboten wurde – ob das wohl an unserer ständigen Nachfrage lag?

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Frischehof Restaurant

Es dauerte nicht lange und wir waren bekannte Kunden im Frischehof. Erstens, weil der Frischehof ein recht kleines Geschäft ist und man mit den wenigen Mitarbeiter_Innen sehr oft in persönlichen Kontakt gerät. Außerdem fragten wir wiegesagt sehr oft nach veganen Speisen und entwickelten eine Vorliebe für die veganen Kuchen.
Der Frischehof bietet sowohl Frühstücksvariationen als auch Mittagsmenüs mit Salatbuffet und Kaffee und Kuchen an. Dazu gibt es Biosäfte und auch Alkohol, vermehrt aus der Region.

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Frischehof Wintergarten

Außerdem haben wir die Tochter der Besitzer mal privat auf dem Pealfestival getroffen. Es ergaben sich nette uns interessante Gespräche und wir wurden tatsächlich gefragt, ob wir Wünsche, Verbesserungvorschläge oder Ähnliches hätten. Wir hatten da schon ein, zwei Ideen und Produktvorschläge, welche wir nur kurze Zeit später tatsächlich im Shop vorfanden. Na das nenn ich mal kundenorientiert!

Wenn wir unser Obst und Gemüse von Frühling bis Herbst nicht gerade von der KLEINenFARM beziehen, kaufen wir fast ausschließlich beim Frischehof ein. Mittlerweile kenne wir die Menschen dort und so ergeben sich bei fast jedem Einkauf auch persönliche Gespräche.
Natürlich kommt es auch vor, dass wir etwas brauchen/wollen, was es dort nicht gibt und wir dann zu einem normalen Supermarkt fahren. Das ist meistens eine Herausforderung, betrachtet man die großen Menschenmengen, die wie wild durch die Regalreihen laufen, nur um die größtmögliche Menge an Produkten um das kleinstmögliche Geld in ihren riesigen Einkaufswagen zu verstauen, immer unter Stress, um ja nicht ein Angebot zu übersehen.

Nebenbei gesagt, es gibt für jeden Einkauf ab 20€ einen Stempel. Hat man den Stempelpass mit 10 dieser Stempel voll, erhält man ein Mittagsmenü gratis.
Und im ‚Vorraum‘ des Shops werden zusätzlich noch kleine Kunstwerke von Menschen aus der Umgebung verkauft, beispielsweise Selbstgenähtes, Seifen oder Tonschalen usw.
Außerdem gibt es einen Raum, der viel Platz für Kurse und Workshops anbietet. Hier werden oft Yogastunden oder Ähnliches gehalten und man kann den Raum auch privat mieten.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass der Frischehof alles verkörpert und genau das lebt und nach außen trägt, was mein veganes Ökoherz begehrt!

Privilegien

In letzter Zeit wurde ich mehrmals mit Situationen konfrontiert, die mich zu dem Entschluss kommen ließen, dass das Leben bzw. die Gesundheit eines Erwachsenen in der Gesellschaft absolut weniger Wert hat als jenes eines Babies oder Kleinkindes.

Angeregt wurden meine Gedanken dadurch, dass ich eine kleine Magenverstimmung hatte und mir aus diesem Grund zum Mittagessen nur einen Baby-Obstbrei einer bekannten Marke gekauft habe. Ihr wisst schon, diese Gläser mit Brei oder Mus, das beim ersten Mal öffnen so schön „Klack“ macht. Natürlich habe ich mir auch die Zutatenliste durchgelesen und siehe da, der Obstbrei bestand wirklich nur aus diesen Obstsorten, Saftkonzentrat und Reisgrieß und das alles in Bioqualität. Daneben war noch aufgelistet, was NICHT enthalten war, nämlich: Zuckerzusatz, Milchprodukte, Gluten, Säure, Aromen, Verdickungsmittel. Außerdem stand da noch: ohne Konservierungsstoffe und ohne Farbstoffe. Diese beiden Stoffe waren mit einem hochgestellten 1er markiert, wo kleingedruckt dabei stand: lt.Gesetz.

Alles schön und gut, denn schließlich sind diese Speisen ja für junge, kleine Menschen gedacht, die sich noch in der Entwicklung befinden und vermeintlich schädlichen Substanzen nicht ausgesetzt werden sollen. Diese Meinung unterstütze ich absolut!
Wenn ich mir aber die Zutatenlisten von gängigen Produkten im Supermarkt anschaue, kommt mir das Grauen. Alles voll von eben diesen genannten Aromen, Zucker, Verdickungsmittel, Farb- und Konservierungsstoffen usw. Den Erwachsenen und teilweise auch Kleinkindern – diese essen ja ab einem bestimmten Alter mit den Erwachsenen mit – wird all das reingestopft und zugemutet, was für die Babies lt. Gesetz verboten ist!

Jetzt kann man natürlich sagen, Erwachsene sind alt und hoffentlich auch intelligent genug, um selbst zu entscheiden, ob sie diese Stoffe zu sich nehmen wollen oder nicht. Für ein Baby jedoch muss jemand die Verantwortung übernehmen, für es Entscheidungen treffen und dafür sorgen, dass es eine so sichere und gesunde Lebensumgebung und Umwelt hat, wie nur möglich.
Dennoch fühle ich mich enttäuscht und betrogen. Und irgendwie auch eifersüchtig. Ich möchte auch dieses Privileg haben, einkaufen zu gehen mit dem Wissen, dass eventuell schädliche Stoffe in meiner Nahrung gesetzlich nicht erlaubt und daher nicht enthalten sind.

Ebenso erlebt habe ich diesen ‚Privilegiertenstatus‘ in anderen Situationen. Beispielsweise wenn man als Schwangere in einer größeren Gruppe ist. Man wird automatisch bevorzugt. Es wird einem der weiche Sitzplatz auf der Couch angeboten – auch wenn man es auf dem Boden weitaus bequemer findet. Es werden einem vermehrt Getränke angeboten oder Essen bereitgestellt. Oder es wird nur mehr im Nebenzimmer geraucht.
Das sind lauter Kleinigkeiten, die ich eigentlich sehr nett und aufmerksam finde. Gleichzeitig frage ich mich aber, warum Menschen im Allgemeinen so rücksichtsvoll sein können, wenn sie wissen, dass es um ein Baby geht und gleichzeitig so rücksichtslos, wenn es „nur“ um einen Erwachsenen geht? Habe ich als Erwachsener nicht das Recht auf eine gesunde Lebensumgebung?

Ich meine, extra für mich als Nichtraucherin hat noch nie jemand ein Rauchverbot ausgeprochen oder mich im Restaurant darauf aufmerksam gemacht, dass Aromen in meiner Speise enthalten sind. Scheinbar gehöre ich mit meinen fast 30 Jahren schon lange nicht mehr zu der Gruppe Menschen, deren gesundheitliche, ökologische und ethische Entwicklung es wert ist, gefördert und unterstützt zu werden!

Vegan sein macht kreativ

In meiner Kindheit und Jugend habe ich mich ziemlich durchschnittlich ernährt. Ich habe so gut wie alles gegessen, der Speiseplan wurde natürlich an meine kindlichen Vorlieben angepasst – wobei ich Fleisch schon als Kind gerne unter den Tisch gespuckt habe, weil es mir einfach nicht geschmeckt hat. Ob das jetzt besonders abwechslungsreich und gesund war, kann ich mich ehrlich gesagt nicht mehr erinnern. Ich habe gegessen, was meine Mutter oder Bekannte gekocht haben und nicht weiter darüber nachgedacht. Natürlich waren  die große Auswahl an Süßigkeiten zwischendurch für mich ein Highlight, das mich irgendwie bis heute geprägt hat.

In der Jugend habe ich viel Fast Food gegessen. Nicht nur Burger, Döner, Pizza und Chips standen auf dem Speiseplan, sondern auch viele Fertigprodukte wie überbackene Baquettes, Tiefkühlgemüse, Tiefkühl-Germknödel, Fertig-Mikrowellen-Fraß… und alles, was man sonst noch sehr schnell zubereiten konnte. Das lag vor allem daran, dass ich meist erst gegen halb 3  von der Schule heim kam, ziemlich zeitgleich mit meiner Mutter und dann einfach keine Lust auf Kochen bzw. aufs Warten, bis das Essen fertig ist, hatte.

Jedenfalls habe ich mich sehr an gewisse Speisen gewöhnt, und auch wenn ich heute viel bewusster, abwechslungsreicher und gesünder esse, überkommt mich manchmal der Gusto auf bestimmte Speisen meiner Vergangenheit. Damit meine ich nicht einmal Fleisch oder Käse, sondern eher Süßspeisen wie Germknödel, Mohnnudeln, Striezel, Kaiserschmarrn oder auch Rotkraut, Lasagne, Potato Wedges usw.

Lange stand ich hierbei vor einem Problem. Denn erstens kannte ich diese Speisen nur als Fertiggerichte aus dem Tiefkühlregal und zweitens waren all diese Speisen nicht vegan! Die Süßspeisen sind alle mit Milch/Molkenpulver oder Ei, das Rotkraut mit Schmalz und die Wedges oft mit Milchpulver oder unnötigen Emulgatoren und Zusätzen versetzt.
Doch eines Tages packte mich meine kreative Kochleidenschaft und ich fing an, mir im Internet und Büchern vegane Rezepte zusammen zu suchen. Ganz überrascht war ich vor allem, als ich das erste Mal Germknödel selbst gemacht habe. Es ist so einfach! Der Teig beseteht hauptsächlich aus Mehl, Wasser/Pflanzenmilch und Germ und muss lediglich zusammengerührt und ein paar Stunden warm gestellt werden. Danach können die Knödel mit Powidl gefüllt, geformt und gekocht oder über Dampf gegart werden. Und das Ergebnis ist auch um Welten besser, als die tiefgefrorene Mikrowellenvariante!
Ebenso ging es mir beim Experimentieren mit vielen anderen Gerichten, die ich „selbstgemacht“ nicht kannte und die im Supermarkt gekauft nicht vegan sind. Es braucht ganz einfach ein bisschen Geduld und Kreativität, um manche Speisen zu veganisieren. Dieses Herumprobieren kann sehr viel Spaß machen und man hat nebenbei so allerlei Geschmackserlebnisse.

Diese Erfahrung hat mir wieder ein Stück weit die Augen geöffnet, wie unsselbstständig und verwöhnt die heutige Gesellschaft eigentlich ist. Viele nehmen sich einfach nicht die Zeit, ihr Essen selbst zu zubereiten, auch wenn es noch so einfach wäre. Außerdem fehlt der heutigen Generation auch oft das Wissen, wie man alltägliche Speisen gesund (im Sinne von wenig verarbeitet und ohne Emulgatoren und Zusätze usw.) kochen kann. Ich denke, dass auch die Fähigkeit, den Geschmack von unseren Nahrungsmitteln zu beurteilen, mittlerweile verloren gegangen ist. Als gut wird oft nur empfunden, was meiner Meinung nach sehr stark überwürzt ist und den Geschmack der eigentlichen Speise überdeckt. Und irgendwie ist das von der Industrie ja auch so gewollt –  durch den starken Geschmacksreiz gewöhnen wir uns daran, werden regelrecht süchtig, und kaufen das Produkt immer und immer wieder.

Ich für meinen Teil finde es als ein sehr schönes Gefühl zu wissen, dass ich mittlerweile all meine Speisen selbst, mit frischen biologischen Zutaten und ohne Zusätze, kochen kann.

(Außer Kaiserschmarrn, der gelingt mir in der veganen Variante nicht so gut: entweder er brennt unten an und ist oben noch flüssig oder klebt so stark, dass es nur ein matschiger Haufen wird. Habe schon viele verschieden Rezepte ausprobiert. Habt ihr Ideen dazu?)

Warum tragen Veganer kein Leder, Wolle, Daunen…?

Wir essen Pflanzen

Vegan zu leben bedeutet nicht nur keine Tierprodukte zu essen. Wenn man aus der Überzeugung heraus vegan lebt, dass man sich nicht mehr an der Ausbeutung von Tieren beteiligen möchte, dann ist das eine Lebenseinstellung, nach der sich so gut wie alle Bereiche des Lebens orientieren. Somit auch das was man am Körper trägt und was man konsumiert.
Bei mir ist das jedenfalls so. So ist die vegane Küche für mich nur ein Teilaspekt dessen worum es hier eigentlich geht. (Deshalb ist Veganismus auch nicht nur ein Essverhalten.) Das bedeutet für mich daher auch, dass ich auf Leder, Wolle, Seide, Pelz, Daunen usw. verzichte. Denn auch Leder, Wolle, Daunen wie Pelz bedeuten Tierqual.
Vor allem aber stehen uns mittlerweile etliche tierleidfreie Alternativen zur Verfügung, sodass wir heute kein Echtleder und auch keinen Echtpelz mehr tragen müssen. Das ist der Vorteil unserer modernen Zivilisation. Nichts desto trotz müssen noch immer Tiere…

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Widerspruch des Vegetarismus

Vegetarismus (früher Vegetarinismus) ist eine deutsche Bezeichnung, abgeleitet vom englischen Wort vegetarinism, welche eine Mischung aus den Worten vegetation (Pflanzenwelt) und vegetable (pflanzlich) ist.
Vegetarismus bedeutet also in seinem ursprünglichen Sinn, eine pflanzliche Ernährungs- und Lebensweise.

Heutzutage ist das, wie viele wissen, anders. Als Vegetarier bezeichnen sich viele Menschen, eigentlich alle, die kein Fleisch zu sich nehmen. Der Verzehr von Milchprodukten, Eiern, Honig, ja sogar von Fischen und Meeresfrüchten werden heute oft fälschlicherweise als vegetarisch tituliert. Das führte sogar soweit, dass die pflanzliche Ernährungs- und Lebensweise in verschiedene Spaten eingeteilt wurde:

Meiner Meinung nach ist diese Begriffserklärung und Einteilung total überflüssig. Abgesehen davon, dass einige Vegetarier sich nur so bezeichnen, weil sie bestimmte tierische Lebensmittel nicht verzehren, den Aspekt der vegetarischen Lebensweise jedoch gänzlich vernachlässigen, kann man doch das Wort „pflanzlich“ nicht in „tierische“ Unterspaten einteilen. Das ist so, als wenn ich zuckerfreie Zuckerwatte danach einteile, aus welcher Zuckerart sie gemacht wird.

Wieso ist es überhaupt so vielen Menschen wichtig, sich als ovo-lacto Vegetarier, Pescetarier, Veganer oder was auch immer zu bezeichnen?
Vegetarismus ist derzeit ein Trend. Es gibt immer mehr Angebote an vegetarischen Produkten, sowohl in Restaurants, als auch in Supermärkten, Drogerien, Kleidungsgeschäften …Die Gründe für den Vegetarismus sind vielfältig. Und auch wenn es ’nur ‚ein Trend ist, ist es meiner Meinung nach ein guter Trend, der unterstützt gehört.

Mir persönlich ist jedoch nicht klar, warum man sich mit dem Titel des Vegetarismus rühmen muss? Ich selbst bezeichne mich ja auch nicht als Frumentarier (selbst kreiertes Wort aus dem lateinischen frumentum-Getreide) weil ich Getreide esse oder Aquarier weil ich Wasser trinke.

Natürlich, wir haben in unserer Kultur nun mal Worte und die Sprache, um uns verständigen zu können, um bestimmte Situationen zu beschreiben usw. Und auch ich sage, wenn mich jemand danach fragt, dass ich Veganerin bin. Allerdings deshalb, weil den Begriff Vegetarier die meisten Menschen falsch verstehen würden und auch deshalb, weil ich ehrlich versuche, eine rein pflanzliche Ernährungs- und Lebensweise zu verfolgen.
Das soll nicht heißen, dass vegan besser oder schlechter ist als ovo-lacto vegetarisch o.Ä. Die Einteilung ist ja keine Wertung. Jeder sollte nach seinem eigenen Ermessen die Lebens- und Ernährungsweise beherzigen, die für ihn richtig zu sein scheint. Und genauso kann doch jeder dazu stehen, was er macht. Da muss man sich doch keine Begriffe so zurecht rücken und ändern, dass man ja noch in genau die eine Spate fällt.

schneller, veganer Kaffee im DELI

Heute haben wir unser Auto zum Pickerl machen in die Werkstatt nach Leitring (Wagna) gestellt. Um die Wartezeit ein wenig interessanter zu gestalten, machten wir uns zu Fuß auf den Weg, die Umgebung zu erkunden.
Schon nach kurzer Zeit auf der starkbefahrenen Hauptstraße erblickten wir ein Schild „DELI Café Lounge Restaurant 200m“. Da uns das windige Wetter, die fade Landschaft und die vielen lauten Autos nicht dazu einluden, weiter zu gehen, machten wir uns auf den Weg Richtung DELI.

Dort angekommen warfen wir natürlich gleich einen ersten Blick in die Karte:

begruessung

Nach der netten Begrüßung fiel der Blick auf die Kaffeekarte: „alle Milchkaffees gibt es auch mit lactosefreier Milch oder Sojamilch“.
Natürlich wurde gleich so ein Kaffee mit Sojamilch bestellt!

Beim weiteren Durchschmökern der Karte haben wir bemerkt, dass es sowohl ein veganes Frühstück „muufri“ bestehend aus 2 Semmeln, Tofu Rosso, Hummus, pflanzlicher Pastete und Gemüse, gibt.
Als vegane Vorspeise gibt es Hummus-Wrap (Rucola, Tomaten, Sweet Chili Dip, Tortilla Chips)
Bei den Hauptspeisen ist auf jedenfall veganes Kichererbsen-Curry und Bulgurpfanne dabei, andere Hauptspeisen müssten auf „Veganität“ hinterfragt werden, was eindeutig erwünscht ist.
Da keine Speisen als ‚vegan‘ gekennzeichnet sind, kann ich über die Veganität der Nachspeisen nicht berichten.

Wieder zu Hause angekommen habe ich mir die Webseite vom DELI angesehen. Neben der normalen Speisekarte gibt es eine Wochenkarte. Es wird Wert auf Nachhaltigkeit gelegt, das Gemüse kommt vom Biohof Wressnig, Freilandeier sowie vegetarisches Suppenpulver und Zotter Trinkschokolade sind selbstverständlich. Auch diverse andere Produkte wie Säfte, Öle, Joghurt und Milch haben einen kurzen Transportweg, da sie von Bauern aus der Gegend bezogen werden.

Zum Ambiente kann ich noch sagen: das Mobiliar ist eher modern gehalten, die Bedienung allerdings sehr familär und freundlich.

Vegan – sogar im tiefsten Hinterland

Es gibt immer mehr Menschen, die sich an der veganen Lebensweise orientieren, sei es aus ethischen, ökologischen oder gesundheitlichen Gründen. Galt man vor einigen Jahren noch als ‚Körndlfresser‘ und wurde als Spinner abgetan, so ist der Begriff vegan heute – zumindest vom Hörensagen – fast jedem geläufig.
Der Vegantrend boomt vor allem in großen Städten wie Wien und Graz.
Aber auch am Land wissen immer mehr Menschen um den Begriff vegan Bescheid und anscheinend ist auch die Nachfrage nach veganen Lebensmitteln groß. Denn selbst in der Südsteiermark, hinter den sanften Hügeln, fernab großer Städte, in urigen Restaurants und Buschenschänken werden mehr und mehr vegane Speisen angeboten. Deswegen möchte ich über ein paar vegane Betriebe informieren.

Mein Lieblingsbuschenschank ist ganz klar der von Fam. Knaus in Sulztal an der Weinstraße. Diese bieten eine vegane Brettljause mit selbstgemachten Aufstrichen und Brot, verschiedenen Tofusorten und viel Gemüse und Obst an. Außerdem gibt es köstliche Säfte und schmackhaften Wein, biologisch und vegan – versteht sich.

Beim Restaurant Abel in Leutschach ist die Auswahl an tierfreien Produkten vielfältig. Das Angebot reicht von Suppe und Salat über Hauptspeise und Nachspeise, also für jeden etwas dabei.

Auch bei folgenden Betrieben haben wir mit Freude festellen können, dass uns vegane Speisen erwarten:
Weinidylle Dreisiebner
Buschenschank Zeck
Weingut Germuth
Die Auswahl ist hier zwar viel kleiner, dennoch sind vegane Speisen deutlich gekennzeichnet und man bekommt auch Auskunft, ob etwas  bzw. was vegan ist.
Wer noch mehr veganfreundliche Buschenschänke in der Südsteiermark finden möchte, kann sich hier informieren.

In Leibnitz gibt es noch den Frischehof, welcher neben täglich veganen, biologischen Hauptspeisentellern und einer Auswahl an Salaten, von Do-Sa auch vegane Kuchen, Torten und Schnitten anbietet.

Dies sind nur ein paar Lokale, die ich am liebsten besuche. Die Liste veganer bzw. veganfreundlicher Betriebe wird länger und länger. Ich hoffe, dass das auch in den nächsten Jahren nachhaltig so bleibt und Menschen ihr ethisches, ökologisches und gesundheitliches Verhalten überdenken und dass Veganismus nicht nur ein kurzzeitig boomender Trend ist!

Zähneputzen mit Holz

Nach einiger Zeit der veganen Ernährung begreift man, dass durch dieses Konsumverhalten zwar ein gewisser Einfluss auf die Wirtschaft ausgeübt wird, aber es drängen sich auch Bedenken über Produkte auf, welche nicht nur die Ernährung betreffen.

Zum Beispiel ist es nicht ernsthaft notwendig Zahnpasta in Tierversuchen zu testen. Möglicherweise hat die Information, dass wir uns früher entweder nicht oder mit Kräutern (Kamille, Salbei, Melisse und Süßholz) oder mit weißem Lehm – also Erde – die Zähne pflegten, das heutige Bildungssystem verlassen. Nichts desto trotz waren das Naturmaterialien, die weit entfernt von klinisch rein, aber dennoch wirkungsvoll waren.

Ein anderes Zahnpflegenaturmaterial, das eher unseren anerzogenen Hygieneanforderung gleichkommt ist Miswak.
Miswakholz, vom Zahnbürstenbaum, wächst in Afrika und Indien und wird dort traditionell zur Zahnreinigung verwendet.

Swak

Die Firma Swak bring das Holz in Form von Köpfli in eine Zahnbürsten-ähnliche Konstruktion. Nachdem man die durch Fernsehen und Werbung antrainierte Druckkraft beim Zähneputzen reduziert, kann das Zähneputzen damit zu einer entspannenden Beschäftigung werden. Denn die ruhigen und masierenden Bewegungen fühlen sich weniger nach Putzen, sondern mehr nach Pflege oder Zahnmasage an. Zahnpasta kann verwendet werden, ist allerdings nicht notwendig, da das Holz die hilfreichen Mineralien bei der Pflege freisetzt.

So ein Köpfli hält ungefähr ein Monat und kann dann einfach kompostiert oder verbrannt werden. Der Zahnbüsten-ähnliche Stiel wird weiter verwendet und ist auch aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.

Somit ein gute Alternative zu den Plastikbürsten, wo man erst langsam begreift, dass sich kleine Teile lösen und vom Körper aufgenommen werden. Und zur Zahnpasta, welche durch Tierversuche einen zusätzlich negativen Beigeschmack bekommt.

Mit zuversichtlichen Grüßen
[toe]