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Veggie Planet Graz

Von 9. bis 10. April war es wieder soweit: die Veggie Planet fand in Graz statt. Die Veggie Planet ist eine vegane Messe, die sowohl im Bereich Veganismus informieren soll, als auch verschiedene Produkte, Betriebe und Kampagnen vorstellt.  Außerdem gibt es vegane Verköstigung vor Ort.

Diese Veranstaltung fand in der Messe Graz statt. Das genutzte Areal bestand vorrangig aus den teilnehmenden Ausstellern, die Tisch an Tisch nebeneinander aufgereiht standen und ihre Produkte präsentierten, Kostproben anboten und Werbung für den Veganismus und ihre Kampagnen machten.
Im Vortragssaal fanden zu verschiedenenen Zeiten Vorträge über Themen wie „Artgerecht leben lassen, schmerzfrei schlachten? Tierethische Kontroversen über das Töten“, „Cowspiracy – Die Dokumentation, die die Umweltschutzbewegung revolutionieren wird“, „Vegane Ernährung bei Krebs – Eine reale Chance?“, „Vitamin B12: Fakten und Mythen“ oder „Veganize your Life!“ statt.
Nebenbei gab es auf der Showbühne verschieden Kochshows und Schaukochen.
Außderdem fand zeitgleich und auf dem selben Areal die Yoga Planet statt. Es gab ein paar Stände, die entweder ihr Yogastudio oder ihre Yogaprodukte vorstellten. Nebenan in einem sehr großen Raum gab es circa stündlich eine Yogaeinheit, wobei es immer ein anderer Stil war, der quasi vorgestellt wurde, z.B.: Acro Yoga Monkey Business, Forrest Yoga Basics, Vinyasa your Life, Faszien Yoga oder Yuna Yoga.

Ich persönlich finde die Veggie Planet eine sehr gute und informative Veranstaltung für alle, die sich für die vegane Lebensweise interessieren und mehr darüber erfahren wollen. Es wird wirklich alles geboten, was man über Veganismus und die Gründe dafür wissen möchte, gerade wenn man Neuling auf dem Gebiet ist. Für mich selbst war es die 8€ (bzw. für mich ermäßigte 6€) Eintritt allerdings nicht unbedingt wert, da ich bereits seit über 5 Jahren vegan lebe und ziemlich alle ausstellenden Gruppen bereits kenne. Für jemanden wie mich braucht man also keine „Produkte anwerben“ oder Informationen verbreiten. Und bis auf die Tatsache, dass ab August ein veganes Burgerlokal in Graz aufmacht, waren für mich keine Neuigkeiten dabei.
Außerdem war meiner Meinung nach das Angebot an Yogaständen viel zu klein, ich denke es waren geschätze 5 Stände, wo man haupsächlich Bekleidung und Accessoires kaufen und sich weniger über Yoga informieren konnte.

[toe] meinte, dass bei der Veranstaltung auch Informationsstände über Buddhismus passend gewesen wären, da sie thematisch sowohl zu Yoga als auch zu Veganismus, insbesondere wegen der Organisation ‚Dharma Voices for Animals‚, gepasst hätten.

Es war allerdings sehr schön zu sehen, dass die Messe gut besucht war und ich hoffe, dass die Besucher viele positive Eindrücke und viel Wissen mitnehmen konnten!

Dharma im Alltag

Ich meine immer wieder zu hören/lesen, dass sowohl Buddhismus als auch echter Yoga realitätsfremd sei. Da ich in beiden Lehren sehr viele Gemeinsamkeiten finde – ja sogar behaupten würde, der historische Buddha sei ein Yogi gewesen – schreibe ich einen gemeinsamen Beitrag für beide diese Schwerpunkte. Sie sind ja auch in meinem Leben vereint. Ist ja nicht so, dass ich von 8 – 12 ein Yoga-Kapperl auf habe und nach dem Essen eine buddh. Robe anziehe. Nein, beides wird integriert gelebt.

Dem Buddhadharma wird oft vorgeworfen, er sei weltfremd und vorallem im Westen in der heutigen Zeit nicht praktizierbar, außer vielleicht in einem Kloster. Und Gemeinschaften die ihr Leben auf moderne Weise an den buddh. Idealen ausrichten und vielleicht sogar mit lokaler Kultur verbinden seien Sekten und sicher nicht authentisch.

Die yogische Praxis sei im Gegensatz dazu im Westen dem Fluch des Mainstreams erlegen. Als Begleiterscheinung von Fitnesszentren haben findige Lehrer alle möglichen Stile sektiert – vornämlich mit Übungen aus Hatha-Yoga und ein bisschen Pranayana, solo oder gemixt mit anderen Hilfsmitteln oder Akrobatik usw. – aber die Philosophie, der rote Faden dieser Lehre verstaube in den Büchern. Stattdessen dominiere Werbung mit den aktuellen Schönheitsidealen im Wettkampf um die extremsten Posen.

Aber es gibt die Lehren und es gibt die Menschen, die sich damit befassen und ihr Leben damit bereichern. Und zwar ohne unbedingt Geld dafür auszugeben, ganz im Stillen. In jeder Handlung findet sich die Gelegenheit, die Weisheiten dieser Lehren anzuwenden. Doch man muss sie halt nutzen. Und dafür müsste man die Lehren kennen. Und dafür müsste man sich damit befassen und sie verstanden haben.

Das kann man ganz allein, auch zuhause vorm eigenen Bücherregal oder hinter dem Computer. Sehr hilfreich ist es sich mit anderen Leuten die den Weg gehen auszutauschen. Aber anwenden muss man es dann immer noch selber.

Die veränderten Verhaltensweisen sind in unserer Gesellschaft leider nicht immer sehr hoch geschätzt, aber dafür umso heilsamer.

Auch mal seinen Feinden Zuneigung zeigen.

Schwangerschaft – ein spirituelles Erlebnis?

Eigentlich habe ich mir vorgenommen, nicht über meine derzeitige Schwangerschaft auf dem Blog zu schreiben. Einfach nur deshalb, weil ich es als etwas sehr Persönliches und Vertrautes empfinde, das ich eigentlich nicht mit „der ganzen Welt“ teilen wollte.
Allerdings hat mich diese Schwangerschaft auch in gewisser Weise verändert und genau diese Veränderungen sind es, von denen ich doch berichten möchte. Ich habe das Glück, eine bis jetzt recht einfache, komplikationslose Schwangerschaft ohne größere Wehwehchen erleben zu dürfen.
Schon bevor ich die Sicherheit hatte, schwanger zu sein, war da dieses Gefühl, dass sich etwas verändert hatte. Und schon von Anfang an hatte ich dieses Urvertrauen, dass alles gut ist, so wie es ist und ich alles so annehmen könnte, wie es kommen wird.

Schon in den ersten Wochen, nachdem die leichte Übelkeit vorbei war, hatte ich das Gefühl, dass ich mich besondes wohl fühle. Also nicht nur der Vorfreude wegen in der Hinsicht „Juhu, ich bekomme bald ein Baby“, sondern eher im Allgemeinen. Ich fühle mich sehr ausgeglichen und irgendwie im Reinen mit mir und der Welt. Ich hatte auch viel mehr das Bedürfnis, mich etwas zurück zu ziehen und meine Freizeit eher ruhig zu gestalten. Ich wollte mich ganz auf mich selbst und das wachsende Wesen in mir konzentrieren. Interessanterweise spürte ich auch schon bald eine Verbindung zu dem Baby, obwohl ich seine Tritte noch nicht spüren konnte und es auch sonst quasi keinerlei Anzeichen gab, dass ich schwanger bin. Wahrscheinlich war da einfach das Bewusstsein, dass etwas in mir heranwächst, dass es besonders zu schützen gilt.

Ungefähr ab dem vierten Monat besuchte ich einen Yogakurs für Schwangere. Die Körperübungen, Atemübungen und geführten Meditationen gaben mir nocheinmal das Gefühl, mehr mit dem Baby verbunden zu sein. Es fühlte sich absolut richtig und wunderbar an, diesen Kurs zu besuchen und sich so nochmal bewusst Zeit für mich und das Baby zu nehmen. Außerdem konnten ich die Übungen viel intensiver durchführen, als ich es zuvor je geschafft hatte. Mein Geist war ruhiger und fokussierter als je zuvor und ich gelangte erstaunlich schnell in die Tiefenentspannung am Ende jeder Stunde.
Ebenso kann ich in Meditationen schneller Kontakt zu ‚mir selbst‘ aufnehmen, ich bin im Allgemeinen zentrierter und das fühlt sich sehr gut an.

Die Schwangerschaft war schnell ein Teil meines Bewusstseins. Ich erwischte mich immer wieder, dass ich auch nachts im Schlaf die Hände sorgsam und schützend auf meinen Bauch legte. Ich konnte die Zuneigung von Tag zu Tag mehr wahrnehmen, es ist fast so, als würde ich das Baby wirklich schon kennen, obwohl ich es weder gesehen, noch berührt oder gehalten und auch sein Stimme noch nie gehört habe. Ich spüre einfach diese tiefe Verbindung, dieses Vertrauen und gleichzeitig diese Sicherheit, welche die Angst vor allem, worüber man sich Sorgen machen könnte (Krankheiten, Geburt, Erziehung, usw.) gar nie erst aufkommen ließ.

Mittlerweile empfinde ich es als einen Zustand von Ausgeglichenheit und Freude. Kleineren oder mittelschweren Probleme des Alltags kann ich mit Gelassenheit und Zuversicht entgegen sehen, der Fokus hat sich verändert. Vieles ist einfach nicht mehr so bedeutsam, ich sehe die Welt aus einem anderen Blickwinkel. Ich erkenne viele der Nichtigkeiten und Belanglosigkeiten, über die man sich ewiglang aufregen könnte, auch als solche an und versuche stattdessen, mich mit den wahrhaft wichtigen Belangen des Lebens auseinander zu setzen. Ich fühle mich in meiner derzeitigen Lebensweise und dem derzeitigen Lebensstil mehr denn je bestätigt und habe möglicherweise eine leise Ahnung davon, wie es vielleicht sein könnte, zumindest einige der Verblendungen zu erkennen und Anhaftungen hinter sich zu lassen…

Abgesehen davon, dass es total überwältigend und erstaunlich ist, dass ein kleiner Mensch in mir heranwächst, ist das Gefühl des Schwangerseins für mich einfach ein sehr tiefesgründiges und bewusstes Erlebnis, das meine Einstellung und Sichtweise auf das Leben nochmal ein Stück weit verändert hat.